Hinweis: Beitrag zum Siegener Krönchen

Der kürzlich erschienene Band „Koloniale Welten in Westfalen“ enthält auch einen Beitrag zur Entstehung des Siegener Krönchens auf der Nikolai Kirche. Unter dem Titel „Unter der Krone des Brasilianers: Koloniale Herrschaftsrepräsentation und die Entstehung eines Siegener Wahrzeichens“ geht Historiker Tobias Scheidt der Frage nach, wie die Brasilienzeit von Johann Moritz von Nassau-Siegen seinen Umgang mit Herrschaftssymbolik beeinflusst hat. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Entstehungsgeschichte des Krönchens weniger in seiner Erhebung in den Fürstenstand 1652 zu verorten ist, als in seiner Selbstdarstellung als niederländischer Generalgourverneur im brasilianischen Pernambuco (1637-1644). Der Autor plädiert für Kontexterweiterungen bei der Erforschung und Vermittlung regionaler Geschichte.

Video: „Die Stars des Barock: Rubens, Vermeer und Co.“ (ARTE)

„Der Barock folgte auf die Renaissance und den Manierismus und ging dem Rokoko und dem Klassizismus voran. Starke Kontraste, Bewegungsreichtum, Detailverliebtheit, intensive Farben, große Dimensionen und Überraschungseffekte waren im Barock die Mittel der Wahl, um Ehrfurcht und Bewunderung zu erzeugen. Der Stil entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Rom, verbreitete sich dann schnell in Norditalien, Frankreich, Spanien und Portugal und etwas später auch im übrigen Europa. Diese Folge stellt die drei herausragenden Barockmaler Peter Paul Rubens, Diego Velázquez und Johannes Vermeer vor und nimmt jeweils drei Gemälde unter die Lupe.
Peter Paul Rubens ist berühmt für seine Porträts, Landschaftsbilder, Altargemälde im Geiste der Gegenreformation und Historienmalereien mit mythologischen und allegorischen Motiven. Gezeigt werden seine drei Gemälde „Das Urteil des Paris“, „Daniel in der Löwengrube“ (um 1614-1616) und „Kreuzabnahme“ (1612).
Der Spanier Diego Velázquez war einer der führenden Künstler am Hof von König Philipp IV. und einer der bedeutendsten Maler des Siglo de Oro. Er war ein individualistischer Barockmaler und ein hoch angesehener Porträtmaler. „Die drei Musiker“ (1618), „Alte Frau beim Eierbraten“ (1618) und „Las Meninas“ (1656) sind weltbekannt.
Der Holländer Johannes Vermeer malte vor allem Interieurszenen aus dem bürgerlichen Leben. Seine berühmtesten Werke sind „Dienstmagd mit Milchkrug“ (1657-1658), „Die Malkunst“ (1665-1668) und „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ (1665).
Kinderserie, Regie: Anton Khilman (GB 2017, 14 Min)“
Das Video ist noch bis zum 2. September 2021 online.

Burbach: Historische Ortsmitte im Wohnzimmerformat

Heimatverein „Alte Vogtei“ bringt vier dorfbildprägende Gebäude als Karton-Modelle zum Selberbauen heraus

Der Heimatverein bringt vier Karton-Modelle von historischen Burbacher Gebäuden wie etwa das Haus Herbig heraus. © Gemeinde Burbach

Selbst die ehrwürdige Ev. Kirche auf dem Römerberg ist nicht aus jedem Küchenfenster oder von jedem Balkon des Dorfs aus zu sehen, von den Ortsteilen ganz zu schweigen. Jetzt aber können sich die Burbacherinnen und Burbacher das älteste Gebäude der Gemeinde sowie die Alte Vogtei, Haus Herbig und Haus Dilthey nach Hause in die eigenen vier Wände holen. Live und in Farbe – und sogar in 3D! Denn ab sofort bietet der Heimatverein „Alte Vogtei“ Burbach diese historischen Bauwerke als Karton-Modelle im Bastelsatz an. Weiterlesen

Online: „National-Zeitung“ (Wittgensteiner Ausgabe) von 1935 bis 1944

Die „National-Zeitung : amtliches Blatt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei : amtliches Kreisblatt für den Kreis Wittgenstein / Wittgensteiner Ausgabe“ mit den Jahrgängen 1935-1944 ins Netz gestellt worden
Die Darstellung der Zeitung im Portal ist korrigiert worden. Tatsächlich handelt es sich bei der „Wittgensteiner Nationalzeitung“ sowie der „National-Zeitung“ um Fortsetzungen des „Wittgensteiner Kreisblatts“, das mindestens seit 1852 in Wittgenstein erschien, also um ein Zeitungsunternehmen mit sehr langer Laufzeit.
Die Nationalzeitung spiegelt natürlich als NS-Blatt die Propaganda und Ideologie des Regimes wider.
Im Portal ist die Zeitung hier zu finden:
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/13385721
Quelle: zeit.punktNRW, Facebook-Eintrag v. 10.7.2021

Literaturhinweis: „Koloniale Welten in Westfalen“

Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte, Band: 89, HerausgeberInnen Sebastian Bischoff, Barbara Frey, und Andreas Neuwöhner, 2021

„Nicht nur in den kolonialen Macht- und Handelszentren, auch in der Provinz prägte die Wahrnehmung des Kolonialen den Alltag. So hat die deutsche Kolonialzeit auch in Westfalen und Lippe Spuren hinterlassen: Denkmäler und Straßen ehren koloniale Akteure ,ethnographische Objekte in Museen erzählen von „exotischen“ Welten. Doch zwischen kolonialer und regionaler Geschichte gibt es noch viele weitere, bislang wenig beachtete Bezüge. Die Autorinnen und Autoren dieses mit zahlreichen Illustrationen versehenen Bandes stellen Aus- und Rückwirkungen des Kolonialismus auf das Leben in der westfälischen und lippischen Provinz vor: Die Verflechtungen westfälischer Städte mit dem kolonialen Handel, eine kritische Aufarbeitung von Biographien und Netzwerken kolonialer Akteure, die exotisierende und rassifizierende Zurschaustellung von Menschen sowie den Umgang mit Erinnerungsorten und Sammlungen.“

Regionale Zeitung vor der Digitalisierung

Ausschnitt aus der Startseite des Projektes (Screenshot)

zeit.punktNRW konzentiert sich zurzeit auf die Digitalisierung von Mikrofilmen. Weder in Münster noch in Brauweiler besteht die Möglichkeit, Zeitungen zu digitalisieren, die auf Mikrofiche verfilmt sind. Deshalb wurde jetzt auf einen Auftrag zur Digitalisierung von Mikrofiches an einen Dienstleister vergeben. Es handelt sich um über 12.000 Fiches aus neun nordrhein-westfälische Archiven:

  • Kreisarchiv Euskirchen
  • Stadtarchiv Geseke
  • Stadtarchiv Gladbeck
  • Stadtarchiv Gütersloh
  • Stadtarchiv Hilchenbach: Hilchenbacher Zeitung von 1897 – 1949, ca. 8.100 Seiten
  • Stadtarchiv Lengerich
  • Stadtarchiv Lippstadt
  • Stadtarchiv Minden-Lübbecke
  • Stadtarchiv Viersen

zeit.punktNRW rechnet damit, dass durch diese Digitalisierungsaktion ca. 1.000.000 Seiten zusätzlich in das Portal kommen.

Quelle: zeit.punktNRW, Facebook-Eintrag v. 107.2021

„Siegerland“ Bd. 98, Heft 1 (2021) erschienen

Inhalt:
Baales, Michael/Zeiler: Manuel: Helmut Baldsiefen aus Netphen 80 Jahre (22. Mai 2021), S. 3
Gerhards, Karl-Heinz: Konrad ge. Molner von Selbach, S. 13
Galle, Christoph: Auf den Spuren Siegener Akademikern in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, (1450 – 1618), S. 21
Althöfer, Ulrich: Neues zum und um den Oberfischbacher Abendmahlsbecher von Fürst Johann Moritz, S. 35
Bingener, Andreas: Das System der Wasserstaaten in Freudenberg – ein kurzer historischer Rückblick, S. 41
Kelm, Michael: Die Werkbahnen im Buchhellertal bei Burbach, S. 60
Lerchstein, Wilfried: Kraftpost und Landkraftpost: Mehr Mobilität und eine bessere Postversorgung im Siegerland, Teil 1, S. 75
Bäumer, Herbert: Die Panzerstraße in Siegen, S. 99
Bingener, Andreas: Friedhelm Menk (1938-2021), S. 108
Rezensionen, S. 113