Literaturhinweis: Patrick Rössler: “Bauhausmädels”

„Der Typ des Bauhausmädels. Sie weiß, was sie will und wird es auch zu etwas bringen.“
— Die Woche, 1930

Als 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar seine Pforten öffnete, bewarben sich mehr junge Frauen als Männer um die Studienplätze. Die Genderpolitik am Avantgardeinstitut war allerdings keineswegs vorbildlich: Von Gropius und den meisten der lehrenden und mitstudierenden Männer argwöhnisch beäugt, bei der Entfaltung ihrer Talente nach Kräften behindert und nach Möglichkeit in die „Frauenklasse“, die Weberei, abgedrängt, eroberten sie sich dennoch alle Fachbereiche, auch neue Medien wie die Fotografie und bislang als rein „männlich“ begriffene Domänen wie Bildhauerei, Industriedesign oder Architektur. Marianne Brandt, Grete Stern und Ellen Auerbach, Friedl Dicker, Anni Albers, Otti Berger und viele mehr schrieben mit ihren Werken Kunst- und Designgeschichte und verkörperten tatsächlich die „Neue Frau“, die in der Weimarer Republik Prototyp eines neuen Frauenbildes wurde.
Alma Siedhoff-Buscher ist eine Doppelseite gewidmet (S. 168 – 169). Weiterlesen

“Freudenberg im Zeitgeschehen” 1/2019 erschienen


Aus dem Inhalt:
Fries, Wener: 50 Jahre Autobahnmeisterei Freudenberg, S. 3 – 5
Wentz, Claus: Freundenbergs Post im Wandel der Zeiten (Teil 2), S. 7 – 11
Schwarz, Teo: Kirchliche Verhältnisse im 16./17. Jahrhundert (Teil 2), S. 13 – 19
Klappert, Hans Jürgen: Rettung der letzten Freudenberger Dampfmaschine, S. 19 – 29
Lucke, Martin: Alchen feiert seinen 675. Geburtstag, S. 31 – 33
Gattwinkel, Adolf: Zur Errichtung des Flecker Feuerwehr-Gerätehauses, S. 35 – 37

Bibliographie zur Geschichte der Hexenverfolgungen freigeschaltet

In der digitalen Schriftenreihe der Historischen Kommission für Westfalen steht ein weiterer Band zum kostenlosen Download zur Verfügung: die “Bibliographie zur Geschichte der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe”. Es handelt sich dabei allerdings (noch) nicht um einen vollständigen Nachweis der bisherigen Forschungsliteratur, sondern um ein vorläufiges Hilfsmittel, dass die Historische Kommission zur Vorbereitung ihres nächsten größeren Vorhabens erarbeitet hat. In den nächsten Jahren soll, wie die Hauptversammlung Anfang Mai in Bottrop beschlossen hat, ein “Historisches Handbuch der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe” erarbeitet werden. Als erster Schritt soll dazu der Forschungsstand erfasst werden, nicht zuletzt um mögliche Lücken rechtzeitig erkennen zu können. Die Ergebnisse der Literaturrecherche sollen in einer Bibliographie zusammengefasst werden, die im Laufe des Projektes stetig anwachsen wird. Die erste, noch unvollkommene Fassung dieses Hilfsmittels ist nun öffentlich zugänglich. Korrekturen, Anregungen und Ergänzungen sind ausdrücklich willkommen!

Bibliographische Daten:
Burkhard Beyer und Christian Möller: Bibliographie zur Geschichte der Hexenverfolgungen in Westfalen und Lippe. Erste Ausgabe Juni 2019, 60 Seiten, Online-Publikation Münster 2019 (Materialien der Historischen Kommission für Westfalen, Band 17). Kostenloser Download (540 KB) unter:
https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Materialien_017_(2019-06).pdf

Anm: Archivalia bemängelt das weitreichende Fehlen von Online-Ressourcen

Quelle: Historische Kommission für Westfalen Newsletter “Neues aus der HiKo (059)”

“Texte und Untersuchungen zur Archivpflege” Band 35 ist ab sofort verfügbar

Der neuste Band aus der TUA-Reihe ist erschienen und ab sofort verfügbar.

Erziehung und Bildung als kommunalarchivische Überlieferungsfelder : Beiträge des 27. Fortbildungsseminars der Bundeskonferenz der Kommunalarchive (BKK) in Bamberg vom 28. – 30. November 2018 / Marcus Stumpf und Katharina Tiemann (Hg.). – Münster 2019. – 150 S. : Abb. – ISBN 978-3-936258-29-5 / EUR 12,00

Literatur zur Rückführung des Inventars des Beethovenhauses von Siegen nach Bonn, 1945

Im Zusammenhang mit Film “Monuments men” wurde die Region erneut als Sicherungsort für rheinische Kulturgüter wahrgenommen. Ein Video zeigt  bspw. die “Wiederholung des Inventars des Beethovenhauses von Siegen nach Bonn, 1945”. Im Vorfeld der Tagung “Kulturgutschutz in Europa und im Rheinland. Franziskus Graf Wolff Metternich und der Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg” im September in Pulheim-Brauweiler fand sich der Hinweis auf die bereits 2016 stattgefundene Ausstellung “Beethoven evakuiert! Kulturschutz im Bergungsort Schloss Homburg 1939 bis 1945” auf Schloss Homburg bei Nümbrecht. Die online als PDF einsehbare Begleitbroschüre erwähnt auch den Rücktransport der Beethoven-Stücke aus Siegen.

Johann Moritz und sein „Zuckerhaus“ – Plädoyer für Blickerweiterungen

Über die Ausstellung „Imagewechsel – Auf der Suche nach Johan Maurits“ (4. April – 7. Juli 2019) im Mauritshuis, Den Haag

Abb. 1: Das Mauritshuis in Den Haag, erbaut zwischen 1633 und 1644

Eine hitzige Debatte quer durch die niederländischen Medien im Frühjahr 2018 war es, die einen wesentlichen Anstoß zu der historischen Ausstellung „Imagewechsel“ gab. Das Mauritshuis (dt. „Moritzhaus“) in Den Haag beherbergt eigentlich eine der renommiertesten Kunstsammlungen der Niederlande (Abb. 1). Um ein historisches Museum mit der Zielsetzung, geschichtliche Zusammenhänge zu vermitteln, handelt es sich also nicht. Dass sich das Kunstmuseum derzeit in einer Sonderausstellung dennoch einer historischen Persönlichkeit, die kein Künstler war, und den globalgeschichtlichen Zusammenhängen seiner Zeit widmet, hängt mit der Entstehungsgeschichte des Bauwerks selbst und seinem Namensgeber zusammen: Johann Moritz von Nassau Siegen. Weiterlesen