Video-Vortrag „Erinnerung und Holocaust – Chancen, Grenzen, Grenzüberschreitungen“ von Dr. Jens Aspelmeier

Jede Generation erzählt die Vergangenheit neu. Dabei wird unser Geschichtsbild und die jeweilige Vermittlungspraxis in Schule, Museen und Gedenkstätten geprägt von Politik und Gesellschaft, von Wissenschaft und Medien. Aber wie entstehen unsere Geschichtsbilder und was beeinflusst unser Geschichtsbewusstsein? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Politik und Geschichte? Welche kontroversen Formen der Erinnerungskultur entstehen dabei? Und welche Aufgabe haben Schulen und Geschichtswissenschaft angesichts einer bisweilen provokanten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Der Vortrag zeichnet Stationen und Formen einer Geschichte der Erinnerung nach und fragt anhand ausgewählter aktueller Beispiele nach einer Zukunft der Erinnerung im 21. Jahrhundert. Weiterlesen

Heute vor 88 Jahren: Zerschlagung der Gewerkschaften im Siegerland

Erinnerungstafel an DGB-Geschäftsstelle in der Sieger Donnerscheidstr.

Literaturhinweis: Dieter Pfau, 2. Mai 1933 – Zerschlagung von Arbeiterbewegung und Gewerkschaften (hgg. v. DGB Region Siegen-Wittgenstein-Olpe), Siegen 2003, Link zur PDF: Dieter-Pfau_2._Mai_1933

Siegen: Stadtrat berät über einen Tafeltext zu Alfred Fissmer, (Ober-)Bürgermeister von 1919 bis 1945


Am 31. März 2021 legten die Fraktionen von CDU, Grünen, Linken,SPD, UWG und Volt folgenden Text für die öffentlich sichtbar Tafel an der „Alfred Fissmer-Anlage“ als Beschlussvorschlag vor:

„Alfred Fissmer (1878-1966) war von 1919 bis 1945 Bürgermeister und Oberbürgermeister der Stadt Siegen. In seine Amtszeit fallen ein rasantes Wachstum und die Modernisierung der Infrastruktur der Stadt. Er war früh treibende Kraft beim Bau von Zivilschutzeinrichtungen. Das rettete vielen Men-schen das Leben, als die Stadt 1944 durch Bomben schwer zerstört wurde. Diese Leistungen brachten ihm die Anerkennung vieler Siegener*innen ein. Er wurde 1953 zum Ehrenbürger der Stadt Siegen ernannt und bekam das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.
Fissmer machte Siegen schon frühzeitig zum Garnisonsstandort, was auch zur Zerstörung der Stadt durch alliierte Bombenangriffe beitrug. 1933 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP, war förderndes Mitglied der SS und anderer NS-Organisationen. Als Oberbürgermeister und Chef der Polizei trug er während der NS-Diktatur die Verantwortung für die Verwaltung und öffentliche Sicherheit in Siegen und war somit mitverantwortlich für die Geschehnisse in Siegen. Gleichwohl gibt es Berichte, dass er sich für Verfolgte des NS-Regimes eingesetzt hat und immer wieder in Konflikt mit führenden Siegener Nationalsozialisten geriet. Die direkte Teilnahme an den Verbrechen des NS-Regimes konnte ihm nicht nachgewiesen werden.
Bis heute wirft die Rolle Fissmers in der NS-Zeit Fragen auf.“

Die FDP-Stadtratsfraktion schlägt demgegenüber folgende, ausführlich begründete Textfassung vor: Weiterlesen

Bad Berleburg: Verzicht auf die informelle Ortsbezeichnung „Kriegerplatz“

Antrag der Stadtratsfraktion der Grünen vom 19.11.2020

Für den Festplatz der Kyffhäuser-Kameradschaft e. V., Am Sengelsberg 50 in Bad Berleburg, soll ein geeigneterer Namen gefunden werden. Die Partei betrachtet die „brauchtümliche Ortsbezeichnung – entstammend einer Zeit des Monarchismus, des ausgeprägten Militarismus und des chauvinistischen Nationalismus“ als unangemessen für eine demokratische und friedliche Stadt. Die Grünen schlagen die Bezeichnung „Friedensplatz“ vor.

Der Antrag wurde am 16. März 2021 im Ausschuss für Palnen, Bauen, Wohnen und Umwelt der Stadt Bad Berleburg behandelt.

s. a. Sitzungsniederschrift des Ausschusses für Palnen, Bauen, Wohnen und Umwelt der Stadt Bad Berleburg vom 25. August 2020, S. 8: Weiterlesen

#SIEistSIEGEN im Siegener Haupt- und Finanzausschuss


Im vergangenen September berichtete siwiarchiv bereits über den Bürgerantrag, die Sichtbarbarkeit der Frauen im Siegener Stadtbild zu erhöhen. In seiner Sitzung am 17. März 2021 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Siegen einstimmig:
„….Der durch den Rat der Universitätsstadt Siegen ins Leben gerufene Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“ wird als geeignetes Medium angesehen, sich auch mit der Präsenz von Frauen im Siegener Stadtbild zu befassen.“
Diese Entscheidung wurde in den sozialen Medien und auf der Leserbriefseite der Siegener Zeitung kontrovers diskutiert.

„Nie wieder“

Vortrag von Oliver Vrankovic (Tel Aviv) am Donnerstag, 25.03.21, im Rahmen der Woche der Brüderlickhkeit für die Gesellschaft für Chrsitlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

„Oliver Vrankovic zeigt anhand von Lebensgeschichten auf, was „Nie Wieder!“ für Israel bedeutet. Auf der Basis von Lebensgeschichten beschreibt er den Erfahrungszusammenhang zwischen der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden und der Bedrohung Israels durch eliminatorisch gesinnte Feinde und erörtert den Umgang Israels mit dieser Bedrohung. Der Vortrag macht deutlich, wie die Erinnerung an die Shoah und das Eintreten für die Sicherheit Israels zusammengehören.
Oliver Vrankovic lebt und arbeitet in Tel Aviv. Bei seiner Tätigkeit in einem Elternheim hat er häufig mit Holocaustüberlebenden zu tun. Jährlich besucht er Deutschland zu 1-2 Vortragsreisen, um über seine Erfahrungen zu berichten.
Er ist Bestandteil des Programms #1700​ Jahre jüdisches Leben in Deutschland und des Programm der internationalen Wochen gegen Rassismus.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung.“

Diskussion zur Umgestaltung des Kriegerdenkmals in Bad Berleburg

Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion
Bad Berleburg Denkmal
Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

Im Dezember 2018 hat der Rat der Stadt Bad Berleburg die Vialiserung des Goetheplatzes mehrheitlich beschlossen. Im Rahmen dieses Projektes soll es auf Vorschlag der evangelischen Kirchengemeinde zu einer das Kriegerehrenmals von Arnold Künne zu einem Friedensdenkmal weiterentwickelt werden.

Zu diesem Zweck reget die Grünen-Stadtaratsfraktion im November 2020 einen Arbeitskreis unter Beteiligung der Stadtgesellschaft (Bürger*innen, Politiker*innen,Vereine Kirche, Schulen und lokale Bildungseinrichtungen) an.

Dieser Vorschlag wurde in diesem Monat durch Leserbriefe in der Siegener Zeitung kontrovers diskutiert.

Vortrag: „Erinnerung und Holocaust – Chancen, Grenzen, Grenzüberschreitungen“

von Dr. Jens Aspelmeier (Siegen)

„Jede Generation erzählt die Vergangenheit neu. Dabei wird unser Geschichtsbild und die jeweilige Vermittlungspraxis in Schule, Museen und Gedenkstätten geprägt von Politik und Gesellschaft, von Wissenschaft und Medien. Aber wie entstehen unsere Geschichtsbilder und was beeinflusst unser Geschichtsbewusstsein?

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Politik und Geschichte? Welche kontroversen Formen der Erinnerungskultur entstehen dabei? Und welche Aufgabe haben Schulen und Geschichtswissenschaft angesichts einer bisweilen provokanten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Der Vortrag zeichnet Stationen und Formen einer Geschichte der Erinnerung nach und fragt anhand ausgewählter aktueller Beispiele nach einer Zukunft der Erinnerung im 21. Jahrhundert. 

Dr. Jens Aspelmeier
Historiker und Direktor Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen, Leiter für das Lehramt Gymnasium/Gesamtschule

Die Veranstaltung findet via Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter cjz.siegen@t-online.de ist erforderlich. Der Einladungslink wird kurz vor der Veranstaltung versandt. Eine Anmeldebestätigung erfolgt nicht.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit statt und wird gemeinsam mit dem Aktiven Museum Südwestfalen angeboten.
Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung (https://www.lwl-kulturstiftung.de) gefördert. Es ist eines von 24 Projekten, die im Rahmen des Förderschwerpunktes der LWL-Kulturstiftung zum diesjährigen Festjahr „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“ unterstützt werden.

Quelle: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, Veranstaltungen

Einrichtung eines Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“

In der heutigen Sitzung des Rates der Stadt Siegen wird über die Einrichtung des Arbeitskreises über die Strassennamen entschieden werden. Aus der Vorlagen gehen folgende Mitglieder hervor (S. 8):

Die Geschäftsführung liegt bei der städtischen Kulturabteilung. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu anderen ebenfalls heute eingerichteten Gremien keine weiteren externen Mitglieder (z. B. Historiker*innen, Vertreter*innen von Migrat*innen oder für Gleichtstellungsfragen) vorgesehen sind.

Hilchenbach: Kranzniederlegung am Gedenkstein zur Judenverfolgung

Jährliche Kranzniederlegung am Gedenkstein am 28. Februar. Morgen jährt sich der Tag der Deportation von Elisabetha „Gerti“ Holländer und ihrem 10jährigen Sohn Lothar Holländer.

Kranzniederlegung Gedenkstein 2020

An diesem Jahrestag veranstaltete die Stadt Hilchenbach bisher eine Gedenkstunde, um an das schreckliche Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland geworden sind, zu erinnern. Dazu wurde am Gedenkstein an der Ecke Marktplatz und Hilchenbacher Straße ein Kranz niedergelegt. Weiterlesen