Vertrieben, vergessen, wiederentdeckt

Charlotte Leubuscher war eine Pionierin der Ökonomik. Sie ist die erste habilitierte Nationalökonomin Deutschlands und doch kaum bekannt. Die Universität Siegen benannte ein Gebäude nach ihr und rückt die außergewöhnliche Wissenschaftlerin wieder ins Licht.

Viele nennen es noch immer „das alte Gesundheitsamt“. Doch wer heute am Campus Unteres Schloss der Universität Siegen unterwegs ist, kommt am Charlotte-Leubuscher-Haus vorbei. Dort ist unter anderem die Plurale Ökonomik zu Hause und der Name eine bewusste Entscheidung. Angestoßen hat die Benennung 2018 ein Arbeitskreis, zu dem auch Dr. Svenja Flechtner, Juniorprofessorin für Plurale Ökonomik, gehörte. „Wir suchten eine Persönlichkeit, mit der wir uns identifizieren können“, sagt sie. Und es sei klar gewesen: Dieses Gebäude soll nach einer Frau benannt werden. „Leider gibt es in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften nicht so viele Frauen“, so Svenja Flechtner. Weiterlesen

Vortrag zum Planungskonzept der „Alten Synagoge“, Bad Laasphe

12. Mai 2026 um 19:00 Uhr, Evangelische Stadtkirche, Kirchplatz 20, Bad Laasphe

Vom Synagogenprojekt war schon in Paris die Rede. Kerstin Heider, Architektin aus dem Architektenbüro ProjektPlus und Lehrbeauftragte an der Uni Siegen hat im vergangenen Jahr an der Ecole Normale Superieure Paris einen Vortrag zum Thema: „ZwischenZeiten, Architektonische Antworten auf erinnerte Geschichte“ gehalten. Sie wird um 19.00 Uhr in der Ev. Stadtkirche einen Ausschnitt aus dem umfangreichen Planungskonzept für die Alte Bad Laasphe vorstellen. Dabei wird sie Gedanken, Ideen und Informationen vermitteln, die zum Ziel haben, dem Gebäude zu ermöglichen, seine Geschichte selbst zu erzählen.

Quelle: Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., Veranstaltungen

Projekt „Alte Synagoge“ im Bad Laaspher Schaufenster

10. Mai 2026 von 11:00 bis 18:00 Uhr, Haus des Gastes, Wilhelmsplatz 3 Bad Laasphe

Der Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. stellt das Projekt der Alten Synagoge vor.
Mitglieder des Vereins werden an einem Stand im Haus des Gastes interessierte Besucher über den Stand des Projekts Alte Synagoge informieren.
Quelle: Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., Aktuelles

Spurensuche auf dem Hermelsbacher Friedhof

– 81 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches. In Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum Südwestfalen e. V.
10.05.2026, 15:00 Uhr, Unterer Eingang, Friedhof Hermelsbach, Hermelsbacher Weg 117, 57072 Siegen


In diesem Jahr jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 81. Mal. Es gibt immer weniger Menschen, die aus eigenem Erleben von den Entwicklungen zur Zeit des Faschismus und des Krieges erzählen können. Doch der Hermelsbacher Friedhof ist ein Geschichtsbuch in Steinen unserer Stadt. Hier finden sich Spuren wichtiger Personen und Ereignisse der Stadtgeschichte vor 1945, darunter auch schmerzhafte Kapitel wie die Ausbeutung der Zwangsarbeitenden, die Verfolgung der jüdischen Mitbürger*innen und die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe. Die Führung folgt den Spuren der jüdischen Gemeinde Siegen. Außerdem wird auf die Geschichte der Zwangsarbeiter im Siegerland sowie der Bombenopfer aus der Siegener Bevölkerung anhand einiger Schicksale eingegangen.
Durchführende: Weiterlesen

Digitale Transformation im Dienste der Erinnerungskultur:

Projekt FUSION der Universität Siegen präsentiert KI-Debattiertraining im
Aktiven Museum Südwestfalen

Techniktest im Aktiven Museum

Das Aktive Museum Südwestfalen, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) und das Projekt FUSION der Universität Siegen laden herzlich zur Finissage und zur Vorstellung eines zukunftsweisenden Gemeinschaftsprojekts ein. Am 29. April 2026 um 14:30 Uhr werden im Aktiven Museum die Ergebnisse einer Kooperation präsentiert, die historisches Gedenken mit modernster Technologie verbindet. Weiterlesen

VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein: Ganz besondere Gäste in Siegen Familienangehörige aus Polen, Kanada und Schottland besuchen erstmals das Grab ihres Vorfahren

Es ist ein sonniger Apriltag, als der 90-jährige Ryszard Ptaszyński aus der Stadt Leszno in Polen gemeinsam mit seiner Tochter, seinem Schwiegersohn und seinem Enkel auf dem Hermelsbacher Friedhof in Siegen steht. Zum ersten Mal besucht er das Grab seines Vaters AntoniPtaszyński (auf dem Grabstein als „Anton Ptascynski“ verzeichnet), der von den Nationalsozialisten aus Belgien zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurde und im Krankenhaus Bethesda in Freudenberg
verstarb. Weiterlesen

Bahnhof Siegen: Umplatzierung einer Gedenktafel

Gedenkort Siegener Bahnhof: Von der Deportation zur Erinnerung

Bereits 1988 markierte Klaus Dietermann (Gründer des Aktiven Museums Südwestfalen) gemeinsam mit dem Zeitzeugen Wilhelm Fries den Siegener Bahnhof als zentralen Gedenkort. Am 28. Februar 1943 verabschiedete sich Fries dort am Gleis 4 von den letzten deportierten Juden des Siegerlands, nachdem er beim Kofferpacken geholfen hatte – eine Hilfsbereitschaft, die ihm Gestapo-Verhöre einbrachte.

Die Geschichte der Gedenktafel
1989: Einweihung der ersten Tafel. Ein Fehler bezüglich des Zwangsarbeitslagers für Frauen aus „Mischehen“ (fälschlich Beddelhausen statt korrekt Bettenhausen bei Kassel) wurde später korrigiert.
2019: Aufgrund neuer Forschungsergebnisse fertigte die Firma Rudolph eine neue Edelstahltafel an. Die Übergabe erfolgte am 27. September durch Klaus Merklein, Traute Fries und Bürgermeister Steffen Mues.
Standort: Wegen eines störenden Müllbehälters wurde die Tafel kürzlich an die Rückseite des Stahlträgers versetzt.

Überregionaler Kontext Weiterlesen

Bad Laasphe: Lernorte der Erinnerung

Der freie Journalist Christoph Ruf berichtet in der E & W. Erziehung und Wissenschaft, 04/2026, (S. 35 – 37) über das Projekt „Gelber Stern“, das in der Alten Synagoge Bad Laasphe entwickelt wurde, um Viertklässlern die NS-Geschichte zu vermitteln. An dem Projekt beteiligen sich alle Grundschulen der Region. Der Start war für Mitte April geplant.

Lern- und Gedenkort „Hilfskrankenhaus Fludersbach“

Die Arbeitsgemeinschaft „Hilfskrankenhaus Fludersbach“, derzeit bestehend aus Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, hat ihren Konzeptentwurf für einen Lern- und Gedenkort an der Stelle des ehemaligen Hilfskrankenhaus für Zwangsarbeiter*innen in der Fludersbach in Siegen vorgelegt.

Als im Oktober des Jahres 2023 durch die hiesige Presse bekannt wurde, dass das ehemalige Kauflandgelände in der Fludersbach veräußert wurde und der darauf befindliche Supermarkt einem Neubau weichen sollte, haben sich sofort lokalhistorisch Interessierte zu Wort gemeldet. Sie wiesen darauf hin, dass das aktuelle Gebäude auf den Überresten des ehemaligen Hilfskrankenhauses für NS-Zwangsarbeiter*innen aus der Region errichtet wurde. Weiterlesen

Erndtebrück: Stilles Gedenken an die Opfer der Bombenagriffe

„Am 10. März 2026 jährt sich zum 81. Mal der Tag des schweren Bombenangriffes auf Erndtebrück, dem 86 Menschen zum Opfer fielen. Dieser Tag ist und bleibt für die Bürgerinnen und Bürger ein Gedenktag, ein Tag der Trauer um die Menschen, die ihr Leben verloren.

Zum Gedenken an die Opfer des 10. März 1945 sowie der beiden vorangegangenen Bombenangriffe am 16. Dezember 1944 und 22. Februar 1945, bei denen 6 bzw. 14 Menschen ums Leben kamen, findet am

Dienstag, den 10. März 2026, um 14:00 Uhr,

eine stille Kranzniederlegung durch den Bürgermeister auf dem Friedhof „Ederfeld“ statt.

Die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sind aufgerufen, an diesem stillen Gedenken teilzunehmen und durch ihre Anwesenheit die Mahnung und Hoffnung auszudrücken: Ein solcher Tag darf sich nicht wiederholen!“
Quelle: Gemeinde Erndtebrück, Aktuelle Mitteilung v. 3.3.26