„Notfalls schließen“

Ein Gastkommentar von Karl Heupel zu der Lage des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth

Sollte der Kreis Altenkirchen nicht nur monetär Arm zu sein, sondern auch in seinem historischen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den nachfolgenden Generationen? Wo können Kinder und Jugendliche die Arbeitswelt von früher besser kennen lernen als im Bergbaumuseum in Sassenroth. Außerschulisch lernen (was meistens mehr bringt), praktische Erfahrungen z.B. bei den Mineralexkursionen oder Thementagen sammeln und so ein Verständnis für die Vergangenheit aufbauen. Nachdem der Hüttenwäldchen – Stollen in Dermbach ums „Überleben“ kämpft, soll hier ein weiteres Kleinod der Industriegeschichte geschlossen werden? Danach schließt die Grube Bindweide? Und dann findet das kulturhistorische Lernen oberirdisch statt? Das ist unterirdisch! Wehret den Anfängen! Glück Auf.

Anm: Der Zeitungsbericht und der Kommentar fußen auf die Beschlussvorlage „Umsetzung der Maßnahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes des Landkreises Altenkirchen“ der Kulturellen Einrichtungen des Kreises Altenkirchen für den Kreisausschuss am 26.10.2020

Stellenausschreibung einer/eines Wissenschaftlichen-Pädagogischen Mitarbeiterin/Mitarbeiters für das Aktive Museum Südwestfalen

Das Aktive Museum Südwestfalen ist ein Dokumentations- und Lernort für regionale Zeitgeschichte am Platz der Synagoge in Siegen.

Zum 1.Januar 2021 ist beim Verein die Stelle einer/eines

Wissenschaftlichen-Pädagogischen Mitarbeiterin/Mitarbeiters

mit einem Umfang von 39 Arbeitsstunden wöchentlich zu besetzen.

Die Einstellung erfolgt unbefristet, sofern die externen Fördergelder beim Verein eingehen. Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein abgeschlossenes Studium im Fach Geschichte. Zu den Aufgaben zählen u. a.: Gruppenführungen, Erstellung von Halbjahresprogrammen, Konzeption von Wechselausstellungen, maßgebliche Beteiligung an der Neukonzeption der Dauerausstellung. Erfahrungen im Ausstellungsmetier wären wünschenswert.

Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen
senden Sie bitte bis zum 5. Dezember 2020 an:

Aktives Museum Südwestfalen e. V., Spandauer Straße 34, 57072 Siegen.
Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Startseite, 12.11.2020

Erinnerung an die Reichspogromnacht und die jüdischen Opfer der NS-Diktatur in Wittgenstein

Trotz Corona-Einschränkungen waren in Erndtebrück, Bad Berleburg und Bad Laasphe überall Jugendliche beteiligt

Im Beisein von Rainer Becker (links) vom örtlichen Christlich-Jüdischen Freundeskreis legte Bürgermeister Dirk Terlinden eine weiße Rose zur Erinnerung an den Stolpersteinen für die Familie Präger ab. Foto: Evangelischer Kirchenkreis Wittgenstein

„Auch wenn die Corona-Pandemie das Pogrom-Gedenken in diesem Jahr deutlich komplizierter als gewohnt machte, fanden in allen drei Wittgensteiner Kommunen am Montag Veranstaltungen statt, um hier vor Ort an die Vorgänge vor 82 Jahren am 9. November 1938 zu erinnern. Der Rahmen war durch die notwendigen Beschränkungen kleiner, aber den Anfang machte wie immer Erndtebrück. Grundschule und Realschule wechseln sich in der Gestaltung des Gedenkens ab, diesmal war die Realschule am Zug. Nicht im großen Klassenverband kamen die Jugendlichen an die Bergstraße zur Gedenktafel für die zehn jüdischen Erndtebrücker, die den Nazis zum Opfer fielen. Die Schüler der 10b hatten sich vorher für den Tag mit dem Thema „Erinnern“ beschäftigt. Nur Schulleiterin und Religionslehrerin Darjana Sorg und Schülersprecherin Julia Schmidt waren vor Ort, sie hatten ein Mobile mit unterschiedlichen Erinnerungs-Gedanken der Schüler und zehn Kerzen in Gläsern mit den Namen der Opfer dabei. Diese sind nun für kurze Zeit, wie es das Wetter zulässt, hier zu sehen, um Vorbeifahrende und Vorbeigehende auf den besonderen Tag hinzuweisen. Mit den Beiden waren Bürgermeister Henning Gronau und Pfarrerin Kerstin Grünert zum Gedenken an der Bergstraße. Die kleine Veranstaltung endete mit dem abgespielten israelischen Volkslied „Hevenu Shalom Alechem“, der Bitte um Frieden für alle. Weiterlesen

Heute vor 79 Jahren: Ermordung Walter Krämers

Quelle: ITS Arolsen, 1.1.5.3/KRAI KRANS/00127507/0005, Archivnummer 9999)

Zur Beantwortung von Recherchen zur Biographie Walter Krämers, der vor drei Jahren zur bedeutendsten Persönlichkeit des Kreises Siegen-Wittgenstein gewählt wurde, hat das Kreisarchiv bereits  einige Jahre eine Dokumentation zuvor erarbeitet, die ab heute als PDF eingesehen werden kann: WalterKrämer

Neue Informationen zur Gedenkstunde am „Platz der Synagoge“

„In Anbetracht der stark steigenden Infektionszahlen haben wir uns dazu entschieden auf eine große Präsenzveranstaltung, wie in der sonst üblichen Form, zu verzichten. Natürlich bedauern wir diesen Schritt zutiefst, aber Ihre und unsere Gesundheit ist uns sehr wichtig. Wir bitten Sie daher in diesem Jahr am Dienstag, 10.11.20, 16 Uhr nicht zum Platz der Synagoge zu kommen!

Natürlich werden wir auf keinen Fall auf das Gedenken verzichten und haben uns deshalb eine Alternative überlegt:

Wir werden die Gedenkstunde, mit wenigen Beteiligten, vor Ort halten und den Ablauf aufzeichnen. Das Ergebnis können Sie sich dann über einen Link auf unserer Homepage (www.cjz-siegen.de) und auch auf unserer Facebookseite (CJZ Siegen) anschauen.
Damit das Gedenken ein bisschen persönlicher werden kann, möchten wir Sie bitten (natürlich nur, wenn Sie möchten) im Laufe des Tages (am besten bis 16 Uhr), z.B. eine Rose auf dem Podest, wo normalerweise das Rednerpult steht, abzulegen. Weiterlesen

100. Geburtstag: Erinnerung an früheren Siegener Bürgermeister

Am 29. Mai 1984 fand eine Kabinettsitzung mit dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau in Siegen statt. Die Aufnahme zeigt (v.l.) den damaligen Siegener Stadtdirektor Hans Mohn, Ministerpräsident Johannes Rau und Bürgermeister Hans Reinhardt.

Am 4. November hätte Hans Reinhardt seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der gebürtige Siegener war lange Jahre sowohl als Landes- als auch als Kommunalpolitiker aktiv und von 1979 bis 1989 Bürgermeister der Stadt Siegen – sogar der erste, denn zuvor lautete die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“.

Insbesondere hat Reinhardt die Ausbildung von Menschen mit besonderem Förderungsbedarf vorangebracht und in Nordrhein-Westfalen deren Schulpflicht mit initiiert. Für sein Wirken wurde ihm 1982 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er starb am 29. Oktober 1998 in Siegen. Weiterlesen

Gedenkstunde am Platz der Synagoge in Siegen

Dienstag, 10.11., 16 Uhr, Obergraben 10, Siegen s. neue Informationen zur Veranstaltung

Ansprache: Mehmet Daimagüler
Kaddisch: Alon Sander
Schule: FCS Kaan-Marienborn
Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e. V.
Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e. V.
Das Mitbringen von Fahnen ist nicht erlaubt!
Anmeldefrei!

Video: Brasilien und Nassau –

Quellen zum Frühkolonialismus im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Das Hessische Hauptstaatsarchiv Wiesbaden verfügt über umfangreiches Material zum Brasilienaufenthalt des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen in den 1640er Jahren. Von 1637 bis 1644 amtierte er dort als Statthalter. In einem ein Video präsentiert ein Archivar des Hessischen Landesarchivs – ausgehend von einer Brasilienkarte aus dem Jahr 1643 – archivalische Quellen des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden zum Brasilienaufenthalt des Grafen bzw. zum Frühkolonialismus. Der berühmte Brief des Königs vom Kongo an Johann Moritz aus dem Jahr 1642 rückt auch die Problematik des Sklavenhandels in den Fokus.
Quelle: Hessisches Landesarchiv, Facebook-Eintrag vom 27.10.2020

s. dazu auf siwiarchiv: „Johann Moritz und sein „Zuckerhaus“ – Plädoyer für Blickerweiterungen“, und „Literaturhinweis: Evaldo Cabral de Mello: „Johann Moritz ​Fürst von Nassau-Siegen. Gouverneur des holländischen Brasiliens“

Niederländischer Generalkonsul in Freudenberg

Den Diplomaten Peter Schuurmann interessieren die geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen
Text und Bilder: Bernd Brandemann

Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen sind Nachbarn. Und sie verbindet nicht nur die räumliche Nähe, sondern vielfältige wirtschaftliche, kulturelle und geschichtliche Verbindungen. Um die konkreten historischen Beziehungen des Siegerlandes mit dem Haus Oranien-Nassau und den Niederlanden ging es jetzt beim Besuch des niederländischen Generalkonsuls Peter Schurrmann in Freudenberg. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein besuchte er die Evangelische Kirche oberhalb des Alten Fleckens. Diese, wie auch die Hilchenbacher Ginsburg, erfährt für ihre Sanierung eine Förderung durch die Kulturstaatsministerin im Bundeskanzleramt (Denkmalschutz-Sonderprogramm).

Vor der Kirche empfing Pastor Thomas Ijewski in perfektem Niederländisch seine Gäste. Bernd Brandemann verweis in einem kurzen Vortrag auf die geschichtlichen Zusammenhänge: Der Freudenberger Kirchturm ist das letzte bauliche Überbleibsel des ehemaligen Freudenberger Schlosses, dessen Reste auch dem Stadtbrand von 1666 zum Opfer fielen. In jenem Schloss hatten sich vom 2. Bis 4. April 1568 Wilhelm von Oranien nach seiner Flucht aus den Niederlanden mit seinen Brüdern Johann, Ludwig und Adolf sowie 40 Bediensteten getroffen und hier in einer Geheimkonferenz mit einer Delegation der Edlen von Gelderland die militärische Unterstützung im Kampf gegen Spanien zugesagt. Weiterlesen