Bilder des LYZ 15 – Aus den Beständen des Aktiven Museums Südwestfalen

Inge Frank (vordere Reihe 3. v.l. [mit Handtasche]) im Winter 1937/Frühjahr 1938 (?) mit ihren Klassenkameradinnen am Staatlichen Mädchengymnasium, Quelle: Archiv Aktives Museum Südwestfalen


” … Die Lage der jüdischinnen Schülerinnen am Lyzeum verschlechterte sich im Laufe der Jahre zusehends. In einem Artikel in der Siegerländer National-Zeitung wurde über eine eigene jüdische Schule spekuliert. Hintergrund dafür war eine Schulreform auf rassischer Grundlage. Die Ausführungen des nationalsozialistischen Erzeihungsministers waren eindeutig:
“Der rassefremde Schüler bildet daher in der Klassengemeinschaft der arischen Schüler und Lehrer einen Fremdkörper, der sich als außerordentliches Hindernis im deutschbewußten nationalsozialistischen Unterricht bemerkbar macht. Derartige Zustände sind für die Durchführung eines ordnungsgemäßen Unterrichts unhaltbar.”
Der Erlass sah vor, dass für Juden eine eigene Schule einzurichten sei, wenn die Mindestzahl von 20 Schülern erreicht werde. Da dies in Siegen und Umgebung nicht der Fall war, durften jüdische Kinder weiter am Unterricht teilnehmen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde der Schulbesuch verboten. ….” (Quelle: Gerhardus, Tobias: “Die zeitgemäße Ausbildung des weiblichen Geschlechts” Zur Geschichte des Siegener Mädchengymnasiums, Siegen 2015, S. 103 – 104)

Biographische Informationen zu Inge Frank finden sich im Aktiven Gedenkbuch.
Weitere LYZ-Bilder

“Siegens wilde Mädchen – Eine Revue”. 50 Jahre Schülerinnenstreik im Lÿz(eum)

Freitag | 25.10.19 | 20 Uhr, Siegen, Lÿz

“1969 tat sich in Siegen Unglaubliches: Es begann am 21. Oktober und wurde eine Woche, die Geschichte schrieb, es in die großen Medien schaffte und die Meinungen spaltete. Im Lÿz(eum) startete der erste deutsche Schülerinnenstreik: Die Oberprimanerinnen und ihre Unterstützer lehnten sich gegen ein reaktionäres Gymnasium und die Direktorin Erfurt auf. Unterrichtsinhalte und Methoden wurden infrage gestellt. Das Herumforschen im Privatleben von Schülerinnen und der Schulverweis einer schwangeren Schülerin heizten den Unmut an: Streik, Randale, Protestzüge, Polizeieinsatz und eine Woche kein Unterricht. Der Geist der 68er Proteste schwappte mitten ins Mädchengymnasium!

Eine unterhaltsame Show mit Spielszenen, Musik der 60er und 70er, mit Bildern und Zeitzeugen lässt die Ereignisse rund um den 25. Oktober wiederaufleben. Es treten auf: Der ‘schöne‘ Studienrat, die Schülersprecherin, die Verwiesene, die Direktorin und natürlich die Schülerinnen. Konzept und Moderation: Cornelia Sauer und Wolfgang Suttner”

VVK: 12,- € / AK: 14,- € / erm.: 10,- € /
Quelle: Lÿz, Programm

Wo im oberen Siegtal ist das? Wer ist zu erkennen?

Für die am vergangenen Sonntag im Heimatmuseum Netpherland eröffnete Ausstellung “Das Postwesen im Netpherland” wurde auch das beigefügte Foto vom April 1961 ausgesucht. Es stammt von der Familie des verstorbenen Postzustellers Werner Kleikamp. Dieser war vom Postamt Deuz aus für die Landzustellung in Nenkersdorf und Walpersdorf zuständig. Auch der Lahnhof gehörte zu seinem Zustellbezirk, in dem er mit dem Postfahrrad unterwegs war. Jetzt ist die Frage aufgetaucht, wo im oberen Siegtal das Foto entstanden ist und ob außer dem Postboten noch jemand auf dem Foto identifiziert werden kann.

Text: Wilfried Lerchstein

7. „Lechtstonn“ im 4Fachwerk-Museum

Am 24. Oktober 2019 geht es um Flecker Spitznamen

Spitznamen beschreiben oft in lustiger Weise die Charaktereigenschaft eines Mitmenschen. Da Spitznamen ganz bewusst vergeben werden, sind Wesenszüge, typische Verhaltensweisen oder Äußerlichkeiten zumeist kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Oft sorgen die zugegebenen Namen, die bestimmte Eigenschaften beschreiben, für Erheiterung, gelten also als harmlos.
Daneben können Spitznamen ebenso auf wenig schmeichelhafte Charaktere hinweisen, Vorurteile befördern oder auch ausgrenzen.

Eine weitere Form von Spitznamen stellen Hausnamen dar, die Bezug auf eine spezifische Wohnstätte nehmen und so eine Unterscheidung für Mitbewohner mit gleichem Nachnamen sorgen. In Freudenberg dürften die vielen „Siebels“ oder „Schneiders“ dafür Paradebeispiele sein: Die Familien konnten nur mit Namensergänzungen auseinandergehalten werden.
Bei der „7. Lechtstonn“ geht es insbesondere um die Spitznamen, die gerade jene „Flecker“ beschreiben, mit denen heitere Begebenheiten verbunden sind. Dieter Siebel, unterstützt von „Sachkundigen“, hat die Namen und Geschichten gesammelt, um sie als „Verzährlcher vom Rollsack on vom Botzenfrerrer“ zum Besten zu geben.

Der 4Fachwerk-Verein lädt also zur nächsten „Lechtstonn“ ein für
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 17:30 Uhr, Mittelstraße 4-6.
Eintritt 3 Euro.

Die „Lechtstonn“, die Zeit nach der getanen Arbeit, wurde im Flecken gerne genutzt, um sich zu treffen, über Neuigkeiten auszutauschen und Geschichten zu erzählen. Diese Tradition greift das Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum mit seiner Veranstaltungsreihe auf.

Literaturhinweis: Chr. Hausknecht / M. Heinz (Hrsg.): 675 Jahre Frohnhausen. Ein Lesebuch zum Jubiläum [2019]


Frohnhausen feiert im Jahr 2019 das 675-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Im Bickener Mannbuch von 1344 wird es zusammen mit zahlreichen weiteren Dörfern erstmals urkundlich genannt, doch bereits lange zuvor haben Menschen hier gesiedelt.

Die erste Hofstätte wird bereits um ca. 900 n. Chr. gegründet worden sein. Die alten Höfe waren bis ins frühe 19. Jahrhundert teils zu den Grafen von Nassau, teils zum Kloster Stift Keppel abgabenpflichtig. Das kleine Dorf hatte noch 1940 nur 27 Häuser. Lange Zeit haben die Menschen in Frohnhausen von der Landwirtschaft und vor allem vom Wald gelebt. Köhlerei und Lohe haben das notwendige Geld ins Dorf gebracht. Bergbau ist ebenfalls versucht worden. Das soziale Leben ist lange durch die Trennung der Konfessionen beeinflusst worden. Zu ersten Vereinsgründungen kam es ab 1969. Seit dieser Zeit wächst auch die Zahl der Häuser und der Bewohner, sowohl von innen wie auch von außen. Die nahe Hochschule, die mobile Gesellschaft und die Bevölkerungswanderungen haben Frohnhausen zu einem beliebten Pendlerwohnort in reizvoller Landschaft werden lassen.
In vielen, reich bebilderten Beiträgen wird die Geschichte und Gegenwart von Frohnhausen erfahrbar. Bekanntes, Vergessenes, Unterhaltsames und Nachdenkliches lassen den Charakter des Dorfes und seiner Menschen lebendig werden.”

Christian Hausknecht, Manfred Heinz (Hrsg.)
675 Jahre Frohnhausen. Ein Lesebuch zum Jubiläum
Siegen: universi 2019, 193 S., Din A4, farbig
ISBN 978-3-96182-048-1
Preis: 19,50 Euro

Quelle: Universitätsverlag Siegen, Publikationen

Richtfest für Schutzbau an der Fundstätte Gerhardsseifen

Zum Richtfest am neuen Schutz- und Präsentationsbau an der Fundstätte “Gerhardsseifen” trafen sich gestern Unterstützer, Förderer und Sponsoren des Projekts. (Foto: Stadt Siegen)


Die Arbeiten am Schutz- und Präsentationsbau für die keltenzeitliche Fundstätte Gerhardsseifen in Niederschelden kommen sehr gut voran. Nach nur vier Monaten Bauzeit wurde gestern an der Ausgrabungsstätte Richtfest begangen.
Im Dreiborntal in Niederschelden begrüßte Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, in Vertretung für Bürgermeister Steffen Mues bei einem Pressetermin zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Politik und der Heimatvereine sowie Sponsoren und Unterstützer des Projekts.
Auch Landrat Andreas Müller, Landrat Peter Enders aus dem Nachbarkreis Altenkirchen und Bürgermeister Maik Köhler (Verbandsgemeinde Kirchen) überbrachten Grüße an die Gäste. Vom Vorstand der NRW-Stiftung, die die Bewahrung der Fundstätte aus der Keltenzeit mit 150.000 Euro gefördert hat, war der frühere Staatssekretär Karl-Peter Brendel vor Ort. Weiterlesen

Sonderausgabe der Siegener Zeitung zum 50jährigen Jubiläum der Gemeinde Wilnsdorf


Anlässlich des kommunalen Geburtstags haben die Gemeinde Wilnsdorf und die Siegener Zeitung eine Jubiläumsausgabe der Tageszeitung herausgegeben, die sich 50 Jahren Gemeinde Wilnsdorf widmet.
Für den Rückblick haben sich die Zeitungsmacher durch das Archiv der Siegener Zeitung gearbeitet und authentische Berichte und Fotos aus den vergangenen fünf Jahrzehnten zusammengetragen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wurde versucht, die Highlights aus der Geschichte der Großgemeinde Wilnsdorf zu portraitieren. Entstanden sind 16 Seiten, die einen bunten und spannenden Bogen schlagen von der kommunalen Neugliederung 1969 bis zum Festwochenende im Juni 2019.
Die Zeitungsartikel sind ergänzt um Zeitleisten, die besondere Ereignisse in Erinnerung rufen, und um Interviews mit den drei Bürgermeistern der Gemeinde Wilnsdorf: Karl Schmidt, Werner Büdenbender und Christa Schuppler. Beim Layout der Sonderausgabe haben sich die Zeitungsmacher an die jeweiligen (historischen) Erscheinungsbilder der Heimatzeitung angelehnt.
Die Jubiläumsausgabe kann zum Preis von 2 Euro im Wilnsdorfer Rathaus erworben werden: an der Infotheke im Foyer oder in der Pressestelle (1. OG, Zimmer 45).
Quellen Gemeinde Wilsndorf, Aktuelles, 7.10.2019

Wanderung: “Die Geisterburg der Germanen”

So. 20.10.2019, 14:00 Uhr – 17:00 Uhr
“Forsthaus Röspe”, Erndtebrück-Röspe.

“Wenn der Sturm braust und der Uhu schreit, zieht der wilde Jäger über den Hermeskopf – dort befindet sich die Geisterburg der Germanen!” Wir wollen auf abenteuerlicher Wanderung entlang alter Grenzsteine den höchsten Punkt des Siegerlandes erreichen. Durch das Schwarzbachtal geht diese außergewöhnliche Tour zum Ausgangspunkt zurück.

Kosten: 5,00 €
Leitung: Wolfgang Lückert
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm

Fürstengruft im Unteren Schloss wird zum “musealen Ort”

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW überlässt der Stadt Siegen die Fürstengruft im Unteren Schloss für öffentliche und touristische Zwecke.

v. l.n.r.: Astrid Schneider, Leiterin der städtischen Kulturabteilung, Stadtrat Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, Helmut Heitkamp, Niederlassungsleiter des BLB NRW Dortmund und Markus Walk, Objektmanager des BLB NRW Dortmund, Foto: Jörg Fallmeier, BLB

Am Mittwoch, 9. Oktober 2019, unterzeichneten Stadtrat Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, und Helmut Heitkamp, Leiter der zuständigen Dortmunder Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW), einen entsprechenden Nutzungsvertrag.

Helmut Heitkamp freut sich: „Sehr gerne unterstützen wir als Eigentümer der Fürstengruft das Ziel, die Ruhestätte als Teil der Stadtgeschichte für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher und die Grabstätte zu einem musealen Ort zu machen.“

Mit der Vertragsunterzeichnung wurden die notwendigen vertraglichen Regelungen zwischen der Stadt Siegen und dem BLB NRW getroffen, um zunächst mit der Sanierung des Denkmals beginnen zu können – Voraussetzung für die künftige museale Nutzung.

Die Grabstätte von Fürst Johann Moritz (1604 – 1697), einer herausragenden Persönlichkeit der nassauischen Dynastie, ist Teil des Unteren Schlosses, das sich im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen befindet. Nach der Unterschrift bedankte sich Stadtrat Arne Fries für die Aufgeschlossenheit und die gute Kooperation mit dem BLB NRW im Vorfeld: „Wir wissen das Vertrauen sehr zu schätzen, uns als Stadt Siegen dieses kulturhistorische Denkmal zur Nutzung zu überlassen.“

Sanierung beginnt im Frühjahr 2020
Mit der Sanierung der Gruft soll im Frühjahr 2020 begonnen werden, die Kosten werden mit rund 150.000 Euro kalkuliert. Der BLB hat sich bereit erklärt, einen Anteil zu übernehmen. Die Priorität liegt auf der Sanierung von Wand- und Gewölbeflächen. Weiterlesen