Das Heft 1-2023 unserer Fachzeitschrift (76. Jahrgang) ist online. Verbunden mit dieser Ausgabe ist eine Namensänderung. Ab sofort erscheint die Zeitschrift mit dem neuen Titel „ARCHIV. theorie & praxis“.
Im Schwerpunkthema greift Heft 1/2023 „Archivische Fachverfahren als Aspekt moderner Archivarbeit“ auf. Beiträge widmen sich unter anderem der „Überlieferungsbildung als Fachverfahren – Herausforderungen im Archivischen Vorfeld“, dem „Fachverfahren BASIS-Web im Justizvollzug“ und der „Übernahme von Informationen aus Fachverfahren in das Bundesarchiv“.
Quelle: VdA, Aktuelles, 28.2.2023
Schlagwort-Archive: Digitale Langzeitarchivierung
DA NRW: Selbstevaluation mittels NDSA Levels of Digital Preservation

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie in den Veröffentlichungen zum DA NRW unter https://www.danrw.de/service/veroeffentlichungen
Quelle: DA NRW, Pressemitteilung, 7.2.2023
DA NRW: 100 Terabyte eingeliefert
Im November 2022 wurde mit der Langzeitarchivierung von 100 Terabyte an Daten aus dem Digitalen Kulturerbe NRW ein markanter Meilenstein im Digitalen Archiv NRW (DA NRW) erreicht. Als Softwarelösung für die Langzeitarchivierung kommt dabei die DA NRW SoftwareSuite (DNS) aus dem Lösungsverbund des DANRW zum Einsatz. Neben einer Formatvalidierung und gesicherte Speicherung auf drei geografisch verteilte Archivknoten, sorgt die DNS Lösung auch für die über die Jahre hinweg notwendigen Formatkonvertierung der eingelieferten Daten und stellt somit auch den Zugriff auf die Inhalte für die kommenden Generationen sicher. (www.danrw.de)
100 Terabyte entsprechen – um diese abstrakte Größe etwas greifbarer zu machen – etwa 25 Millionen Fotos, oder ca. 650 Millionen Dokumentenseiten oder 130000 prall gefüllten Aktenschränken. Weiterlesen
Website der Landesinitiative Langzeitverfügbarkeit – LZV.nrw – online
Hier finden Sie umfangreiche Informationen zur digitalen Langzeitverfügbarkeit sowie zu den Angeboten und Zielen von LZV.nrw. Die Landesinitiative Langzeitverfügbarkeit arbeitet seit ihrem Start im September 2021 an einem umfangreichen LZV-Angebot für die NRW-Hochschulen und ihre Bibliotheken. Dieses Angebot stellt sie Ihnen auf ihrer Website vor – von einer Einführung in das Thema digitale Langzeitverfügbarkeit bis
hin zu den am Bedarf der Hochschulen und Hochschulbibliotheken NRWs ausgerichteten LZVServices der Landesinitiative LZV.nrw.
Daran anknüpfend sind umfangreiche Informationen zur Umsetzung der digitalen Langzeitverfügbarkeit zusammengestellt. Neben der Vermittlung von LZV-Wissen und dem Support in Fragen der praktischen Anwendung möchte die Landesinitiative Langzeitverfügbarkeit aktiv die LZV-Anliegen der NRW-Hochschullandschaft aufnehmen und deren Realisierung vorantreiben. Ein wichtiger Aspekt für die Zukunft ist die Vernetzung der mit LZV.nrw kooperierenden Hochschulen sowie die Schaffung einer gemeinsamen Wissensplattform zum Thema LZV.
Die Landesinitiative Langzeitverfügbarkeit steht als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Alle Informationen und den Kontakt zum LZV-ServiceTeam finden Sie unter:
https://www.lzv.nrw
Heft 97 der „Archivpflege in Westfalen-Lippe“ ist online
Die nächste Ausgabe der „Archivpflege in Westfalen-Lippe“ Heft 97 (2022) ist erschienen und steht online zur Verfügung.
Themen in diesem Heft
- Schwerpunktthema: 73. Westfälischer Archivatg
- „Verschickungskinder als Archivnutzende“
- Webseitenarchivierung im Test
Online: „Archivpflege in Westfalen-Lippe“ 96 (2022)
Die Ausgabe Heft 96 (2022) der „Archivpflege in Westfalen-Lippe“ ist erschienen und steht online zur Verfügung.
Themen in diesem Heft:
- Schwerpunktthema: 20. Deutsch-Niederländisches Archivsymposium
- Tagungsbericht BKK-Seminar (2021)
- Handreichung zur Bewertung von Unterlagen der kommunalen Ordnungsverwaltung
Online: Handreichung des DA NRW AV-Medien Workshops
Zur Lage der Hochschularchive in NRW
Ein Gastbeitrag von Dr. Hendrik Friggemann, Leiter des Universitätsarchivs Duisburg-Essen & Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Hochschularchive in Nordrhein-Westfalen
Mit insgesamt 68 Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, staatlichen Kunst- und Musikhochschulen, privaten, kirchlichen und Verwaltungshochschulen besitzt das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) eine vielfältige Hochschullandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Diese Überlieferung ist nicht allein Spiegel für das enge Feld der Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte, sondern auch Beleg für die großen gesellschaftspolitischen Entwicklungen des Bundeslandes.
Für die dauerhafte Sicherung und Nutzbarmachung dieses Erbes sind die Universitäten und Fachhochschulen des Landes auf Grundlage des Archivgesetzes NRW selbst in der Verantwortung – unschwer vorstellbar also, dass sich sehr unterschiedliche Lagen hinsichtlich der Wahrnehmung des Archivierungsauftrags ergeben In diesem Beitrag möchte ich die aktuellen Herausforderungen, Risiken und Gefahren, aber auch die Chancen für das Hochschularchivwesen in NRW skizzieren.
Die Lage zur Sicherung des kulturellen Erbes an den Hochschulen
Grob einordnen lassen sich die heute existierenden 14 Universitäten und 16 Fachhochschulen in NRW mit eigenverantwortlichem Archivierungsauftrag hinsichtlich ihrer zeitlichen Entstehung in folgende Gruppen [1]:
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- die verhältnismäßig kleine Gruppe der „alten“ Universitäten, die vor 1945 errichtet wurden. Hierzu zählen die RWTH Aachen (gegr. 1870), die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (gegr. 1818), die Universität zu Köln mit ihren Wurzeln im Mittelalter und der Neugründung 1919 sowie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (gegr. 1780).
- die in den 1960er Jahren errichteten Universitäten. Hintergrund für die Neugründungen in diesem Zeitraum an den Standorten Bielefeld, Bochum, Düsseldorf und Dortmund waren der Sputnikschock von 1957, die Erkenntnis in der Politik, dass die seit Jahren steigende Zahl von Studierenden keine Ausnahme, sondern die Regel bilden würde, die Kohlekrise Ende der 1950er Jahre sowie die 1964 von Georg Picht ausgelöste Diskussion um die „deutsche Bildungskatastrophe“.
- gesondert ist außerdem die Deutsche Sporthochschule zu nennen, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Berlin ansässig war, 1947 in Köln neu gegründet und 1970 in den Rang einer wissenschaftlichen Hochschule erhoben wurde.
- die im Zuge der Bildungsreform zu Beginn der 1970er Jahre gegründeten Hochschulen neuen Typs. 1971 wurde zunächst die stark ausdifferenzierte Fachschullandschaft in Nordrhein-Westfalen (v.a. staatliche Ingenieurschulen, Werkkunstschulen) in die über das ganze Bundesland verteilten 15 neuerrichteten Fachhochschulen überführt. Nur ein Jahr später folgte die Gründung der für NRW typischen Gesamthochschulen an den Standorten Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal, 1974 ergänzt um die Fernuniversität Hagen. Diese Einrichtungen wurden 2003 – unter Fusion der beiden Hochschulen in Duisburg und Essen – in Universitäten umgewidmet.
Unterzeichnung der Vereinbarung über die Zusammenarbeit im DA NRW
„Das Land NRW, vertreten durch das MKW NRW, und der KDN Dachverband kommunaler IT-Dienstleister haben die seit 2015 geltende Vereinbarung über die „Zusammenarbeit im Digitalen Archiv Nordrhein-Westfalen (DA NRW)“ aktualisiert und bis 2024 unterzeichnet. Damit bestehen die vertraglichen Rahmenbedingungen für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit aller Akteure auf kommunaler und Landesebene fort, um die Entwicklung des DA NRW weiterhin gemeinsam zielgereichtet voranzutreiben.
Mit der Unterzeichnung wurde, dank der Nachdefinition von Prozessen und Finanzierungspositionen auf Basis von Erfahrungswerten der vorangegangenen Finanzierungsphase, also erneut eine verlässliche Grundlage für alle geschaffen, bei der die Preise stabil bleiben.“
Quelle: DA NRW, Aktuelles, 13.12.2021
Langzeitarchivierung analoger und digitaler Filmmaterialien im Bundesarchiv
Unesco-Welttag des audiovisuellen Erbes am 27.10.2021

Aus dem Archiv der Deutschen Wochenschau GmbH
Quelle: Neue Deutsche Wochenschau Nr. 153/1952, unveröffentlichte Aufnahmen. Bundesarchiv, Bestand Film, B-93907
Mit seinem umfangreichen Filmbestand und in seiner Funktion als nationales Filmarchiv leistet das Bundesarchiv einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des nationalen audiovisuellen Erbes.
Durch eine an archivfachlichen Kriterien ausgerichtete Überlieferungsbildung, die Erschließung und digitale Sicherung des Filmbestands werden Langzeitsicherung und Zugang zu den im Bundesarchiv überlieferten Filmen gewährleistet. Erschließungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der Zeit des Nationalsozialismus und in der amtlichen Überlieferung ab 1945.
Die digitale Sicherung erfolgt sowohl intern mit hauseigenen Hochleistungsscannern als auch extern mit hochspezialisierten Firmen. Zudem beteiligt sich das Bundesarchiv am Förderprogramm zur Sicherung des Nationalen Filmerbes (FFE).
Die Überlieferungen werden ergänzt durch die depositarische Hinterlegung von analogen und digitalen Filmmaterialien. Ein Angebot, welches sowohl von Privatpersonen, wissenschaftlichen Institutionen als auch Filmproduktionen wahrgenommen wird. Gemäß seines gesetzlichen Auftrages nach Filmförderungsgesetz werden Belegexemplare der geförderten Filme durch das Bundesarchiv übernommen. Im Digitalen Magazin wurden im Jahr 2020 digitale Filmformate wie DCDM oder DCP von insgesamt mehr als 6.000 Filmtiteln für die Langzeitarchivierung gesichert. Die Gesamtgröße der Speicherkapazitäten aller derzeit gesicherter Filmexemplare beträgt ca. 8.600 Terabyte.
Das Bundesarchiv hat den Übergang in die digitale Sicherung des nationalen Filmerbes erfolgreich gemeistert.
Quelle: Bundesarchiv, Öffentlichkeitsarbeit, 26.10.2021