“Notararchiv” der Gerichte im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm in Siegen eingerichtet

Seit 2016 liefern die 77 Gerichte des Hammer OLG-Bezirks Notariatsakten in Siegen an. Abgeliefert wurden bzw. werden noch Akten, die bis zum 31.12.2015 , bei den Gerichten aufbewahrt wurden. 67 Gerichte haben bereits ihre Notariatsurkunden eingelagert. Auf 2.000qm können 16.000 laufende Akten untergebracht werden. Die derzeit älteste Urkunde aus dem Jahr 1844 stammt aus dem Amtsgerichtsbezirk Rheine.

” …. Bei der Suche nach einzelnen Dokumenten sei durchaus “Detektivarbeit” erforderlich, verraten die beiden Archivarinnen, die als Seiteneinsteigerinnen, die schier endlose Menge an Rechtspapieren verwalten. Über 100 Anfragen pro Woche erreichen das Archiv. ….”

Entrauchungsanlage, Luftentfeuchter und eine Monitoring nach Papierfischchen sind technische Maßnahmen zu Schutz des Registraturgutes.

Quelle: Siegener Zeitung, 10.1.2020 (print)

Film “Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft”

24.1.2020, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum


»Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft« ist ein 1971 aufwendig produzierter Farbfilm über das Siegerland. Unter der Regie des bekannten Autors und NDR Mitarbeiters Peter Schier-Gribowsky ließen die Filmemacher kaum eine Gemeinde der Region aus. Neben einem spannenden Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt lassen insbesondere die Landschafts-, Stadt-und Dorfansichten, aber auch die Mode und Fahrzeuge den eigentümlichen Charme der 70er Jahre wieder lebendig werden. Weiterlesen

Virtuelle Heimatsammlungen in NRW

Ein Projekt der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 2019 bis 2021. Objekte der ostdeutschen Heimatstube Neunkirchen wurden digitalisiert.

Besondere Stätten der Erinnerungskultur der Vertriebenen waren und sind die in den Nachkriegsjahren aufgebauten und eingerichteten kleineren und größeren ostdeutschen Heimatsammlungen und Heimatstuben. In ihnen wurde das, was man aus der alten Heimat an materiellen Kulturgütern gerettet und mitgebracht hatte, gesammelt und ausgestellt, wurde die Heimat auf diese Weise vergegenwärtigt. Dabei waren und sind die Heimatsammlungen und -stuben weit mehr die Summe ihrer einzelnen Exponate und Archivalien: Sie spiegeln mit kulturhistorisch bedeutenden Gegenständen und mehr noch mit den vorgestellten Alltagsgegenständen das Leben, die Geschichte, die Mentalität einer Region, Stadt oder Gemeinde wider – und darüber hinaus zeugen sie von der Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft. Weiterlesen

Film: “Freudenberg – Der 500-jährige Flecken”

17.1.2020, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

“Freudenberg im Jahr 1956. Das 500-jährige Bestehen der Stadt und ihrer Stadtrechte soll groß gefeiert werden. Dazu haben sich die Freudenberger etwas besonderes einfallen lassen. Eine ganze Woche lang wollen sie die Stadtwerdung Freudenbergs begehen. Und das mit möglichst vielen Gästen aus nah und fern. Die Freudenberger Rudolf Alt und Adolf Schürmann hatten schon damals die großartige Idee, die Vorbereitungen, das Großereignis selbst, aber auch die Lebens- und Arbeitswelt der 50er Jahre in Freudenberg anlässlich des Jubiläums im Film festzuhalten. In dem seinerzeit professionellen 16mm Filmformat bannten Alt und Schürmann das Großereignis auf Film und belichteten unzählige Kilometer an Material. Heraus kam dabei ein nahezu professioneller gut 90-minütiger Dokumentarfilm. Der 500-jährige Flecken zeigt dabei deutlich mehr als das reine Festgeschehen. Der Film sollte aus zwei Teilen bestehen. Weiterlesen

„Ein gar feiner, gelehrter und gottesfürchtiger Mann“

Stadtarchiv Siegen erinnert an das 400. Todesjahr des Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620)

DE VERITATE RELIGIONIS des französischen Staatsmanns Philippe de Mornay von 1597. Die Titelseite weist Siegen (Sigenae) in der Grafschaft Nassau als Druck- und Verlagsort aus. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivalien aus den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe wird anlässlich des 400. Todesjahres des akademischen Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620) neben der Person an die Bedeutung und Verbreitung des „gedruckten Wortes“ vor knapp vier Jahrhunderten in der Grafschaft Nassau erinnert.

Zweimal wurde die 1584 von Graf Johann VI. „dem Älteren“ zu Nassau (1536-1606) gegründete Hohe Schule von Herborn nach Siegen verlegt. Die universitätsähnliche „Academia Nassauensis“ mit ihren vier Fakultäten und angeschlossenem Pädagogium ließ sich von 1594 bis 1599 und nochmals von 1606 bis 1609 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Siegener Franziskanerklosters nieder. Dadurch wurde die universitäre Tradition Siegens begründet. Den ersten Umzug nach Siegen machte auch Christoph Corvin mit. Seine Ende des 16. Jahrhunderts in Siegen hergestellten Bücher auch internationaler Gelehrter dienten der literarischen Versorgung von Hochschulprofessoren und Studierenden. „Das Gewerbe Corvins war ein Gewinn für die Stadt Siegen mit einer Blütezeit des Bildungs- und Verlagswesens“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Die vorübergehend in Siegen untergebrachte „Universa Schola Nassovia Sigenensis“ („Hohe Schule Nassaus in Siegen“) mit dem Staatsrechtler und Juristen Johannes Althusius an ihrer Spitze sorgte für einen pulsierenden akademischen Betrieb innerhalb der Stadtmauern. In der Bildungsstätte wurden die von reformierten Theologen und Philosophen angestoßenen Bildungsreformen konsequent weitergeführt. Weiterlesen

Uni Siegen zu Besuch im Stadtarchiv Hilchenbach


Am vergangenen Mittwoch besuchte Dr. Thomas Bartolosch von der Universität Siegen mit 18 Studierenden seines Seminars „Außerschulische Lernorte“ das Stadtarchiv Hilchenbach. Die angehenden Sachkundelehrerinnen und -lehrer für Grundschulen lernen vor Ort einerseits das Archiv als geschichtsbewahrende und rechtssichernde Institution kennen, andererseits regt es sie zu Überlegungen an, wie Grundschüler Geschichte jenseits von Museen erleben können.

Dr. Bartolosch betonte in seinem Vortrag, dass die Erfahrbarkeit der Dimensionen von Raum und Zeit im Sachunterricht der dritten und vierten Klasse eine zentrale Rolle spielen. Der Dozent erklärte, wie man mit Schülern praktisch und projektbezogen im Stadtarchiv Hilchenbach arbeiten könne, „Indem man zum Beispiel das Stadtbild, Straßenzüge oder historische Gebäude auf Abbildungen des Archivs mit dem heutigen Zustand vergleicht. Die Schülerinnen und Schüler suchen den Standpunkt des Fotografen historischer Fotos und Ansichtskarten und machen dort dann selbst ein Foto mit ihrem Handy, woraus sich anschließend eine kleine schulinterne Ausstellung machen ließe.“ Dr. Bartolosch hob hervor, dass er schon seit zwanzig Jahren sehr gerne mit Studierenden das Stadtarchiv Hilchenbach besucht: „Die Stadt Hilchenbach bietet mit der Wilhelmsburg, mit dem Archiv, der Bücherei und dem Museum ein außergewöhnlich gutes kulturelles Angebot.“ Weiterlesen