Sanierungsarbeiten an der Martini-Kirche Siegen haben begonnen

Seit einer Woche arbeitet die Firma ‚Denkmalplan’ aus Körner im ersten Bauabschnitt an der Sanierung der Martini-Kirche Siegen, nachdem die Firma Feldmann aus Lennestadt das Gerüst gestellt hat.

Die Vorarbeiten und Vorbereitungen waren immens: ein aufwändiges Ausschreibungsverfahren, das mit Hilfe unseres hervorragend und sehr sorgfältig arbeitenden Architektenbüros Sonntag (Siegen) und eines hinzugezogenen Fachanwaltes durchgeführt wurde, die Absprachen mit der Stadt Siegen (Grünflächenamt, Straßenbauamt…) und mit der Universität Siegen, was die Absicherung der Außenanlage der Martini-Kirche angeht.
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Die Sanierungsarbeiten an der Kirche wurden …. nötig, weil sich sowohl sicherheitstechnische Probleme durch die an vielen Stellen marode Bruchsteinfassade ergeben hatten, als auch Wassereinschläge zu beobachten waren, die sich langsam in den Kirchenraum vorarbeiten.

Die Martini-Kirchengemeinde hat daraufhin ein Gutachten in Auftrag gegeben, Anträge bei Bund und Land, sowie beim Kirchenkreis Siegen gestellt, um die Finanzierung dieser Sanierung zu ermöglichen. Die Kosten belaufen sich laut des Gutachtens auf 800.000 €. Beim Anlegen einer Probefläche ist deutlich geworden, dass wir auch Überraschungen erleben können, die die Kosten ggf. noch einmal in die Höhe treiben werden, sodass wir mittlerweile mit gut einer Million € rechnen…..“
Quelle: Evangelische Martini-Kirchengemeinde, Siegen, Homepage
s. a. Martinikirche in Siegen …. Fördermittel des Bundes

„Der Vergangenheit eine Zukunft geben“

Erzbischof Hans-Josef Becker beim 4. Tag der Pfarrarchive in Warstein-Belecke

V. l.: Michael Streit, zuständig für die Pfarrarchivpflege im Diözesanarchiv des Erzbistums Paderborn, Erzbischof Hans-Josef Becker und Diözesanarchivar Dr. Arnold Otto. Foto: Ingrid Schmallenberg


„Danke für Ihren Spürsinn und Ihre Motivation im Sinne der Spurensuche und des Archivwesens!“ Mit anerkennenden Worten hieß Erzbischof Hans-Josef Becker die Archivpflegerinnen und -pfleger des Erzbistums Paderborn am vierten Tag der Pfarrarchive in seiner Heimatgemeinde Belecke willkommen. 69 von insgesamt 100 Ehrenamtlichen waren der Einladung von Diözesanarchivar Dr. Arnold Otto zur gemeinsamen Tagung gefolgt. Sie nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, ließen sich von den „Kollegen“ durch das Belecker Pfarrarchiv führen und bewunderten in der Schatzkammer des Propsteimuseums neben 300 Jahre alten liturgischen Gewändern eine Fülle kostbarer Kelche, Ziborien und Monstranzen aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Weiterlesen

R. Gämlich: Kapellenschulen in Hilchenbach

Reinhard Gämlich, Hilchenbacher Stadtarchivar i. R., hat aufgrund der hier unlängst vorgestellten Literaturliste zu Kapellenschulen im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein ein sachthematisches Inventar zu Kaspellenschulen im Stadtgebiet Hilchenbach: Kapellenschulen in Hilchenbach .

Neuerscheinung zur Geschichte der Reformation in Westfalen

Ende 2019 ist die Dokumentation der Herbsttagung der Historischen Kommission für Westfalenim Oktober 2017 in Lemgo erschienen. Während es 2015 in Lippstadt um die Voraussetzungen und Vorbedingungen der Reformation ging, wurden 2017 insbesondere die Auswirkungen sowie ausgewählte Sonderfälle der Reformation behandelt.

In einigen Städten und Territorien Westfalens erfolgte die Reformation in kleinen Schritten – den Spezifika dieser „Langzeitreformation“ gehen die Beiträge der ersten Sektion nach, dargestellt werden Dortmund, Rietberg und die adeligen Herrschaften. In der zweiten Sektion wird die lutherische und reformierte Konfessionskultur betrachtet, also der Zusammenhang von Bekenntnis, Gottesdienst und frommem Miteinander im Alltag der Gemeinden. Behandelt werden die Beispiele Lippe und Hamm, die Katechese und der westfälische Anteil an der Ausdifferenzierung des Protestantismus. Die dritte Sektion widmete sich den Gegensätzen: Was passierte in den Teilen Westfalens, in denen sich die Reformation nicht etablieren konnte? Hier geht es um die Täufer im Westmünsterland, um die Städte im Münsterland, das Kloster Herzebrock und die Koexistenz von Lutheranern und Reformierten in Lemgo. Die meist lokal ausgehandelten Kompromisse sicherten ein erträgliches Miteinander.

Als Besonderheit ist dem Band eine Audio-CD beigefügt, die eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Tagung dokumentiert. „Bekenntnis, Trost und Gotteslob – Lieder der Reformationszeit aus Westfalen“ lautete der Titel eines Konzertes am 27. Oktober 2017 in der Kirche St. Marien in Lemgo. Ausführende waren die MarienKantorei Lemgo unter der Leitung von Landeskantor Volker Jänig sowie Prof. Tomasz Adam Nowak an der historischen Schwalbennestorgel der Kirche St. Marien.

Bibliographische Daten: Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 2: Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, herausgegeben von Werner Freitag und Wilfried Reininghaus. Münster: Aschendorff Verlag 2019, 391 Seiten und beigefügte CD (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 47), ISBN 978-3-402-15132-7, Preis: 44 Euro.

Die einzelnen Beiträge des Bandes sind wie immer aufgeführt im Gesamtverzeichnis der HiKo-Veröffentlichungen (Seite 26), die aktuelle Fassung für Januar 2020 steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Schriftenverzeichnis_2020-01.pdf.

„Freudenberg im Zeitgeschehen“ 2/2019 erschienen

Aus dem Inhalt:
Bernd Brandemann: Ein Denkmal braucht Hilfe [Anm.: Evangelische Kirche Freudenberg], S. 5
Klaus Rüdiger Horn: Leserecho [Anm.: Zur Leimindustrie in Freudenberg, 50er Jahre des 20 Jh.], S. 5 – 9
Hans-Jürgen Klappert: Die Rettung der letzten Freudenberger Dampfmaschine (Teil 2), S. 11 – 15
Teo Schwarz: Kirchliche Verhältnisse im 16. und 17. Jahrhundert. Visitationen in den Kirchspielen Oberfischbach, Oberholzklau und Freudenberg (Teil 3), S. 17 – 21
Bodo Hoffmann: „Flurnamen-Atlas der Gemeinde Freudenberg“ von Erhard Vollmer, S. 23 – 29
Bernd Brandemann: Vor hundert Jahren: Hunger und Umwäzungen, S. 29 – 35

Ausgabe III-2019 von „Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V.“ erschienen

Eine kleine Sensation im Barth-Jahr: Zwei „Wittgensteiner“ haben Karl Barth nach Amerika gebracht!

Wer hätte das gedacht? Der Schweizer Theologe Karl Barth (1886–1968) war bereits in den 1930er Jahren ein echter „Rockstar“ in der Theologie. In diesem Jahr wird weltweit der 100. Geburtstag seiner Theologie gefeiert. Doch um mit seiner Theologie in den USA landen zu können, benötige Karl Barth zwei „Wittgensteiner“: Elmer G[eorge] Homrighausen (1900–1982), dessen Vorfahren aus Diedenshausen stammen, und Wilhelm Pauck (1901–1981), der in Laasphe geboren und getauft wurde. Weiterlesen

Exkursion des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins nach Netphen am 23. November 2019

Heinz Stötzel mit der Ersterwähnungsurkunde Netphens vom 9.6.1239

Bei ruhigem Herbstwetter war Netphen, ehemalige Urpfarrei und Zentralort des Kirchspiels Netphen, am 23. November 2019 das Ziel der Exkursion des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins. Nach der Begrüßung durch Wilfried Lerchstein erläuterte Heinz Stötzel auf dem Marktplatz in Obernetphen zunächst die Hintergründe der sog. Schusterschlacht, die hier 1584 stattgefunden hat. Trotz des fehlenden Marktrechts waren hier regelmäßig Märkte durchgeführt worden, die der Siegener Schuhmacherzunft ein Dorn im Auge waren. Die Spannungen eskalierten damals schließlich in einer wilden Keilerei.
Vorbei an der von dem Künstler Bernd Heinemann 2014 fertiggestellten Gerberstatue und dem mittlerweile verschlossenen Eingang zu dem in den Kirchberg getriebenen Stollen ging es anschließend durch das schmiedeeiserne Kirchhoftor hinauf zur ev. Martinikirche. Dort angekommen, legte Heinz Stötzel, der hier 34 Jahre lang Kirchmeister war, anhand des mitgebrachten Nachdrucks der Patronatsurkunde vom 9. Juni 1239 dar, dass darin eine Kirche zu Nepphe und damit der Ort Netphen erstmals urkundlich erwähnt wurde. Graf Heinrich II. von Nassau, genannt der Reiche, hatte seinen Lehensmann Friedrich vom Hain, genannt der Trierer, mit dem vererblichen Patronatsrecht an der Kirche zu Netphen ausgestattet. Friedrich hatte auf seinem Grund und Boden ein Keppel (Capella) genanntes Prämonstratenserinnenkloster gestiftet. Er bat seinen Lehnsherrn, seine Rechte an der Netphener Kirche dem von ihm gegründeten Kloster Keppel zu überschreiben. Dies geschah am 6. Juni 1239 durch die Urkunde des Grafen Heinrich. Deshalb zählten auch der Arnsteiner Abt Theoderich (Dietrich) und der Prior Heinrich von Keppel zu den Zeugen dieser Urkunde. Die Kirche in Netphen verlor den eigenen Pastor und sämtliche Einkünfte und war nun von der wohlwollenden Unterstützung des Klosters abhängig. Es ist gut vorstellbar, dass deswegen zu Beginn des 14. Jh. die Kirche baufällig wurde und das Kirchenschiff abgerissen werden musste. Weiterlesen

Architektur 1960+, Brutalismus im Kreisgebiet: Katholische Kirche Bad Laasphe

Blick auf Bad Laasphe (5)
Kirche (rechts) im Ensemble der Altstadt zusammen mit der Evangelischen Kirche, Quelle: Alexander Blecher, blecher.info, via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Die Arbeitsgemeinschaft historischer Orts- und Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen hat das Gebäude zum Denkmal des Monats Dezember 2019 ausgewählt. Informationen zum Gebäude des Siegener Architekten Aloys Sonntag finden sich auf der Internetseite des Arbeitskreises.
siwiarchiv sucht Beispiele für die Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Weiterlesen

„Denkmalpflege in Westfalen-Lippe“, Heft 2/2019 online

Das Heft widmet sich dem Kirchenbau nach 1945. Für die Region besonders relevant sind folgende Beitrage:

1) Heinrich Otten und Knut Stegman: Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe. Ausgewählte Ergebnisse einer flächendeckenden Untersuchung, S. 4 – 10
2) Hans H. Hanke: Tradition und vertretbarer Fortschritt. Die evangelische Wenschtkirche in Siegen, S. 28 – 34

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Vortrag: „Karl Barth und die Siegerländer“

von Prof. Dr. Marco Hofheinz am 17.11.2019 um 15 Uhr in der Ev.-ref. Kirchengemeinde Siegen-Eiserfeld , Eiserntalstraße 60, Siegen

Dieses Jahr ist Karl Barth-Jahr. Die Theologie des weltberühmten Schweizer Theologen hat 100-jährigen Geburtstag. Vor 100 Jahren erschien sein „Römerbrief“, der Theologie und Kirche wachrüttelte. 1919 hielt er auch seinen berühmten Tambacher Vortrag „Der Christ in der Gesellschaft“. In ihm rechnete er mit der damaligen Theologie ab.

Was jedoch die wenigsten wissen: Karl Barth kannte auch das Siegerland. Er hatte durchaus intensiven Kontakt mit einigen Siegerländern. Bevor Barth von den Nazis aus Deutschland ausgewiesen wurde, hielt er seine letzte Predigt im März 1935 in der überfüllten Siegener Nikolaikirche. Weiterlesen