Ausstellung “Eisenzeit – Bergland zwischen Kelten und Römern”

Museum “Wendener Hütte”, 14.7.2019 – 3.2.2020

“Bis in die Eisenzeit, die in Zentraleuropa im 8. Jahrhundert v. Chr. begann, waren die Mittelgebirge keine Siedlungsbezirke. Mit Hilfe von eisernen Pflugscharen gelang es aber die schweren und steinigen Böden zu bewirtschaften; die Bevölkerung wuchs, besiedelt wurden nun auch die kargen Böden des Sieger- und des Sauerlandes. Leben, Arbeit und Kulte wurden beeinflusst durch die Nachbarregionen, besonders aus dem Einflussgebiet der Kelten, im Süden, und der Römer, im Norden.
Aus dem Sauerland sind bislang nur archäologische Zeugnisse der Eisengewinnung aus dem Mittelalter bekannt geworden. Das Siegerland dagegen war eine der bedeutendsten Eisenregionen der Eisenzeit nördlich der Alpen. Hier rauchten spätestens ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. die größten europäischen Verhüttungsöfen ihrer Epoche. Weiterlesen

Bauarbeiten für Schutz- und Präsentationsbau Gerhardsseifen gestartet


Im Dreiborntal in Niederschelden stellte Bürgermeister Steffen Mues jetzt mit Vertreterinnen und Vertretern des Trägervereins “Ein Siegerländer Tal e.V.” sowie den Beteiligten der städtischen Fachabteilungen bei einem Pressetermin die Pläne für den Schutz- und Präsentationsbau über der keltenzeitlichen Fundstätte Gerhardsseifen vor.
„Wir – die Stadt Siegen als Bauträger und alle am Projekt Beteiligten – wollen durch Errichtung eines geschlossenen Schutzbaus mit entsprechender Gestaltung diese ‚Werkstatt‘ mit den zwei Rennöfen zur Stahlproduktion aus der Keltenzeit und dem Mittelalter dauerhaft bewahren und präsentieren“, erklärte Bürgermeister Steffen Mues. Die Fundstelle soll in Zukunft als “außerschulischer Lernort” dienen und für Fachpublikum sowie für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht werden. Weiterlesen

Freunde und Förderer besichtigten archäologische Fundstätte Gerhardsseifen

Bei einer Sonderführung besichtigten Gäste aus Politik, Förderer und Unterstützer die eisenzeitliche Verhüttungswerkstatt Gerhardsseifen in Niederschelden. (Foto: Stadt Siegen)

Zum Ende der archäologischen Grabungen an der Fundstätte “Gerhardsseifen” in Niederschelden waren gestern zahlreiche Unterstützer und Förderer zu einer Besichtigung des Areals gekommen. Die Archäologen erläuterten den Gästen den einzigartigen Werkplatz aus der Keltenzeit wie dem frühen Mittelalter. Weiterlesen

Weltkulturerbe erhält ein Schutzdach und Geotechniker einen Preis

Ein Projektteam unter Beteiligung der Universität Siegen ist mit dem Ulrich-Finsterwalder-Ingenieurbaupreis ausgezeichnet worden. Das Team hat ein Schutzdach für die Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe in der Türkei entwickelt.

Alle zwei Jahre werden herausragende Leistungen im Konstruktiven Ingenieurbau mit dem Ulrich-Finsterwalder-Ingenieurbaupreis gewürdigt. Preisträger in diesem Jahr ist ein Projektteam unter Beteiligung des Instituts für Geotechnik der Universität Siegen um Univ.-Prof. Dr.-Ing. Richard A. Herrmann. Das Team aus IngenieurInnen, ArchitektInnen und WissenschaftlerInnen hat ein Schutzdach für die Ausgrabungsstätte Göbekli Tepe in der Türkei entwickelt und hergestellt. Dort wurden 1994 die wohl ältesten Tempel der Menschheit entdeckt, die um 12.000 vor Christus entstanden sind.

Der Jury-Vorsitzende Univ.-Prof. Peter Mark übergab den Preis vor mehr als 100 Gästen im Deutschen Museum München. Besonders beeindruckte die 13-köpfige Expertenkommission „der Umgang des Entwurfs mit der sensiblen Umgebung der Ausgrabungsstätte und dem Zusammenspiel der Dachform mit der Hügellandschaft“, wie es in der Begründung heißt. Weiterlesen

Vortrag “Die Eisenzeit im Wittgensteiner Land”

Öffentliche Verantstaltung zur Jahreshauptversammlung 2019 des Wittgensteiner Heimatvereins
Samstag, 13. April 2019, Beginn: 15 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus Schameder, Hauptstraße 5, 57339 Erndtebrück-Schameder
Referent: von Dr. Manuel Zeiler, wissenschaftlicher Referent,LWL Archäologie für Westfalen, Olpe

Die heutige Region des Wittgensteiner Landes wurde im Zeitraum zwischen 800 v. Chr. und der Zeitenwende – die Eisenzeit – erstmals umfassend besiedelt. Begehungen und einige archäologische Ausgrabungen bieten Ansätze, um das Siedlungswesen, die Glaubensvorstellungen und die Wirtschaftsweise der vorgeschichtlichen Menschen zu verstehen. Besonders faszinierend sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den benachbarten Landschaften wie Siegerland, Hochsauerland oder Nordhessen.

Erweiterung des Siegerlandmuseums im Fokus

Bürgermeister Steffen Mues informierte beim Jahresempfang im Historischen Ratssaal über die zahlreichen Baumaßnahmen rund um das Siegerlandmuseum und das Obere Schloss. (Foto: Stadt)

Auf großes Interesse stieß der gestrige Jahresempfang der Universitätsstadt Siegen und des Fördervereins des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses. Die Veranstaltung, mit der für das große ehrenamtliche Engagement zugunsten des Museums gedankt werden soll, fand traditionell im Historischen Ratssaal des Rathauses Siegen statt.
Festredner am Sonntag, 17. März 2019, war Dr. Manuel Zeiler von der LWL-Archäologie für Westfalen, der zum Thema “Vom Stahl der Kelten zum Silber der Kölner: Die Montan-Region Siegerland aus Sicht der Archäologie” referierte. Weiterlesen

Schlosspark-Erweiterung: Archäologische Voruntersuchungen gestartet

Vor Beginn der Erweiterung des Schlossparks wird der Bereich der ehemaligen Jugendherberge und des Spielplatzes mittels archäologischer Grabungen untersucht. (Foto: Stadt Siegen)

Neue Einblicke in die Siegener Stadtgeschichte ermöglichen derzeit die Vorarbeiten zur Erweiterung des Schlossparks: Der Bereich der ehemaligen Jugendherberge und des Spielplatzes werden zurzeit mittels archäologischer Grabungen untersucht. Hier befand sich im 19. Jahrhundert ein Friedhof.
Da das südliche Ende des Schlossparks als Bodendenkmal eingetragen ist, sind diese Arbeiten vor Baubeginn der Erweiterung des Parks notwendig.

„Die Oberstadt ist ein multifunktionaler Raum – und soll es auch bleiben. Ziel von ,Rund um den Siegberg‘ ist es, die Oberstadt in Gänze attraktiv zu machen“, ordnete Stadtbaurat Henrik Schuman die Erweiterung des Schlossparks bei einem Pressetermin vor Ort in das übergeordnete Städtebauprojekt ein. Zu diesem zählen unter anderem auch die Sanierung der Stadtmauer und die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude auf dem Siegberg.
Prof. Dr. Michael Baales und Dr. Eva Cichy, Archäologen der Außenstelle Olpe LWL-Archäologie für Westfalen, und Archäologe Thies Evers von der beauftragten Fachfirma stellten die Arbeiten auf der Fläche des ehemaligen Friedhofs im Detail vor.
„Es handelt sich um eine Sachverhaltsermittlung“, erklärte Grabungsleiter Thies Evers. „Wir prüfen, ob noch vorhanden ist, was hier einmal bestanden hat.“ Bisher wurden beispielsweise Tonscherben und Bestandteile einer Pfeife zutage gefördert und mehrere Grabgruben freigelegt. Die archäologischen Schürfungen beschränken sich dabei auf sechs Stellen, jeweils etwa vier bis fünf Meter breit und 15 Meter lang. Weiterlesen

Eröffnungsveranstaltung “Christianisierung im Freien Grund (700 – 1200) und deren Vorgeschichte”

Musikalisch-besinnliche Streifzüge durch die Geschichte der Kirchengemeinde Burbach
25.01.2019, 19:00 Uhr, ev. Kirche Burbach
Referenten:
Dr. Manuel Zeiler, LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe
Volkmar Klein, Mitglied des Deutschen Bundestages für Siegen-Wittgenstein


Schon aus frühgeschichtlicher Zeit lassen sich im hiesigen Raum zahlreiche Spuren der Besiedlung und Erzgewinnung finden. Bis heute beeindruckend ist das Knowhow, mit dem die keltenzeitlichen Berg- und Hüttenleute Stahl gewonnen haben. Somit ist unsere regionale Montanlandschaft aufgrund der Zahl ihrer archäologischen Fundstellen, deren Erhaltung sowie des Forschungsstandes einzigartig in Mitteleuropa. Die Ausbreitung der Franken sorgt um ca. 800 n. Chr. für die Belebung der Region und initiiert die Christianisierung durch Bonifatius im Auftrag der Erzstifte Mainz und Trier. Für Land und Leute charakteristisch bezeichnet eine Urkunde aus 1048 den hiesigen Raum als “Gebiet der freien Männer”, daher “Freier Grund”.
Quelle: Gemeinde Burbach, Veranstaltungen

“Archäologie in Westfalen und Lippe 2016” – Regionale open access Beiträge:

Manuel Zeiler, Carolin Johanning: Neue Untersuchungen an den Wallburgen Dotzlar und Alte Burg bei Bad Berleburg, S. 45 – 48
Manuel Zeiler, Gero Steffens, Meinhard Weber: Montanarchäologie auf dem Ratzenscheid und in der Grube Landeskrone bei Wilnsdorf, S. 164 – 168
Manuel Zeiler, Jennifer Garner, Rolf Golze: Neue Forschungen zum frühen Montanwesen im nördlichen Siegerland, S. 179 – 183
Manuel Zeiler, Sidney Sebald, Gisela Grupe: Migration in die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland, S. 199 – 203
Manuel Zeiler, Rolf Golze: Neugestaltung des bergbauarchäologischen Themenpfades auf dem Altenberg bei Müsen, S. 290 – 293

Vom Fossil bis zum Kriegsgefangenenlager:

Neue Publikation präsentiert Forschungsergebnisse der LWL-Archäologie in Westfalen

“Der älteste Nachweis von Bienenwachs, ein rauchender Verhüttungsofen aus der Eisenzeit, zwei römische Helme und ein mittelalterlicher Kamm aus Elfenbein – das Jahr 2017 bot eine Fülle herausragender Funde, Ausgrabungen und Experimente. Das alles zeigt die neue Publikation “Archäologie in Westfalen-Lippe 2017” des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). In 74 Beiträgen informieren 97 Autoren über die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläontologie und Ausstellungen Westfalens im Jahr 2017.

Auf 312 Seiten laden die LWL-Archäologie für Westfalen und die Altertumskommission für Westfalen zu einer Reise an die verschiedensten Fundplätze in der Region ein. Die Spanne reicht von paläontologischen Fossilienfunden im Sauerland bis zu den Zeugnissen der jüngsten Vergangenheit. Vieles wird hier zum ersten Mal präsentiert, aber auch Altbekanntes in neuem Licht betrachtet. “Wir erleben nun schon seit einiger Zeit einen enormen Bauboom”, erläutert Prof. Dr. Michael Rind, Chefarchäologe des LWL. “Noch nie gab es so viele Ausgrabungen in Westfalen-Lippe wie 2017. Sie tragen dazu bei, das Bild von unserer Vergangenheit immer weiter zu verdichten.”

“Archäologie ist weit mehr als das einfache Freilegen von Objekten”, erläutert Dr. Aurelia Dickers, Vorsitzende der Altertumskommission. “Ob mit Magnetometer-Messungen, Laservermessungstechnik oder dem Blick aus der Luft: Erst die Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Wissenschaftlern und Einrichtungen ermöglicht es, die archäologischen Funde in einen größeren Kontext zu stellen und damit Geschichte zu rekonstruieren. ….”

Beiträge mit regionalem Bezug:
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