Haste Töne? Regionale Klangarchivierung – eine Aufgabe für (Kommunal-)Archive?

Neben der intensiven Nutzung von Fotos und Filmen in Archiven tritt die Nutzung des Audio-Archivgutes (bspw. Sammlung zur lokalen Musikszene, Sitzungsmitschnitte der kommunalen Parlamente) in der Regel zurück. Die Welt der soundscapes und soundmaps hat die deutschen Archive noch nicht erfasst. Ebensfalls scheinen die Bedürfnisse der geschichtswissenschaftlichen Soundhistory noch nicht an die Archive herangetragen worden zu sein. Im April 2018 hielt bspw. der Siegener Historiker Heiner Stahl den Vortrag “Stadt hören. Wie lassen sich städtische Geräuschkulissen im 20. Jahrhundert historisch untersuchen?” vor dem  Forschungskolloquium zur Geschichte nach 1800 des Historischen Instituts der Universität Bern.

Aber: ist die Archivierung von Klanglandschaften überhaupt eine Aufgabe für ‘(Kommunal-)Archive? Ist die Soundüberlieferung überhaupt archivwürdig? Wenn ja, wie könnte Nutzungsszenarien aussehen? Diese Fragen wurden auf dem Archivcamp in Berlin im Kolleg*innenkreis diskutiert. Weiterlesen

Zum Stand des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen

Mündlicher Bericht zum Stand des “Hauses der Geschichte” durch Herrn Dr. Guido Hitze, Leiter der Planungsgruppe “Geschichte, Politik und Demokratie NRW” im Landtag NRW vor dem Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 18.9.2019:

” …. Herr Dr. Hitze berichtet anhand eines Imagefilms sowie einer Power Point Präsentation über die Stationen auf dem Weg zum Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen.

Aktuell geplant sei die Überführung der Arbeit zum Haus der Geschichte in eine Stiftung, in welcher die Landschaftsverbände ebenfalls mit Stimmrecht beteiligt seien. Der Entwurf einer Stiftungssatzung wurde in der Kuratoriumssitzung am 17.09.2019 vorgestellt. Die bisherigen Planungen seien von Anfang an in einem transparenten Verfahren mit kooperativem Vorgehen unter Beteiligung der Landschaftsverbände und der kommunalen Ebene erfolgt. Das Haus der Geschichte sei eine Ergänzung zu anderen Museen und Projekten der Landschaftsverbände, wobei der Schwerpunkt des geplanten Museums auf der politischen Geschichte NRWs liege. Weiterlesen

Hilchenbacher »Universalgelehrter« geehrt

Reinhard Gämlich bekommt Bundesverdienstmedaille

v.l.n.r.: Landrat Andreas Müller, Reinhard Gämlich und Holger Menzel bei der Verleihungsfeier im Kreishaus.


„Ein Archiv rechnet sich nicht, aber es zahlt sich aus“, sagte Landrat Andreas Müller bei der Verleihungsfeier im Siegener Kreishaus. So steht es auch im Vorwort des Jahresberichts des Hilchenbacher Stadtarchivs, das Reinhard Gämlich über 30 Jahre lang geleitet hat. Aus wirtschaftlicher Sicht ist im Archiv nichts zu holen aber es lohnt sich, die Geschichten und Zeugnisse, die dort schlummern, zu bewahren und weiterzugeben. Weiterlesen

Wie geht es weiter mit der Archivierung in Netphen?

Zu Beginn dieses Jahres beschäftigte sich die Netpher Politik mit der Frage der Archivierung beschäftigt. Lange Zeit war es ruhig. In der Kultur ausschusssitzung des Rates der Stadt Netphen am 23.9.2019 wurde folgenes mitgeteilt:
” …. Interkommunale Zusammenarbeit der Archive
Die Verwaltung berichtet, dass Wilnsdorf und Hilchenbach Interesse an einer interkommunalen Zusammenarbeit der Archive bekundet hätten. Ein erster gemeinsamer Gesprächstermin finde am 10.10.2019 statt……”
Quelle: Stadt Netphen, Ausschussniederschrift, S. 3

Großzügige Spenden der Sparkasse Siegen für Stadtbücherei, Stadtmuseum und Archiv sowie den Bürgerverein Hilchenbach

Daniel Müller lässt es sich nicht nehmen, den symbolischen Spendenscheck vor Ort zu übergeben. Und die Anwesenden spüren auch gleich, warum der Vertriebsdirektor der Sparkasse Siegen dafür in der Wilhelmsburg vorbeikommt: Ihn interessiert die Entwicklung der städtischen Angebote, die die Sparkasse Siegen seit Jahren als verlässlicher Partner unterstützt. Dabei gerät die wichtigste Botschaft fast in den Hintergrund: Auch 2019 erhalten die drei Einrichtungen Bücherei, Museum und Archiv eine zweckgebundene Spende in Höhe von insgesamt 11.600 Euro. Dieses Geld leitet der Bürgerverein Hilchenbach e. V. an die Stadt Hilchenbach weiter. Aber auch den Verein bedachte Daniel Müller bei dieser Gelegenheit mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro.

Thomas Klein als Vorsitzender bedankte sich für diesen finanziellen Beitrag und nannte auch gleich den Grund, warum dieses Geld für den Bürgerverein so wichtig ist: „Wir haben uns im neuen Vorstand dazu entschieden, dass unser Verein sich nicht mehr ausschließlich für das Projekt Kultureller Marktplatz in Dahlbruch engagiert. Mit kleineren Beträgen wollen wir auch andere lobenswerte Ideen und für Hilchenbach gute Initiativen unterstützen. Insgesamt wollen wir uns als Bürgerverein breiter aufstellen. Dafür ist die Spende der Sparkasse sehr hilfreich!“ Weiterlesen

“Lebensgeschichte aus dem Koffer”

Frauen in Kreuztals Stadtgeschichte – Geschichtswerkstatt rund um die Geschichte der Frauen in Kreuztal


Die Stadt Kreuztal hat vor einiger Zeit Hinweise zu Frauen gesucht, die in früherer Zeit in den Berufsfeldern „Tabakwarengroßhandlung oder Tabakarbeiterin“ tätig gewesen waren.

So ist Erna Steffen im Einwohnerbuch von 1937 in Langenau mit dem Eintrag „Tabakwarengroßhandlung“ genannt. Zudem wurde gefragt, was die Tabakarbeiterinnen in Kreuztal gemacht haben? Eine davon hat in Burgholdinghausen, eine in Littfeld und eine in Eichen gelebt. Gibt es darüber noch Erinnerungen, Dokumente, Bilder?

Ja, und tatsächlich meldete sich vor einigen Wochen Ingrid Stähler, die Enkeltochter von Erna Steffen, um dem Stadtarchiv in Kreuztal einen Koffer voller Erinnerungen zu übergeben. Im Beisein der Archivmitarbeiterinnen Christa Vogel und Ria Siewert konnten Rosemarie Weickenmeier und Monika Molkentin-Syring den inhaltsreichen Koffer öffnen und einen ersten Eindruck gewinnen: Weiterlesen

Bilder des LYZ 15 – Aus den Beständen des Aktiven Museums Südwestfalen

Inge Frank (vordere Reihe 3. v.l. [mit Handtasche]) im Winter 1937/Frühjahr 1938 (?) mit ihren Klassenkameradinnen am Staatlichen Mädchengymnasium, Quelle: Archiv Aktives Museum Südwestfalen


” … Die Lage der jüdischinnen Schülerinnen am Lyzeum verschlechterte sich im Laufe der Jahre zusehends. In einem Artikel in der Siegerländer National-Zeitung wurde über eine eigene jüdische Schule spekuliert. Hintergrund dafür war eine Schulreform auf rassischer Grundlage. Die Ausführungen des nationalsozialistischen Erzeihungsministers waren eindeutig:
“Der rassefremde Schüler bildet daher in der Klassengemeinschaft der arischen Schüler und Lehrer einen Fremdkörper, der sich als außerordentliches Hindernis im deutschbewußten nationalsozialistischen Unterricht bemerkbar macht. Derartige Zustände sind für die Durchführung eines ordnungsgemäßen Unterrichts unhaltbar.”
Der Erlass sah vor, dass für Juden eine eigene Schule einzurichten sei, wenn die Mindestzahl von 20 Schülern erreicht werde. Da dies in Siegen und Umgebung nicht der Fall war, durften jüdische Kinder weiter am Unterricht teilnehmen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde der Schulbesuch verboten. ….” (Quelle: Gerhardus, Tobias: “Die zeitgemäße Ausbildung des weiblichen Geschlechts” Zur Geschichte des Siegener Mädchengymnasiums, Siegen 2015, S. 103 – 104)

Biographische Informationen zu Inge Frank finden sich im Aktiven Gedenkbuch.
Weitere LYZ-Bilder