Sekundarschule Netphen hat einen neuen Namen:

Alben der Familie Faber, Eigentum der Familie Raimund Wagener, Netphen

Ruth Faber Sekundarschule.

„Über diesen Namen hat eine Jury nach einem öffentlichen Wettbewerb anlässlich des 10-jährigen Bestehens entschieden. Wer war Ruth Anita Faber? Sie wurde am 2. Juli 1927 als Einzelkind in Netphen geboren. Ihre Eltern, Gustav und Clara Faber (geb. Hony) besaßen in Netphen eine Metzgerei. 1942 musste die jüdische Familie Netphen verlassen und wurde über Dortmund nach Theresienstadt und schließlich nach Auschwitz deportiert, wo sie im Februar 1943 ums Leben kam. In Netphen liegen vor ihrem ehemaligen Elternhaus Stolpersteine, die an sie erinnern.“
Quelle: Sekundarschule Netphen, Neuigkeiten, 28.9.2022

s. a. Artikel in der Westfälischen Rundschau vom 24.9.2022

Zur Diskussion der Namensgebung auf der Facebook-Seite des VVN BdA Siegerland-Wittgenstein: Weiterlesen

Hermann Böttger (1884 – 1957) – Gymnasiallehrer, Vorgeschichtler, Flurnamen- und Siedlungsforscher

In der aktuellen Diskussion um belastete Straßennamen in Siegen überprüfte der vom Rat der Stadt eingerichtete Arbeitskreis auch Hermann Böttger und kam zu dem Ergebnis, dass der Hermann-Böttger-Weg nicht umbenannt werden soll. Da der Abschlussbericht in diesem Fall bedauerlicherweise auf biographische Informationen verzichtet, erschien es sinnvoll hier die leicht ermittelbaren Informationen zusammen zu stellen. Denn unabhängig von der Entscheidung des Arbeitskreises gehörte Böttger dem Netzwerk der Heimatliteraten und Heimatforscher an, die das Siegerland zwischen den 1920er und 1960er Jahre prägte. Neben den ebenfalls in der Umbenennungsdiskussion in den Fokus geratenen Lothar Irle, Jakob Henrich, Hans Kruse, Otto Krasa und Adolf Wurmbach zählte Ulrich Opfermann1 noch folgende Personen zu dieser Gruppe hinzu: Gustav Busch2, Wilhelm Faust3, Heinz Fischer4, Erich Fliegner5, Fritz Fromme6, Wilhelm Hartnack7, Walter Menn8, Wilhelm Nassauer9 und Wilhelm Ring10.

Biographie

  • Hermann Friedrich Heinrich Moritz Böttger
  • geboren am 21. Juli 1884 zu Aachen11
  • ledig (bis 1919 ?)12
  • Sohn des Postmeisters Gustav Böttger, Kreuztal13
  • 1897 mit der Familie nach Kreuztal14

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Ein voller Tag im Ablauf des Christlich-Jüdischen Freundeskreises Bad Laasphe:

vom Schloss Wittgenstein bis zur Alten Synagoge

Von morgens bis abends im Dienst für den Christlich-Jüdischen Freundeskreis Bad Laasphe – im übertragenen Sinn gilt das für den Vorsitzenden Rainer Becker und seinen Stellvertreter Jochen Menn schon eine Weile. Gerade nach dem Erwerb der ehemaligen Laaspher Synagoge im Frühjahr 2019 hat sich die Vorstandsarbeit enorm intensiviert. Aber jetzt galt der erste Satz wirklich wortwörtlich: morgens waren die Beiden bei einem ersten Termin im Gymnasium „Schloss Wittgenstein“, abends dann in der Alten Synagoge bei einem zweiten Termin.

In dem Gymnasium überreichten Rainer Becker und Jochen Menn ein Zertifikat an Schulleiter Christian Tang sowie an den evangelischen Religionslehrer Wolfgang Henkel und dessen katholischen Kollegen Friedhelm Koch, denn seit Jahren arbeiten die Schule und der Verein immer wieder für Aktionen zusammen. Dabei sind vor allem die Gedenkstunden am 9. November zu nennen, bei denen an die Laaspher Geschehnisse während der Reichspogromnacht 1938 erinnert wird. Aber auch beim Reinigen der Stolpersteine, die in Bad Laasphe an die Menschen erinnern, die unter der Nazi-Herrschaft ihre Heimat oder sogar in Leben verloren, waren die Schülerinnen und Schüler schon aktiv. Weiterlesen

Flick im Fernsehen – Die Macht der Superreichen (ZDF)

Link zur Sendung in der ZDF-Mediathek (Video verfügbar bis 10.09.2024)

Flick-Experte und Wirtschaftshistoriker Prof. Schanetzky im Interview im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv


“ …. Die Interviews des Wirtschaftshistorikers Prof. Dr. Tim Schanetzky (Bayreuth) wurden im Wirtschaftsarchiv gefilmt, just neben dem Forschungsarchiv Flick, dass 2004 bis 2008 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena begleitend zum „Flick-Projekt aufgebaut wurde. In diesem Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Frei erstellten vier Historiker – darunter Prof. Schanetzky – die Studie „Flick: Der Konzern, die Familie, die Macht“. Weiterlesen

Stadtrundgang »Stolpersteine auf der Hammerhütte«

In Zusammenarbeit mit Aktives Museum Südwestfalen e. V.
So., 25.09.2022, 15:00 – 17:00 Uhr, Treffpunkt: Effertsufer 104, 57072 Siegen, Kursgebühr: 5,00 €, Peer Ball

Die Führung folgt den Orten, an denen im Viertel rund um die Siegerlandhalle »Stolpersteine« verlegt wurden. Im Mittelpunkt steht das Erinnern an Biografien von Holocaust-Opfern aus der Mitte der Siegener Bevölkerung. Die Lebensläufe werden ergänzt mit Informationen zur Geschichte des jüdischen Lebens im Siegerland und des Stadtviertels Hammerhütte.

Bitte parken Sie nicht auf dem Privatparkplatz der Gaststätte »Zur Hammerhütte«.

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.
Quelle: VHS, Programm

Stadtrundgang entlang politischer Denkmäler und Erinnerungsorte in Siegens Unterstadt

In Zusammenarbeit mit Aktives Museum Südwestfalen e. V.
So., 11.09.2022, 15:30 – 17:00 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof Siegen, Haupteingang, Kursgebühr: 5,00 €, Kursleitung: Traute Fries

Alternativer Stadtrundgang durch die Unterstadt entlang der Stolpersteine, der ehemaligen Häuser jüdischer Inhaber, politischer Denkmäler, der Stätten des Nationalsozialismus und des Widerstands.

Bahnsteig 4, Bahnhofstraße, Hindenburgstraße, Sandstraße, Emilienstraße/Friedrichstraße, Sandstraße.

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.
Quelle: VHS Siegen, Programm

Lesung: Kathrin Thiemann, „In der zweiten Reihe“.

Ein Roman über das Leben der Pfarrfrau an Walter Thiemanns Seite.
Siegen, Nikolaikirche am Mittwoch, den 31.8., um 16 Uhr.

„Als Kathrin Thiemann 2019 das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald besucht, findet sie dort einen Stein mit der Aufschrift „Block 34“. Mehr ist nicht geblieben von der Baracke, in der ihr Großvater interniert war. Als Pfarrer hatte er sich mit persönlichen Worten und Taten der nationalsozialistischen Diktatur widersetzt und war dafür mit Zuchthaus und Lagerhaft mit unbestimmter Dauer bestraft worden. Erst ein erfolgreiches Gnadengesuch, betrieben von seiner Ehefrau und engen Freunden, konnte ihn retten. Er kam heim zu seiner Familie, wo seine Frau kurz vor der Geburt des achten Kindes stand. Eine Heldengeschichte?

Für Kathrin Thiemann stellte sich eine andere Frage: „Wie ist es eigentlich meiner Oma ergangen?“ Der Roman erzählt eine Frauengeschichte in finsteren Zeiten – er ist das Porträt einer Frau, die heutigen Frauen vielleicht fern ist in ihrer Demut und Ergebenheit. Gleichzeitig folgt man ihrem inneren Ringen um diese Rolle, erlebt ihre Stärke im Existenzkampf und ist berührt von ihrem beharrlichen Ringen um kleine Freiräume: Mit dem Sammeln von Briefmarken, mit Lesen und Schreiben oder dem Betrachten von Kunstpostkarten taucht Helene in innere, freiere Räume. Eine Geschichte aus einem widerständigen Leben, das sich der herrschenden Nazi-Diktatur entzog und auf tiefen christlichen Glaubensfundamenten beruhte.“
Quelle: Kirchenkreis Siegen, Veranstaltungen
s. a. https://www.siwiarchiv.de/lesung-in-der-zweiten-reihe-mit-kathrin-thiemann/

Fritz Stein (1.1.1904 – 31.3.1942). Ein Mordopfer der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung.

Pink triangleEin Bericht von Jürgen Wenke zur Stolperstein-Verlegung in Wismar

Der gebürtige (Kreuztal-)Kredenbacher und Absolvent der Siegener Wiesenbauschule (Frühjahr 1929 – Frühjahr 1932) lebte zuletzt in Wismar – bis zu seiner gerichtlichen Verurteilung nach §175 Strafgesetzbuch. Es folgte eine Haftstrafe. Nach der Haftverbüßung wurde Fritz Stein nicht in Freiheit entlassen, sondern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er Anfang des Jahres 1942 ankam.

Aktualisierte Fassung des Berichts (7.10.2022): Wir erinnern an Fritz Stein, Stand 1.10.2022

Online (OA): Katharina Stengel: „Die Überlebenden vor Gericht

Auschwitz-Häftlinge als Zeugen in NS-Prozessen (1950–1976)

„Die NS-Prozesse in der Bundesrepublik waren ein Forum, in dem bereits in der frühen Nachkriegszeit die Verbrechen des Nationalsozialismus verhandelt wurden. Dabei hatten die Holocaust-Überlebenden und ehemaligen KZ-Häftlinge als Zeugen eine besonders kontroverse Aufgabe, die von der Forschung jedoch bislang kaum beachtet wurde. Vielfach lag es allein an ihnen, mit ihren Berichten die Angeklagten zu überführen. Zugleich waren sie teils massivem Misstrauen der deutschen Justiz ausgesetzt, die die Überlebenden für zu parteiisch hielt, um objektive Einschätzungen abzugeben. Die Befragungen und die Konfrontation mit den Tätern stellten zudem eine hohe Belastung dar. Dennoch sagten Tausende Überlebende aus freien Stücken aus und nahmen die Strapazen auf sich, um die strafrechtliche Verfolgung der Verbrechen voranzubringen. Katharina Stengel untersucht am Beispiel von vier Auschwitz-Prozessen aus drei Jahrzehnten, welche Bedeutung die Opfer für die NS-Prozesse hatten, wie die Juristen mit ihnen und ihren unfassbaren Berichten umgingen, wie die Zeuginnen und Zeugen selbst vor Gericht agierten, welche Anliegen sie verfolgten und welche Schlüsse sie aus ihren Erfahrungen zogen. Dabei werden unterschiedliche theoretische Konzeptionen von Zeugenschaft mit den Selbstauskünften der Überlebenden in Bezug gesetzt und diskutiert.“
Mit Angaben zum König-Prozess vor dem Landgericht Siegen
548 Seiten, gebunden im Schutzumschlag, mit 23 Abb.
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2022, ISBN: 978-3-525-31740-2 Kostenfrei im Open AccessQuelle: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI), Publikationen

Straßennamen: „Umbenennungswellen“ der letzten Jahrzehnte im Kreis Siegen-Wittgenstein?

„ …. Straßennamen sind Teil der Geschichtspolitik, so dass sich stratigrafisch Umbenennungswellen untersuchen lassen. Straßenbenennungen sind Teil der Erinnerungskultur ihrer Zeit. Jede Generation muss sich fragen, inwieweit sie mit den „ererbten“ Namen leben kann bzw. will. ….“[1]

In der aktuellen Siegener Debatte in den sozialen Medien[2] findet sich der wiederkehrende Hinweis, dass die Straßennamen „seit Jahrzehnten“ nicht in der Diskussion gestanden hätten. Die folgende Auflistung versucht die Frage zu beantworten, ob man demgegenüber nicht auch im Kreisgebiet von (Um-)Benennungswellen sprechen kann.[3] Sie ist nicht vollständig und versteht sich als Anregung für eine historisch-erinnerungskulturelle Diskussion. Weiterlesen