Ukrainische Opfer des Nationalsozialismus im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Das Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein führt 29 in der Ukraine geborene Personen  – 24 Zwangsarbeiter:innen und 5 rassisch Verfolgte – auf, die die Zeit des Nationalsozialismus im Siegerland nicht überlebt haben.

Name Link
Beskorwaina, Ljuba https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/beskorwaina-ljuba/
Borch, Wassily https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/borch-wassily/
Buchmiller, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/buchmiller-peter/
Dewidenko, Waldemar https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/dewidenko-waldemar/
Doliga, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/doliga-peter/
Fedorischen, Mikale https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/fedorischen-mikale/
Filipenko, Feodor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/filipenko-feodor/
Hausmann, Fanny geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-fanny-geb-spiegel/
Hausmann, Saul https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-saul/
Hochmann, Mathilde geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-mathilde-geb-spiegel/
Hochmann, Siegmund https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-siegmund/
Hryb, Leon https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hryb-leon/
Iwtschak, Tatjana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschak-tatjana/
Iwtschenko, Warwara https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschenko-warwara/
Jurzinko, Viktor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/jurzinko-viktor/
Kogut, David https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/kogut-david/
Melnik, Sergli https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/melnik-sergli/
Muschkawag, Fekla https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/muschkawag-fekla/
Musyka, Sebastian https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/musyka-sebastian/
Papeta, Uljana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/papeta-uljana/
Pawluk, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/pawluk-peter/
Potemkina, Nadja https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/potemkina-nadja/
Rewa, Anna https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/rewa-anna/
Schistowskaja, Olga https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schistowskaja-olga/
Schwez, Matya https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schwez-matya/
Sik, Piotr https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sik-piotr/
Sinowski, Franz https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sinowski-franz/
Sopin, Jakob https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sopin-jakob/
Zizenko, Roman https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/zizenko-roman/

 

Netphen: Schulklassen erstellen Lapbooks über das jüdische Leben

“ …. Fünf Schulklassen der Sekundarschule besuchten gemeinsam mit ihrem evangelischen Religionslehrer Herr Achenbach in den letzten Tagen die Sonderausstellung zum jüdischen Leben im Netpherland im Heimatmuseum Netpherland und entwickeln diese nun, gemeinsam mit dem Museumsteam weiter. Sie erforschen die Exponate, recherchieren zusätzlich im Unterricht über die jüdischen Traditionen und die Geschichte und erarbeiten in Kleingruppen sogenannte Lapbooks.

Schülerinnen und Schüler werfen einen Blick auf Briefe und Zeitungsartikel © L. Reuter

Die ersten Lapbooks wurden in der amerikanischen Homeschooling-Bewegung hergestellt. „Lap“ verweist hier auf die Größe des Endprodukts: Es sollte seinen Platz auf dem Schoß des Betrachters finden. Lapbooks werden auch Entdeckerbuch, Klappbuch oder Expertenbuch genannt. Weiterlesen

Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf Erndtebrück

„Am 10. März 2022 jährt sich zum 77. Mal der Tag des schweren Bombenangriffes auf Erndtebrück, dem 86 Menschen zum Opfer fielen. Dieser Tag ist und bleibt für die Bürgerinnen und Bürger ein Gedenktag, ein Tag der Trauer um die Menschen, die ihr Leben verloren.

Zum Gedenken an die Opfer des 10. März 1945 sowie der beiden vorangegangenen Bombenangriffe am 16. Dezember 1944 und 22. Februar 1945 bei denen 6 bzw. 14 Menschen ums Leben kamen, findet am

Donnerstag, 10. März 2022, 14.00 Uhr,

eine stille Kranzniederlegung durch den Bürgermeister auf dem Friedhof „Ederfeld“ statt.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird in diesem Jahr, wie auch schon letztes Jahr, das stille Gedenken in kleinem Kreise durch mich und meine beiden Vertreter wahrgenommen. Falls Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde an diesem stillen Gedenken teilnehmen möchten, wird um die Beachtung der Abstandsregeln und das Tragen einer medizinischen oder FFP-2 Maske gebeten.“
Quelle: Gemeinde Erndtebrück, Mitteilungen, 3.3.22

Literatur:
Friedrich, Paul: Bomben auf Erndtebrück, Wittgensteiner Heimatbuch I, Baolve 1965, S. 394-399
Dietrich, Edgar: Als Bomben vom Himmel fielen, Erndtebrück 1995
Schmidt, Wilhelm: Erlebt und überlebt am 10. März 1945. Zwei Pferde und ein Fuhrmann in Erndtebrück, Wittgenstein, Jg. 105 (2017), Bd. 81, Heft 1, S. 55-57

„Fremde.Heimat.Erinnerung“ – Szenische Ausstellung zur Zwangsarbeit im Siegerland

Es werden Infoplakate zur Geschichte der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus im Siegerland gezeigt und 6 Monologe von fiktiven Figuren, die das Jugendensemble nach Recherchen zum Thema entwickelt hat und an mehreren Orten im Kirchenraum vortragen wird.

Im Anschluss findet ein Stadtgespräch statt, Thema „Was geht uns heute und in Zukunft das Schicksal der Zwangsarbeiter*innen im Siegerland an?“
Zugesagt für das Podium haben Björn Eckert (DGB-Jugend), Hannes Wagener und Niklas Kirschey (Jugendensemble Junges Theater), Klaus Th. Vetter (Ehrenpräsiden IHK Siegen), Dr. Jens Aspelmeier (Leiter Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen, Aktives Museum Südwestfalen, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes), Traute Fries (Ehrenvorsitzende Aktives Museum Südwestfalen), Dr. Astrid Grewe (Vorsitzende Gustav Heinemann Friedensgesellschaft), NN (Vertreter*in für den Austausch mit Osteuropa)- Moderation Peer Ball (Vorsitzender Junges Theater Siegen)

Jährliche Kranzniederlegung am 28. Februar Gedenken an die ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Hilchenbach

Kranzniederlegung Gedenkstein 2021

Am Montag, 28. Februar, jährt sich der Tag der Deportation von Elisabetha „Gerti“ Holländer und ihrem zehnjährigen Sohn Lothar Holländer

An diesem Jahrestag veranstaltet die Stadt Hilchenbach eine Gedenkstunde, um an das schreckliche Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland geworden sind, zu erinnern. Am Gedenkstein an der Ecke Marktplatz und Hilchenbacher Straße wird dabei ein Kranz niedergelegt.

Bedingt durch die Corona-Pandemie findet auch in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkstunde statt. Stattdessen werden Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis und seine Stellvertreter Olaf Kemper und Jan Oliver Thomas sowie der stellvertretende Landrat André Jung im stillen Gedenken einen Kranz niederlegen. Weiterlesen

Literaturhinweis: Traute Fries „Das Leben des Hugo Herrmann.

Letzter Repräsentant der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Siegen“, Siegen 2022

Das Aktive Museum Südwestfalen und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) haben gemeinsam die 64seitige Broschüre herausgegeben. Traute Fries hat die Informationen aus dem persönlichen Nachlass von Hugo Herrmann (1898-1993), den Klaus Dietermann übernommen hatte, zusammengestellt. Weiterlesen

Stellungnahme zur Diskussion um Straßenumbenennungen in Siegen

Gemeinsame Erklärung von Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland und Aktiven Museum Südwestfalen, 11. Februar 2022

„Straßennamen dienen zunächst der räumlichen Orientierung in einer Stadt. Sie prägen sich allein schon deswegen in das Bewusstsein und Alltagsleben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner ein. Vor allem aber sind sie sichtbarer Teil einer regional geteilten Erinnerung. Als solche markieren die gerade diskutierten Fälle der Lothar-Irle-Straße und (Adolf) Stöcker-Straße eine durchaus brisante Anwesenheit der Vergangenheit in der Gegenwart.

Die aktuelle öffentliche Berichterstattung zu den ersten Überlegungen des städtischen Arbeitskreises zur Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen verweist darauf, dass der Umgang mit Geschichte, konkret den historischen Personen und Ereignissen im öffentlichen Raum, nicht erst seit kurzem von hohem öffentlichen Interesse ist. Die Berichterstattung und Leserbriefe machen aber vor allem deutlich, dass Geschichte bisweilen nur von einigen wenigen gemacht wird. Die so entstehenden Deutungen und Erzählungen verraten mehr über die politische Grundhaltung der gegenwärtigen Akteurinnen und Akteure als über die geschichtlichen Hintergründe. Eine solche Praxis trägt kaum zur sachlichen Klärung bei. Die Fallbeispiele Adolf Stoecker und Lothar Irle sind fraglos diskussionswürdige Ehrungen, allerdings belegen die dazu kontrovers geführten Debatten in der lokalen Presse eindrucksvoll, dass nicht nur breitere Beteiligungsmöglichkeiten, sondern vor allem eine sachliche Fundierung sowie eine gute Moderation dringend von Nöten sind. Weiterlesen

Thomas Wolf: Lothar Irle (1905 – 1974).

Biografische Skizze eines Heimat- und Familienforschers.[1] Oder: Warum ehrt(e) die Lothar-Irle-Straße in Siegen einen „bekennenden Antisemiten“[2]?

„ …. und dort feiert man seinen Nachbarn mit einem großen Denkmal, weil dessen Schandtaten verborgen blieben. ….“[3]

„Die Persönlichkeit Irles ist heute wegen seiner Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut nicht unumstritten.“[4] Oder hat dieses Thema nicht einen „fürchterlich langen Bart“? Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man einen Blick in die Publikationen der regionalen Zeitgeschichte wirft[5]. Der Tenor dieser fundierten Publikationen lässt keine Kontroverse erkennen, vielmehr betonen alle Autoren die besondere Nähe Irles zur nationalsozialistischen Ideologie. Die „Schandtaten“ blieben also nicht verborgen.

Warum sollte man sich dann noch einmal mit dem Leben und der „Memoria“[6] Irles auseinandersetzen? Nicht nur der allzu unbedarfte Umgang[7] mit Lothar Irle in den 2010er Jahren oder die seit 1975 immer noch bestehende Lothar-Irle-Straße[8] im Siegener Stadtteil Kaan-Marienborn, sondern auch das Fehlen einer den gesamten Lebenslauf Irles in den Blick nehmenden Biographie lassen es geboten erscheinen, dies hier zu tun.

Die Quellenlage für die Erarbeitung dieser Skizze ist problematisch. Eine zu erwartende Personalakte befindet sich nicht im einschlägigen Bestand des Landesarchivs NRW, Abt. Westfalen. Ihre Spur verliert sich in der Behördenkorrespondenz zur Berechnung des Besoldungsdienstalters von Dr. Lothar Irle.[9] Die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund besitzt lediglich ein Widmungsschreiben Irles vom 29. September 1939.[10] Der persönliche Nachlass Irles ist vernichtet.[11] Die schon erwähnten Arbeiten über Irle fußten vor allem auf dessen Entnazifizierungsakten.[12] Die Skizze bezieht Archivalien des Berliner Bundesarchivs[13], Duisburger Landesarchivs[14], des Universitätsarchivs der Goethe-Universität Frankfurt/Main[15] und des Kreisarchivs Siegen-Wittgenstein[16] ein.

In sechs Abschnitten (Familie, Schule/Studium, Politik, Lehrer und Dozent für Lehrerbildung, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit) wird der Lebensweg Irles nachgezeichnet. Ein Fazit soll die noch zu erforschenden Fragen formulieren. Die abschließenden Quellen- und Literaturhinweise dienen ebenso wie die als Anhang beigefügte Zusammenstellung von Auszügen aus Publikationen Lothar Irles dem Einstieg in diese Recherchen. Weiterlesen

Stilles Gedenken an Fred Meier und die Kreuztaler Opfer des Nationalsozialismus

Melvin Busch (links), Jugendtreffleiter, und der 14jährige Mika Neuhaus haben die Littfelder Stolpersteine wieder auf Hochglanz poliert und in Gedenken an die Opfer eine Rose niedergelegt.

Am 27. Januar wurde international der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In Kreuztal findet an diesem Tag seit vielen Jahren traditionell eine Gedenkstunde am Littfelder Fred-Meier-Platz statt, die von der Stadt Kreuztal und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland organisiert wird. Um mit Blick auf die aktuelle Infektionslage größere Ansammlungen zu vermeiden, wurde bewusst auf eine feierliche Gedenkstunde mit Redebeiträgen und Musikstücken verzichtet. Damit dennoch gemeinsam die Erinnerung an das Schicksal der 10 Kreuztaler Jüdinnen und Juden aufrechterhalten werden kann und um zusammen dafür einzustehen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, hatten die Kreuztaler Ratsfraktionen, die Littfelder Dorfgemeinschaft, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Bürgermeister Walter Kiß vereinbart, am internationalen Holocaust-Gedenktag in aller Stille Blumen am Gedenkstein Fred Meiers in Littfeld niederzulegen. Weiterlesen

Gemeinsam Haltung zeigen

Zum 77. Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz gedenkt die Sekundarschule Netphen der Opfer, die während der nationalsozialistischen Herrschaft bestialisch umgebracht wurden.


Im Rahmen des Religionsunterrichts beschäftigt sich die Schule zur Zeit mit dem „Jüdischen Leben – Gestern, Heute, Morgen“. In Kooperation mit dem Heimatverein Netpherland und dem VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) entstehen im Unterricht sogenannte Lapbooks, die die bestehende Ausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ergänzen sollen. Die Ausstellung samt den entstehenden Schülerbeiträgen ist noch bis zum 6. März nach Anmeldung im Heimatmuseum Netphen zu besichtigen. Weiterlesen