Online: Archivpflege in Westfalen-Lippe (104/2026)

Themen in diesem Heft (PDF):

Was ist Erschließungsrückstand?
Daten- und KI-Kompetenzen in Kommunalarchiven
Die Gefahr der Sekundären Traumatisierung im Archiv
Bildungsarbeit effizient ausbauen
Der Klimawandel im Büro. Schäden an Archivalien
Schiedsamtsakten als Quelle der Orts-, Rechts- und Sozialgeschichte
Die Fotosammlung des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn

Online: Ansätze zur Erschließung umfangreicher Fotobestände

Susanne Schmolzes Transferarbeit ist als Band 39 der E-Papers der Archivschule Marburg erschienen.
Logo der Archivschule Marburg - Zur StartseiteZusammenfassung:
Das Saarländische Landesarchiv verfügt über umfangreiche Bestände visueller Medien mit geschätzt dreieinhalb Millionen Einheiten unterschiedlicher Formate und Provenienz. Sie bildeten in den letzten zwanzig Jahren die Grundlage einer Reihe aufwändiger Bildbände und Ausstellungen; auch von Nutzerinnen und Nutzern werden sie häufig nachgefragt. Angesichts dieses hohen quantitativen wie qualitativen Stellenwerts ist ein sukzessiver Abbau der bestehenden gravierenden Erschließungsrückstände sowohl aus Mitarbeiter- als auch Nutzerperspektive ein großes Desiderat. Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zum zukünftigen Rückstandsabbau leisten. Deshalb skizziert sie anhand der etwa 300.000 Einheiten umfassenden Bildersammlung Hartung Ansätze zur Erschließung umfangreicher Fotobestände. Weiterlesen

Vortrag: Sven Panthöfer M.A.: Friedrich Wilhelm Bäcker (1858–1940) – Ein Fotopionier im nördlichen Siegerland

Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 28. Mai 2026


Der Vortrag im Rahmen des Siegener Forums widmet sich dem Leben und fotografischen Schaffen des in Littfeld ansässig gewesenen Drechslermeisters Friedrich Wilhelm Bäcker. In den Jahren ab ca. 1905 bis 1920 hielt Bäcker Landschaften und Menschen im Littfe- und Ferndorftal fotografisch fest. Seine Aufnahmen zeigen das Bild der Dörfer, Menschen bei ihrer Arbeit und Landschaften. Seine Fotografien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs verdeutlichen, wie der Krieg bis in die Dörfer des Siegerlandes wirkte. Bisher kaum wahrgenommen wurden seine zahlreichen Portraitaufnahmen, die im Vortrag ebenfalls in den Blick genommen werden.
Neben der Fotografie stellte Bäcker Tabakpfeifen her, reparierte Uhren und handelte mit
Bilderrahmen und anderen Dingen. Er interessierte sich für Literatur und Astronomie, war Mitglied eines dörflichen Kulturkreises und pflegte lange Jahre einen Austausch mit dem Heimatschriftsteller und Lehrer Adolf Wurmbach.
Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 28. Mai um 18.30 Uhr im Siegerlandmuseum. Der
Eintritt ist frei.

Noch bis zum 27. September ist die Ausstellung „Friedrich Wilhelm Bäcker – Visionen einerVergangenheit“ mit ausgewählten Aufnahmen im Siegerlandmuseum zu sehen.
Quelle: Stadtarchiv Siegen, Pressemitteilung

Nachtrag, 31.5.2026:

Ausstellung: „Friedrich Wilhelm Bäcker – Visionen einer Vergangenheit“

10. Mai – 27. September 2026, Siegerlandmuseum

Die Ausstellung erschließt erstmals das Werk des bislang kaum bekannten Siegerländer Fotopioniers Friedrich Wilhelm Bäcker (1858–1940). Wie eine Zeitkapsel öffnen seine Aufnahmen den Blick auf das Siegerland der 1910er Jahre. Bäckers vielfältige Motive reichen von Porträts über künstlerische Naturaufnahmen bis hin zu Szenen an der Schnittstelle zwischen Landidyll und industrieller Moderne.

Wer war Friedrich Wilhelm Bäcker – und warum fotografierte er? Welche Geschichten erzählen seine Bilder? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung. An ausgewählten Exponaten kommt zudem generative KI zum Einsatz und regt dazu an, über die Grenzen von Realität und Interpretation nachzudenken.

Ausstellung der Bilder von einer Kinderführung durch den Flecken mit den Kindergärten aus Lindenberg und Niederndorf

Technikmuseum Freudenberg, 26.April 2026, 10:00 – -18:00

Am 10. und 11. März 2026 fanden Kinderführung durch den Flecken statt.  Die Kinder fotografierten den Flecken aus ihrer Perspektive und das was sie möchten. Während sie bekannte und historische Orte vorgestellt und erklärt bekamen, wie z. Bsp. das alte Gefängnis, das Schloss, den Brand und das einzige Haus, das stehen geblieben ist,  die Bauweise der Häuser, sowie die alten Scheunen die als Lager Ort dienten.

Die Kinder werden die Bilder dieser Führung als Ausstellung  „den Flecken aus Sicht der Kinder“ ab Sonntag, den 26.04.2026 im Museum im Kritzlersaal ausstellen.

Gartenfotos aus dem Siegerland gesucht

Ansicht des ursprünglichen Gartens von Haus Stöcker um 1951.
Foto: LWL

Die kalte Jahreszeit eignet sich gut, um einmal durch die alten Fotoalben zu blättern. Vielleicht findet sich dabei auch das eine oder andere Gartenfoto aus den 1960er Jahren? Das LWL-Freilichtmuseum Detmold sucht aktuell genau solche Fotos und damit verbundene Erinnerungen an die Garten- und Feldarbeit, das angebaute Gemüse, Obstsorten oder das Einkochen.

1964 ist das Haus Stöcker in Burgholdinghausen (Kreis Siegen-Wittgenstein) abgebaut und im September 2020 im Siegerländer Weiler des Museums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wiederaufgebaut und eingeweiht worden. Nun soll auch ein zeitgemäßer Garten angelegt werden. Das Team des Freilichtmuseums sucht deshalb Fotos aus Siegerländer Gärten aus den 1960er Jahren – von Anlage, Pflanzen, Wegen und Zäunen – um diese zu dokumentieren und zu vervielfältigen. Vorhandene Fotos können als Scan per E-Mail an lwl-freilichtmusem-detmold@lwl.org oder per Post an Dr. Christian Höing, Referatsleiter der Landschaftsökologie, an die Adresse LWL-Freilichtmuseum Detmold, Krummes Haus, 32760 Detmold, gesendet werden. Die Originalabzüge werden nach Durchsicht an die Inhaber:innen zurückgesandt.
Quelle: LWL, Pressemitteilung, 6.3.2026

Offener Brief: Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen

In den Sozialen Netzwerken tauchen in den letzten Monaten immer mehr massenhaft mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus auf, die keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind. Diese umgangssprachlich als AI-Slop bezeichneten Inhalte zeigen beispielsweise vermeintliche Situationen in nationalsozialistischen Lagern oder bei deren Befreiung. Diese zeichnen ein extrem verzerrtes und falsches Bild. Beispielsweise kursieren KI-generierte Bilder, die ein angebliches Wiedersehen zwischen Gefangenen und Befreiern zeigen, oder erfundene Szenen weinender Kinder hinter Stacheldraht. Mit Künstlicher Intelligenz werden hier Inhalte erstellt, die aus Versatzstücken historischer Fakten und emotionalisierter Fiktion bestehen.
Hinter diesen Inhalten stehen unterschiedliche Motive: Zum einen nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocaust, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen. Ein Geschäftsmodell, das auf Klicks und Werbeeinnahmen basiert. Zum anderen werden diese Inhalte gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten. Die Algorithmen der Plattformen begünstigen dabei emotional aufgeladene Inhalte, unabhängig von deren Wahrheitsgehalt. Weiterlesen