Absage des Siegener Forums am 20.05.2021

Die Veranstalter der Vortragsreihe „Siegener Forum“ weisen aus aktuellem Anlass darauf hin, dass der für den 20. Mai 2021 angesetzte Vortrag von Frau Prof. Eva von Engelberg (Universität Siegen) zum Thema „Die Siegener Hochbunker im Stadtbild“ coronabedingt leider ausfallen muss. Eine Neuansetzung wird geprüft und zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

Tagungsband zum Kulturgutschutz in Europa und im Rheinland

Im September 2019 fand im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler die dreitägige wissenschaftliche Tagung mit internationalem Fachpublikum zum Thema Kulturgutschutz in Europa und im Rheinland statt. Nun ist der Tagungsband erschienen.

Der im Dezember 2020 erschienene Tagungsband, hrsg. von Hans-Werner Langbrandtner, Esther Heyer und Florence de Peyronnet-Dryden, dokumentiert 32 Tagungsbeiträge zu den verschiedenen Aspekten des Kulturgutschutzes, historisch wie aktuell, regional wie international. Anlass der zugrundeliegenden Tagung war ein Forschungsprojekt der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland und des LVR zur archivischen Überlieferung des militärischen Kunstschutzes im Zweiten Weltkrieg, dessen zentraler Quellenbestand der neu erschlossene Nachlass von Franziskus Graf Wolff Metternich (1893–1978) mit bislang unbekannten und umfangreichen Quellen darstellt. Wolff Metternich war langjähriger rheinischer Provinzial- und Landeskonservator sowie Beauftragter für den deutschen militärischen Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg. [Anm:: Auf Wolff-Metternichs erfolgte die Einrichtung des Kunstschutzstollens in Siegen, der Siegen zu Hollywood-Ruhm verhalf – Stichwort: „Monuments men“] Weiterlesen

Siegener Bündnis für Demokratie gestaltet Ge(h)Denken in Zeiten der Pandemie

Heute „gedenken die Siegener Bürgerinnen und Bürger zum 76. Mal der Bombardierung ihrer Stadt im Jahr 1944. Über 50.000 Bomben wurden abgeworfen, Siegen versank in Schutt und Asche. Hunderte Menschen starben im Bombenhagel.

Das Siegener Bündnis hat den Ge(h)denktag in diesem Jahr unter dem Vorzeichen der Pandemie und den damit verbundenen Schutz- und Hygienemaßnahmen geplant. Seit 2008 gestaltet das Bündnis den Gedenktag mit. Vor 12 Jahren gründete sich das Bündnis aus einer Vielzahl von Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Jugendverbänden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen, als rechtsextreme Gruppierungen versuchten, den Gedenktag für ihre Ideologien zu mißbrauchen.

In diesem Jahr bestehen zwei Möglichkeiten am Ge(h)Denken teilzunehmen: Weiterlesen

LWL-Medienzentrum: Online als Episoden – Dokumentarfilm „Als die Amerikaner kamen“

Spektakuläre Aufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen zeigt die neue DVD des LWL-Medienzentrums.
Foto: LWL

Auf dem YouTube Kanal „Westfalen im Film“ des LWL-Medienszentrums startete unlängst der Dokumentarfilm „Als die Amerikaner kamen“ als Episoden-Format. Jeden Donnerstag wird dort ein Kapitel des Films mit einer Laufzeit von je 3-8 Min veröffentlicht. So kann man den spannenden Dokumentarfilm in kurzen Parts einfach und schnell auch auf dem Smartphone oder Tablet, unterwegs oder Zuhause auf der Couch sehen. Abschließend sind alle Kapitel auch in einer Playlist zu finden und können gezielt angewählt oder in Folge geschaut werden.

Der Film erzählt die Geschichte des Kriegsendes 1945 in Westfalen aus der Perspektive amerikanischer Soldaten, denn die alliierten Truppen wurden von kleinen Kamerateams begleitet, die die Besetzung der Region in teils spektakulären Bildern festhielten. Dieses Material war die Grundlage für den Dokumentarfilm „Als die Amerikaner kamen“: Weiterlesen

Lesung: Michaela Küpper „Der Kinderzug“


Am Freitag, 30. Oktober 2020, wird das Museum Wilnsdorf wieder einmal zum Schauplatz einer spannenden und zugleich tiefgründigen Lesung. Denn dann liest Autorin Michaela Küpper aus ihrem Roman „Der Kinderzug“.

Zurückversetzt in das Jahr 1943 tauchen die Zuhörer in das Leben der jungen Lehrerin Barbara Salzmann ein, die eine Gruppe Mädchen im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung für drei Monate begleiten soll. Am Schicksal der Lehrerin und ihrer Kinder erzählt Michaela Küpper tiefgreifend und atmosphärisch von der Kinderlandverschickung unter dem Nationalsozialismus. Angst, aber auch gespannte Unruhe beherrschen die Gedanken der Kinder, denn sie wissen nicht, was sie erwartet. Es beginnt eine Odyssee, die nicht nur die Kinder, sondern auch Barbara an ihre Grenzen führt, denn mehr und mehr wird sie, die sich bisher aus der Politik herauszuhalten versucht hat, mit den grausamen Methoden und Plänen der Nationalsozialisten konfrontiert – und mit Menschen, die für ihre Ideologie vor nichts zurückschrecken. Als eines der Mädchen verschwindet und ein polnischer Zwangsarbeiter verdächtigt wird, kommt für die junge Lehrerin die Stunde der Entscheidung… Weiterlesen

Exkursion: »Kämpfe um den amerikanischen Brückenkopf bei Gosenbach«

Veranstaltungsreihe erinnert an das Kriegsende in der Region

Während sich Populismus, Antisemitismus und Rassismus sich bis weit in die gesellschaftliche Mitte verbreiten, ist es nötiger denn je, aus der Geschichte zu lernen, denn sie ist kein Fall fürs Museum, sie ist ein Schlüssel für die Zukunft. Erinnern bedeutet zugleich die Aneignung der eigenen Vergangenheit als ein Mittel gegen das Verdrängen und Vergessen – denn wer sich erinnert, hat die Chance, aus der Geschichte zu lernen. Grund genug für die Kreisvolkshochschule (KVHS) Altenkirchen, sich dem Thema auch in Corona-Zeiten mit neuen Exkursionen zu Schauplätzen des Krieges hier im Kreisgebiet zu widmen. So sind wieder verschiedene Veranstaltungen unter der Leitung von Ralf Anton Schäfer aus Betzdorf vorgesehen, die sich auf die Spuren der letzten Kriegsmonate in der Region begeben.

Der nächste Termin: Samstag, 17. Oktober. Ab 14 Uhr geht es um „Kämpfe um den amerikanischen Brückenkopf bei Gosenbach“. Treffpunkt ist der Friedhof in Achenbach (Achenbacher Straße in Siegen-Achenbach). Während der Exkursion wird eine Wegstrecke von knapp acht Kilometern – rund vier Stunden – zurückgelegt. Weiterlesen

Hilchenbach: Keppeler Schüler im Einsatz für Kriegsgräber

Keppeler Schüler im Einsatz für Kriegsgräber


„Es ist mittlerweile so etwas wie eine kleine Tradition, dass sich Schülerinnen und Schüler des Hilchenbacher Gymnasium Stift Keppel einmal im Jahr um die Kriegsgräberstätte im Ortsteil Allenbach kümmern. Zu Stande gekommen ist diese Initiative auf Einladung des Ratsmitglieds Klaus Stötzel, der hier ebenso wie in anderen Feldern die Zusammenarbeit mit der Schule pflegt. Sei es bei den Früchtchen, wenn die Obstsaison anläuft und Not am Mann ist, sei es beim Hilchenbacher Frühjahrsputz, wenn der Müll, den die Jugendlichen entlang der Ferndorf einsammeln, per Trecker abtransportiert werden muss.
Kurz vor den Sommerferien konnte trotz Corona-bedingter Einschränkungen des Schulbetriebs die diesjährige Pflegeaktion stattfinden, unter Beachtung aller gültigen Abstandsregeln. Unterstützt wurden die gymnasialen Gärtner von ihrem Lateinlehrer Michel Schäfftlein. Sie befreiten das Areal von Unkraut und bepflanzten es neu.
In Allenbach sind Kriegstote deutscher, russischer und polnischer Herkunft bestattet.“

Link zum Lageplan der Friedhofsanlage in Hilchenbach-Allenbach in den Arolsen Archives

Quelle: Stadt Hilchenbach, Aktuelles, 8.9.2020

Worpswede, Stollwerck und Freudenberg

Interessante Details einer ungewöhnlichen Verbindung mit dem Künstlerdorf und einer Straße in Dirlenbach wurden bei Ausstellungs-Vorbereitung entdeckt


Gegenwärtig zeigt das 4Fachwerk-Museum unter dem Motto „Worpswede trifft Freudenberg“ Werke des Künstlers Heini Linkshänder. Neben dem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement für Kultur in beiden Orten, gibt es eine weitere kleine, ungewöhnliche Verbindungslinie zwischen Worpswede und Freudenberg.

Die Geschichte beginnt um etwa 1898. Seit dieser Zeit entwarf Paula Becker zusammen mit ihrem späteren Ehemann Otto Modersohn und den Worpsweder Künstlern Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler sogenannte Stollwerck-Bilder. Sie zählen zu der Malergeneration, die den Ruf des international bekannten Künstlerdorfes einst mitbegründeten.
Der Auftrag kam vom Kölner Schokoladenfabrikanten Ludwig Stollwerck (1857-1922), der die Idee entwickelte, Einzelbilder produzieren zu lassen und seinen Schokoladen beizufügen. Er „erfand“ Sammelalben für solche Bilderserien, um damit einen Kaufanreiz zu verstärken. Erste „Stollwerck-Bilder“ waren bereits 1840 entstanden und gelten als begehrte Sammelobjekte.

Als im Zweiten Weltkrieg Köln durch Bomben weitgehend zerstört war, errichtete 1944 in staatlichem Auftrag Bauunternehmer Herl aus der Domstadt in der Freudenberger Hakenfeldstraße (Dirlenbach) elf Siedlungshäuser. Sie dienten als Behelfsunterkünfte für Kölner, deren Wohnungen zuhause unbewohnbar waren. Und so wurde auch eine Zeitlang ein Nachfahre des Worpsweder-Bilder-Auftraggebers, der nunmehrige Schokoladenfabrikant Stollwerck zum Freudenberger Mitbürger. Noch heute nennen viele Dirlenbacher diesen Ortsbereich „Neu-Köln“.

Die Fotos, wie die kleine Siedlung in Dirlenbach damals aussah, befinden sich in der Sammlung von Ortsheimatpfleger Roland Jung, der sie auch für die Ausstellungsbroschüre gerne zur Verfügung stellte. Er erinnert sich an Gespräche in der Familie, in denen der handschriftliche Brief von Stollwerck eine Rolle spielte, mit dem er sich für den Aufenthalt in Dirlenbach bedankte.
„Eine interessante Begebenheit, auf die wir bei der Vorbereitung zu der Ausstellung gestoßen sind,“ findet 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel. Er freut sich, dass im Zuge der Corona-Lockerungen auch wieder kleine Führungen im Museum mit Beachtung der Schutzbestimmungen möglich sind. Anfragen nimmt Dieter Siebel (Telefon 02734/7223) gerne entgegen. Die Ausstellung „Alles mit links – Werke von Heini Linkshänder“ ist noch bis zum 16. August 2020 in Freudenberg zu sehen . Der Eintritt beträgt drei Euro. In der ersten Öffnungsphase nach der Corona-bedingten Schließung ist das Museum in der Freudenberger Altstadt jetzt samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Sonderführungen sind nach Anfrage möglich. (www.4fachwerk.de)
Quelle: 4Fachwerl-Museum, Pressemitteilung, 28.6.2020