Gründung des Archivverbundes Wilnsdorf-Netphen

Allianzwappen des Archivverbundes Wilnsdorf-Netphen

Das nordrhein-westfälische Archivgesetz verpflichtet die Kommunen entweder ein eigenes Archiv zu unterhalten oder diese Aufgabe im Verbund zu lösen. Seit gut sieben Jahren verhandelten die beiden Kommunen Wilnsdorf und Netphen über eine solche Verbundlösung. Die Gespräche waren erfolgreich: Denn einer gemeinsamen Pressemitteilung zufolge unterzeichnen die beiden Bürgermeister, Marco Müller (Netphen) und Hannes Giebeler (Wilnsdorf), heute um 15:00 im Netphener Rathaus die Gründungsurkunde des Archivverbundes. siwiarchiv wird weiter berichten.
Im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein findet sich aktuell bereits ein „Archivverbund“; die Gemeinden Burbach und Neunkirchen „teilen“ sich einen Archivaren, wie unlängst bekannt wurde.

Hohe Auszeichnung für Pastor Thomas Ijewski

Hexen, Pietismus und Denkmalpflege

„Ehrenamtliches Engagement ist die Superkraft unserer Gesellschaft.“ Mit diesen Worten begrüßte Mona Neubauer, stellvertretende Ministerpräsidentin, verdiente Persönlichkeiten in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Der Freudenberger Pastor Thomas Ijewski und 14 weitere hoch engagierte Bürgerinnen und Bürger aus NRW wurden mit den Verdienstorden des Landes ausgezeichnet. Damit ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen.

 [Klicken, um das Bild zu schließen. Pfeiltasten für vorheriges / nächstes Bild.] Düsseldorf, 23.03.2026: Die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur überreicht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. © Foto: Land NRW / Ralph Sondermann

Düsseldorf, 23.03.2026: Die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur überreicht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Thomas Ijewski wurde begleitet von seiner Familie und Bürgermeisterin Nicole Reschke. In der Laudatio heißt es: „Thomas Ijewski ist evangelischer Pastor im Siegerland – genauer: im Fachwerkstädtchen Freudenberg. Seit etwa zwei Jahrzehnten engagiert er sich dort auch ehrenamtlich. Weiterlesen

Neue Handreichung der Diakonie Deutschland zu Aufbewahrungsfristen von Akten im Kontext der Hilfen zur Erziehung

Aufbewahrungspflicht „Teil des Leistungsumfangs der Hilfen zur Erziehung“ – nicht der öffentlichen Archive

Foto: Diakonie Deutschland

Die Diakonie Deutschland hat gemeinsam mit dem Evangelischen Erziehungsverband e. V. (EREV) im November 2025 eine Handreichung mit dem Titel „Anforderungen zur Aufbewahrungsfrist und Umsetzung der Archivierung von Akten im Kontext der Hilfen zur Erziehung nach dem Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen“ veröffentlicht. Die Publikation richtet sich an diakonische Träger sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und bietet ihnen eine Orientierung bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben.
Ausgangspunkt ist der neu eingefügte § 9b SGB VIII, der im Zuge des „Gesetzes zur Stärkung der Strukturen gegen sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen“ die Aufbewahrungs- und Einsichtspflichten für Unterlagen aus der Kinder- und Jugendhilfe, sogenannte HzE-Akten, deutlich erweitert. Öffentliche und freie Träger sind nun verpflichtet, Erziehungshilfe-, Eingliederungshilfe-, Heim-, Vormundschafts- und Pflegschaftsakten sowie weitere einschlägige Dokumentationen im Sachzusammenhang bis 70 Jahre nach Vollendung des 30. Lebensjahres der betroffenen Person aufzubewahren und bei berechtigtem Interesse Einsicht zu gewähren. Weiterlesen

Digitale Barrierefreiheit in Archiven

Im Gespräch: Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten zu Gast in der Geschäftsstelle des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA)

Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten (Beauftragte der Hessischen Landesregierung für barrierefreie IT und digitale Teilhabe) mit Thilo Bauer (Geschäftsführer VdA) Foto: VdA


Digitale Barrierefreiheit sorgt dafür, dass Inhalte, die über digitale Schnittstellen konsumiert werden, für alle Menschen gleichermaßen wahrnehmbar, bedienbar und verständlich sind, unabhängig von ihren körperlichen oder technischen Voraussetzungen. Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten ist die Beauftragte der Hessischen Landesregierung für barrierefreie IT und digitale Teilhabe. Sie erklärte bei einem Besuch in der Geschäftsstelle in Fulda den gesellschaftlichen Bewusstseinswandel hin zur digitalen Inklusivität – und wie auch Archive davon profitieren. Weiterlesen

Neue Hans Sachs-Forschungsstelle an der Uni Siegen

Die Universitäten Siegen und Marburg starten gemeinsames Langzeitprojekt zu Hans Sachs, dem bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des 16. Jahrhunderts. Geplant ist eine Neuedition seines Theaterwerks. Die DFG fördert das Vorhaben mit 2,6 Mio. Euro.

Mehr als 6.200 Texte hat der Nürnberger Schuhmachermeister und Dichter Hans Sachs hinterlassen – darunter über 200 Theaterstücke. Sachs gilt als produktivster Dichter des 16. Jahrhunderts mit universalem Wissen und Interesse: So hatte er einen sehr guten Überblick über Politik, Theologie und Literatur seiner Zeit. Gleichzeitig beherrschte er die deutsche Sprache so gut wie kaum ein anderer. Auf diese Weise gelang es ihm, auch komplexe Inhalte in eine einfache und verständliche Sprache zu fassen und Handwerkern und Kaufleuten zugänglich zu machen. Ein neues gemeinsames Forschungsprojekt der Universitäten Siegen und Marburg widmet sich nun dem Theater von Hans Sachs. Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 2,6 Millionen Euro gefördert.

„Heute kennen die meisten Menschen Hans Sachs nur noch aus der Wagner-Oper ‚Die Meistersinger von Nürnberg‘ und weniger über seine eigenen Werke. Tatsächlich ist der Großteil des Werks von Hans Sachs noch gar nicht erforscht. Unser Ziel ist es daher, eine Grundlage dafür zu schaffen, dass sich die Forschung wieder stärker mit Hans Sachs beschäftigt“, sagt Prof. Dr. Hans Rudolf Velten von der Universität Siegen, der das Projekt gemeinsam mit seinem Marburger Kollegen Prof. Dr. Nathanael Busch leitet. Weiterlesen

Neunkirchen: Ausstattung des Kommunalarchvis

In seiner heutigen Sitzung berät der Schul- und Kulturausschuss der Gemeinde Neunkrichen, die Verwaltung mit der Ausschreibung und Vergabe der Anschaffung der Einrichtung eines Regalsystems für das neu einzurichtende Kommunalarchiv zu beauftragen.
Mit Ratsbeschluss vom 10.04.2025 wurde die Verwaltung beauftragt, die Planungen zur Einrichtung eines Archivs in den Räumen in der ehemaligen AOK-Geschäftsstelle aufzunehmen und die entsprechenden Haushaltsmittel zur Realisierung zu budgetieren (SCHKA-7-2025). Weiterlesen

Open access: Jens Gründler/Katharina Tiemann (Hg.): Kinderkuren in Deutschland 1945 bis 1990

Perspektiven aus archivarischer und historischer Sicht. Forschungen zur Regionalgeschichte, Band 93, Paderborn 2026, Link

Die Autorinnen und Autoren eröffnen ein Panorama unterschiedlicher Dimensionen aus archivischer und historischer Perspektive von Kinderkuren, die in Deutschland zwischen 1945 und 1990 nach Schätzungen bis zu 13 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen haben. Die Archivarinnen und Archivare präsentieren Bestände verschiedener Archive sowie rechtliche und praktische Fragen der Nutzung im Zusammenhang von Aufarbeitungsinteresse und Persönlichkeitsrechten. Die Historikerinnen und Historiker sondieren neue Forschungsfragen – u.a. zur longue durée der Kinderkuren oder der Kinderkurheime als andere Orte (Foucault) –, unternehmen in Fallstudien erste Erkundungen des Feldes in internationaler Perspektive und präsentieren Forschungsergebnisse zu „Medikamentenmissbrauch“ oder der Heimaufsicht. Zudem werden methodische Fragen im Kontext von Oral History und Auftragsforschung thematisiert sowie die museale Vermittlung im Kontext einer ausgewogenen Darstellung der Kinderkuren austariert.

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Heute: 1. Lesung des Gesetzes zur Änderung des Archivgesetzes NRW


Der Gesetzentwurf der Landesregierung (Drucksache 18/18113) wird heute in erster Lesung in den Landtag eingebracht. Vorgesehen ist die Überweisung an den federführend enAusschuss für Kultur und Medien sowie an den Innenausschuss. Da die Einbringung laut Tagesordnung nach 22 Uhr erfolgt, können Reden zu Protokoll gegeben werden.
Der Optimismus des Verfassers des ersten Entwurfs aus dem Jahr 2018, der anlässlich der Tagung der nordrhein-westfälischen Kreisarchive am 10. März 2026 davon ausging, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden wird, scheint sich zu bestätigen. Allerdings darf die insgesamt lange Dauer des Verfahrens als Ausdruck der Geringschätzung von Archiven und Archivierenden durch die Landespolitik gewertet werden.
s. dazu:
1) Sachstand: Evaluierung des Archivgesetzes NRW (2018 – 2026)
2) Archivvgesetz NRW: Unerwartete Wende
3) Archivgesetz NRW – ja, ist denn schon Weihnachten?

Fortbildungscurriculum für Archivmitarbeitende 2026

Die eigene Fort- und Weiterbildung strukturiert angehen

Grafik von Thea Fiegenbaum

Moderne Archivarbeit ist dynamisch, vielfältig und erfindet sich immer wieder neu. Entsprechend sind Archivmitarbeitende eingeladen, die eigenen Kenntnisse kontinuierlich zu erweitern und sich weiterzubilden. Dies gilt in ganz besonderem Maße für diejenigen, die als Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ins Archiv gekommen sind und sich dort mit ganz neuen Themen und Aufgaben konfrontiert sehen.
Die Fort- und Weiterbildung ist seit Jahrzehnten ein Baustein der Archivberatungstätigkeit des LVR-AFZ. Auch für das Jahr 2026 stellt das LVR-AFZ daher erneut ein „Fortbildungscurriculum für Archivmitarbeitende“ zur Verfügung, das einen Überblick der in diesem Jahr angebotenen Fortbildungsangebote in Deutschland bietet. Weiterlesen