Henner und Frieder erhalten Namensschilder

Bürgermeister Steffen Mues testet die QR-Code-Funktion mit dem Handy. (Foto: Herbert Bäumer)

Bürgermeister Steffen Mues testet die QR-Code-Funktion mit dem Handy. (Foto: Herbert Bäumer)

Schon bei der feierlichen Aufstellung von Henner und Frieder am 10. September 2015 stellten sowohl interessierte Siegener als auch Gäste die Frage: „Wer ist eigentlich wer?“ Für die Universitätsstadt Siegen war dies Anlass genug, um den beiden Traditionsfiguren Namensschilder zu fertigen.

Bürgermeister Steffen Mues und Stadtbaurat Michael Stojan brachten deshalb nun an die Sockel der beiden Sinnbilder der Siegerländer Arbeitswelt noch je eine Tafel mit Erläuterungen an.

Darauf stehen neben den Lebensdaten der Vorbilder des Bergmannes (Henner) und des Hüttenmannes (Frieder) auch deren Namen und Beruf. Außerdem werden der Anlass ihrer Erschaffung sowie der Name des Künstlers genannt. Weitergehende Informationen sind auf einem QR-Code hinterlegt, der Interessierte auf die städtische Homepage leitet. Weiterlesen

Studientag „Reformationen und Adel – vom Rheingau bis zum Siegerland“

26. Februar 2016, 10 bis 17 Uhr, im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Religionen sind ein mächtiger Gestaltungsfaktor moderner Gesellschaften, auch wenn dies eine Zeitlang verdrängt worden ist. Demgegenüber hat die Geschichtswissenschaft der Frühen Neuzeit die tief greifenden Wirkungen von Religion und Konfession auf die Gesellschaften Europas seit je erkannt und in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Trägergruppen untersucht. In diesem Kontext haben die „Reformationen“ des 16. und 17. Jahrhunderts (Reformation, Zweite Reformation und Katholische Reform/Gegenreformation) im politisch vielgestaltigen Raum vom Rheingau bis zum Siegerland das Interesse der Forschung gefunden. Als Akteure in den spannungsreichen Prozessen der Konfessionsbildung und deren territorialer Durchsetzung standen die Erzbistümer Mainz und Trier sowie die nassauischen Grafen im Mittelpunkt. Dagegen ist kaum nach der Rolle des niederen Adels, d. h. in diesem Raum der Reichsritter, gefragt worden, seien es seine persönlichen konfessionellen Überzeugungen und öffentlichen Haltungen, sei es sein lokaler Einfluss als „geborene“ Elite oder aber als Fürstendiener. Weiterlesen

Vortrag „Jüdische Soldaten des Ersten Weltkriegs aus der Synagogengemeinde Siegen“

Grab des Moritz Levy aus Weidenau bei Verdun (Vorlage: Klaus Dietermann)

Grab des Moritz Levy aus Weidenau bei Verdun (Vorlage: Klaus Dietermann)

Klaus Dietermann, Siegen, in der Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich der Regionalhistoriker Klaus Dietermann am Donnerstag, den 18. Februar 2016, mit einem bislang kaum wahrgenommenen Kapitel des jüdischen Lebens im Siegerland beschäftigen. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs zogen zahlreiche Männer aus der jüdischen Gemeinde Siegens, die damals den gesamten Kreis Siegen umfasste, begeistert mit ihren christlichen Kameraden ins Feld. Für sie bestand nun endlich die Möglichkeit, ihr Vaterland und ihren Kaiser zu verteidigen und damit ihr Deutschtum zu beweisen, das ihnen immer wieder öffentlich von konservativen und reaktionären Kreisen abgesprochen wurde. Weiterlesen

Frachtschiffe „Siegerland“ der Reederei Otto Albers

Günter Welte kommentierte vor kurzem den siwiarchiv-Eintrag über die Taufe der „Siegerland“, 1968. Auf Nachfrage konnte er die hier gezeigten Bilder der beiden Schiffe zur Verfügung stellen. Er war von 1966 bis 1985 bei der Reederei Otto Albers beschäftigt. Vom Moses (Schiffsjungen) bis zum Steuermann brachte er auf der ersten „Siegerland“ (1974) und dann ab 1975/1976 als Kapitän auf der zweiten.

„Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe 12“ online

Die neue Publikation "Archäologie in Westfalen-Lippe" bietet nicht nur für fachinteressiertes Publikum eine interessante archäologische Lesereise. Foto: LWL

Die neue Publikation „Archäologie in Westfalen-Lippe“ bietet nicht nur für fachinteressiertes Publikum eine interessante archäologische Lesereise.
Foto: LWL

Vom Schwert bis zum Bergbau: Lese-Reise quer durch Westfalens Archäologie

Dass die Menschen in Westfalen in allen Epochen erfindungsreich, anpassungsfähig und gleichzeitig traditionsbewusst waren, spiegelt sich auch in der Archäologie. Der Band „Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe 12“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt das mit aktuellen Erkenntnissen in einer neuen Publikation. Das Spektrum reicht von der Bronzezeit bis in die frühe Neuzeit, vom Überleben in hochwassergefährdeten Gebieten bis zur Bestattungspraxis in der römischen Kaiserzeit.

Sieben Archäologen gehen in der Publikation den unterschiedlichsten Fragestellungen quer durch alle Epochen und Regionen nach. Die Beiträge sind jetzt sowohl einzeln als auch als Gesamtausgabe über Open Access im Internet zu haben. Jeder kann sich damit kostenlos in die wissenschaftliche Erforschung des in der Erde verborgenen kulturellen Erbes einlesen. Möglich macht das die Kooperation der LWL-Archäologie für Westfalen mit der Universität Heidelberg.
Wer Bücher lieber im festen Zustand zur Hand nimmt: Das ist weiterhin mit den gedruckten Exemplaren möglich, die es sowohl im LWL-Museum für Archäologie in Herne als auch beim Verlag Philipp von Zabern gibt. Weiterlesen

Veranstaltung „Burbach in den 40er, 50er und 60er Jahren – Teil VII“

Burbach-Würgendorf, Heimhof-Theater
Sonntag, 07.02.2016, 17:00 Uhr, Einlass: 16:30 Uhr

2016-02-07 Burbach in alten BildernDie beliebte Veranstaltung „Burbach in den 40er, 50er und 60er Jahren“ findet zum bereits siebten Mal statt. Auch in diesem Jahr stehen alte Fotos, digitalisierte Filme des Film- und Videoclubs und Zeitzeugendokumente im Fokus der Veranstaltung. Viele Dokumente und Fotos wurden der Gemeinde überlassen und haben ihren sicheren Platz im Gemeindearchiv bereits gefunden. So sind sie für die Burbacher Nachwelt erhalten! Die Kulturbeauftragte Katrin Mehlich und die Archivarin Patricia Ottilie laden herzlich zum spannenden und bestimmt wieder sehr unterhaltsamen Abend ins Heimhof-Theater ein.

Eintritt: frei! Spenden werden erbeten!
Veranstalter: Kulturbüro und Gemeindearchiv

„Zeit.Raum Siegen“ macht Stadtgeschichte „erlebbar“

Das Projekt „Zeit.Raum Siegen“ will die Geschichte der Stadt Siegen „erlebbar“ machen. Mit der Vertragsunterzeichnung gaben die Verantwortlichen am Donnerstag, 28. Januar 2016, im Oraniersaal des Oberen Schloss das Startsignal für das interdisziplinäre Forschungsvorhaben.

Universitätskanzler Ulf Richter (l.) und Ulf Stötzel, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums, unterzeichneten im Beisein von Stadträtin Babette Bammann die Verträge für das Forschungsprojekt "Zeit.Raum Siegen". (Foto: Stadt Siegen)

Universitätskanzler Ulf Richter (l.) und Ulf Stötzel, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums, unterzeichneten im Beisein von Stadträtin Babette Bammann die Verträge für das Forschungsprojekt „Zeit.Raum Siegen“. (Foto: Stadt Siegen)

Universitätskanzler Ulf Richter, Stadträtin Babette Bammann und Ulf Stötzel, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums, unterzeichneten die Verträge für das Projekt, bei dem neue Wege der Wissensgenerierung und -vermittlung beschritten werden sollen. Anliegen ist es, Fragen an die Geschichte zu stellen und nicht Antworten und Deutungen unreflektiert zu übernehmen. Weiterlesen

Das „Rheinische Kaufhaus für Lebensmittel“ 1956 in Siegen

Discounter vor 60 Jahren

Die Rheika-Filiale in der Siegener Bahnhofstraße im Jahr 1956 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Die Rheika-Filiale in der Siegener Bahnhofstraße im Jahr 1956 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse oder bislang unbekannte Aspekte sollen durch bebilderte Onlineartikel veranschaulicht werden. Auf der Website www.stadtarchiv-siegen.de wird in der neuen Ausgabe des „Klicks in die Vergangenheit“ die Geschäftsphilosophie des Rheinischen Kaufhauses für Lebensmittel – kurz „Rheika“ – am Beispiel der Niederlassungen im heutigen Stadtgebiet Siegens vorgestellt. Weiterlesen

27. Januar: Veranstaltungen in Kreuztal und Netphen

15.30 Uhr Gedenkstunde am Fred-Meier-Platz in Kreuztal-Littfeld

Begrüßung: Bürgermeister Walter Kiß
Ansprache: Pfr. i.R. Matthias Weissinger (Kreuztal)
Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen der Adolf-Wurmbach-Grundschule Littfeld und des Jugendtreffs Glonk
Mitveranstalter: Stadt Kreuztal

16:00 Uhr, im Alten Feuerwehrhaus Netphen, St. Petersplatz.

Nach der Niederlegung eines Blumengebindes an der Gedenkstätte für die Familie Faber ist im Alten Feuerwehrhaus folgender Ablauf vorgesehen:

  • Ansprache von Bürgermeister Paul Wagener
  • Theaterprojekt des Vereins Junges Theater Siegen e.V.:

Schülerinnen und Schüler aus der Region führen unter der Leitung von Lars Dettmer (Regie) und Peer Ball (Dramaturgie) Szenen aus dem Theaterstück „Unheimliche Heimat – Stolpersteine der Erinnerung“ auf. In dem Stück, das für Schülerinnen und Schüler am Vormittag des 27. Januar bereits in der Aula des Gymnasiums Netphen gezeigt wird, geht es um zwei Jugendliche, deren Schicksal beispielhaft für die Judenverfolgung in unserer Region steht. Es zeigt, wie diese Jugendlichen und ihre Familien zunehmend ausgegrenzt wurden und – vor die Alternative Flucht oder Verfolgung gestellt – auf Länder angewiesen waren, die sie aufnahmen.

LWL veröffentlicht Buch zu „Inklusion und Exklusion“

Gesellschaftliche Teilhabe und Ausgrenzung im 19. und 20. Jahrhundert

WF6516

Das Internationale Kriegs-Opfer-Bulletin – hier eine Ausgabe aus dem Jahr 1930 – steht mit seinen Grafiken und Fotos, die Schlachtfelder mit toten Soldaten, Kriegsverletzte und Gefangene mit abgemagerten und entstellten Körpern zeigen, in starkem Kontrast zu anderen Bildern, die die Integration der Kriegsversehrten zu zeigen versuchten. Foto: LWL

Die verschiedenen Entwicklungen, Phänomene sowie Praktiken von Teilhabe und Nicht-Teilhabe in den vergangenen 200 Jahren sind das Schwerpunktthema im Band 65 der Westfälischen Forschungen, der jährlich erscheinenden Zeitschrift des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) versteht sich als „Motor der Inklusion“, um gleichwertige und selbstbestimmte Lebensverhältnisse von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Das heutige Verständnis von Inklusion als sozial-, bildungs- und kulturpolitische Programmatik ist eine junge Definition. Erst seit den 1990er Jahren dient das Begriffspaar „Inklusion/Exklusion“ zur kritischen Selbstbeschreibung westlicher Gesellschaften.

  • Die Autoren der elf Beiträge thematisieren unter Kategorien wie kultureller Identität, Nationalität, Klasse, Schicht, (Nicht-)Behinderung, chronische Krankheit und sexuelle Orientierung, was im jeweiligen historischen Kontext zum Beispiel von staatlicher und kirchlicher Seite als „normal“ angesehen wurde und was nicht. Fallstudien – unter anderem zum Umgang mit Armut auf dem Land, über den Strafvollzug in der Weimarer Republik, zur Heimerziehung und zu den Auswirkungen der Psychiatriereform in Westfalen – veranschaulichen Inklusions- und Exklusionsprozesse in der Geschichte. Sie vermitteln zudem neue Einsichten zum gesellschaftlichen Umgang mit menschlicher Verschiedenheit. „Das Begriffspaar In- und Exklusion hilft, sich darüber klar zu werden, dass niemand nur ‚anders‘ beziehungsweise nur ‚ausgegrenzt‘ ist“, sagt Dr. Elsbeth Bösl, Herausgeberin des Themenschwerpunktes der Westfälischen Forschungen 2015. Die Verfasser der Beiträge haben an Beispielen des 19. und 20. Jahrhunderts eine Vielzahl von Ein- und Ausschlüssen mit Widersprüchen, Uneindeutigkeiten und Ungleichzeitigkeiten zutage gefördert.“ Während etwa linke Kriegsopferverbände die Bilder von Verstümmelungen als politisches Druckmittel einsetzten, betonten andere die Chancen einer (begrenzten) Integration – je nach politischer Zielsetzung wurden also unterschiedliche Stufen der Inklusion und Exklusion angedeutet. Weiterlesen