Auf dem alten jüdischen Friedhof in Bad Berleburg ist es am Wochenende erneut zu Schändungen mehrerer Gräber gekommen. „Die erneuten Schändungen auf dem Friedhof lassen uns fassungslos zurück. Wir verurteilen die Zerstörung und Beschädigung dieses Ortes der Erinnerung, des Gedenkens und des Mahnens für den Frieden auf das Schärfste“, erklärte Volker Sonneborn. Nach Bekanntwerden des neuerlichen Vorfalls waren der Bürgermeister von Bad Berleburg sowie Polizei und Staatschutz am Samstag vor Ort und haben gemeinsam das Ausmaß der Zerstörung aufgenommen. Der Staatsschutz hat zugleich die Ermittlungen übernommen. Dies war schon nach den ersten Vorfällen vor wenigen Wochen erfolgt, als ein oder mehrere Täter Gräber auf dem jüdischen Friedhof geschändet und das jüdische Mahnmal im Berlebach in Bad Berleburg zerstört hatten.
„Unvereinbar mit unseren Werten“
„In den vergangenen Wochen haben wir in Abstimmung mit allen Beteiligten – insbesondere der jüdischen Gemeinde und dem LWL – die notwendigen Abstimmungen getroffen, um die Schäden nach der ersten Schändung zu beheben. Gleichzeitig haben wir in der vergangenen Woche das jüdische Mahnmal im Berlebach repariert und den Davidstern auf dem Mahnmal wieder installiert“, berichtete Volker Sonneborn. Der jüdische Friedhof selbst stand seit Bekanntwerden der ersten Grabschändungen unter engmaschiger polizeilicher Überwachung, zuletzt noch am Freitagabend – und damit unmittelbar vor dem erneuten Vorfall. „Klar ist, dass wir diese Schändung generell und solche Taten im Allgemeinen in keiner Weise tolerieren können und werden. Dies ist unvereinbar mit unseren Werten der Gemeinschaft, Solidarität und Toleranz, für die unsere Stadt der Dörfer in der Vergangenheit stand und auch in Zukunft immer stehen wird“, erklärte der Bürgermeister.
Quelle: Stadt Bad Berleburg, Aktuelles, 7.9.2026

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s. a. Westfalenpost (online), 8.9.2026: https://www.wp.de/lokales/wittgenstein/article413083054/juedischer-friedhof-in-bad-berleburg-erneut-geschaendet.html
s. a. zur vorherigen Schändung die Stellungnahme der Superintendentin des ev. Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein: https://www.kk-siwi.de/website/de/siwi/aktuelles/news?article_id=6797
Schändungen jüdischer Friedhöfe im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein – ein Chronologie:
– 15. August 1947 Bad Laasphe (Quelle: Landesarchiv NRW, Erlasse zu Friedhofsschändungen)
– Feb.[ 1948 o. ]1949 Hilchenbach, 2 14jährigen warfen neun Grabsteine um
– 26. Juni 1996 Hilchenbach
– 20. März 1998 Burgholdinghausen
– [2000 Bad Berleburg ?]
– 1. November – 24. November 2003 Bad Berleburg, Beschmierung von Grabsteinen mit Hakenkreuzen
– 2013 Siegen-Lindenberg, 4 männliche Täter (19.21.22. u. 23 Jahre) wurden wegen Volksverhetzung und Störung der Totenruhe belangt
– [2013 Bad Berleburg ?]
– 2023 Siegen-Lindenberg, Beschmierung mit verfassungsfeindlichen Symbolen
– [Sommer 2026 Bad Berleburg]
Quelle: Map Olam
20. März 1998 Burgholzhausen; richtig ist: Burgholdinghausen
Danke!
Zur Einweihung des ebenfalls geschändeten Denkmals s.:

Vielen Dank an WL für den Artikel aus der Westfalenpost v. 1.6.2000!