Erinnerung an die letzte Deportation vor 76 Jahren in Hilchenbach

Kranzniederlegung, Freitag, 28. Februar, 16.30 Uhr, Ansprache: Bürgermeister Holger Menzel,  Ev. Kirche Hilchenbach (Ecke Markplatz/Hilchenbacher Straße)

Jährlich, jeweils am 28. Februar, dem Deportationstag von Elisabeth `Gerti` Holländer und ihrem 10-jährigen Sohn Lothar Holländer, legt die Stadt Hilchenbach am Gedenkstein an der Ecke Marktplatz und Hilchenbacher Straße einen Kranz nieder, um an das schreckliche Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland geworden sind, zu erinnern.
Insgesamt sind im Holocaust 20 Hilchenbacher Juden ermordet worden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu der Gedenkfeier eingeladen.
Quelle: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland, Rundbrief 2/2020

Austausch der Gedenktafel zur Erinnerung an die Zerstörung der Siegener Synagoge

„Der Vorschlag der Verwaltung geht auf die Anregung des Aktiven Museums Südwestfalen e. V. und eines Siegener Bürgers zurück. Der Verein weist mit Schreiben vom 10. Januar 2020 darauf hin, dass er sich durch die Initiative dieses Bürgers erneut  veranlasst fühlt, für den Austausch der Gedenktafel zu plädieren. Diese sei 1964 angebracht worden und stelle die Zerstörungder Synagoge in verharmlosender Weise dar. Der vorhandene Text lautet: „Hier stand seit 1904 die Synagoge der jüdischen Gemeinde Siegen. In Zeiten politischer Willkür zerstört am 10.11.1938.“
„Die Verwaltung schlägt vor, am Standort der ehemaligen Siegener Synagoge die vorhandene Gedenktafel durch eine neue mit dem folgenden Text zu ersetzen: „Hier stand seit 1904 die Synagoge der jüdischen Gemeinde Siegen. Die Zerstörung der Gotteshäuser am 9. und 10. November 1938 war der Auftakt zu den ungeheuerlichen Verbrechen der Nationalsozialisten.“
„Das Aktive Museum, vertreten durch die Vorstandsmitglieder Traute Fries und Klaus Merklein, argumentiert, dass diese Formulierung den damaligen Zeitgeist widerspiegele und „der erst zaghaft beginnenden schonungslosen Aufarbeitung der NS-Verbrechen“ entspreche. Frühere Vorstöße, den historischen Sachverhalt auf der Gedenktafel zu benennen, seien nicht erfolgreich gewesen. Bei Führungen, so das Aktive Museum, werde der unpassende Text der Gedenktafel immer wieder einmal angesprochen.Vorbehaltlich der Genehmigung des Haushalts 2020 stehen die Mittel …. für den Austausch der Gedenktafel zur Verfügung.“
Der Kulturausschuss beschloss den Austausch der Tafel in seiner Sitzung am 3.2.2020.
Quelle: Stadt Siegen, Vorlage Nr. 2807/2020 für den Kulturausschuss der Stadt Siegen,Westfälische Rundschau, 4.2.2020 (Print)

Hilchenbach: Festakt zum 50. Todestag Hilchenbacher Ehrenbürgers Wilhelm Münker am 20. September 2020

Heute berät der Hilchenbacher Stadtrat den o. g. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der CDU-Fraktion vom 20.Januar 2020:
„Am 20. September 1970 – genau vor 50 Jahren also  – starb Wilhelm Münker im Alter von fast 96 Jahren. Bis heute lebt die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Bürger unserer Stadt weiter. Viele fühlen sich aufgrund persönlicher Begegnungen mit ihm bleibend verbunden. Die Stadt hält ihm auf vielfältige Weise gedenkend die Treue und trägt Sorge dafür, dass das Leben und Wirken Wilhelm Münker im Dienste von „Heimat, Umwelt und Jugend“ (so der Titel einer vom Deutschen Jugendherbergswerk 1989 herausgegebenen Biographie) nicht in Vergessenheit gerät. Weiterlesen

Veranstaltungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Sonntag, 26.01., 15.30 Uhr
Ort: Ratssaal Rathaus Siegen, Markt 2
Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e.V. und Universitätsstadt Siegen

„Jüdische Familien aus Klafeld-Geisweid“
Begrüßung: Hans-Walter Klein
Grußwort: Bürgermeister Steffen Mues
Bildvortrag: Traute Fries
Vorstellung einer Broschüre

Montag, 27.01., 15.30 Uhr
Ort: Fred-Meier-Platz in Kreuztal-Littfeld, Grubenstraße 31
Mitveranstalter: Stadt Kreuztal

Ansprachen: Bürgermeister Walter Kiß und Pfr. Jochen Ahl, Ev.-Ref. Kgm Krombach
Mitwirkung: Jugendtreff Glonk und Schulchor der Grundschule Littfeld

Vortrag: Wolfram Pyta „Der politische Lebensweg des Paul von Hindenburg“

Paul von Hindenburgs (1847-1934) politischer Lebensweg ist Thema eines Vortrags des Stuttgarter Historikers Professor Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart) im Rahmen der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 23. Januar 2020 im KrönchenCenter im Vortragsraum der VHS statt.

Der als Kriegsheld gefeierte Hindenburg rückte als Reichspräsident der Weimarer Republik erneut in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Die siegreiche Schlacht bei Tannenberg des bereits pensionierten Offiziers gegen das russische Heer während des Ersten Weltkriegs begründete seinen Ruf. Damit war zugleich der Grundstein gelegt, ihn in konservativen Kreisen der Weimarer Republik als Integrationsfigur im zweiten Wahlgang um die Reichspräsidentschaft 1925 ins Rennen zu schicken. Diese Wahl gewann er ebenso wie die von 1932. Seine Amtszeit dauerte insgesamt mehr als acht Jahre, in die auch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichkanzler am 30. Januar 1933 fiel.
Noch heute ist Hindenburg, 1933 zum Ehrenbürger der Stadt Siegen ernannt, durch die Bezeichnung von Straßen und Plätzen mit seinem Namen allgegenwärtig. Ob ihm diese Auszeichnung und damit eine Vorbildfunktion im öffentlichen Raum zu Recht zusteht, wird kontrovers diskutiert.

[Umbenennungen der Hindenburgstr. auf siwiarchiv:
Als aus der Sandstraße die Adolf-Hitler-Straße wurde
Siegener Straßenbenennungen in der NS-Zeit und in der frühen Bundesrepublik
Online-Datenbank zur NS-Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe freigeschaltet
Namensumbenennung der Hindenburgstraße in Hilchenbach]
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Virtuelle Heimatsammlungen in NRW

Ein Projekt der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 2019 bis 2021. Objekte der ostdeutschen Heimatstube Neunkirchen wurden digitalisiert.

Besondere Stätten der Erinnerungskultur der Vertriebenen waren und sind die in den Nachkriegsjahren aufgebauten und eingerichteten kleineren und größeren ostdeutschen Heimatsammlungen und Heimatstuben. In ihnen wurde das, was man aus der alten Heimat an materiellen Kulturgütern gerettet und mitgebracht hatte, gesammelt und ausgestellt, wurde die Heimat auf diese Weise vergegenwärtigt. Dabei waren und sind die Heimatsammlungen und -stuben weit mehr die Summe ihrer einzelnen Exponate und Archivalien: Sie spiegeln mit kulturhistorisch bedeutenden Gegenständen und mehr noch mit den vorgestellten Alltagsgegenständen das Leben, die Geschichte, die Mentalität einer Region, Stadt oder Gemeinde wider – und darüber hinaus zeugen sie von der Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft. Weiterlesen

Heute vor 27 Jahren: Ermordung von Bruno Kappi

Siegener Bündnis für Demokratie erinnert an Jahrestag der Ermordung von Bruno Kappi im Jahr 1992. Gedenkort im Weidenauer Einkaufszentrum geplant

Am 15. Dezember 1992 wurde der 55 jährige Bruno Kappi auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle im Weidenauer Einkaufszentrum ermordet. Der oder die Täter griffen den stark sehbehinderten Bruno Kappi an, schlugen und traten brutal auf ihn ein bis er an diesen Verletzungen starb. Zwei junge Männer aus der rechten Skinhead Szene wurden später angeklagt, jedoch konnte ihnen die Tat nicht nachgewiesen werden. Der Mord ist bis heute ungesühnt.
Die Tat passierte Anfang der 1990er Jahre zu einer Zeit, als es in Deutschland rechtsradikale Ausschreitungen und Brandanschläge in Hoyerswerda (September 1991), Rostock-Lichtenhagen (August 1992) und in Mölln (November 1992) gab. Es folgten Solingen (Mai 1993) und Lübeck (1996) bis hin zu den Morden durch den nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Weiterlesen

Fremde Heimat – szenische Führung zur Zwangsarbeit im Siegerland in der Zeit des Nationalsozialismus

Sonntag, 15. Dezember, 16.00 Uhr, Ort und Dauer werden in der lokalen Presse bekannt gegeben.

Im Jahr 1944 war jeder dritte Arbeitnehmer im Siegerland ein Zwangsarbeiter. Auf den Friedhöfen des Siegerlandes finden sich ihre Spuren – so wurden zwischen 1940 und 1945 ca. 1.000 sogenannte Fremdarbeiter hier begraben – darunter Kleinkinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Menschen aus Frankreich, Italien, aber vor allem aus Russland, der Ukraine, aus Polen. Das Jugendensemble von „Junges Theater Siegen“ hat sich nach der Auseinandersetzung mit der Verfolgung jüdischer Siegerländer im Theaterstück „Unheimliche Heimat – Stolpersteine der Erinnerung“ nun zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die bis zu 12.000 Menschen, die in der Zeit des NS als ZwangsarbeiterInnen aus ganz Europa in unserer Region ausgebeutet wurden, wach zu halten. Dazu wurden Zeitzeugen befragt, Texte gelesen, Friedhöfe besucht und daraus eine szenische Führung erarbeitet, die den Besuchern Einblicke in Sichtweisen und Lebensläufe sowohl von Zwangsarbeitern als auch von Siegerländer Bürgern geben soll.

Gemeinsam mit Junges Theater Siegen e. V.

Quelle: Aktives Museum Südwestfalen, Veranstaltungen

„Ge(h)denken“

Ein Tag des Erinnerns und ein Tag, aufzustehen und Gesicht zu zeigen.
Mo, 16.12.2019 (20:00 Uhr), Apollo-Theater, Siegen

„16. Dezember 1944: Die Stadt Siegen erlebt die schrecklichsten Minuten ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben werden abgeworfen, die Stadt versinkt in Schutt und Asche. Hunderte Menschen sterben im Bombenhagel jenes Krieges, der unerbittlich seinen Weg zurück zum Ursprung findet – nach Deutschland. Als breiter Zusammenschluss der Stadtgesellschaft gestaltet das „Siegener Bündnis für Demokratie“ seit 2008 diesen Gedenktag – auch mit dem Ziel, einen Missbrauch dieses Datums durch rechtsextreme, rechtsradikale und rechtspopulistische Organisationen zu verhindern. 2019 jährt sich dieser erschütternde Tag zum 75. Mal. Die jungen Theater der Stadt – das Bruchwerk Theater, das JAp und das Junge Theater Siegen – greifen dies auf und durchleuchten die Schrecken dieses absurden Krieges mit Textcollagen und Klanginstallationen auf der Apollo-Bühne. Ausgewählte Texte setzen sich natürlich auch mit dem Heute auseinander. Denn: An der Sprache sind sie zu erkennen, die neuen Hetzer und Treiber. Bündnisse für Demokratie sind nötiger denn je. – Wie erschreckend!“
Quelle: Apollo-Theater, Siegen, Veranstaltungen