Benennung eines Platzes in Siegen-Trupbach in Buzz-Aldrin-Platz

Buzzonmoon
Buzz Aldrin auf dem Mond, 20. Juli 1969, von USGov-NASA [Public domain], via Wikimedia Commons

„Der Heimatverein Trupbach e.V. hat gemäß § 24 Gemeindeordnung NW die Anregung vorgebracht, den betreffenden Platz mit dem Namen “Buzz-Aldrin-Platz“ zu benennen. Diese Anregung wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 30.05.2018 zur weiteren Beratung an den zuständigen Bezirksausschuss V–Siegen-West sowie den Kulturausschuss verwiesen.
Dr. Edwin Eugene „Buzz“ Aldrin ist im Jahre 1930 geboren und betrat 1969 im Rahmen der Apollo 11-Mission der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA nach Neil Armstrong als zweiter Mensch den Mond.
Ein Teil seiner Vorfahren stammt aus Trupbach (Familien Fischbach und Richter) und Oberfischbach (Familie Häger). 1713 verließen 4 seiner Vorfahren ihre Siegerländer Heimat und wanderten nach Amerika aus. In Virginia waren sie im Jahre 1714 Mitbegründer der Siedlung “Fort Germanna“. Die ehemaligen Häuser dieser Auswanderer stehen in unmittelbarer Nähe des zu benennenden Platzes. Weiterlesen

Freudenberg: Aufstellung einer Gedenktafel für die Opfer der Hexen- und Hexerverfolgung

In seiner heutigen Sitzung berät der Rat der Stadt Freudenberg über einen Antrag der Ratsfraktion der GRÜNEN zur Aufstellung einer Gedenktafel an die Hexenverfolgung.
Vor mehr als fünf Jahren berichtete siwiarchiv bereits hierzu: http://www.siwiarchiv.de/opfer-der-hexenprozesse-freudenberg/

Ausstellung „Landschaft, die sich erinnert“

10.06. bis 30.09.2018, Museum für Gegenwartskunst Siegen

Thomas Kellner, Mundloch / Lochkamerafotografie (Heinrichshoffnung, Siegerland), 2018, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Was ist Landschaft heute? Noch immer stellt man sich das ästhetische Ideal eines abwechslungsreich gestalteten Natur-, Agrar- und Siedlungsraums vor. Moderne Landschaften sind dagegen häufig ‚Nicht-Orte‘. Dort werden Spuren sichtbar – von ökonomischen Eingriffen, wechselnden Grenzziehungen, Flucht, Krieg oder von Zersiedlung und Bergbau.
Übrig bleibt Restnatur, in der Ruinen von geschichtlichen Ereignissen zeugen. Öde Landschaften, die von vergangener Gewalt sprechen, degradiert zu Material. Gleichzeitig werden (Kriegs-)Erinnerungen durch architektonische Monumente des 20. Jahrhunderts sichtbar verkörpert.
24 Künstler und Künstlergruppen der Ausstellung bringen Landschaften zum Sprechen. Sie schaffen aktuelle Landschaftsbilder zwischen Fiktion, Sinnbild und Dokumentation und appellieren an unser Vermögen, diese zu lesen und zu entziffern – aber auch an unsere Imagination und unsere Fähigkeit, zu trauern.
Werke von:
Marianna Christofides, Luc Delahaye, Chloe Dewe Mathews, Lukas Einsele, Anca Benera und Arnold Estefán, Cyprien Gaillard, Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, Markus Karstieß, Thomas Kellner, Jan Kempenaers, Anselm Kiefer, Aglaia Konrad, Susanne Kriemann, Armin Linke, Richard Mosse, Andreas Mühe, Multiplicity, Paul Nash, Alexandra Navratil, Milica Tomić & Sans Souci Collective, Unknown Fields, Danny Veys, Paul Virilio und Kristof Vrancken. Weiterlesen

Umbenennung der Alfred-Fißmer-Anlage in Siegen

Tagesordnungspunkt 4.3 des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Siegen, 30.5.2018

Die Anregung gemäß § 24 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen zur Umbenennung ist am 27. März 2018 eingegangen. Im Schreiben „beantragt der Petent, dass der Platz neben der Nikolaikirche in Zukunft nicht mehr nach dem früheren (Ober-)Bürgermeister Siegens, Alfred Fißmer, benannt werden soll. Zur Begründung führt der Petent an, dass sich die Sichtweise auf die Rolle aus dem heutigen Blickwinkel verändert habe, insbesondere vor dem Hintergrund seiner Tätigkeiten …. während des Nationalsozialismus.“
Der Verwaltung formuliert nun in ihrer Vorlage 1894/2018 folgenden Beschlussvorschlag: „Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Universitätsstadt Siegen beschließt, eine endgültige Entscheidung über die Anregung, die Alfred-Fißmer-Anlage umzubenennen, soweit zurückzustellen, bis eine sach- und fachgerechte Beurteilung der Rolle des ehemaligen (Ober-)Bürgermeisters insbesondere in der Zeit von 1933 bis 1945 möglich ist.“
Dazu heißt es in der Vorlage: “ ….. Diese Gesamtbetrachtung könnte durch das Archiv der Stadt Siegen in Kooperation mit der Universität Siegen übernommen werden. Beide Partner planen zum Wintersemester 2018/2019 eine Ausstellung mit dem (Arbeits-)Titel „Die Verwaltung der Stadt Siegen in der Zeit des Nationalsozialismus“. In diesem Zusammenhang sind auch umfangreiche Recherchearbeiten zur Person Alfred Fißmer avisiert, auch anhand von neueren Akten, darunter auch seine Entnazifizierungsakte, die derzeit gesichtet und zumindest als Abschrift dem Stadtarchiv Siegen überlassen werden sollen.
Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Ergebnisse der Recherchearbeiten abzuwarten, um sich dann ein Gesamtbild über die Person Alfred Fißmers machen zu können. Danach ist vermutlich eine fundierte Aussage erzielbar, aus der möglicherweise weitere Schritte abgeleitet werden können. ….“

aus: Deutsche Verlustlisten Liste Pre[eußen] 662, Ausgabe 12 14 v. 18.10.1916, S. 15622 via http://wiki-de.genealogy.net/Verlustlisten_Erster_Weltkrieg/Projekt

Zur Umbenennung der Alfred-Fißmer-Str. 1947 s. Marcus Weidner, Datenbank der Strassenbenennungen in Westfalen-Lippe 1933 – 1945, Eintrag Stadt Siegen

siwiarchiv hat für eine erste Information über die Person Alfred Fissmer Links, Literatur und Zeitungsartikel zusammengestellt: Weiterlesen

Erster Abschnitt der Siegener Schlossmauer ist saniert

Die Sanierung des ersten Schlossmauer-Teilstücks ist abgeschlossen: Bei einem Pressetermin stellten Bürgermeister Steffen Mues und Stadtbaurat Henrik Schumann am Donnerstag, 17. Mai 2018, den mehr als 400 Quadratmeter umfassenden Abschnitt an der „Hasengartenbatterie“ am Oberen Schloss vor.

Die Arbeiten zur Mauersanierung am Oberen Schloss starteten Anfang des Jahres. (Foto: Stadt Siegen)

„Der erste Abschnitt steht beispielshaft für das, was in den nächsten Jahren noch an der Stadtmauer passiert“, begrüßte Bürgermeister Steffen Mues in Gegenwart von Vertretern der Politik und der beteiligten Fachfirmen. „Die Stadtmauer ist eines der identitätsstiftenden Bauwerke aus dem Mittelalter, das historisch wie touristisch für Siegen von großer Bedeutung ist“, sagte Mues weiter.

Parallel arbeiten die Fachleute aber auch an der denkmalgerechten Sanierung des Mauerabschnitts zwischen dem Schloss-Wirtshaus und dem ev. Kreiskirchenamt sowie im Bereich zwischen dem Bischofstrakt und dem Kleinen Krebs. Weiterlesen

Linktipp: „Vergangenheit ragt in die Gegenwart“

Neue Podcast-Reihe des LWL-Institus für Regionalgeschichte

Warum ist der politische und historische Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus auch noch heute gesellschaftlich relevant? Wie hat sich die Erinnerungskultur seit 1945 verändert? In der ersten Folge der Podcast-Reihe des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte spricht Mitherausgeber Dr. Matthias Frese über den Band „Verhandelte Erinnerungen. Der Umgang mit Ehrungen, Denkmälern und Gedenkorten nach 1945“:

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Vortrag: „Nationalsozialismus & Holocaust in der Siegener Erinnerungskultur“

Eine Bestandsaufnahme

08.03.2018 \ 19.00 Uhr \ Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen, Morleystraße 2, 57072 Siegen
Referent:Dieter Pfau, Historiker
Veranstalter: Aktives Museum Südwestfalen und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

Die Frage nach dem angemessenen Umgang mit der nationalsozialistischen
Vergangenheit und dem Holocaust stellt sich nun bereits für die dritte und vierte Generation Siegener Bürgerinnen und Bürger. Diese Erinnerungskultur hat sich in mehr als sechzig Jahren grundlegend gewandelt.
Erläutert wird der Entwicklungsprozess von der Errichtung des ersten Gedenksteins für die jüdischen Opfer auf dem Hermelsbacher Friedhof 1951 bis zur Erweiterung des Aktiven Museums Südwestfalen 2017.
Quelle: Begleitprogramm zur Ausstellung „Deine Anne“

Peter Kunzmann: Der 8. Februar 1718 und die Hauberge

Betrachtungen anlässlich eines unscheinbaren Jubiläums

Schon vor geraumer Zeit wurde im Zusammenhang mit Forschungen zum Selbstbild der Siegerländer konstatiert, dass der Diskurs über die Heimat „fast einem ‚Zitierkartell‘ gleich, ein internes Verweis- und Referenzsystem aufweist und es somit ein Ensemble von autoritativen Grundlagentexten gibt, die als zitierfähiger Kanon das Gerüst für die Beschreibung der Spezifik dieser Region bilden“.[1]

Einer der in den 1950er Jahren im Siegerland populärsten Fachautoren war Paul Fickeler. „Den einen erschien er als nicht wissenschaftlich ernsthaft, genoß aber bei anderen Respekt und Ansehen“[2]: Dieser Charakterisierung entsprechend scheiden sich die Geister auch an Fickelers sich bis heute im „Ensemble von autoritativen Grundlagentexten“ behauptenden Aufsatz „Das Siegerland als Beispiel wirtschaftsgeschichtlicher und wirtschaftsgeographischer Harmonie“ mit seiner ausführlichen Beschreibung der Haubergswirtschaft.[3] An dieser Stelle muss es genügen, auf die profunde Kritik zu verweisen, welche die Abhandlung schon vor etlichen Jahren durch Hartmut Eichenauer erfahren hat.[4] Erwähnenswert ist Paul Fickeler hier, weil allem Anschein nach er es war, der die Phrase „Güldene Jahn-Ordnung von 1718“ als verbales Konstrukt wenn auch vielleicht nicht als erster verwendete[5], so doch entscheidend zu ihrer Verbreitung beitrug. Damit hat er seit vielen Jahrzehnten für Rätselraten gesorgt. Konnte er die an sich schon irreführende Wendung „Güldene Jahn-Ordnung“ immerhin bei renommierten Autoren des 19. Jahrhunderts wie Karl Friedrich Schenck erwähnt finden, so ist kaum nachzuvollziehen, was ihn zu der terminlichen Festlegung „von 1718“ veranlasst hatte. Seriöse literarische Vorbilder waren es vermutlich nicht. Weiterlesen

De fellrath: Schenkung an das Kreisarchiv

Der Künstler de fellrath hatte sich im vergangenen Jahr an der Mitgliederausstellung des Kunstvereins Siegen zum 200jährigen Julbiläum der Kreise Siegen und Wittgenstein beteiligt.

V.l.n.r.: Albrecht Thomas (Kunstverein Siegen), Elisabeth Strautz (Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein), Thomas Wolf (Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein), Franz-Josef Weber (Kunstverein Siegen)

Das Gemälde „Wenn 2 sich umkreisen – echt vielfältig“, Acryl auf Leinwand, wurde dem Kreisarchiv vom Vorsitzenden des Siegener Kunstvereins, Albrecht Thomas, umd vom Geschäftsführer des Vereins, Franz Josef Weber, Ende Januar 2018 übergeben.
Das Bild zeigt Segmente zweier konzentrischer Kreisbahnen – sich außen wie innen mit unterschiedlichen Siegerländer und Wittgensteiner Motiven wiederholend –  in einem blauen Quadrat.
Das Kreisarchiv bedankte sich für diese großzügige Spende. Das Bild wird nach erfolgter Rahmung seinen Platz in den Räumlichkeiten des Kreisarchivs finden.

Quellen: Westfalenpost, Ausgabe /Wittgenstein, 1.2.2018; Siegener Zeitung 2.2.2018

Walter-Krämer-Straße in Goslar

Auf einem ehemaligen Fliegerhorst wurde eine Straße nach dem Siegener Walter Krämer benannt. Nach kontroverser Diskussion im Bauausschuss entschied sich der Rat der Stadt Goslar in seiner letzten Sitzung im Jahr 2017 für die Benennung. Einerseits hatte der mit der Erschließung des Gelände beauftragte Projektentwickler BLB, um die Vermeidung eines langwierigen politischen Streits gebeten, andererseits stellt die Benennung eine Anerkennung der Arbeit des ehrenamtlichen Vereins Spurensuche Harzregion dar, der sich um die Erinnerung an Walter Krämer verdient gemacht hatte.

Quelle: Goslarsche Zeitung/Harzer Tageblatt, Ausgabe Goslar/Nordharz, Nr. 299/234. Jg. v. 23.12.2017, S. 18 [Anm.: Ein Blick in das Bürgerinformationssystem der Stadt Goslar erlaubt die politische Diskussion nach zu verfolgen.]