Straßennamen: „Umbenennungswellen“ der letzten Jahrzehnte im Kreis Siegen-Wittgenstein?

„ …. Straßennamen sind Teil der Geschichtspolitik, so dass sich stratigrafisch Umbenennungswellen untersuchen lassen. Straßenbenennungen sind Teil der Erinnerungskultur ihrer Zeit. Jede Generation muss sich fragen, inwieweit sie mit den „ererbten“ Namen leben kann bzw. will. ….“[1]

In der aktuellen Siegener Debatte in den sozialen Medien[2] findet sich der wiederkehrende Hinweis, dass die Straßennamen „seit Jahrzehnten“ nicht in der Diskussion gestanden hätten. Die folgende Auflistung versucht die Frage zu beantworten, ob man demgegenüber nicht auch im Kreisgebiet von (Um-)Benennungswellen sprechen kann.[3] Sie ist nicht vollständig und versteht sich als Anregung für eine historisch-erinnerungskulturelle Diskussion. Weiterlesen

„Heimatgeschichte zum Durchblättern“

auf der Homepage des Kreises Siegen-Wittgenstein

In loser Folge stellt das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein dort durchblätterbare PDFs ein, die Aspekte der Kreisgeschichte thematisieren:

Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein (Hrsg.): Zierde – Edelstein – Kristallpalast. Baugeschichte der Siegener Kreishäuser

Wolfgang Haupt. Das “Siegerland-Orchester“ in seinen Anfängen 1957 – 1963

Online: Findbuch Stahlbergarchiv Müsen

Das Findbuch Stahlbergarchiv Müsen des Altenberg Stahlberg e.V. ist als elektronisches Pflichtexemplar durch der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) online verfügbar gemacht worden. Die ULB Münsterist gesetzlich beauftragt, die im NRW-Landesteil Westfalen (Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold, Münster) erscheinenden gedruckten und elektronischen Publikationen als sog. Pflichtexemplare zu sammeln (vgl. Kulturgesetzbuch NRW, §§ 55–62)

„Lechtstonn“ im Freudenberger 4Fachwerk-Museum am 4. August:

Reden über Essen und Trinken: „Prost. Mahlzeit.“

Und früher kam die Milch per Pferdefuhrwerk vors Haus, Milchhändler Hermann Siebel-Späth

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, sorgen dafür, dass es uns körperlich gut geht und wir uns wohl fühlen. Über Essen und Trinken gibt’s so manches zu berichten. Über viele Zeiten gabs Nahrung nicht im Überfluss. Morgenkaffee, Mittagsmahlzeit oder Abendbrot waren nicht immer üppig, oft einfach und deftig.

Bei den Mahlzeiten saßen die Flecker beisammen, für’s Kochen musste zuvor eingekauft, „Eingemachtes“ aus dem Keller geholt oder Gemüse im Garten besorgt werden. An alte Rezepte zum Kochen und Backen erinnern sich Generationen.
Jedenfalls, bis die Frage beantwortet werden konnte „Na, härret geschmackt?“, war eine Menge zu erledigen.
Und über all das gibt es eine Menge zu erzählen, haben sich lustige Geschichten entwickelt, wurden „Sprüche geklopft“, sind Anekdoten entstanden. Weiterlesen

Musiktipp: Adolf Busch als Komponist

Die produktive Zusammenarbeit des BrüderBuschArchivs mit PristineClassical stellt mit ihrer neuen Veröffentlichung den Komponisten Adolf Busch in den Mittelpunkt. Folgende Werke Buschs sind zu hören: Divertimento für 13 Instrumente, Thema und Variationen für 2 Klaviere, Sonate für Klarinette und 5 Prelude und Fugen für Streichquartet. Die Einspielungen von verschieden Künstler – u.a. auch mit Buschs Schwiegersohn Rudolf Serkin – erfolgten zwischen 1961 und 1982 auf Konzerten des von Busch mitgegründeten Marlboro Music School and Festivals.

Zauberhaftes aus dem Kreisarchiv: Bellachini und Siegen

Werbe“flyer“ (1955) Quelle: KrA SIWI 3.12. Nr. 85

Eine Anfrage an das Kreisarchiv zur Biographie des Zauberers Hans Alexander Bellachini führte zu einer Suche im Bestand „Heilstätte Hengsbach“. Dort konnte nicht nur die abgebildete Werbung für den Auftritt des Künstlers im Jahr 1955 in der Einrichtung aufgefunden werden. Der Aktenband enthielt auch eine Anfrage des Künstlers, ob er auf seiner Abschiedstournee im Jahr 1967 noch einmal in der Heilstätte auftreten könnte. Dazu ist es leider nicht gekommen. Für die Anfrage wichtig war es, dass aus der Korrespondenz der Wohnort des Künstlers im Jahr 1967 hervorging, so dass weitere Recherchen möglich wurden.
Eine begleitend zu dieser Recherche gemachte, einfache google-Suche lieferte ein überraschendes, da im Kreisarchiv nicht bekanntes Ergebnis, das zu einer intensiveren Forschung geradezu einlädt: Weiterlesen

Retrospektive im Metropolitan Museum of Art Kölner. Konvolut von Bernd und Hilla Becher in New York.

Hunderte Werke von Bernd und Hilla Becher aus der Photographischen Sammlung/
SK Stiftung Kultur, Köln, sind im Metropolitan Museum of Art in New York
umfangreich zu sehen.

Bis 6. November 2022 zeigt das renommierte amerikanische Museum in Zusammenarbeit mit dem Studio Bernd & Hilla Becher, Düsseldorf, und der
Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, eine Retrospektive des bedeutenden Künstlerpaars.
Bernd und Hilla Becher (1931–2007, 1934–2015) gehören zu den wichtigen Künstlerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke setzen seit
den 1960er-Jahren für die Photographie, Kunst und allgemein für die Auseinandersetzung mit unserer Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft entscheidende Impulse. Über 50 Jahre hat sich das Künstlerpaar dem Thema der industriellen Landschaft, den Funktionsbauten und Konstruktionen der Montanindustrie in Westeuropa und Nordamerika gewidmet. Sie erarbeiteten unzählige Schwarz-Weiß-Photographien, die sie mit ihren Großbildkameras von Fördertürmen, Hochöfen, Wasser- und Kühltürmen, Kohlebunkern, Gasbehältern, von Fachwerkhäusern, gesamten Industrieanlagen und -landschaftenaufnahmen. Die Photographien zeigen präzise zugleich analytische Ansichten und Einzelformen, die Bernd und Hilla Becher einer vergleichenden Analyse unterzogen. Sogenannte Typologien, Abwicklungen oder auch großformatige typologisch aufgefasste Einzelphotographien waren die Resultate ihrer Zusammenarbeit, die sie international ausstellten und in Monographien publizierten. Werke, die unter dem Begriff „Anonyme Skulpturen“ eine besondere Wertschätzung erhielten und hochkarätig ausgezeichnet wurden. Weiterlesen

Literaturhinweis: David de Jong: „Braunes Erbe

Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien“

„Das braune Erbe der reichsten deutschen Unternehmerdynastien – und wie sie heute damit umgehen.

Die Quandts, die Flicks, die von Fincks, die Porsche-Piëchs, die Oetkers und die Reimanns zählen zu den reichsten deutschen Unternehmerdynastien. Und dennoch ist ihre dunkle Vergangenheit kaum bekannt. David de Jong erzählt, woher ihr Wohlstand kommt, wie sie sich im Nationalsozialismus bereichert haben, und wie sie danach damit umgingen.
Anfang 1933 luden die Nationalsozialisten Vertreter der Wirtschaft nach Berlin ein, um sie aufzufordern, für den bevorstehenden Wahlkampf Geld zu spenden. Die Eingeladenen waren erfolgreiche Industrielle und Banker; zu ihnen gehörten Günther Quandt, Friedrich Flick und August von Finck. Nach der Machtübernahme traten sie in die Partei ein und arbeiteten mit dem Regime zusammen. Sie verdienten an der Aufrüstung und bereicherten sich durch Einsatz von Zwangsarbeitern und Raub jüdischer Unternehmen in Deutschland und in den besetzten Gebieten Europas.
Warum konnten sie nach dem Krieg nahezu unbehelligt weiterarbeiten? Wie gingen sie mit ihrer Verantwortung für das Unrecht um, dem sie einen Teil ihres Reichtums verdanken? Welche Entscheidungen haben es ihnen möglich gemacht, in den Jahrzehnten danach weiter zu expandieren? Was bedeutete das für die Bundesrepublik? Und wie gehen die Erben heute mit ihrer dunklen Familiengeschichte um?
David de Jong erzählt auf fesselnde Weise von einem Jahrhundert deutscher Geschichte – und von Dynastien, deren Entscheidungen viele Schicksale bestimmt haben und die bis heute den Alltag von Menschen in Deutschland und der Welt beeinflussen.“

Kiepenheuer&Witsch, 2022, 496 Seiten, ISBN: 978-3-462-05228-2, Übersetzt von: Michael Schickenberg, Jörn Pinnow
Quwelle: Verlagswerbung