Literaturhinweis: Diagonal 43 (2022) mit dem Schwerpunkt „Erinnerung“

„Erinnerung prägt das tägliche Handeln von Individuen, Gruppen und ganzen Gesellschaften. Wie essenziell der Blick zurück ist, lässt sich erahnen, wenn man die Folgen sieht, die ihr Wegfall etwa infolge von Demenzkrankheiten auslöst. In Erinnerung gerufen werden alltägliche Dinge ebenso wie vergangene Ereignisse, deren Aktivierung im Gedächtnis zur Selbstvergewisserung, Identitätsstabilisierung und Verortung in der Zeit dient. Was erinnert wird oder nicht erinnert werden soll, steht in Gruppen nie ein für alle Mal fest, sondern wird stets aufs Neue verhandelt, bevor es in vielfältige Strukturen des Gedenkens überführt wird. DIAGONAL 2022 ruft »Erinnerung« als Thema unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen auf.“

Quelle: Verlagswerbung

Vor 30 Jahren: Ermordung Bruno Kappis


30 Jahre nach der Ermordung des schwer sehbehinderten Lagerarbeiters Bruno Kappi im Weidenauer Einkaufszentrum am 15.12.1992 erinnert das Siegener Bündnis für Demokratie an die mutmaßlich von Neonazis verübte brutale Tat.
Die Siegener Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich dem Gedenken und Erinnern anzuschließen.
Donnerstag, 15.12.2022, 15:00 Uhr
EKZ Siegen-Weidenau, im Bereich Hauptmarkt 17-19
(Fußgängerbrücke über die Sieg)
Das Siegener Bündnis für Demokratie stellt zugleich die Gestaltung des entstehenden Gedenk- und Erinnerungsortes an dieser Stelle vor. Für das Siegener Bündnis wird Reiner Lorenz, zugleich Vorsitzender des Bezirksausschuss Siegen- Weidenau, sowie der Künstler Olaf Neopan Schwanke sprechen.

Ge(h)Denken 16.12.2022

Siegener Bündnis für Demokratie lädt zu verschiedenen Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages ein

Am 16. Dezember 1944 erlebte die Stadt Siegen die schrecklichsten Minuten in ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben wurden abgeworfen und unsere Stadt versank in Schutt und Asche, hunderte Menschen starben im Bombenhagel des Krieges, der seinen Weg zurück nach Deutschland fand, von wo er ausging.
Daran erinnern wir Bürgerinnen und Bürger jährlich und nun zum 78. Mal.
In diesem Jahr lädt das Siegener Bündnis zu den nachstehenden Veranstaltungen ein und weist auf diese hin:
14.12.2022
19:00 Uhr „Blockade Leningrads 1941-44 – Prosa, Gedichte und Filme aus der Zeit der Belagerung“ im Spandauer Saal der Siegerlandhalle mit Rolf Becker (Arbeiterpolitik, DKP, Die Linke, SDAJ, Attac, VVN-BdA, Die Linke-SDS, ABFS, Die Omas gegen Rechts; Siegen gegen Rechts, Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Siegen)

16.12.2022 Weiterlesen

NRW-Stiftung fördert neuen Lernort in der ehemaligen Synagoge Bad Laasphe

Zuschuss von bis zu 150.000 Euro

Um das Andenken an das Schicksal der jüdischen Gemeinden in Südwestfalen aufrecht zu erhalten, richtet der Verein Bad Laaspher Freundeskreis christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. in der ehemaligen Synagoge in Bad Laasphe einen Begegnungs- und Lernort ein. Die NRW-Stiftung unterstützt den Verein bei diesem Vorhaben und stellt ihm für die Sanierung und Einrichtung des Gebäudes bis zu 150.000 Euro zur Verfügung. Das beschloss jetzt der Vorstand der Stiftung unter Vorsitz von Eckhard Uhlenberg. Weiterlesen

Landesarchiv NRW neue Themenseite zur Zwangsarbeit in NRW

Auf dem Foto ist der Fremdarbeiterausweis von Tatiana Moszniaha zu sehen. Das Dokument stammt aus ihrer Entschädigungsakte, die in der Abteilung Westfalen verwahrt wird. Tatiana Moszniaha wurde von den Nazis als Jüdin verfolgt und schließlich von der Gestapo aus der heutigen Republik Moldau nach Deutschland verschleppt. Hier musste sie drei Jahre für die Goetz-Werke in Burscheid arbeiten und in einem Barackenlager wohnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Sie als „rassisch Verfolgte“ eine Geldentschädigung.

Im Landesarchiv NRW befinden sich viele Unterlagen, die das Schicksal von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern dokumentieren. Die Abteilung Westfalen hat ihr Sachinventar „Quellen zur Zwangsarbeit in Westfalen 1939-1945“ überarbeitet und ergänzt. Mit dem Sachinventar und einem Vortrag bietet die neue Themenseite unter https://www.archive.nrw.de/…/geschichte…/zwangsarbeit einen Einstieg in das Thema.

Sonderausstellung: „Jüdische Nachbarn“

Eröffnung am 4. Dezember | 15:00, Aktives Museum Südwestfalen

Eine Ausstellung des Geschichtsorts Humberghaus und des Netzwerks Erziehung nach Auschwitz.

Die Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Biografien jüdisches Leben in der Stadt und auf dem Land in Rheinland und Westfalen im 19. Jahrhundert. Sie zeigt die Vielfalt jüdischen Lebens vor der Verfolgung im Nationalsozialismus und richtet sich insbesondere an junge Menschen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. Dezember 2022 im Aktiven Museum zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: JÜDISCHE NACHBARN EIN PROJEKT DES HUMBERGHAUSES DINGDEN UND DER BEZIRKSREGIERUNGEN ARNSBERG, DETMOLD, DÜSSELDORF, KÖLN UND MÜNSTER

Fotoeindrücke [ergänzt am 6.12.22]:

Gedenkveranstaltungen an die Novemberpogrome im Kreis Siegen-Wittgernstein

Mehr als 70 Laaspher Juden wurden entrechtet, inhaftiert, deportiert, ermordet …
Sie waren Teil der Millionen Opfer des Völkermordes!
Nie wieder soll so etwas geschehen!

9.11.2022, 18:30 Uhr im Haus des Gastes Bad Laasphe
Stadt Bad Laasphe und Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

– Liedvortrag CVJM-Chor „Tonspuren“
– Begrüßungsansprache: Vorsitzender Freundeskreis cjZ, Rainer Becker
– Grußwort der Stadt Bad Laasphe: Bürgermeister Dirk Terlinden
– Liedvortag: CVJM-Chor „Tonspuren“
– Die lokalen Ereignisse um die Pogromnacht vom 9./10. November 1938 und ihre Folgen, Rainer Becker
– UNDZER SHTETL BRENNT – UNSER STÄDTCHEN BRENNT
von MORDECHAI GEBIRTIG
-In Laasphe verfolgt: Namen und Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus
Schüler*innen der Klassen 9 des Gymnasiums Schloss Wittgenstein mit Lehrer Wolfgang Henkel
– Kaddisch Pfarrer Steffen Post
– Liedvortrag CVJM-Chor „Tonspuren“
– Präsentation Projekt „Alte Synagoge“

Siegen, Donnerstag, 10.11., 16 Uhr
Gedenkstunde am Platz der Synagoge
Weiterlesen

Siegener Stadtrat trifft Entscheidung zu Strassenumbenennungen

In der Sitzung des Rates der Stadt Siegen am 19.10.2022 wurde die Umbenennung der nach Paul von Hindenburg, Jakob Henrich (Bergfrieder) und Dr. Lothar Irle benannten Straßen beschlossen. Die nach Adolf Stoecker benannte Straße wird umgewidmet. Die neue Namensgeberin ist nun Helene Stöcker – ein Anliegerwunsch. Die übrigen zur Umbenennung vorgeschlagenen Straßennamen (Porsche, Diem, Adolf Wagner) wurden in den Arbeitskreis zurücküberwiesen, eben so wie die nach Graf Luckner benannte Straße. Ansonsten folgte der Rat den Empfehlungen des Arbeitskreises.

Medienecho: Weiterlesen

Arbeitseinsatz am Futa Pass

Soldaten des Einsatzführungsbereichs 2 und Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen unterstützen in der Toskana

Umfangreiche Arbeiten warteten auf die Freiwilligen beim Pflegeeinsatz. © Erhard Lauber


Eine mittlerweile regelmäßige Unterstützung: Soldaten des Einsatzführungsbereichs 2 aus Erndtebrück und Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen des Verbandes der Reservisten führten einen Arbeitseinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof in der Toskana durch.

Letzte Ruhestätte für über 30000 Gefallene

Regelmäßig beteiligen sich die Erndtebrücker Helfer an den Arbeitseinsätzen zur Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In diesem Jahr ging es bereits zum vierten Mal in die Toskana. Der Soldatenfriedhof liegt auf einer Bergkuppe, 40 Kilometer von Florenz entfernt, unmittelbar am Futa-Pass (952 Meter über dem Meeresspiegel). Mit 30.683 Gefallenen ist der Friedhof Futa-Pass der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien. Aus Feldgräbern und Gemeindefriedhöfen der umliegenden zehn Provinzen hat sie der Volksbund geborgen und umgebettet. Das war notwendig, um die Gräber der Gefallenen zu erhalten und um noch unbekannte Tote zu identifizieren. Vielen Hinterbliebenen konnte der Volksbund nach langen Jahren der Ungewissheit das Schicksal ihres Angehörigen mitteilen. Die Einweihung des Friedhofes fand am 28. Juni 1969 statt. Weiterlesen

Stolpersteinverlegung in Netphen-Walpersdorf

24.10.2022, 14:00 bis 15:30 Uhr, Netphen- Walpersdorf, Sitzgruppe im Hirschweg und Anfang Märzbecherweg

Es werden in einer kleinen feierlichen Zeremonie zwei Stolpersteine in Walpersdorf verlegt für die „Euthanasie“-Krankenmordopfer Willi Müller und Antonie Pawlaczyk.
Die erste Verlegung findet im Hirschweg auf der Höhe der Sitzgruppe statt, die zweite Verlegung anschließend im Märzbecherweg.
Quelle: Stadt Netphen, Aktuelles