
Die Dissertation nimmt die öffentliche Erinnerung an die Migration im Siegerland seit 1945 in diachroner und vergleichender Perspektive in den Blick und fragt nach den Medien und Praktiken sowie ihrem Stellenwert für die regionale Erinnerungskultur. Zu diesem Zweck kombiniert sie unter anderem Theorien und Methoden der Gedächtnisforschung, der Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik sowie der Sozialforschung. Im Fokus der Studie stehen „Flucht und Vertreibung“ aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, die Migration ausländischer Arbeitskräfte, zeitgenössisch als „Gastarbeiter“ bezeichnet, und die Einwanderung von (Spät-)Aussiedlern. Diese Migrationsbewegungen haben in unterschiedlicher Geschwindigkeit und in ungleichem Maße Eingang in die regionale Erinnerungskultur gefunden. Es lassen sich jeweils unterschiedliche (Verlaufs-)Phasen sowie Charakteristika und spezifische Entwicklungen feststellen. Als Synthese der auf die jeweiligen Wanderungsereignisse bezogenen Ergebnisse werden empirisch fundierte Analyseebenen vorgestellt, mit denen Formen der kollektiven Erinnerung an Migration auch außerhalb der Region und über die untersuchten Erscheinungsformen hinweg untersucht werden können. Die äußeren Umstände und die Form der Medien und Praktiken gilt es auf drei Ebenen zu untersuchen: Position im Diskurs, (Un-)Gleichzeitigkeit und Originalität. Vier weitere Analyseebenen zielen auf das Innere bzw. ihren Sinngehalt: Verhältnis von Kultur- und Erfahrungsbezügen, Heimatverständnis bzw. Verhältnis zum Herkunfts- und Zielort, Vorstellungen von Identität und Finalität.
Schlagwort-Archiv: Migration
Literaturhinweis: H. Schmidt-Böcking & J. Frank: „Aus dem Siegerland nach Germanna.
Trupbachs Virginia Auswanderer 1712-1734″, Frankfurt 2023
ISBN 978-3-86983-447-7, 152 Seiten Hardcover, 28,00 Euro; eBook, 1,99 Euro
„Im Jahre 1712 machte sich eine Gruppe Siegerländer Bergleute und Hüttenleute mit ihren Familien auf den Weg, um beim Aufbau der Eisenerzverarbeitung in Nordamerika zu helfen. Insgesamt 42 Menschen, davon 21 aus Trupbach, erreichten im April 1714 die damals englische Provinz Virginia und gründeten die Kolonie Germanna.
Diese Siegerländer Experten in Eisenerzeugung hatten sich zur Auswanderung entschlossen, weil die Lebensbedingungen im Siegerland auf einem historischen Tiefststand waren und die kargen Böden des Siegerlandes die wachsende Bevölkerung kaum ernähren konnten.
Dieses Buch beschreibt die Wurzeln jener ersten Emigranten, welche zugleich deren größte Gruppe stellten. Der Band soll – auch in seiner parallelen englisch-amerikanischen Ausgabe und mit vielen Bildern aus der einstigen Heimat – den heute in den USA lebenden Nachkommen einen Eindruck davon geben, wie die Menschen früher im Siegerland lebten und was sie dazu bewogen haben mag, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Eine Leseprobe finden Sie HIER“
Quelle: Verlagswerbung
Links zu Beiträgen auf siwiarchiv zur Auswanderung aus dem Siegerland nach Amerika
Literaturliste aus dem Jahr 2013 zur Auswanderung aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein nach Amerika
Autoren/Bearbeiter:
Horst Schmidt-Böcking
Joachim Frank
Reinhard Daub
Lars Bohn
„The Virginia Connection: Iron, the Siegerland and Germanna“
Gastvortrag von Barbara Price (Germanna Foundation, USA)
Freitag, 13. Juni 2025 um 13:00 Uhr in den Raum US-C 103 (Hörsaalzentrum Unteres Schloss der Universität Siegen).
Das Seminar für Anglistik der Universität Siegen lädt Sie herzlich ein zum Gastvortrag von Barbara Price
Der englischsprachige Vortrag von Barbara Price mit dem Titel „The Virginia Connection: Iron, the Siegerland and Germanna“ (Wie die Eisenindustrie im Siegerland die Auswanderung Deutscher nach Amerika im 18. Jahrhundert beeinflusste).
beschäftigt sich mit der Geschichte der ersten Siedlung in Virginia, die von 42 Auswanderern aus dem Siegerland (Niederndorf, Oberfischbach, Oberschelden, Eisern, Trupbach, Rehbach, Müsen) im Jahr 1714 gegründet wurde. Die „Germanna“ benannte Siedlung brachte noch vor der Staatsgründung der USA das Siegerländer Wissen und die Fähigkeiten des Bergbaus und der Metallverhüttung in die nordamerikanische Welt und legte damit einen Grundstein für die Entwicklung der dortigen Industrie.
Barbara Price ist Vorstandsmitglied der Germanna Foundation und besucht Siegen mit einer Delegation aus Virginia. Die Verbindung in das Siegerland besteht seit langen Jahren über die Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein, die den Vortrag in Kooperation mit der Universität Siegen präsentiert. Der Vortrag findet im Rahmen der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien statt, die dieses Jahr von Lehrenden des Seminars für Anglistik und der Amerikanistik der Universität Siegen organsiert wird und dem Thema „Archiving America/American Archives“ gewidmet ist.
Der Vortrag ist für alle Interessierte offen und kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Wittgensteiner kann man nicht werden, Wittgensteiner muss man sein !
Hans-Wilhelm Burholt bringt welche mit. Aus mehr als 30 Jahren fürs Lokalradio und aus dem Wittgensteiner Leben.
Wanderausstellung „Meine Geschichte. Deine Geschichte. Unsere Geschichte“
Bis zum Mittwoch, 29. Oktober 2024 wird während der Öffnungszeiten des Hauses im Foyer des Kreishauses Siegen
Koblenzer Straße 73, 57072 Siegen, die Wanderausstellung „Meine Geschichte. Deine Geschichte. Unsere Geschichte“ gezeigt.
Migration ist seit hunderten von Jahren ein grundlegender Bestandteil der Gesellschaft. Sie bringt einen Zugewinn an Vielfalt mit sich, aber auch Vorurteile, Stereotype und Ausgrenzungsmechanismen.
Um der Zuwanderung ein Gesicht zu geben, haben die Integrationsagenturen in Siegen-Wittgenstein in Zusammenarbeit mit Menschen aus der Region eine Ausstellung entwickelt, die neben Migration und Vielfalt auch Rassismus, Diskriminierung und Heimat thematisiert. Dafür haben 23 Menschen ihre Geschichte erzählt. So auch Giuseppe Todaro: er ist in Kreuztal aufgewachsen, seine Familie lebt in dritter Generation in Deutschland. „Mein Großvater war einer der ersten Gastarbeiter, die aus Italien nach Deutschland kamen“, berichtet der 28-Jährige im Portrait. Auch Salsabil Sayed Ali ist Teil von „Meine Geschichte. Deine Geschichte. Unsere Geschichte.“ Die junge Syrerin floh vor sechs Jahren vor dem Krieg nach Deutschland.
Verantwortet wird die multimediale Schau von den Siegener Integrationsagenturen: der Diakonie Soziale Dienste gGmbH, dem AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe, dem Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. und dem Verein für Soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. Gefördert wird das Projekt über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Vortrag zur Stadtgeschichte: Stadtgeschichte als Migrationsgeschichte
– Bevölkerungs- und Sozialstruktur Siegens im 19. und 20. Jahrhundert
10.10.2024 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), Eintritt ist frei, Ratssaal des Rathauses Siegen, Markt 2, 57072 Siegen
Referent: Matthias Kirchbach M.A.
Migration ist eine historische Konstante. Dies gilt auch für Siegen und das Siegerland. Im kollektiven Gedächtnis hinterließen vor allem „Flucht und Vertreibung“, die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte seit den 1950er Jahren und die (Spät-) Aussiedlermigration Spuren. Bereits im vorigen Jahrhundert jedoch prägte Mobilität in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen Stadt und Region und trug nicht zuletzt zur Entstehung eines prosperierenden Wirtschaftsstandorts bei. Im Vortrag soll ein stadtgeschichtlicher Blick zurück auf die demographischen Entwicklungen und den damit verbundenen sozialen wie kulturellen Wandel seit dem 19. Jahrhundert geworfen werden. Zugleich werden hierbei die Perspektiven sowohl der aufnehmenden Gesellschaft als auch der zugewanderten Bevölkerung berücksichtigt.
Tag des offenen Denkmals an der Wasserburg Hainchen
Unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ haben Bürgerinnen und Bürger am kommenden Sonntag die Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben und historische Einrichtungen im Landkreis zu entdecken. Mit dabei ist auch die Wasserburg Hainchen.

Die Wasserburg Hainchen © Alex Orthen Fotografie
„Idyllisch, locker, informativ, superlecker, vier einladende Begriffe, die“, so Vorsitzender Paul Breuer, „den Tag des offenen Denkmals an der Wasserburg Hainchen charakterisieren.Für einen frei gestalteten Ausflug haben wir 3 ha, d. h. 30 000 qm für 4 Generationen, die letzte Wasserburg Südwestfalens, und mit der Remise ein rustikal – entspannendes Restaurant für drinnen und draußen, viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten für die Kinder.“
Das Programm enthält für alle etwas.
Ab 11 Uhr öffnet die Gastronomie.
Es gibt Führungen auf dem Außengelände, später (13 Uhr) auch im Inneren der Burg, offene Bildervorträge von Burgenhistoriker Olaf Wagener ab 14 Uhr im Tagungsraum zu den Themen:
die Entstehung des Johannlandes und seine Geschichte
von Bicken bis Fleischwein – Grabmäler und wirtschaftliche Entwicklung
Grenzsteine, Landhecke und Verschanzungen
Ab 15 Uhr ist im Kaminzimmer ein offenes Gespräch zum Thema „Alte Heimat Russland/Rumänien – Neue Heimat Siegen Wittgenstein“ in Kooperation von Siegerländer Burgenverein und Heimatbund AK Abenteuer Heimat.
Geschichtswettbewerb 2024/25: „Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“

„Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“ lautet das Thema der 29. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Vom 1. September 2024 bis zum 28. Februar 2025 können Kinder und Jugendliche, von der Grundschule bis zum Alter von 21 Jahren, auf historische Spurensuche gehen und die Geschichte von Grenzen erkunden. Die Körber-Stiftung richtet den Wettbewerb aus und vergibt 550 Geldpreise auf Landes- und Bundesebene.
Grenzen sind allgegenwärtig
Im Alltag stoßen wir täglich auf Grenzen. Sie bestimmen, ab wann junge Menschen wählen dürfen oder wohin wir ohne Visum in den Urlaub fahren können. Innerhalb der Europäischen Union sind Landesgrenzen für Menschen mit europäischem Pass fast unsichtbar. Die Außengrenzen der EU hingegen sind deutlich erkennbar. Jede Gesellschaft weist zudem eine Vielzahl unsichtbarer Grenzen auf. Welche Sprache gesprochen wird, welcher Religion man angehört oder wieviel Geld jemand verdient, beeinflusst das gesamte Leben.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft auch in dieser Runde zur Teilnahme auf: „Durch die uns bekannte Geschichte ging es immer und immer wieder um Grenzen: Um das Ziehen von Grenzen, die Anerkennung von Grenzen, die Überschreitung von Grenzen, das Bestreiten von Grenzen, das Durchbrechen von Grenzen – und all das waren und sind jeweils hochpolitische Ereignisse oder Aktionen. Zu einer Grenze gehört immer, dass es ein Hier und ein Da gibt, die Seite diesseits und die Seite jenseits.“
Historische Spurensuche vor Ort
„Ungesehen“: Fotoausstellung in Kreuztaler Rathaus zeigt Lebensgeschichten von Sinti und Roma in NRW

Aus der Begleitbroschüre zum Projekt „Ungesehen – Lebensgeschichten von Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen“
Die Kreuztaler Stadtverwaltung setzt seit Spätsommer 2020 das Förderprogramm des Landes NRW „Zuwanderung aus Südosteuropa“ erfolgreich um. Neben der vielseitigen und vielfältigen Unterstützung, Beratung und Begleitung von Zugewanderten aus Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Ungarn und Slowenien auf ihrem Integrationsweg, ist ein Baustein des geförderten Projektes die Umsetzung von Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Sinti und Roma. Mit der Ausstellung soll den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geboten werden, sich diesem Thema zu nähern und bewusst hinzuschauen.
Die fotografischen Exponate der Ausstellung entstammen dem Projekt „Ungesehen – Lebensgeschichten von Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen“. Diesem liegt der Gedanke zugrunde, dass die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland gegenüber der Volksgruppe Sinti und Roma immer noch sehr vorurteilsbehaftet und stigmatisierend agiert und kommuniziert. Die tatsächliche Vielfalt der Lebenswege, die die in Deutschland lebenden Sinti und Roma beschreiten, bleibt leider vielen schlichtweg unbekannt. Obschon das Projekt schon vor zehn Jahren abgeschlossen wurde, sind viele damals getroffene Aussagen noch heute zutreffend und auch auf andere Zuwanderungsgruppen übertragbar.
Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am Dienstag, 03.09.2024, um 17.00 Uhr im Kreuztaler Rathausfoyer eröffnet. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.
Wer es zur Vernissage nicht schafft, hat bis zum 27. September Gelegenheit, die Ausstellung zu den üblichen Rathausöffnungszeiten zu besichtigen.
Quelle: Stadt Kreuztal, Aktuelles, 27.8.2024
200 Jahre deutsche Einwanderung in Brasilien

Gemeindepfarrer Jaime Jung sprach in seinem Vortrag über die Geschichte seiner Vorfahren – und über seine persönliche. (c) Privat
Voll besetzt ist die Evangelische Kirche in Erndtebrück am 25. Juli. Stühle müssen nachgestellt werden, damit rund 200 Zuhörende einen Sitzplatz finden. Jaime Jung, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden Erndtebrück und Birkelbach, lud zu dem Vortrag ein, der die Auswanderung von Deutschen nach Brasilien in den Blick nimmt – in Wort und Bild. Das Datum des Vortrages wählte Jaime Jung nicht zufällig. Genau vor 200 Jahren, am 25. Juli 1824, kamen die ersten deutschen Auswanderer in Rio Grande do Sul in Südbrasilien an. „In Brasilien wird dieser Tag groß gefeiert, als ,Tag der deutschen Einwanderung‘“, erklärt der Pfarrer aus Wittgenstein, der gebürtig aus Brasilien kommt und deutsche Vorfahren hat. Mehr als 300.000 Deutsche wanderten in der Zeit von 1824 bis etwa 1950 nach Brasilien aus, vor allem in den Süden des Landes. In seinem Vortrag referiert Jaime Jung über die Geschichte der Auswanderer und über seine persönliche. Er zeigt Bilder der Auswanderungen und Fotos aus seinem Leben in Brasilien. Der Vortrag zum Jubiläum sei für ihn ein Andenken, auch an seine eigene Familie, sagt Jaime Jung. Weiterlesen

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