20. Oktober 2022, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Spandauer Saal (Siegerlandhalle)

Dr. Hans Kruse, jahrzehntelanger Museumsdirektor, Stadtarchivar und Herausgeber des „Siegerländer Heimatkalenders“, an den noch heute erinnert wird. Ein Vorantreiber von Kunst, Kultur und Geschichtswissenschaft in Siegen, aber auch an die Umstände seiner Zeit gebunden. Eine Zeit, in der das nationalsozialistische Regime viele Möglichkeiten zur aktiven Kooperation bot. Dr. Hans Kruse war nie aktives Mitglied der NSDAP oder einer Unterorganisation, blieb aber stets in seinen Ämtern. Es stellt sich die Frage: Leistete Kruse nur das Mindestmaß an Kooperation, um in seinem Amt zu bleiben oder arbeitete er aktiv mit den Nationalsozialisten zusammen, um Vorteile für sich, das Museum und das Archiv zu sichern?
Jana Sosnitzki hat an der Universität Siegen studiert und ist Lehrerin für Geschichte und Chemie. Zu Dr. Hans Kruse im Kontext der regionalen Erinnerungskultur forschte Sie im Rahmen ihrer Masterarbeit.
Quelle: VHS Stadt Siegen, Programm
Schlagwort-Archiv: Erinnerungskultur
Siegen: Gedenkfeier zu Ehren Walter Krämers im Ratssaal
Zu einer gemeinsamen Gedenkfeier zu Ehren Walter Krämers kamen jetzt zahlreiche Interessierte im Historischen Ratssaal in Siegen zusammen. Die Siegener Persönlichkeit wäre in diesem Jahr 130 Jahre alt geworden.

Joe Mertens (VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein), Rikola-Gunnar Lüttgenau (Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora) sowie Bürgermeister Steffen Mues (v.l.) erinnerten an den 130. Geburtstag von Walter Krämer. (Foto: Stadt Siegen)
Die Stadt Siegen und der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein hatten deshalb zu einem Empfang zur Erinnerung an den „Arzt von Buchenwald“ eingeladen. Positive Rückmeldungen zur Feierstunde kamen auch von verschiedenen Nachkommen von KZ-Überlebenden, die Walter Krämer ihr Leben zu verdanken haben und gerne an der Gedenkfeier teilgenommen hätten, dies aber aus gesundheitlichen Gründen nicht konnten.
Bürgermeister Steffen Mues begrüßte die Anwesenden und betonte, die Stadt Siegen stelle den Ratssaal zur Verfügung im Sinne einer lebendigen Erinnerungskultur und eines freiheitlichen demokratischen Diskurses: „Beides braucht einen ausgewiesenen Platz, idealerweise einen Platz in unserer Mitte. So wie seit 2014 den Walter-Krämer-Platz. Und wie heute den Ratssaal.“ Mues erinnerte in seiner Rede an das Wirken von Walter Krämer und zitierte einen Schlüsselsatz aus einem Aufsatz von Klaus Dietermann: „Im Lager Buchenwald beginnt etwas entscheidend Neues: Der Schlosser und der Parteifunktionär verwandeln sich, werden zum Helfer, der eine überragende ärztliche Kompetenz entfaltet und Hunderten, vielleicht Tausenden von Menschen das Leben rettet.“ Im Jahr 2000 hatte der Staat Israel Walter Krämer posthum den Titel „Gerechter der Völker“ verliehen und ihm damit die höchste Auszeichnung zuteil werden lassen, die Israel an einen Nichtjuden vergeben kann. „Walter Krämer hat im KZ Buchenwald nach heutigem Ermessen schlicht Übermenschliches geleistet.“
Krämer war 1933 aufgrund seiner Zugehörigkeit zur KPD vom NS-Regime in Schutzhaft genommen worden. Im KZ Buchenwald bildete der gelernte Schlosser und Berufspolitiker sich selbst zum Arzt aus. Walter Krämer organisierte seinen Arbeitsalltag wie ein Klinikarzt, und durchlief seine medizinische Ausbildung nicht nur im Selbststudium, sondern auch im Schnelldurchgang, das alles in der brutalen Schreckenswelt des Konzentrationslagers, so Mues weiter.
Rikola-Günner Lüttgenau Hauptredner des Abends Weiterlesen
Sekundarschule Netphen hat einen neuen Namen:

Alben der Familie Faber, Eigentum der Familie Raimund Wagener, Netphen
Ruth (?) Faber Sekundarschule.
„Über diesen Namen hat eine Jury nach einem öffentlichen Wettbewerb anlässlich des 10-jährigen Bestehens entschieden. Wer war Anita Ruth Ruth Anita Faber? Sie wurde am 2. Juli 1927 als Einzelkind in Netphen geboren. Ihre Eltern, Gustav und Clara Faber (geb. Hony) besaßen in Netphen eine Metzgerei. 1942 musste die jüdische Familie Netphen verlassen und wurde über Dortmund nach Theresienstadt und schließlich nach Auschwitz deportiert, wo sie im Februar 1943 ums Leben kam. In Netphen liegen vor ihrem ehemaligen Elternhaus Stolpersteine, die an sie erinnern.“
Quelle: Sekundarschule Netphen, Neuigkeiten, 28.9.2022
s. a. Artikel in der Westfälischen Rundschau vom 24.9.2022
[Anm.: Änderungen am 11.10.2022 erfolgt]
Zur Diskussion der Namensgebung auf der Facebook-Seite des VVN BdA Siegerland-Wittgenstein: Weiterlesen
Hermann Böttger (1884 – 1957) – Gymnasiallehrer, Vorgeschichtler, Flurnamen- und Siedlungsforscher
In der aktuellen Diskussion um belastete Straßennamen in Siegen überprüfte der vom Rat der Stadt eingerichtete Arbeitskreis auch Hermann Böttger und kam zu dem Ergebnis, dass der Hermann-Böttger-Weg nicht umbenannt werden soll. Da der Abschlussbericht in diesem Fall bedauerlicherweise auf biographische Informationen verzichtet, erschien es sinnvoll hier die leicht ermittelbaren Informationen zusammen zu stellen. Denn unabhängig von der Entscheidung des Arbeitskreises gehörte Böttger dem Netzwerk der Heimatliteraten und Heimatforscher an, die das Siegerland zwischen den 1920er und 1960er Jahre prägte. Neben den ebenfalls in der Umbenennungsdiskussion in den Fokus geratenen Lothar Irle, Jakob Henrich, Hans Kruse, Otto Krasa und Adolf Wurmbach zählte Ulrich Opfermann1 noch folgende Personen zu dieser Gruppe hinzu: Gustav Busch2, Wilhelm Faust3, Heinz Fischer4, Erich Fliegner5, Fritz Fromme6, Wilhelm Hartnack7, Walter Menn8, Wilhelm Nassauer9 und Wilhelm Ring10.
Biographie
Interviewpartner für das Friedensdenkmal am Goetheplatz gesucht
Gemeinsam möchten die evangelische Kirchengemeinde und die Stadt Bad Berleburg das Denkmal am Goetheplatz zum Friedensdenkmal umgestalten. Dazu führen junge Erwachsene des Kirchenkreises Interviews mit Menschen aller Altersstufen zum Thema Krieg und Frieden durch. Einige Interviews haben bereits stattgefunden, doch es werden weitere Interviewpartner gesucht.
Haben Sie Interesse ein solcher Interviewpartner zu werden? Gesucht werden Menschen, die sich auf ein Gespräch einlassen und von ihren persönlichen Erlebnissen und Wahrnehmungen berichten. Krieg ist in der jetzigen Zeit nah an uns alle herangerückt. Die Interviewer würden sich besonders auch über junge Menschen, die sich für ein Interview zur Verfügung stellen, freuen.
Interessierte können sich gerne bei Rikarde Riedesel melden.
Quelle: Stadt Bad Berleburg, Pressemitteilung v. 29.9.2022
Stadtrundgang »Stolpersteine auf der Hammerhütte«
In Zusammenarbeit mit Aktives Museum Südwestfalen e. V.
So., 25.09.2022, 15:00 – 17:00 Uhr, Treffpunkt: Effertsufer 104, 57072 Siegen, Kursgebühr: 5,00 €, Peer Ball
Die Führung folgt den Orten, an denen im Viertel rund um die Siegerlandhalle »Stolpersteine« verlegt wurden. Im Mittelpunkt steht das Erinnern an Biografien von Holocaust-Opfern aus der Mitte der Siegener Bevölkerung. Die Lebensläufe werden ergänzt mit Informationen zur Geschichte des jüdischen Lebens im Siegerland und des Stadtviertels Hammerhütte.
Bitte parken Sie nicht auf dem Privatparkplatz der Gaststätte »Zur Hammerhütte«.
Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.
Quelle: VHS, Programm
Siegener Arbeitskreis Straßennamen: Infoveranstaltung am 13. September

Mit der Aufarbeitung von historischen Hintergründen der Straßennamen in Siegen hat sich auf Beschluss des Rates der Stadt Siegen seit Juni 2021 ein interfraktioneller Arbeitskreis befasst. Der hierbei in zehn Sitzungen entstandene Arbeitsbericht soll im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag, 13. September 2022, um 19.00 Uhr, im Großen Saal der Bismarckhalle in Siegen-Weidenau vorgestellt werden.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und ihre Fragen an die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung zu richten. Die Beratung und Beschlussfassung zum weiteren Vorgehen wird danach voraussichtlich in der Sitzung des Rates der Stadt Siegen am 19. Oktober 2022 erfolgen.
Zum Hintergrund
Einen Platz oder eine Straße nach einer Person zu benennen, stellt eine außerordentliche Ehrung dar und zeichnet diejenigen Persönlichkeiten aus, die sich in besonderem Maße um das Gemeinwesen verdient gemacht haben. Eine Diskussion um Straßennamen in Siegen hielt der Rat für erforderlich, um sicherzustellen, dass den Namensgebern auch im Lichte der historischen Betrachtung eine solche Hervorhebung zugestanden werden kann. In der Sitzung am 24. Juni 2020 wurde daher die Einsetzung des Arbeitskreises „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen“ zur Auseinandersetzung mit kritischen Straßenbezeichnungen beschlossen.
Quelle: Stadt Siegen, Pressemitteilung v. 05.09.2022
Stadtrundgang entlang politischer Denkmäler und Erinnerungsorte in Siegens Unterstadt
In Zusammenarbeit mit Aktives Museum Südwestfalen e. V.
So., 11.09.2022, 15:30 – 17:00 Uhr, Treffpunkt: Bahnhof Siegen, Haupteingang, Kursgebühr: 5,00 €, Kursleitung: Traute Fries
Alternativer Stadtrundgang durch die Unterstadt entlang der Stolpersteine, der ehemaligen Häuser jüdischer Inhaber, politischer Denkmäler, der Stätten des Nationalsozialismus und des Widerstands.
Bahnsteig 4, Bahnhofstraße, Hindenburgstraße, Sandstraße, Emilienstraße/Friedrichstraße, Sandstraße.
Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.
Quelle: VHS Siegen, Programm
Sonderausstellung: „Schalom. Drei Fotografen sehen Deutschland“
Eröffnung am 4. September 15:00, Aktives Museum Südwestfalen, Siegen

Ein jüdischer Kantor beim Fußballspiel. © Rafael Herlich
Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, mit Fotografien von Holger Biermann, Rafael Herlich und Benyamin Reich.
Die Ausstellung zeigt jüdisches Leben in Deutschland heute und will anregen zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie selbstverständlich dieses heute, mehr als 70 Jahre nach dem Holocaust, ist.
Die Ausstellung ist bis zum 27. Oktober 2022 im Aktiven Museum zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Fritz Stein (1.1.1904 – 31.3.1942). Ein Mordopfer der nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung.
Ein Bericht von Jürgen Wenke zur Stolperstein-Verlegung in Wismar
Der gebürtige (Kreuztal-)Kredenbacher und Absolvent der Siegener Wiesenbauschule (Frühjahr 1929 – Frühjahr 1932) lebte zuletzt in Wismar – bis zu seiner gerichtlichen Verurteilung nach §175 Strafgesetzbuch. Es folgte eine Haftstrafe. Nach der Haftverbüßung wurde Fritz Stein nicht in Freiheit entlassen, sondern in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er Anfang des Jahres 1942 ankam.
Aktualisierte Fassung des Berichts (7.10.2022): Wir erinnern an Fritz Stein, Stand 1.10.2022

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