Thomas Wolf: Lothar Irle (1905 – 1974).

Biografische Skizze eines Heimat- und Familienforschers.[1] Oder: Warum ehrt(e) die Lothar-Irle-Straße in Siegen einen „bekennenden Antisemiten“[2]?

„ …. und dort feiert man seinen Nachbarn mit einem großen Denkmal, weil dessen Schandtaten verborgen blieben. ….“[3]

„Die Persönlichkeit Irles ist heute wegen seiner Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut nicht unumstritten.“[4] Oder hat dieses Thema nicht einen „fürchterlich langen Bart“? Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man einen Blick in die Publikationen der regionalen Zeitgeschichte wirft[5]. Der Tenor dieser fundierten Publikationen lässt keine Kontroverse erkennen, vielmehr betonen alle Autoren die besondere Nähe Irles zur nationalsozialistischen Ideologie. Die „Schandtaten“ blieben also nicht verborgen.

Warum sollte man sich dann noch einmal mit dem Leben und der „Memoria“[6] Irles auseinandersetzen? Nicht nur der allzu unbedarfte Umgang[7] mit Lothar Irle in den 2010er Jahren oder die seit 1975 immer noch bestehende Lothar-Irle-Straße[8] im Siegener Stadtteil Kaan-Marienborn, sondern auch das Fehlen einer den gesamten Lebenslauf Irles in den Blick nehmenden Biographie lassen es geboten erscheinen, dies hier zu tun.

Die Quellenlage für die Erarbeitung dieser Skizze ist problematisch. Eine zu erwartende Personalakte befindet sich nicht im einschlägigen Bestand des Landesarchivs NRW, Abt. Westfalen. Ihre Spur verliert sich in der Behördenkorrespondenz zur Berechnung des Besoldungsdienstalters von Dr. Lothar Irle.[9] Die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund besitzt lediglich ein Widmungsschreiben Irles vom 29. September 1939.[10] Der persönliche Nachlass Irles ist vernichtet.[11] Die schon erwähnten Arbeiten über Irle fußten vor allem auf dessen Entnazifizierungsakten.[12] Die Skizze bezieht Archivalien des Berliner Bundesarchivs[13], Duisburger Landesarchivs[14], des Universitätsarchivs der Goethe-Universität Frankfurt/Main[15] und des Kreisarchivs Siegen-Wittgenstein[16] ein.

In sechs Abschnitten (Familie, Schule/Studium, Politik, Lehrer und Dozent für Lehrerbildung, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit) wird der Lebensweg Irles nachgezeichnet. Ein Fazit soll die noch zu erforschenden Fragen formulieren. Die abschließenden Quellen- und Literaturhinweise dienen ebenso wie die als Anhang beigefügte Zusammenstellung von Auszügen aus Publikationen Lothar Irles dem Einstieg in diese Recherchen.

1) Familie[17]

Lothar Irle wurde am 16. Mai 1905 in Niedersetzen bei Geisweid als einziges Kind des Albert Irle, kaufmännischer Angestellter bei den Geisweider Eisenwerken AG, und Anna Emilie Irle, geb. Schneider, geboren und evangelisch getauft.[18]

Ein Brief Hermann Schneiders, Irles Großvater, der in die Vereinigten Staaten ausgewandert war, an dessen Tochter Emilie vom 26. Mai 1907 belegt die damals wohl übliche, strenge Erziehung.[19]

Am 7. April 1933 heiratete Irle die in Kreuztal Ingeborg Dina Hedwig geb. Rath (geb. 21. November 1906 in Kreuztal, gest. 25. März.1983 in Siegen ). Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: 1. Frohmut, geboren am 13. Mai 1934 in Siegen,[20], 2. Trutzhart, geboren am 15. Oktober 1938 in Dortmund[21], und 3. Roselieb[22], geboren am 13. Februar 1943 in Dortmund.

Von seinem Vater hatte er eine starke Verbundenheit mit seiner Heimat, dem Siegerland und den darin lebenden Menschen quasi “geerbt”. Auch Albert Irle hatte einiges Heimatkundliche publiziert.[23] Weihnachten 1928 gründete Lothar Irle den Familienverband Irle. Die „Familienzeitung des Geschlechtes Irle“ redigierte er als Schriftleiter von 1929 bis 1941 und von 1960 bis 1974.

Am 15. Mai 1974 starb Lothar Irle in Siegen-Kaan-Marienborn nach schwerer Krankheit. Die Beisetzung erfolgte am 21. Mai 1974 auf dem neuen Friedhof in Kaan-Marienborn.[24]

 

2) Schule, Studium[25]

Von 1911 bis 1915 besuchte Lothar Irle die Volksschule Siegen-Obersetzen. Danach wechselte er zur Städtischen Oberrealschule in Siegen-Weidenau, die er von 1915 bis 1920 absolvierte und mit der Untersekundareife abschloss.

Offensichtlich war sein Berufswunsch gereift, denn von 1920 bis 1922 wechselte er zur Präparandie im nahen Hilchenbach, eine Ausbildungsstätte für Volksschullehrer. Anschließend besuchte er das dortige Lehrerseminar von 1922 bis 1925. Am 18. März 1925 legte er in Hilchenbach die erste Lehrerprüfung mit der Note „gut“ ab. Eine Lehrerstelle konnte Irle wegen der problematischen Stellensituation in der Mitte der zwanziger Jahre nicht antreten[26], sodass er sich für die Aufnahme eines Studiums entschied.

„Während meines Studiums bestand ich die Ergänzungsprüfung in Latein und Englisch vor dem Provinzialschulkollegium in Kassel“, schreibt Irle in seiner Dissertation.[27] Ostern 1927 legt er die Reifeprüfung nach § 4 der Verordnung vom 19. September 1919 (Lehrerprüfung) am Realgymnasium Warburg ab.[28]

Lothar Irle hat sich im Wintersemester 1925/26 für die Fächerkombination Deutsch und Geschichte an der Universität Marburg immatrikuliert.[29] Ausweislich seiner Belegbögen[30] hat er in seiner Marburger Zeit darüber hinaus Veranstaltungen aus den Bereichen Englische Philologie, Französische Philologie, Lateinische Philologie, Kunstgeschichte und Theologie besucht. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei im Gebiet der englischen Sprache und Literatur. Im Bereich der Körpererziehung/Leibesübungen besuchte er eine Veranstaltung zur Physiologie, eine Vorlesung „Staat und Körpererziehung“ und nahm zweimal an einer Veranstaltung akademischer Leibesübungen teil. Es geht aus seinen Belegbögen aber nicht hervor, dass er den Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern besucht hat. Sein Ausbildungsgang in Marburg zielte ganz eindeutig auf eine schulische Lehrtätigkeit im Bereich der neueren Philologien und der Geschichte.[31] Seit 1927 nahm er an der pädagogischen Arbeitsgemeinschaft für Junglehrer teil.[32]

“An der Universität Marburg nahm ich an den Vorlesungen und Übungen folgender Herren Professoren und Privatdozenten teil: Busch +[33], Deutschbein[34], Elster[35], Häpke +[36], Jaensch[37], Kleinschmitt von Lengefeld[38], Pongs[39] und Wrede[40][41] Die von Irle im Lebenslauf seiner Doktorarbeit aufgeführten akademischen Lehrer dürfen in ihrer Mehrheit dem konservativen Milieu zugerechnet werden; einige zeigten in der Zeit des Dritten Reiches eine deutliche Nähe zur nationalsozialistischen Ideologie Karriere (z. B. Jaensch, Elster, Pongs)”

Aus finanziellen Gründen brach Irle sein Studium nach dem Wintersemester 1927 ab. In den beiden folgenden Jahren 1928 und 1929 verfasste er im Auftrag Siegerländer Industriebetriebe Firmenchroniken. Mit genealogischen Auftragsforschungen u.a. für Friedrich Flick[42] steigerte er seine Einkünfte zudem.

Im Wintersemester 1929 war Lothar Irle dann in der Lage sein Studium in Frankfurt/Main fortzusetzen. Die Anmeldekarte vermerkte als seinen „erstrebten Lebensberuf“ – Journalistik.[43] Er war für die Fächer deutsche und nordische Philologie, Geschichte sowie Volkskunde eingeschrieben. „…. an der Universität Frankfurt a. M. [nahm ich] an denen [gemeint: Vorlesungen und Übungen] folgender Herren Professoren und Privatdozenten [teil]: Foerster, Gelzer[44], Küntzel, van der Meer +, Naumann[45], Platzhoff[46], Rheindorf[47], Schneider +[48], Schultz[49] und Sommerfeld[50][51] Der Lebenslauf in der Promotionsakte[52] vermerkt zusätzlich noch, dass Lothar Irle auch Veranstaltungen des Anglisten Rudolf Imelmann (1879 – 1945) besucht hat. 1929 wurde Imelmann auf den mit jüdischen Stiftungsgeldern geschaffenen anglistischen Lehrstuhl der Universität Frankfurt berufen. Aufgrund von Querelen in der Fakultät reichte er selbst bereits im April 1933 einen Antrag auf Emeritierung ein, wurde dann im Mai 1933 aber aus rassistischen Gründen entlassen.

Nach erfolgreichem Rigorosum am 14. Dezember 1931 wurde er am 10. August 1932 promoviert. Der Titel seiner von Hans Naumann[53] betreuten Dissertation lautet “Die Vornamengebung im Siegerland”. Die Drucklegung der Arbeit verzögerte sich, da sowohl Lothar Irle als auch dessen Vater seit 1931 stellenlos waren. Hans Kruse, Schriftleiter der Zeitschrift „Siegerland“, hatte Irle angeboten, das vierte Kapitel dort erscheinen zu lassen. Im Juli 1932 konnte Lothar Irle die vollständige Arbeit in den Druck geben. Hesse bewertet diese Arbeit als eher durchschnittlich.[54]

3) Politik[55]

Spätestens während des Besuchs des Lehrerseminars wurde Lothar Irle politisch aktiv und organisierte sich am rechten Rand des politischen Spektrums. Bereits 1923 schloss er sich dem Jungwiking des Bundes Wiking (hervorgegangen aus der Brigade Ehrhardt und der Organisation Consul) an, bevor er im Jahr darauf 1924 dem Völkisch-Sozialen Block (VSFB), einer Ersatzorganisation der zu diesem Zeitpunkt verbotenen NSDAP, beitrat.[56]

Am 1. Dezember 1931 trat Lothar Irle in die NSDAP ein und erhielt die Mitgliedsnummer 816.838. Zwei Wochen später, ab dem 15. Dezember 1931, bekleidete er das Amt des Ortsgruppenkulturwartes der Ortsgruppe (Siegen-)Geisweid der NSDAP. Vom 1. April 1932 bis Anfang 1933 führte er als Ortsgruppenleiter die neugegründete Ortsgruppe Setzen, die im Herbst 1932 zum Stützpunkt umgewandelt wurde

Ab dem 27. August 1932 fungierte Lothar Irle als Kreisfachberater für Lehrerfragen bei der NSDAP-Kreisleitung Siegen. Nur wenige Wochen später, am 1. Oktober 1932, erfolgte der Eintritt in den Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) mit der Mitgliedsnummer 8960, um unmittelbar als Kreisobmann Siegen-Land in Erscheinung zu treten.[57] Von Januar 1933 bis Mai 1934 trat Irle als Kreiswalter des NSLB Siegen auf, bis die 650 Lehrpersonen des Siegerlandes erfasst waren. Zwischen 1933 und 1937 war Irle für den NSLB Gaufachredner im Gau Westfalen-Süd. Ab Februar 1937 übernahm er die Aufgabe des NSLB-Gausachbearbeiters für Volkstumspädagogik. Schließlich gehörte er zwischen Juli 1934 und Juni 1937 dem Mitarbeiterstab der Zeitschrift “Neue Wege”, Organ der Reichsfachschaft IV „Lehrer an Volksschulen“ des NSLB, an.

Quelle: Iserlohner Kreisblatt, 23. März 1939

Bei seinem Eintritt in den Nationalsozialistischen Dozentenbund (NSD) 1937 erhielt Lothar Irle die Mitgliedskarte Nr. 179. [58] Seit dem 1. Oktober 1938 war er örtlicher Dozentenbundführer an der Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund und im Gau Westfalen-Süd. Als solcher gehörte er der NSDAP-Gauleitung Westfalen-Süd an. Außerdem fungierte Irle als Dozentenschaftsleiter und Gaufachschaftsleiter I “Lehrer an Hochschulen” im NSLB.

Im November 1938 übernahm Lothar Irle die Leitung des wissenschaftlichen Kreises der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Volkskunde beim Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP („Amt Rosenberg“[59]).

Vom 1. November 1933 an war Irle Mitglied in SA-Sturmes 130 (Siegen), und nach seinem Umzug nach Dortmund des SA-Sturmes 98 (Dortmund). Er wurde 1937 zum Oberscharführer befördert und ließ sich im November 1938 wegen Überlastung beurlauben. Am 1. Mai 1934 wurde Lothar Irle Mitglied der NS-Volkswohlfahrt (Mitgliedsnr. 426 346). Folgende politischen Aktivitäten Irles konnten darüber hinaus ermittelt werden: Er war Gauschulungsredner der NSDAP, Mitglied der Reichslesebuchkommissionen Hessen und Industriegebiet (= Ruhrgebiet), Reichssachbearbeiter für Personennamenkunde in der Parteiamtlichen Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde, Mitglied des Reichsluftschutzbundes, hielt seit 1937 Fachvorträge in der NS-Frauenschaft und seit Mai 1938 Fachvorträge auf der Gauschulungsburg Hagen-Hohendorf.

1941 wurde sein umfangreiches, politisches Engagement mit der Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze für zehnjährige aktive Dienstzeit in der NSDAP gewürdigt.

4) Lehrer und Dozent für Lehrerbildung[60]

Zwischen dem 1. April 1933 und dem 30. April 1933 hospitierte Lothar Irle an der Siegener Nordschule. Als Hilfslehrer war er zwischen dem 1. Mai 1933 und dem 31. März 1934 in Siegen-Setzen, ab dem 1. April 1934 Volksschullehrer in Siegen-Eiserfeld (Marktschule)[61] tätig. Die zweite Lehrerprüfung legte er am 7. Mai 1934 ab.

Am 1. Juni 1934 wurde er zunächst kommissarisch Dozent für Volkskunde an der Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund.[62] Seit 1. Februar 1936 war er planmäßiger Dozent in Dortmund bis zur Auflösung der Hochschule.[63]

Zu Ostern 1941 erfolgte eine Abordnung an die Lehrerbildungsanstalt Idstein im Taunus; allerdings ist Irle nie dort angetreten, da er seit Beginn des Zweiten Weltkriegs Soldat war (s. u.). Seine Beförderung zum Oberstudienrat am 20. Juni d. J. krönte seine Karriere. Seit der Umstellung der Hochschulen für Lehrerbildung im November 1941 war Irle als Dozent und Oberstudienrat an der nach Höxter verlegten Lehrerbildungsanstalt Dortmund. Dieser steile Aufstieg war Lothar Irles politischen Aktivitäten sicherlich nicht abträglich.

5) Zweiter Weltkrieg[64]

Lothar Irle meldete sich unmittelbar am 1. September 1939 freiwillig zum Kriegsdienst. Am 5. Dezember 1939 wurde er als Kanonier zur 3. Beobachtungs-Ersatz-Abteilung 1 (1. Armeekorps, 1. Division) in Königsberg eingezogen. Im November 1940 wurde Irle zum Oberkanonier befördert und war im Stab der Beobachter-Ersatz-Abteilung 1 in Prag tätig. Anschließend wurde Irle auf der Heeresverwaltungsschule in München zum Kriegsverwaltungsinspektor ausgebildet. Als solcher gehörte er mehreren Ersatzeinheiten an: ab dem 7. November 1941 wurde er bei der schweren Artillerie-Ersatz Abteilung (mot.) 62 eingesetzt[65], im Frühjahr 1943 – seit Herbst 43 als Zahlmeister – gelangte Irle zur I./ Pz. Art. Rgt. 16 und zuletzt war er Erster Bataillons-Zahlmeister. Mit seiner Einheit zog Irle von Frankreich nach Italien und kam schließlich über den Mittelabschnitt der Ostfront an deren Südabschnitt, wo er zuletzt bei Kamenez-Podolsk[66] eingekesselt wurde. Schließlich war er in den Karpaten eingesetzt. 1943 erhielt Lothar Irle das Kriegsverdienstkreuz.

Im Juli 1944 war Lothar Irle vom Oberkommando der Wehrmacht mit der literarischen Leitung einer für Frontsoldaten zu schaffenden „Kleinen Grabenbücherei“ beauftragt.[67]

Danach war er bis zur Kapitulation Oberzahlmeister des Kraftfahrzeug-Instandsetzungs-Parks 328 in Oslo.[68]

Im Mai 1945 geriet Lothar Irle bei Oslo in englische Kriegsgefangenenschaft und er befand sich bis August 1945 in den Kriegsgefangenen-Lagern Oslo-Etterstad und Haugastöl. Im August 1945 wurde Irle als ehemaliger NS-Führungsoffizier von den Engländern in das Lager Myra/Norwegen gebracht. Bis November 1945 war er daneben auch im Internierten-Lager Etterstad/Norwegen[69]. Über das nicht als britisches Interniertenlager verzeichnete Lager Neustadt/Holstein wurde er nach Westertimke/Deutschland überführt, wo er bis zum April 1946 verblieb. Schließlich kam er nach Fallingbostel. Am 27. März 1947 konnte er von dort in das Siegerland zurückkehren. Noch bis in das Jahr 1955, dem Jahr seiner Antragsstellung für die Kriegsgefangenenentschädigung, litt Irle an Kreislaufstörungen, die er auf die Zeit der Gefangenschaft bzw. Internierung zurückführte.[70]

6) Nachkrieg[71]

Das Entnazifizierungsverfahren bedeutete für Lothar Irle den Ausschluss aus dem Schuldienst, sodass er die Anregung eines „Kriegskameraden“, für eine Versicherung zu arbeiten, aufgriff und in die Tat umsetzte. Von 1947 bis 1955 arbeitete Irle als Vertreter für die Allianz-Versicherung AG Stuttgart in Kreuztal in der Bismarckstr. 13. Von 1955 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1970 hatte er eine Vertretung der Allianz-Versicherung AG Stuttgart in Siegen inne, die er in den folgenden Jahren zu einer Generalagentur ausbaute.

Seinen Willen zum Engagement kanalisierte Irle nun in Aktivitäten im volks- und heimatkundlichen Umfeld.[72] Im Jahr 1947 wurde Lothar Irle Kulturwart der Abteilung Ferndorf-Kreuztal des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), 1948 ihr Vorsitzer.[73] 1950 wurde Irle zum  Bezirksvolkstumswart des SGV gewählt.[74] Von 1951[75] bis 1968 fungierte er als SGV-Bezirksvorsitzender, Abteilung Siegerland – seit 1968/1969 Bezirks-Ehrenvorsitzender. Daher wurde ihm im Juni 1971 auf der 75. Jahreshauptversammlung in Mülheim a. d. Ruhr die SGV-Ehrennadel in Gold verliehen. Walter Hostert gibt in seiner Geschichte des SGV aus dem Jahr 1966 zwei Beispiele des Irleschen Wirken:

„…. Festlich begangen wurde 1952 in abendlicher Stunde die Heimweihe des Wanderheimes der Abteilung Letmathe-Oestrich. Der Einladung der Abteilung folgte die Jugend und gestaltete dort eine Feierstunde mit Gruppenverpflichtung, an der 700 Jungen und Mädel teilnahmen. Dr. Lothar Irle sprach zur Jugend, die sich danach auf die Jugendherbergen des Umkreises verteilte und anderen Tages den Kohlberg anwanderte, um am Totengedenken teilzunehmen. ….“[76]

„.…. Das Motto des Gebirgsfestes in Olpe 1953 wurde auf einem einleitenden Presseempfang erläutert: ‚Freude suchen, Freude bereiten!‘ … Den Festvortrag auf der Kundgebung hielt Dr. Lothar Irle über volkskundliches Wandern. Ausgehend von dem Lehrmeister der Volkskunde Wilhelm Heinrich Riehl[77], rief er zu rechtem „Gehen“ auf, das eine Landschaft in der Gesamtheit ihrer Lebensäußerungen erfasst …“[78]

In die Amtszeit von Lothar Irle fällt die erstmalige Verpachtung der Raststätte Kindelsberg an die Krombacher Brauerei. Am 1. Januar 1962 übernimmt der Unterpächter Edelhoff die Raststätte.[79]

Seit 1925 war Irle Mitglied des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins[80], sodass die von ihm angeregte Gründung der Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1962 beinahe ein wenig spät erscheint. Dennoch: „ …. „Beherrschende“ Figur war Dr. Irle , der mit sonorer Stimme und weitreichendem Wissen die Treffen leitete. …..“[81] Zeitgleich war er nun auch Mitglied im Vorstand des Siegerländer Heimatvereins, der ihn am 1. Februar 1974 mit der Goldenen Siegerland-Medaille würdigte.

1955 sprach Lothar IrIe auf dem Heimatsgebietstag Siegerland-Wittgenstein des Westfälischen Heimatbundes, der anlässlich der Stadterhebung Weidenaus ebendort stattfand, über das Thema „Der Siegerländer Mensch und seine Heimat.“[82] Eine vereinsmäßige Tätigkeit Irles im Westfälischen Heimatbund ist nicht bekannt.

Auch überregional vernetzte sich Lothar Irle wieder: So trat er 1967 der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde bei. Im Januar 1955 ist die korrespondierende Mitgliedschaft Lothar Irles in der National Geographic Society in der lokalen Presse gemeldet worden.[83] Eine Nachfrage des Verfassers bei der National Geographic Society ergab, dass dort Lothar Irle nicht bekannt ist.

Ausblick und Fazit

Vorab gilt es hier anzumerken, dass auch diese überarbeitete Skizze eine noch zu schreibende Biographie nicht ersetzen kann. Einiges gilt es noch zu klären und zu analysieren. Zunächst drei Beispiele für noch ausstehende Analysen[84]:

  • Vor allem fehlt die dringend gebotene Interpretation des gesamten, schriftstellerischen Werks von Dr. Lothar Irle.[85] Allein die 148 Nennungen in der Siegerland-Bibliographie Vitts[86] lassen das Ausmaß dieser Arbeit erahnen. Wegen des Fehlens des privaten Nachlasses wird alleine eine solche Analyse seiner Werke weiteren Aufschluss über die Motive Irles zur Hinwendung zur nationalsozialistischen Ideologie geben. Ist schon der Umfang dieser Arbeit beträchtlich, so wird die Bearbeitung der Texte eine hohe Bereitschaft erfordern, sich mit der Gedankenwelt Irles, insbesondere mit seinem Antisemitismus auseinanderzusetzen.[87] „Belohnt“ wird man mit biografisch interessanten Funden[88] oder mit Angaben zur historisch eher oberflächlichen Arbeitsweise Irles.[89] Ein Blick in die Kommunalarchive scheint zudem dann lohnenswert, wenn Irle eine Ortschronik verfasst hat.[90]
  • Die überlieferte Entnazifizierungsakte[91] stellt Lothar Irle nicht unerwartet in einem möglichst positiven Licht dar. Demgegenüber ist noch nicht untersucht worden, welche Auswirkungen Irles mannigfaltige politische Tätigkeiten hatten. Eine Durchsicht der Personalakten Siegerländer Lehrpersonen im Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, in Münster könnte beispielsweise Hinweise darauf liefern, ob Irle in Karrieren eingegriffen hat. Auch dies ist Kärnerarbeit. Wie engagiert Lothar Irle im beruflichen Umfeld zu Werke gehen konnte, zeigt wie eine Akte[92] aus dem Landesarchiv in Münster: Irle nahm als Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer aus dem Kreis Siegen an der ersten Schulungswoche für „Vererbungslehre, Erbgesundheitspflege, Rassen- und Familienkunde“ teil. Dieser Lehrgang, vom preußischen Kultusministerium angeschlossenen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht organisiert, fand vom 25. bis zum 30. September 1933 in Berlin statt. Die Multiplikatorenschulung sollte fachlich und ideologisch geeignetes Personal in die Lage versetzen, die Lehrerkolleginnen und -kollegen vor Ort in dieser Thematik zu schulen. Die Schulabteilung der Regierung zu Arnsberg bat die Teilnehmenden aus ihrem Zuständigkeitsbereich um einen Bericht über diese Fortbildungsveranstaltung. Lothar Irle kam dieser Bitte am 12. Oktober 1933 nach: „… Wir Südwestfalen waren verblüfft, als wir sahen, dass wir fast die einzigen uniformierten Nationalsozialisten waren und dass sich eine ganze Reihe Nichtnationalsozialisten in unserer Mitte befanden. Das zeigte sich auch in einer Aussprache im Anschluß an eine Lektion. Wir waren genötigt, unter Protest den Raum zu verlassen und eine Beschwerde beim Kultusministerium einzureichen, da der Ausspracheleiter nicht eingriff, als eine Dame zu sagen wagte, man müsse Rücksicht nehmen auf jüdische Mädchen, wenn man Rassefragen behandele.“

Volk und Rasse, 9. Jg. (1934), S. 224

  • Ein Einbettung Irles in die regionale Lehrerschaft des Altkreises Siegen fehlt bislang ebenso[93].

Weitere Rechercheergebnisse harren noch der Überprüfung bzw. Verifizierung:

  • Die bereits genannte „Grabenbibliothek“ sollte ihren Niederschlag in den Beständen des Bundesarchivs in Freiburg gefunden haben.
  • Sein Buchprojekt „Deutsche Namenkunde“, das er 1939 mit einem Münchener Verlag realisieren wollte, ist eine weitere Recherche wert.[94]
  • Wenig Erfolg versprechend dürfte es sein, dem Rundfunkbeitrag „Die beiden Ahnen“, der laut Irle 1942 im Programm des Senders Saarbrücken gesendet werden sollte, nachzuspüren, zu dürftig ist wohl die Quellenlage.[95]
  • Skurril mutet zunächst folgendes Fundstück[96] an: “ …. wenn er [gemeint ist J. O. Plassmann] über einen gewissen Dr. Lothar Irle urteilt, der die Absicht hat, Grimms Märchen von kirchlichem Einfluß zu reinigen: „Der Mann muß von den Dingen nicht die leiseste Ahnung haben – unklar ist mir nur die leider nicht seltene Erscheinung, daß solche Ignoranten plötzlich auf irgendwelchen Lehrstühlen auftauchen. Die „weltanschauliche“ Fanfare scheint an manchen Stellen immer noch mit völkischer Gesinnung verwechselt zu werden. ….“ Diese Bemerkung über Irle ist vor dem Hintergrund der Streitigkeiten zwischen SS-Ahnenerbe[97] (Plassmann) und dem Amt Rosenberg (Irle) zu sehen, die es in Bezug auf die Person Irles zu überprüfen gilt.[98]
  • Irles Vernetzungen mit den heimatkundlich Forschenden in der Zeit nach 1945 gilt es ebenfalls genauer zu betrachten. Denn diese dürften bspw. der Grund für die wenn auch gescheiterte Anregung zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes[99] an Lothar Irle gewesen sein. Sie könnten ein Schlüssel für die hohe Wertschätzung sein, die Irle weit über seinen Tod hinaus erhalten hat.[100]
  • Auszuwerten sind auch noch zwei Aktenbänden im Bestand „WGGF.GR
    Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF)“ des LWL-Archivamtes in Münster, die Korrespondenz Irles mit der Gesellschaft wegen der Veröffentlichung des Beitrages „Westfalen im Siegerland während des 17. Jahrhunderts“ sowohl vor 1945 ( Signatur: GR 24 [1942]), als auch nach 1945 (GR 27 [1949 – 1954]) beinhalten.
  • Der Fund von Noten mit vertonten Weihnachtsgedichten wirft Dr. Lothar Irles aus dem Jahr 1962 Fragen nach der europäischen Vernetzung Irles auf. Denn die Vertonung hatte Melchert Schuurman, der in der niederländischen Wikipedia als Komponist und Kollaborateur bezeichnet wird, übernommen.
  • Ob im Zuge der Forschungen noch weitere Memorabilia auftauchen, blweibt abzuwarten.

Warum aber soll man sich überhaupt diesen Mühen unterziehen? Nicht doch ein langer Bart? Eine grundsätzliche, veränderte Bewertung der Person Dr. Lothar Irle steht nicht zu erwarten. Aber Irles Weg in den Nationalsozialismus hat beinahe etwas Idealtypisches: konservativ-evangelisches Elternhaus, traumatische Erfahrung des Ersten Weltkrieges, konservativ bis völkische Lehrer und Professoren, ein gebrochenes berufliches Fortkommen. Dies gilt auch für den Weg Irles in die Bundesrepublik: kein Unrechtsbewusstsein, kein Abwenden von den Fehlern, vielmehr ein Beibehalten der alten, allerdings unverfänglich formulierten Denkmuster. Seine gesamte Biografie macht Irle so interessant für eine möglichst tiefe Erforschung – zum besseren Verständnis der regionalen Geschichte des Nationalsozialismus und zum Verständnis der regionalen Geschichte der frühen Bundesrepublik.

Archivalien:

Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Kriegsgefangenenentschädigungsakte Dr. Lothar Irle (IV/648) https://www.siwiarchiv.de/kriegefangenenschaft-dr-lothar-irle/
Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, [Verleihung von Bundesverdienstkreuzen], Az. 032-20, 1963-1966, Link:
Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, 2.09.2 Nr. 33 (https://www.siwiarchiv.de/lothar-irle-siegerland-westfalen/)
Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, 4.1.5. Nr. 76, Film „Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“ (1970)

Universitätsarchiv Marburg 305m 1 Nr. 85 [Immatrikulation]
Universitätsarchiv Marburg 305m 2 Nrn. 60, 63, 67, 71 [Belegbögen]

Bundesarchiv Berlin, R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072)
Bundesarchiv Berlin (ehem. Document Center), PK Irle, Lothar *16.5.05 [Personalkarte]
Bundesarchiv Berlin (ehem. Document Center), VBS 307/8200001317 (WI)
Bundesarchiv Berlin, Zentral-Archiv, ZB II 3492 Akte 12 [„NS-Archivs“ des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR]
Bundesarchiv Berlin, NS 12/7177 [NS 12 Hauptamt für Erzieher/Reichswaltung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes]

Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Regierung Arnsberg 31778, Schulpolitisches 1933-1935
Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Personalakten A 16 (Schulkollegium Lothar Irle)
Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle), NW 1.037-B BI-1.062 (Carl Steingaß), NW 1.127-1.516 (Fritz Vorländer)
Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW O 07379

Westfries Archief, Hoorn, Sammlung C. Koemann Jr, Signatur 0778-321

Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Abteilung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Berlin, Gutachterstelle des BIL – Preußische Volksschullehrerkartei, Signatur: GUT LEHRER (Personalunterlagen von Lehrkräften), 22356

Universitätsarchiv der Goethe-Universität Frankfurt, UAF Abt. 604 Nr. 545 (Studentenakte Lothar Irles)
Universitätsarchiv der Goethe-Universität Frankfurt, UAF Abt. 136 Nr. 454 (Promotionsakte Lothar Irles)

Online-Quellen:

Lexikon westfälischer Autorinnen und Autoren 1750 bis 1950, Link: https://www.lexikon-westfaelischer-autorinnen-und-autoren.de/autoren/irle-lothar/ (Aufruf: 30.12.2012)
Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lothar_Irle&printable=yes (17.12.2012)
Eintrag „Lothar Irle im Regionalen Personenlexikon zum Nationalsozialismus für die Altkreise Siegen und Wittgenstein, Link: http://akteureundtaeterimnsinsiegenundwittgenstein.blogsport.de/a-bis-z/gesamtverzeichnis/#irle5 (Aufruf: 10.12.2021)
archivar: Lothar Irle und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Teil 2. Eine Aktenauswertung, Veröffentlicht am 20. November 2013 auf siwiarchiv, Link: https://www.siwiarchiv.de/lothar-irle-und-der-verdienstorden-der-bundesrepublik-deutschland-teil-2/ (Aufruf: 10.12.2021)

Literatur:

James R. Dow/Hannjost Lixfeld: The nazification of an academic discipline. Folklore in the Third Reich, Indianapolis 1994, S. 210
Rainer S. Elkar: Menschen-Häuser-Schicksale. Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992, S. 199-203
Rainer S. Elkar: „Die Memoria des Dr. Lothar Irle. Ein Beitrag zur Geschichte eines ‚Ur-Siegerländers‘“, in: Siegener Beiträge 18 (2013), S. 217–233
Jürgen W. Falter (et alt.): »Wie ich den Weg zum Führer fand« Beitrittsmotive und Entlastungsstrategien von NSDAP-Mitgliedern, Frankfurt/Main 2022
Willi Feiten: Der Nationalsozialistische Lehrerbund. Entwicklung und Organisation. Ein Beitrag zum Aufbau und zur Organisationsstruktur des nationalsozialistischen Herrschaftssystems, Weinheim/Basel 1981, S. 277
Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preußischen Pädagogischen Akademien (1926-1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933-1941), Weinheim 1995, S. 387-388
Alexander Hesse: Dr. Lothar Irle (1905-1974). Lehrerbildner, Volkskundler, Genealoge – Anmerkungen zu einem Selbstzeugnis, in: Siegener Beiträge 2/1997, S. 114-120
Alexander Hesse: Völkische Seminaristen und deutschnationale Seminarlehrer? Die letzten Jahre des Lehrerseminars Hilchenbach (1922 – 1925), in: Siegener Beiträge 4/1999, S. 45-84
Alexander Hesse: „Schule und Elternhaus“ (1924–1938). Porträt einer illustrierten Ratgeber-, Unterhaltungs- und Versicherungszeitschrift, Bremen 2011, S. 7 – 12
Walter Hostert: Geschichte des Sauerländischen Gebirgsvereins. Idee und Tat. Gestern-Heute-Morgen, Lüdenscheid 1966
Ilka Irle/ Roselieb Prehn-Irle: »Geliebtes Kind – komm doch nach Amerika!« Auswandererschicksal 1887, Freiburg 2014, S. 124
Lothar Irle: Die Vornamengebung im Siegerland, Diss. phil, Frankfurt/Main 1932
Lothar Irle Die Siegener Bürgeraufnahmen 1575 – 1700. Siegerland, 15. Band 3./4. Heft November/Dezember 1933, S. 66
Lothar Irle: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau [1939]o. J., S. 56-57
Lothar Irle (Bearb.): Siegerländer Geschlechterbuch. Zweiter Band, Limburg/Lahn 1965, S. 267-268
Lothar Irle: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon. Hg. aus Anlass der 750-Jahr-Feier der Stadt Siegen 1974. Siegen: Siegerländer Heimatverein 1974, S. 158
Gerhard Moisel: Siegener Geschlechterbuch, Fünfter Band, Limburg 1991, S. VII – VII
Gerhard Moisel: „Auf den Spuren der Ahnen“. 50 Jahre Familienkundliche Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, in: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 89 (2012), Heft 2
Ulrich Friedrich Opfermann: Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus. Personen, Daten, Literatur. Ein Handbuch zur regionalen Zeitgeschichte (Siegener Beiträge, Sonderband 2001), Siegen 2001, S. 232
Ulrich Friedrich Opfermann: „Mit Scheibenklirren und Johlen“. Juden und Volksgemeinschaft im Siegerland und in Wittgenstein im 19. und 20. Jahrhundert, Siegen 2009, S. 58-59, 179, 183, 231
Angelika Oesterle: John Meier – Eine Biographie im Schatten des Nationalsozialismus, Mag. Ludwig-Uhland-Institut der Uni. Tübingen SS 1988, S. 50-51
Dieter Pfau: Die Geschichte der Juden im Amt Ferndorf (1797-1943). “Den Juden ist aber hier kein Leid zugefügt worden.”, (Kreuztaler Rückblicke. Eine Veröffentlichung aus dem Stadtarchiv Kreuztal, Bd 1), Bielefeld 2012, S. 73
Udo Reik-Riedesel / Dieter Tröps: 1896–2021 – 125 Jahre SGV Bezirk Siegerland e. V. Festschrift zum Vereinsjubiläum, [Siegen] 2021, S. 20 – 21, 46 – 48.
Wilhelm Schulte: Der Westfälische Heimatbund und seine Vorläufer, Münster 1973, 2 Bde.
Christiane Torzewski: Heimat sammeln – Milieus, Politik und Praktiken im Archiv für westfälischen Volkskunde, Münster 202, S. 55-56, 58, 66
Hans Rudi Vitt: Siegerländer Bibliographie, Siegen 1972, S. 457

Zeitungen:

Siegerländer National-Zeitung, 6. Juni 1934, 28. Februar 1936, 20. März 1939, 8. August 1941, 21. Februar 1942
Siegener Zeitung 3. August 1955, 2. Juni 1971, 16. Mai 1974
Dortmunder Zeitung 4. März 1936, 30. Oktober 1937, 7. Oktober 1938
Iserlohner Kreiszeitung 1. November 1938, 23. März 1939

Auskünfte:

Universitätsarchiv Marburg, E-Mail v. 15. Januar 2013
Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht, Berlin v. 13. März 2013

Anhang: Auszüge aus Veröffentlichungen Lothar Irles

Die Sammlung von Irle-Zitaten entstand für die Publikation im Jahr 2013. Gedacht war und ist sie als Unterstützung der in der Biographie vorgetragenen Argumentation für eine weitere Auseinandersetzung mit Leben und Werk Lothar Irles.
Ich weise darauf hin, dass in dieser Zusammenstellung auch Texte aus der Zeit des Nationalsozialismus enthalten sind. Ich distanziere mich ausdrücklich von allen rassistischen, gewaltverherrlichenden und nationalsozialistischen Inhalten.

Weckruf
Von Lothar Irle, Niederschelden

Ihr singt von Göttern, singt von fremden Helden,
Die in Olympia ihr Spiel geführt,
Von denen Griechen uns und Römer melden.
Wo bleibt der Dank, der  unserm Volk gebührt,
Das unter Kämpfen, unter Müh‘ und Darben
Mit herrlich deutschem, heil’gem Heldenblut
Das, was die gier’gen Feinde scheel umwarben,
Entriß mit hehrem Drang der Liebesglut?
Wo bleibt der Dank für Helden der Geschichte,
Die an der Ruhr und an dem deutschen Rhein
Als willig Werkzeug göttlicher Gerichte
Ihr Leben ließen, um uns zu befrein?
Was kümmerts uns, dass einst ein Brutus lebte
Zu einer Zeit, als Armin für uns stritt!
Uns liegt nichts dran, was Scävola erstrebte,
Uns kümmert nur, was deutsches Volk erlitt.
So laßt uns bauen unsers Volks Geschichte,
Laßt fern des fremden Volks Vergangenheit,
Nur merkt euch gut die Frevel welscher Wichte
Zur Kräftigung im künft’gen Völkerstreit!
aus: „Das Volk“ Nr. 222 v. 22. 9.1925

Nassau
von Lothar Irle

Nassauisch Volk, man nahm dir deinen Staat
und fügte dich in einen größern ein
doch nassauisch ist jetzt noch jeder Pfad,
und jeder Berg und jeder Bauer dein.
Oranierland, des großen Schweigers Haus
stand festgefügt in deiner alten Erde.
Die Welt wuchs über dich hinaus,
du bist ein Scheit nur noch im Feuerherde,
doch wird verbrennen nie das Scheit,
stets wird ́s die große Flamme speisen,
und nie vergehen wird die Zeit,
wo dich die deutschen Sänger glücklich preisen.
Rauh bist du Volk, rauh wie dein steinig Land
rauh wie der Wind, der dein Gebirg umweht,
verschlossen bist du, wenig nur bekannt
und knorrig wier der Wald, der auf den Bergen steht.
Vergiß dich nicht, bleib treu bei deinem Brauch
und handle in der Kraft vergangener Tage,
und sorg ́, daß einst von deinem Hauch
das deutsche Volk ein schöner Antlitz trage.

aus: „Heimatblätter zur Pflege und Förderung des Heimatgedankens. Beilage zur Dill-Zeitung“ (Jg. 5, 1932, doppelt abgedruckt in H. 1, S. 4 und H. 3, S. 12)

„Von Judenblut sind alle Irle-Sippen, soweit es sich bisher feststellen ließ, rein. ….. Das Siegerland war vor etwas mehr als hundert Jahren judenrein, sodaß für Siegerländer kaum die Möglichkeit besteht, jemals bei seinen Vorfahren das Eindringen orientalischen Blutes feststellen zu können. Wir sind stolz darauf, daß auch im letzten Jahrhundert die Glieder anderen Geschlechtes soviel Blutbewußtsein hatten, daß sie Ehe mit Fremdblütigen nicht eingingen. Möge dies auch in Zukunft so bleiben!“
Aus: Familienzeitung des Geschlechtes Irle Bd. 2 Heft v. 12.7.1933, S. 5-6 („Geleitwort des Herausgebers“)

„Die Rassenfrage ist eine der Grundfragen unseres Staatslebens geworden, nachdem die nationale Revolution siegreich in den deutschen Landen durchgedrungen ist. Reinerhaltung der Rasse, stärkste Betonung der Nordischen sind Grundgedanken des Nationalsozialismus. Die Juden werden aus den Staatsämtern zurückgedrängt, nachdem sie sich im Novemberstaat so breit wie eben möglich eingenistet hatten. Von den Staatsbeamten wird künftig der Nachweis deutscher Herkunft gefordert. Damit wird auf die Sippenforschung die Aufmerksamkeit des ganzen deutschen Volkes gelenkt.
Mit der stillvergnügten Aussage, man habe kein Judenblut, da in früheren Jahrhunderten das Siegerlandkeine Juden besessen hätte, ist es nicht getan, man muß zu erforschen suchen, wo denn nun eigentlich die Menschen sind, die einem die Erbmasse über Generationen hinweg übermittelt haben, in welchem sozialen Verhältnis sie standen, wie es mit ihrer Fruchtbarkeit, mit Krankheiten, mit ihrer Sterblichkeit stand, ob sie mit bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit in Verbindung traten. Wer einmal mit diesen Forschungen begonnen hat, der ist in ihrem Bann, er kann nicht mehr los von der Überlieferung der Jahrhunderte, von der Geschichte des eigenen Blutes. […]“
aus: Die Siegener Bürgeraufnahmen 1575 – 1700.Siegerland, 15. Band 3./4. Heft November/Dezember 1933, S. 66

„Man sollte sich aber auch nicht scheuen, dem Jungvolk durch Abbildungen Schrecken vor der Vererbung gewisser Krankheiten in erbkranken Familien einzuflößen und dadurch das Verständnis für die Regierungsmaßnahmen zu fördern, denen im Geheimen von nicht nationalsozialistischer Seite oft noch entgegengearbeitet wird.“
aus: Familienkunde für das Jungvolk, Anregungen für den deutschen Lehrer, in: Neue Wege: Monatsschrift für praktische Volksschularbeit 6 (1933), S. 267-269, hier: S. 267

“Die meisten Vorfahren der bedeutenden Deutschen sind Bauern gewesen. Bauernblut gilt als besonders gut. Städtische Geschlechter sterben meistens aus.”
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 8

“Aber viele Männer und Frauen wollen keine Kinder. Denen war die viele Arbeit zu unbequem. Die wollten lieber für sich schöne Sachen anschaffen als für ihre Kinder sparen. Denen war es gleichgültig, ob sie dem deutschen Volke großzogen oder nicht, wenn sie nur schöne Reisen machen konnten. Aber es wird dahin kommen, daß alle es erkennen, wie wichtig es für unser Volk ist, wenn alle Stammbäume viele frische Zweige enthalten. Deutschland muß viele Kinder haben, wenn es nicht sterben will.”
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 10

“Wenn ihr einmal mitbestimmen dürft, wie ein Kind genannt werden soll, dann müßt ihr unbedingt dafür sorgen, daß es einen schönen deutschen Namen erhält und nicht einen hebräischen oder griechischen. Unsere Sprache ist reich genug. Wir brauchen keine Namen aus den Sprachen fremder Völker zu holen.”
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 12

„Sehr oft haben Juden solche Namen, in denen ein Schimpf oder Hohn liegt. Das kommt daher, daß sie sich erst spät mit Familiennamen nennen ließen, und daß ihnen vielfach Namen aufgezwungen wurden, als sie sich der allgemeinen Sitte nicht fügten. Wenn ihnen selbst die Wahl gelassen wurde, dann legten sie sich besonders wohlklingende zu, wie Rosenberg, Ehrlich, Silberstein, Süßmann und Lindenstrauß. Man kann dann aber nicht sagen, daß ein Mensch mit einem solchen Namen unbedingt Jude ist. Die meisten Juden, die in Deutschland leben, haben deutsche Namen. Trotzdem sind sie keine Deutschen. Nicht der Name macht einen zum deutschen Menschen, sondern das Blut.“
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 14

“In den Jahren, bevor Hitler Reichskanzler wurde, habt ihr es alle erlebt, wie die vielen Menschen gerne auswandern wollten, weil sie in Deutschland keine Arbeit mehr hatten. Aber die anderen Völker ließen keine Fremden in ihre Länder. Und vor dem Kriege kamen viele Italiener nach Deutschland, weil sie in ihrem Lande keine Arbeit fanden. Immer wieder könnt ihr es in der Geschichte sehen, daß einem Volke der Raum nicht mehr genügte zum Bebauen der Äcker, und daß ein Teil der kräftigen Jugend auswandern mußte.”
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 15

„Deutsche Art ist viel zu wertvoll zum Untergang im Gemisch anderer Völker, deutsches Blut viel zu kostbar, in fremden Rassen vergiftet zu werden, gleichgültig, ob diese Rassen in Afrika wohnen oder in den Grenzen des deutschen Reiches, gleichgültig auch, ob sie die deutsche Sprache reden oder die Laute einer Negermundart stammeln. Bewahrt unser Blut rein! So viel müßt ihr von unserm Führer gelernt haben, daß ihr später nie eine andere Frau heiratet als eine von nordischer Art, und ihr Mädchen keinen andern als einen deutschen Mann.“
aus: Familienkunde für das Siegerländer Jungvolk, Bochum 1934, S. 16

„Die meisten Einzelgänger sind wertlose Egoisten. … (Hierher) gehören die weibischen Männer und die Weiber mit Mannsgebaren, … In diese Gruppe reihen sich auch die Faulenzer.“
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 61

„Die harte Strafe der Verachtung wendet das Volk den Gesinnungslosen, Verbrechern und Juden gegenüber an.“
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 64

“Glücklicherweise ist der Schmus um eine Weltsprache wie Esperanto, die von einem Juden ausgetüftelt wurde, um die organisch gewachsenen Sprachen durch ein konstruierte, die Kultursprachen zerpflückende zu verdrängen und dadurch den Boden für die politische Internationale vorzubereiten, wenigstens auf deutschem Boden verstummt. Solche Ideen können nur zu Verfallszeiten in ein Volk getragen werden. Starke Völker sind zu stolz auf ihre eigene Sprache, um sie verhackstückeln zu lassen.”
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 71

“Weitere Eingriffe des Staates in die Verhältnisse der Familie bedeuten das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses und das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Auch diese beiden werden vom Volke nicht als willkürliche Verletzung alter Rechte empfunden, sondern als völkische Notwendigkeiten begrüßt. Die scheinbare Kürzung der Familienrechte dient dem Wohle der größeren Gemeinschaft.”
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 33

“Überhaupt ist in der nationalsozialistischen Bewegung die Weltanschauungs- mit der Erlebnisgemeinschaft stark verknüpft. Besonders die alten Kämpfer und unter diesen in erhöhtem Maße die Glieder der Alten Garde fühlen sich aus der Kampfzeit mit all ihren Erlebnissen eng verbunden. Aber auch die übrigen Angehörigen der Kampfverbände wachsen immer mehr mit den andern Gliedern zusammen. Große Erlebnisse der Kampfzeit, die die Kameraden zusammenschlossen, waren Saalschlachten, Ausmärsche, Bereitschaftsdienst an Abenden und in Nächten, die Überfälle, Zeiten der Verbote, das Erhorchen der Wahlergebnisse nach erfolgreicher Propaganda und vieles andere, vor allem aber die herrliche Kameradschaft von Mann zu Mann….
Als mythische Erscheinung über allen Erlebnissen ragt aber der Führer als die lebendige Verkörperung der Weltanschauung, die alle Kameraden verband, undals der Schöpfer all des Großen unserer Tage. Als mythische Erscheinung kann man ihn bezeichnen, da er vom ganzen Volke als makellos in seinem Lebenswandel, rein in seiner Gesinnung, unfehlbar in seinem Handeln und unübertreffbar in seiner Gesamtpersönlichkeit empfunden wird, als das Idealbild der Deutschen. So wurde er das stärkste Bindemittel für die große politische Weltanschauungsgemeinschaft des deutschen Volkes, die erste und einzige, die es in solchem Umfang und in solcher inneren besessen hat und besitzen wird,” ”
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 56-57

“Es wäre nicht notwendig gewesen, zwischen beiden Arten von Weltanschauungsgemeinschaft, der religiösen und der politischen, eine Kluft entstehen zu lassen; hat doch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei von Anfang an den christlichen Gemeinschaften ungestörte Arbeit gewährleistet, ja sich zum positiven Christentum bekannt. Die Hauptschuld liegt bei solchen Geistlichen, die eine andere politische Gesinnung zutage trugen als die sonstigen Angehörigen des deutschen Volkes, auf keinen Fall aber gewillt waren, in einer nationalsozialistischen Organisation mitzumarschieren. Sie wollen nicht verstehen, daß Politik eine diesseitige, Religion eine jenseitige Angelegenheit ist, und daß beides bei gutem Willen sich sehr wohl vereinbaren läßt. Dem größten Teil des Volkes bedeutet diese Überbrückung keine Schwierigkeit, und so entstand seine Abneigung gegen die Geistlichen, deren viele zu Betreuern der geringen politischen Opposition wurden.”
aus: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau o. J., S. 57

„Es ist ein Glück, dass die nationalsozialistische Politik rechtzeitig eingesetzt hat, die Familie zu retten und die Volksgesundheit zu fördern. Der Katholizismus wäre dazu nie imstande gewesen, weil er den wahren Sinn der Familie nicht erkannt hat.“
aus: Deutsche Volkskunde in klerikaler Sicht in: Der nationalsozialistische Erzieher: gauamtliche Halbmonatsschrift des N.S.L.B. 6 (1938), S. 152-156, 300-302, 325-327, 350-352

Das Antlitz unserer Zeit

Das Antlitz dieser Zeit wird reden
bis in den fernsten Zukunftstag,
und späte Enkel werden jeden
der Ahnen messen an dem Herzensschlag
für den, der eines Volkes Schicksal baute,
das seinen Glauben an sich selbst verlor,
der als Seher nie Erblicktes schaute
und den ein Volk zum Retter sich erkor.
Sie werden fragen, ob wir als Rebellen
uns reihten in die kampfentschloss’ne Schar,
ob wir als einer alten Zeit Gesellen
uns ängstlich bargen, da zu wachen war.
Den Namen werden sich zu nennen scheuen
die Enkel dessen, der in altem Trott
die Zeit nicht sah, sich scheute vor dem Neuen
aus dem Uralten, dem der Schlaf sein Gott.
Sie werden stolz sein auf die ewig Wachen,
die Zukunft bauten aus dem eignen Blut,
die Starkes schufen aus dem einstmals Schwachen,
das tot im Sarge des Vergess’nen ruht.
aus: Sauerländischer Gebirgsbote 1939, S. 50

Gemeinschaft und Einsamkeit

„…. Wie war es doch damals, als aus dem Chaos von Meinungen und den Wirren des Wollens der Marschtritt der Stürme und Standarten an unsere Ohren drang und wir uns einreihten in diese Scharen? Da glaubten wir, in dem wir uns dem großen Willen unterordneten, daß der einzelne nichts gelte und nur Wert habe in seiner Gliedschaft. Eine natürliche Reaktion war es auf den unbeherrschten Individualismus, der alle Gemeinschaft zu zerstören suchte.
Damals glaubten wir, daß sich unser Denken, Fühlen und Wollen nur in Lagern, in  Märschen und Gemeinschaftssport ausreifen lasse. In der Tat mußte in jener Zeit mit der Betonung des Nur-Gemeinsamen stürmisch die Ausfüllung einer Lücke zu erreichen versucht werden, durch deren Schließung ein Einbruch unausdenklicher Schrankenlosigkeit verhütet werden konnte.
Nach den Tagen von der Marne und Somme, von Verdun und Langemarck wuchs Jahr für Jahr bedrohlicher eine Generation in das Volk, welcher der Gleichtritt als wesentliches Erziehungsmittel fehlte. In den schlappen, ungelenken jugendlichen Eckenstehertypen der Arbeitslosenzeit, jenen Gestalten ohne Zucht und Geführtseinwollen prägten sich in unheimlicher Eindringlichkeit die Folgen jener Forderungen aus, die vom bedingungslosen Individualismus alle Herrlichkeit der Zukunft erwarteten. …..
Im tätigen Einsatz bei Feindberührung kommt keinem Beteiligten der Geddanke, daß es begehrenswert erscheine, einmal wieder allein zu sein, um zu überlegen, friedensmäßig zu planen, der Angehörigen zu gedenken; den Alleinstehenden überfällt im Granatfeuer zu leicht das Grauen der Einsamkeit, und er fühlt sich viel wohler und geborgener, wenn er die Erlebnisse des Kampfes im Kreise von Kameraden ertragen kann, obgleich er weiß, daß Kugel oder Splitter ihm dann nicht minder gefährlich entgegenkommen. Aber die Einsamkeit bleibt in solchen Lagen auch in dem Bewußtsein, daß die Kameraden dem gleichen Schicksal unterliegen.
Aus diesen einsamen Stunden wachsen die stolze Härte und die unerbittliche Kälte des Kämpfers, der als solcher immer einsam ist, wenn auch noch so viele an seiner Seite kämpfen. Eigenartig bleibt die Erscheinung, daß diese im Kampfe einsamen Männer nach der Rückkehr in die Ruhestellung die ihnen dargebotene Ruhemöglichkeit oft nicht auszunutzen wissen, sondern von einem Gefühl der Langeweile beherrscht werden. Einsamkeit ist ihnen unerträglich. ….“
Lothar Irle, z. Zt. Ostfront, aus: Rote Erde, 13./14. Mai 1944

“ ….. Die Zeit des Nationalsozialismus brachte in der politischen Einordnung bei der ruhigen Art der Bevölkerung von Kaan-Marienborn keine umwälzenden Änderungen. So blieb der Gemeindevorsteher Heinrich Sauer an der Spitze der Gemeinde, nur daß er Gemeindeschulze und später Bürgermeister als Amtsbezeichnung führte. Nach außen trat die politische Richtung in der Bezeichnung von Straßennamen in Erscheinung. Die Deuz-Siegener-Straße wurde Horst-Wessel-Straße, der Kohrweg Schlageterstraße benannt. 1945 wählte man für beide Straßen die Namen Hauptstraße und Kohrweg. In den Gemeinderat wurden 1934 der Ortsgruppenleiter Ernst Klein[101] und SA-Sturmführer Ernst Heinbach eingeführt, damit die politische Organisation darin vertreten war. Vom 14. November 1935 an stellte die Gemeinde der NS-Volkswohlfahrt kostenlos das Sitzungszimmer für ihre Geschäftsführung an Vormittagen zur Verfügung. In den Jahren 1936 und 1937 wurden von der Organisation „Kraft durch Freude“ je 50 Urlauber aus den Gauen Düsseldorf, Essen und Magdeburg-Anhalt in der Gemeinde untergebracht, wie auch umgekehrt viele Einwohner aus Kaan-Marienborn Erholungsreisen durch diese Organisation unternahmen.
Als die Wehrmacht wieder erstand, wurde am Güterbahnhof Siegen-Ost eine Ehrenpforte am Bahnhofsweg zur erstmaligen Ausladung von Soldaten im Oktober 1936 errichtet. Jedoch entstand anläßlich des Kriegsausbruchs 1939 keine Begeisterung wie 25 Jahre vorher, da man voll Besorgnis den Schrecken des kommenden Krieges entgegensah. Wie sich diese in unserer Gemeinde auswirkten, darauf soll an anderer Stelle eingegangen werden. Hervorheben muß man als ein Beispiel tapferster und vorbildlichster Haltung den Einsatz der damaligen Frauenschaftsleiterin Frau Ella Irle[102] in der Soldatenbetreuung, die sich trotz des Leids um den Soldatentod ihres Sohnes Friedrich nicht in ihrer aufopferungsvollen Arbeit beirren ließ.
Bei dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Jahre 1945 und der Besetzung durch fremde Truppen spielte sich langsam und unter schwierigsten Verhältnissen das politische Leben neu ein. Neue Parlamente mussten gebildet werden, und die Parteien riefen zur Wahl auf. …..“
Lothar lrle in: „Kaan-Marienborn. Ein Siegerländer Dorfbuch.“, Siegen 1957, S. 150

„Wie war es möglich, daß vielfach auch auf den Dörfern die Gleichmacherei der Großstadt ihren Einzug hielt? In erster Linie deshalb, weil man keinen Sinn mehr für die Einordnung in die enge Gemeinschaft besaß und darüber nicht merkte, daß man in der Herde der Masse Mensch mittrampelte und -blökte. […] Es geht um Untergang oder Rettung Europas. Die gesündesten Kräfte wachsen im allgemeinen aus der dörflichen Bevölkerung. Die Verbindung mit der Erde gibt Kraft, die geradezu aus dem Boden wächst und wäre es nur eine Schrebergartenarbeit oder durch das sonntägliche Wandern über unsere bewaldeten Höhen. […] In einer solchen Haltung werden wir immun gegen die Überbetonung und Anhimmelung alles Fremden. Seien wir selbst Vorbilder seelischer Gesundheit, wenn wir Wert darauf legen, dass die abendländische Kultur nicht zugrunde geht!“
aus: Das Dorf ein Abklatsch der Großstadt? Ansprache anläßlich der 650-Jahrfeier von Grissenbach, in: Siegerland 38 (1961), S. 58-62.

„Um eine Gesundung unseres Volkstums zu erreichen, brauchen wir vor allem Vorbilder in der geistigen Oberschicht, Menschen, die sich selbstlos, innerlich von der Notwendigkeit einer Führung beseelt, zur Verfügung stellen, um innerhalb des Volkes die natürlichen Gemeinschaften zu erhalten, deren Stärke uns vielleicht vor dem Untergang bewahren kann.“
aus: “Wandel im Volkstum”, in: Deutsche Hochschullehrerzeitung 1 0(1962), H. 4, S. 7ff

„ …. Aber die Kraft des Volkstums war stark genug, die Auswärtigen im Siegerland aufgehen zu lassen., ohne daß wesentliche Änderungen eingetreten wären. Die Blutauffrischungen konnten nur begrüßt werden. Wie sich die großen Zuwanderungen seit dem Zweiten Weltkrieg auswirken werden, muß man abwarten. Vorläufig kann man aber immer noch von einem Siegerländer Volkstum und vom Typ des Siegerländers sprechen.“
aus: Lothar Irle: Der Siegerländer Mensch, in: Landkreis Siegen (Hg.): Siegerland zwischen gestern und morgen, Siegen 1965, S. 249 – 257, hier S. 257

„In den letzten Jahrzehnten bekam das Siegerlandeinen stärkeren Kontakt mit Münster durch Persönlichkeiten, die sich mit dem Siegerland verbunden fühlten. Karl-Friedrich Kolbow[103] lebte seit fünf Jahren im Siegerland, als er am 27.4.1933 zum Staatskommissar für die westfälische Provinzialverwaltung ernannt und am 13.10.1933 vom Provinzialausschuß zum Landeshauptmanngewählt wurde. 1934 übertrug man ihm dazu die Führung des Westfälischen Heimatbundes. Im Siegerland nennt man den Namen dieser aufrechten und in jeder Beziehung prächtigen Persönlichkeit mit Stolz.“
aus: Lothar Irle: Das Siegerland und Westfalen, Hilchenbach 1967, S. 111-112

„Die Gründer der Heimatvereine vor 100 Jahren wollen wir nicht beschimpfen, wir wollen ihnen dankbar sein, dass sie die Blicke der historisch und biologisch Interessierten auf einen engen Raum lenkten, der überschaubar war …“
aus: “Götzendienst und Dämonenjagd?”, Sauerländer Gebirgsboten 70 (1968). H. 5, S. 116-117

„Bei Friedrich Flick handelt es sich um ein Genie, das wie ein Komet aus dem Weltall erscheint und dessen Wesen man mit normalen Maßstäben nicht zu messen vermag, auch nicht mit den sonst oft erprobten Gesetzen der Vererbung.“
aus: Dr. Lothar Irle 1972 („Friedrich Flicks Vorfahren“, Unser Heimatland S. 134)

[1] Überarbeitete und ergänzte Fassung des in den Siegener Beiträgen, Jahrbuch für regionale Geschichte 18 (2013), S. 234 – 246 erschienen Artikels. Für die Anregungen und Hinweise bei der Erarbeitung der Skizze bin ich meinem Kollegen Ludwig Burwitz (Stadtarchiv Siegen) und den regionalen Historikern Prof. Dr. Rainer S. Elkar, Dr. Alexander Hesse und Peter Kunzmann zu Dank verpflichtet. Mareike König, wissenschaftlich-pädagogische Mitarbeiterin des Aktives Museum Südwestfalen e.V., danke ich für die kritische Durchsicht der überarbeiteten Fassung
[2] So der Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lothar_Irle&printable=yes (17.12.2012).
[3] Lothar Irle: Tod und Begräbnis im Siegerland, Siegen 1966, S. 5
[4] aus: Gerhard Moisel: „Auf den Spuren der Ahnen“. 50 Jahre Familienkundliche Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, in: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 89 (2012), Heft 2, S. 135 (Fußnote 15). Das zitierte Heft des Siegerlandes wartet anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Familienkundlichen Arbeitsgemeinschaft des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins mit dem erneuten Abdruck des Aufsatzes „Mundart und Familiennamen“ von Dr. Lothar Irle auf (Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 89 (2012), Heft 2, S. 173 – 176)
[5] Rainer S. Elkar: Menschen-Häuser-Schicksale. Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992, S. 199-203, Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preussischen Pädagogischen Akademien (1926-1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933-1941), Weinheim 1995, S. 387-388, Alexander Hesse: Dr. Lothar Irle (1905-1974). Lehrerbildner, Volkskundler, Genealoge – Anmerkungen zu einem Selbstzeugnis, in: Siegener Beiträge 2/1997, S. 114-120, Alexander Hesse: Völkische Seminaristen und deutschnationale Seminarlehrer? Die letzten Jahre des Lehrerseminars Hilchenbach (1922 – 1925), in: Siegener Beiträge 4/1999, S. 45-84, Alexander Hesse: „Schule und Elternhaus“ (1924–1938). Porträt einer illustrierten Ratgeber-, Unterhaltungs- und Versicherungszeitschrift., Bremen 2011, S. 7 – 12, Ulrich Friedrich Opfermann: Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus. Personen, Daten, Literatur. Ein Handbuch zur regionalen Zeitgeschichte (Siegener Beiträge, Sonderband 2001), Siegen 2001, S. 232, Ulrich Friedrich Opfermann, „Mit Scheibenklirren und Johlen“. Juden und Volksgemeinschaft im Siegerland und in Wittgenstein im 19. und 20. Jahrhundert, Siegen 2009, S. 58-59, 179, 183, 231, Dieter Pfau: Die Geschichte der Juden im Amt Ferndorf (1797-1943). “Den Juden ist aber hier kein Leid zugefügt worden.”, (Kreuztaler Rückblicke. Eine Veröffentlichung aus dem Stadtarchiv Kreuztal, Bd 1), Bielefeld 2012, S. 73
[6] Dies geschieht an anderer Stelle und aus berufenerem Munde – s. dazu Rainer S. Elkar, „Die Memoria des Dr. Lothar Irle. Ein Beitrag zur Geschichte eines ‚Ur-Siegerländers‘“, in: Siegener Beiträge 18 (2013), S. 217–233
[7] Die eingangs zitierte Fußnote gehört ebenso hierzu wie die Ausstellung „Straßennamen in Siegen. Eine Ausstellung der Namensberatung der Universität Siegen am Lehrstuhl Germanistik/Linguistik in Kooperation mit Kultur Siegen und Stadtarchiv Siegen“, 6. Oktober bis 6. November 2011, im Siegener KrönchenCenter. Die dort gemachte verharmlosende Darstellung Dr. Lothar Irles wurde erst durch zwei Leserbriefe in der Westfälischen Rundschau vom 9. und 13. Oktober korrigiert. Auch die Online-Nachschlagewerke – Lexikon westfälischer Autorinnen und Autoren 1750 bis 1950, http://www.lwl.org/literaturkommission/alex/index.php?id=00000003&letter=I&layout=2&author_id=00001258 (Aufruf: 30.12.2012) und der Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lothar_Irle&printable=yes (17.12.2012) – bieten keine umfassende Information und Einordnung.
[8] Der zeitlich jüngste Umbenennungsantrag erfolgte im Februar 2021 im städtischen Kulturausschuss: „[D]ie Volt-Fraktion im Rat der Stadt Siegen bittet, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 23.02.2021 zu setzen. Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Siegen die Umbenennung der „Lothar-lrle-Straße“ in Siegen Kaan-Marienborn in „Therese-Giehse-Straße“. Infolge dieses Antrags wurde ein Arbeitskreis eingesetzt, der die Behandlung problematischer Straßennamen im Siegener Stadtgebiet beinhaltete. Die immer wieder aufkommenden Diskussionen um die Benennung der Straße nach Lothar Irle lassen eine gesonderte Aufarbeitung dieser erinnerungspolitischen Debatte interessant erscheinen.
Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Berlin, Samuel Salzborn, verteidigte den Ruf nach Umbenennungen von Straßen mit antisemitischen Bezügen mit dem Verweis auf die diesbezügliche Stellungnahme des Deutschen Städtetages – https://www.siwiarchiv.de/strassennamen-im-fokus-einer-veraenderten-wertediskussion/ – und mit der Sentenz: „Ein Stadtplan ist kein Museum.“ (Quelle: Jüdische Allgemeine, 16.1.2022). Gestern erschien in der Siegener Zeitung ein Artikel, der die vorläufigen Arbeitsergebnisse Arbeitskreises „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen“ des Rates der Stadt Siegen vorstellt. Die Lothar-Irle-Str. soll demnach umbenannt werden.
[9] Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Personalakten A 16 (Schulkollegium Lothar Irle)
[10]  http://www.lwl.org/literaturkommission/alex/index.php?id=00000003&letter=I&layout=2&author_id=00001258 (Aufruf: 30.12.2012)
[11] Es wird kolportiert, dass der schriftliche Nachlass Irles bei der Haushaltsauflösung gemeinsam mit Einmachgläsern in einem Müllcontainer geworfen wurde.
[12] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle), NW 1.037-B BI-1.062 (Carl Steingaß), NW 1.127-1.516 (Fritz Vorländer)
[13] Bundesarchiv Berlin, Bestände Ex-BDC/NSDAP-Akten, Karteikarten + Personalakten Lothar Irle
[14] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW O 07379
[15] Universitätsarchiv der Goethe-Universität Frankfurt, UAF Abt. 604 Nr. 545 (Studentenakte Lothar Irles); UAF Abt. 136 Nr. 454 (Promotionsakte Lothar Irles)
[16] Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Kriegsgefangenenentschädigungsakte Dr. Lothar Irle ( IV/648)
[17] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle), Lothar Irle (Bearb.): Siegerländer Geschlechterbuch. Zweiter Band, Limburg/Lahn 1965, S. 267-268
[18] 1938 verließ Lothar Irle die evangelische Landeskirche. In der Entnazifizierungsakte wurden für diesen Schritt religiöse Gründe geltend gemacht, s. Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle)
[19] “ …. Fürs erste will ich nun dem kleinen Lothar zu seinem Geburtstag noch nachträglich gratulieren. Leider hatte ich mich um 1 Monat geirrt, ich dachte, es sei erst im Juni und sehe heute nach, daß er schon vorbei ist. Ein kleines Geschenk liegt mit bei, tuet es nach besten für ihn verwenden. Der Kleine ist gewiß jetzt ein artiger Bursche, wenn Du, Emilie, ihm, wie Albert schreibt, die Unarten schon so früh aufhauen tust. Nun schlimm wird er ja nicht sein, denke, Kinder sind Kinder. ……“ in: Ilka Irle/ Roselieb Prehn-Irle: »Geliebtes Kind – komm doch nach Amerika!« Auswandererschicksal 1887, Freiburg 2014, S. 124
[20] verh. 1959 in Klafeld, Geburt der Kinder 1960, 1962. Frohmut Irle-Bruch veröffentlichte ein biographisches Werk über den Siegerländer Maler Adolf Saenger.
[21] verh. 1963, 1964 Geburt eines Sohnes. Dr. Trutzhart Irle ist als Verfasser regionalgeschichtlicher Schriften in Erscheinung getreten.
[22] Roselieb ist 1973 zur Regierungsbaudirektorin ernannt worden und später als freie Architektin tätig.
[23] Albert Irle (1866-1950) verfasste heimatgeschichtliche Werke. In Hans Rudi Vitt: Siegerländer Bibliographie, Siegen 1972, finden sich 34 Nennungen, die  in den zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts  beginnend bis in die vierziger Jahre reichen.
[24] Todesanzeige SZ, 16.5.1974, mit der Bitte um Spenden für Unicef
[25] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), Universitätsarchiv Marburg 305m 1 Nr. 85 [Immatrikulation], Universitätsarchiv Marburg 305m 2 Nrn. 60, 63, 67, 71 [Belegbögen]; Lothar Irle: Die Vornamengebung im Siegerland, Diss. phil, Frankfurt/Main 1932; Universitätsarchiv Marburg, E-Mail v. 15. Januar .2013; Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Abteilung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Berlin, Gutachterstelle des BIL – Preußische Volksschullehrerkartei, Signatur: GUT LEHRER (Personalunterlagen von Lehrkräften), 22356
[26] Die Preußische Volksschullehrerkartei führte den Schulamtsbewerber Irle ab März 1925 ohne Stellenangabe als Fortbildungszuschussempfänger – s. Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Abteilung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Berlin, Gutachterstelle des BIL – Preußische Volksschullehrerkartei, Signatur: GUT LEHRER (Personalunterlagen von Lehrkräften), 22356
[27] Lothar Irle: Die Vornamengebung im Siegerland, Diss. phil. Frankfurt/Main 1932
[28] Universitätsarchiv Frankfurt/Main 604 Nr 545 Bl 1 r
[29] UniA Marburg 305m 1 Nr. 85
[30] UniA Marburg 305m 2 Nrn. 60, 63, 67 und 71
[31] Email des Uniarchiv Marburg, 16.1.2013. Damit ist der bei den ersten biographischen Recherchen aufgefundene Hinweis, dass Irle zwischen 1925 und 1927 „Gymnastik“ studiert habe widerlegt.
[32] Universitätsarchiv Frankfurt/main Abt. 136, Nr. 454 Bl. 14
[33] Karl Eilhard Wilhelm Busch (* 18. Februar 1861 in Bonn; † 23. September 1929 in Marburg), Historiker
[34] Max Deutschbein (* 7. Mai 1876 in Zwickau; † 15. April 1949 in Marburg), Anglist
[35] Ernst August Eduard Jakob Elster (* 26. April 1860 in Frankfurt am Main; † 6. Oktober 1940 in Marburg), Germanist
[36] Rudolf Häpke (* 29. Oktober 1884 in Bremen; † 7. Januar 1930 in Marburg), Historiker.
[37] Erich Rudolf Ferdinand Jaensch (* 26. Februar 1883 in Breslau; † 12. Januar 1940 in Marburg), Psychologe und Philosoph
[38] Kleinschmit von Lengefeld, Wilhelm Justus Freiherr von (1888-1970), Anglist
[39] Hermann Pongs (* 23. März 1889 in Odenkirchen; † 3. März 1979 in Gerlingen), Literaturwissenschaftler.
[40] Victor Karl Paul Ferdinand Wrede (* 15. Juli 1863 in Spandau; † 19. Februar 1934 in Marburg) war ein deutscher Linguist.
[41] Lothar Irle: Die Vornamengebung im Siegerland, Diss. phil, Frankfurt/Main 1932
[42] s. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Flick
[43] Universitätsarchiv Frankfurt/Main 604 Nr 545 Bl 1 v
[44] Matthias Gelzer (* 19. Dezember 1886 in Liestal; † 23. Juli 1974 in Frankfurt am Main), Althistoriker.
[45] Hans Naumann (* 13. Mai 1886 in Görlitz; † 25. September 1951 in Bonn), germanistischer Mediävist und Volkskundler
[46] Walter Platzhoff (* 27. September 1881 in Elberfeld; † 9. August 1969 in Hanau), Historiker
[47] Kurt Rheindorf (*1. September 1897 in Essen/Ruhr, † 4. Mai 1977 in Bad Salzuflen), Historiker
[48] Fedor Schneider (* 24. Juli 1879 in Hausdorf, Kreis Neurode, Provinz Schlesien; † 27. Februar 1932 in Frankfurt am Main), Historiker. Im Rahmen des Promotionsverfahrens legte Irle bei Prof. Schneider seine mündliche Prüfung ab. Zu Schneider s. https://de.wikipedia.org/wiki/Fedor_Schneider .
[49] Franz Schultz (* 4. Dezember 1877 in Culm; † 6. Oktober 1950 in Frankfurt), Germanist und Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte. Im Rahmen des Promotionsverfahrens legte Irle bei Prof. Schultz seine mündliche Prüfung ab. Zu Schultz  s. https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schultz_(Philologe) .
[50] Martin Sommerfeld (* 2. Mai 1894 in Angerburg (Ostpreußen); † 26. Juli 1939 in Bristol (Vermont) USA), Literaturhistoriker – zu Sommerfeld s. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sommerfeld.
[51] Lothar Irle: Die Vornamengebung im Siegerland, Diss. phil. Frankfurt/Main 1932. Die Anmeldekarte vermerkt folgende Hauptfächer: Deutsch, Geschichte, Englisch – s. Universitätsarchiv Frankfurt/Main 604 Nr 545 Bl 1v.
[52] Universitätsarchiv Frankfurt/Main Abt. 136, Nr. 454, Bl. 14
[53] s. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Naumann_(Medi%C3%A4vist)
[54] s.Universitätsarchiv Frankfurt/Main Abt. 136, Nr. 454, Bl. 16- 24 und Alexander Hesse: Dr. Lothar Irle (1905-1974). Lehrerbildner, Volkskundler, Genealoge – Anmerkungen zu einem Selbstzeugnis, in: Siegener Beiträge 2/1997, S. 114-120
[55] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle), Bundesarchiv (ehem. Document Center), R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072)
[56] Ausführlich beschreiben Elkar und Hesse diese frühe politische Phase Irles: Rainer S. Elkar: Menschen-Häuser-Schicksale. Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992, S. 199-203 und Alexander Hesse: Völkische Seminaristen und deutschnationale Seminarlehrer? Die letzten Jahre des Lehrerseminars Hilchenbach (1922-1925), in: Siegener Beiträge 4/1999, S. 45-84
[57] Von 1925 bis 1933 gehörte Lothar Irle bereits dem Preußischen Lehrerverein an, s. Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle)
[58] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle)
[59] s. https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Rosenberg
[60] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), Bundesarchiv (ehem. Document Center), R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072); Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preußischen Pädagogischen Akademien (1926-1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933-1941), Weinheim 1995, S. 387-388; Alexander Hesse: Dr. Lothar Irle (1905-1974). Lehrerbildner, Volkskundler, Genealoge – Anmerkungen zu einem Selbstzeugnis, in: Siegener Beiträge 2/1997, S. 114-120
[61] Siegerländer National-Zeitung, 6.6.1934
[62] Siegerländer National-Zeitung, 6.6.1934
[63] Dortmunder Zeitung, 4.3.1936
[64] S. Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Kriegsgefangenenentschädigungsakte Dr. Lothar Irle (IV/648), Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle), Bundesarchiv (ehem. Document Center), R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072); Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht, Berlin v. 13. März 2013 .
[65] Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht, Berlin v. 13. März 2013
[66] Zur Kesselschalecht s. https://de.wikipedia.org/wiki/Kesselschlacht_von_Kamenez-Podolski
[67] Bundesarchiv (ehem. Document Center), R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072).
[68] In: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle) findet sich die Einheiten Nummer 542. Dem steht die Auskunft der Deutschen Dienststelle entgegen.
[69] Ebenfalls in Etterstad interniert war die ehemalige Hilchenbacher Bürgermeister Frriedrich Ackermeier – s. https://www.siwiarchiv.de/friedrich-wilhelm-christian-ackermeier-1902-1987/
[70] Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Kriegsgefangenenentschädigungsakte Dr. Lothar Irle ( IV/648)
[71] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle), NW 1.037-VI-8.917 (Lothar Irle); Siegener Zeitung 3. August 1955, 2. Juni 1971, 16. Mai 1974; Walter Hostert: Geschichte des Sauerländischen Gebirgsvereins. Idee und Tat. Gestern-Heute-Morgen, Lüdenscheid 1966, Gerhard Moisel: Siegener Geschlechterbuch, Fünfter Band, Limburg 1991, S. VII – VII, Gerhard Moisel: „Auf den Spuren der Ahnen“. 50 Jahre Familienkundliche Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, in: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 89 (2012), Heft 2Wilhelm Schulte: Der Westfälische Heimatbund und seine Vorläufer, Münster 1973, 2 Bde., Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon. Hg. aus Anlaß der 750-Jahr-Feier der Stadt Siegen 1974. Siegen: Siegerländer Heimatverein 1974, S. 158
a href=“#_ftnref72″ name=“_ftn72″>[72] Parteipolitische Aktivitäten konnten nicht festgestellt werden.
[73] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW O 07379
[74] Udo Reik-Riedesel / Dieter Tröps: 1896–2021 – 125 Jahre SGV Bezirk Siegerland e. V. Festschrift zum Vereinsjubiläum, [Siegen] 2021, S. 20
[75] Diese Wahl war wohl strittig: „ …. Aufgrund seiner erheblichen NS-Belastung wurde er nach dem Krieg im Zuge der Entnazifizierung aus dem Schuldienst entlassen und nicht wieder eingestellt. Seither war er als Versicherungsvertreter tätig. Auch Dr. Irle war für Wilhelm Münker, immerhin Namensgeber des SGV-Jugendhofes in Arnsberg, als Bezirksvorsitzender nicht tragbar. Dies geht aus Briefen Münkers an den Hauptvorstand hervor. …..“ s. Udo Reik-Riedesel / Dieter Tröps: 1896–2021 – 125 Jahre SGV Bezirk Siegerland e. V. Festschrift zum Vereinsjubiläum, [Siegen] 2021, S. 21
[76] Walter Hostert: Geschichte des Sauerländischen Gebirgsvereins. Idee und Tat. Gestern-Heute-Morgen, Lüdenscheid 1966, S. 178
[77] s. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Heinrich_Riehl
[78] Walter Hostert: Geschichte des Sauerländischen Gebirgsvereins. Idee und Tat. Gestern-Heute-Morgen, Lüdenscheid 1966, S. 184-185
[79] Udo Reik-Riedesel / Dieter Tröps: 1896–2021 – 125 Jahre SGV Bezirk Siegerland e. V. Festschrift zum Vereinsjubiläum, [Siegen] 2021, S. 21
[80] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle)
[81] aus: Moisel, Gerhard: „Auf den Spuren der Ahnen“. 50 Jahre Familienkundliche Arbeitsgemeinschaft im Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, in: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins e. V. Bd. 89 (2012), Heft 2, S. 127
[82] Wilhelm Schulte: Der Westfälische Heimatbund und seine Vorläufer, Münster 1973, Bd. 1, S. 191
[83] Siegener Zeitung 3. August 1955
[84] Ebenso spannend dürfte eine vergleichende Biographie von Lothar Irle und Adolf Wurmbach sein – eine Idee, die Dieter Pfau dem Verfasser gegenüber äußerte. Mir persönlich scheint eine genauere Betrachtung der akademischen Lehrer Irles nicht uninteressant.
[85] Opfermann hat eine solche Bewertung für Irles 1974 in Siegen erschienene „Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon“ exemplarisch vorgelegt, s. Ulrich Friedrich Opfermann: „Mit Scheibenklirren und Johlen“. Juden und Volksgemeinschaft im Siegerland und in Wittgenstein im 19. und 20. Jahrhundert, Siegen 2009, S. 183. Elkar hat ebenfalls mit einigen Publikationen Irles auseinandergesetzt, s. Rainer S. Elkar: „Die Memoria des Dr. Lothar Irle. Ein Beitrag zur Geschichte eines ‚Ur-Siegerländers‘“, in: Siegener Beiträge 18 (2013), S. 217–233
[86] Hans Rudi Vitt: Siegerländer Bibliographie, Siegen 1972, S. 457. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Bibliographie für die Jahre vor 1945 Lücken ausweist; so finden sich z.B. Beiträge Irles aus den Jahren 1933 bis 1935 in der Zeitschrift „Neue Wege. Monatsschrift für praktische Volksschularbeit“ ebenso wie der Beitrag „Deutsche Volkskunde in klerikaler Sicht“ in „Der National-Sozialistische Erzieher“ (6 [1938]) oder auch der Text „Familiengeschichte und Volksschule“ in: Die Heimat. Krefelder Jahrbuch Jg  8 (1929), S. 133. Für das Aufspüren dieser Lücken gilt Peter Kunzmann, Siegen, mein Dank.
[87] S. bspw.: Lothar Irle Die Siegener Bürgeraufnahmen 1575 – 1700.Siegerland, 15. Band 3./4. Heft November/Dezember 1933, S. 66 – s. Anhang
[88] S. bspw. : Lothar Irle: Volkskundliche Fragen der Gegenwart, Dortmund/Breslau [1939] o. J., S. 56-57 – s. Anhang.
[89] Aus einem Gutachten des damaligen Provinzialinstitut des Landschaftsverbandes  Westfalen-Lippe zur Förderung der von Irle verfassten Publikation zum 150jährigen Bestehen des Altkreises Siegen „Das Siegerland und Westfalen“ (1966) geht hervor, dass Irle für diese Veröffentlichung vor allem auf ältere Literatur zurückgegriffen hat.  Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, 2.09.2 Nr. 33.
[90] Für die von Lothar Irle verfasste Ortschronik Kaan-Marienborn liegt jedenfalls ein einschlägiger Aktenband im Stadtarchiv Siegen vor: Best. 157 / Gemeinde Kaan-Marienborn, Nr. Nr. 787, Erstellung einer Ortschronik durch Dr. Lothar Irle, 1957. Die Publikation „Kaan-Marienborn. Ein Siegerländer Dorfbuch.“ 1957 von der Gemeinde Kaan-Marienborn herausgegeben enthält nicht nur einige der lyrischen Versuche Irles (u. a. eines mit Widmung für Otto Krasa), sondern auch eine wohl zeittypische, bagatellisierende Betrachtung der politischen Geschichte des dörflichen Nationalsozialismus (S. 150) – s. Anhang.
[91] Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW 1.127-1.066 (Lothar Irle)
[92] Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Regierung Arnsberg 31778, Schulpolitisches 1933-1935
[93] Eine Vorarbeit zur Lehrerschaft im Kreis Siegen stellt folgender Blogeintrag auf siwiarchiv dar: Lehrer*innen zwischen 1933 bis 1945 im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein – eine Überarbeitung, Link: https://www.siwiarchiv.de/lehrerinnen-zwischen-1933-bis-1945-im-kreisgebiet-siegen-wittgenstein-eine-ueberarbeitung/ . Das regionale Personenlexikon – http://akteureundtaeterimnsinsiegenundwittgenstein.blogsport.de/ – weist zudem folgende Lehrpersonen in der Entnazifizierungsakte Irles aus. Balzer, Walther, Engelbert, Hermann, Hecker, Franz, Karl, Alfred, Lindermann, Siegfried, Trappmann, Fritz und Zipp, NN
[94] Bundesarchiv Berlin, NS 12/7177
[95] Bundesarchiv Berlin, R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072)
[96] James R. Dow/Hannjost Lixfeld: The nazification of an academic discipline. Folklore in the Third Reich, Indianapolis 1994, S. 210
[97] s. dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsgemeinschaft_Deutsches_Ahnenerbe
[98] Angelika Oesterle: John Meier – Eine Biographie im Schatten des Nationalsozialismus, Mag. Ludwig-Uhland-Institut der Uni. Tübingen SS 1988, S. 50-51 [J.O. Plassmann an Kaiser, 7.11.1939, Bundesarchiv NS 21/143]. Trotz zweimaliger Durchsicht durch Mitarbeiterinnen des Bundesarchivs ist der Brief nicht unter der genannten Signatur zur verifizieren.
[99] Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, [Verleihung von Bundesverdienstkreuzen], Az. 032-20, 1963-1966; Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, NW O 07379; archivar: Lothar Irle und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Teil 2. Eine Aktenauswertung., Veröffentlicht am 20. November 2013 auf siwiarchiv, Link: https://www.siwiarchiv.de/lothar-irle-und-der-verdienstorden-der-bundesrepublik-deutschland-teil-2/ (Aufruf: 10.12.2021)
[100] Auch hier hat Opfermann erste Vorarbeiten geleistet, s. Ulrich Friedrich Opfermann:, „Mit Scheibenklirren und Johlen“. Juden und Volksgemeinschaft im Siegerland und in Wittgenstein im 19. und 20. Jahrhundert, Siegen 2009, S. 58ff.
[101] Zu Ernst Klein s. http://akteureundtaeterimnsinsiegenundwittgenstein.blogsport.de/a-bis-z/gesamtverzeichnis/#klein3
[102] Zu Ella Irle s. http://akteureundtaeterimnsinsiegenundwittgenstein.blogsport.de/a-bis-z/gesamtverzeichnis/#irle1
[103] Zur Biographie Kolbows s. http://www.westfaelische-geschichte.de/per1134

9 Gedanken zu „Thomas Wolf: Lothar Irle (1905 – 1974).

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  3. Das NRW-Zeitungsportal liefert mit zunehmend durch Texterkennung erschlossenen Zeitungstiteln immer weitere Funde zu Lothar Irle:
    1) Bochumer Anzeiger, 20.6.1934:
    Vor dem NSLB im Kreis Wattenscheid hält Lothar Irle am 20.6.1934 vor der Kreisversammlung einen Vortrag zum Thema „Familienkunde“.
    2) Bochumer Anzeiger, 12.12.1938:
    In der Gauarbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde übernimmt Lothar Irle die Arbeitsgemeinschaft „Wissenschaftliche Volkskunde“.

  4. Zu Irle s. a. SGV-Bezirk Siegerland (Hg.): 100 Jahre Kindelsbergturm. Festschrift zum Jubiläum am 17. Mai 2007, Christi Himmelfahrt, Siegen 2007, S. 51 58

  5. Nur eine Lappalie:
    Nachdem die von der Siegener Zeitung (Anm. 83) gelegte Spur zur „National Geographic Society“ in die Irre geführt hat (Warum hätte er dort auch Mitglied sein sollen?), schlage ich vor, es einmal bei der „National Genealogical Society“ (https://www.ngsgenealogy.org) zu versuchen.

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  7. In der Aktueleen Strassennamen-Diskussion rückt auf Lothar Irle in den Fokus. Präzisierungen und Neufunde sind der Folge:
    – Bernd Plaum verweist auf Irles Denunziation von Pastor Adolph Steinle in Netphen, die, wie andere auch, letztlich an die Staatspolizeistelle Dortmund gelangten, vgl. dazu Alexander Hesse, Völkische Seminaristen und deutschnationale Seminarlehrer? Die letzten Jahre des Lehrerseiminars Hilchenbach (1922-1925), in: Siegener Beiträge 4, 1999, S. 45-84, hier: S. 72, Fn. 14 (mit weiterführenden Angaben) – https://geschichtswerkstatt-siegen.de/2022/09/15/strassennamen/#comment-107
    – „Wie gerade Pilze auf dem Mist sich wohlfühlten, war jene jüdische Literatur und Kunst, die den Nährboden bildete für jüdische Schweinereien.“ aus: Steffen Schwab: „Siegesparade setzt sichtbaren Schlusspunkt“, Westfälische Rundschau, 9.5.2015, s. a. Steffen Schwab:“Gipfeltreffen in Sachen Lothar Irle“, Westfälische Rundschau, 14.6.2013

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