Teil 1: An der Schwelle zur Industrialisierung (1815-1848)
Di., 24.10.2023, 18:30 – 20:30 Uhr, Gymnasium Wilnsdorf, Hoheroth 94, Gebäude B, Raum B101, 5,00 €, Dieter Pfau

In Kooperation mit dem Heimatbund Siegerland-Wittgenstein e.V.
Der Vortrag führt zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele der bis heute bedeutsamen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Entwicklungen nehmen in dieser Zeit ihren Anfang. Mit Gründung der Kreise Siegen und Wittgenstein 1816 und 1817 beginnt der moderne Verwaltungsaufbau. Vorher unbefestigte Wege werden zu Chausseen ausgebaut, aus denen sich allmählich unser heutiges Straßennetz entwickelt. Die trigonometrische Vermessungsmethode ermöglicht erstmals exakte Kartenaufnahmen, Katasterämter und Steuerbehörden entstehen. Die traditionelle Wirtschaftsweise verliert durch technische Innovationen und den globalen Handel an Bedeutung. Mit Einführung der Gewerbefreiheit und Durchsetzung der kapitalistischen Wirtschaftsweise entsteht das neue Unternehmertum. Die Einführung der revidierten Städteordnung ermöglicht neue, noch an Besitzrechte gebundene Mitspracherechte und erste, teilweise schon demokratische Wahlen. Vor dem Hintergrund einer noch zensierten Presse entsteht in der Stadt Siegen eine politische Öffentlichkeit, die auch in Städte wie Berleburg und Laasphe ausstrahlt.
Bei seiner Interpretation der „Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein“ führt Dieter Pfau die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe zahlreicher, einzigartiger Karten und Abbildungen auch diesmal wieder sehr anschaulich vor Augen. Der inhaltliche Schwerpunkt der Vorträge liegt auf der Geschichte der jeweiligen Städte und Gemeinden.
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm
„Statt Orangen kamen Bücher mit dem Flieger“

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V. sucht persönliche Erinnerungen und Fotos an die Aktion „Deutsche Bücher kehren zurück“ im Mai 1993 und Bücher, die damals bei der Aktion erworben wurden. Fotos und Erinnerungen werden in der Ausstellung „Statt Orangen kamen Bücher mit dem Flieger“ von Marlies Obier und Werner Stettner erscheinen.
Kontakt:
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.
Spandauer Str. 34, 57072 Siegen
Tel: 0271 20100
E-Mail: cjz.siegen@t-online.de
Archivischer Umgang mit DMS und E-Akten
Neue Handreichung ab sofort und barrierefrei zum Download verfügbar

Integrierte ECM- bzw. DMS-Lösungen und automatisierte Prozesse vereinfachen Anwendern die tägliche Arbeit. (Bild: gemeinfrei © Mohamed Hassan – Pixabay / Pixabay )
Eine rasch wachsende Zahl rheinischer Archive sieht sich mit den Chancen und Herausforderungen der Einführung elektronischer Schriftgutverwaltung durch ihre Trägerinstitutionen konfrontiert. Das LVR-AFZ stellt Archivar*innen einen Leitfaden zur Verfügung, um ihnen die Sicherstellung von Überlieferungsbildung und Übernahme elektronischer Unterlagen zu erleichtern. Die bewusste Reduzierung auf die notwendigen Basisinformationen dient dem Ziel, einen allgemeinverständlichen und lesbaren Überblick zu bieten, der im Rahmen von Behördenberatung und Einführungsprojekten auch von Nicht-Archivar*innen zur Kenntnis genommen wird.
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Film: „Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“
Dienstag 17.10.2023, 15:30 Uhr, Stadtbibliothek Kreuztal
in der Reihe „kreuztal VIELFÄLTIG“ – kaffee, geselligkeit & programm
Informationen zum gezeigten Film finden sich in folgenden Beiträgen auf siwiarchiv:
– „Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“ (1971)
– DVD-Neuerscheinung: „Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“
Der Seniorenbeirat der Stadt Kreuztal hat in Kooperation mit der Stadtbibliothek eine Veranstaltungsreihe zusammengestellt zu wir Sie einladen möchten.
Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an ältere Menschen, sondern auch an Älterwerdende und deren Angehörige und Begleiter*innen.
– die Veranstaltungen ist kostenfrei
– die Bibliothek ist barrierefrei mit dem Aufzug zu erreichen
– es gibt Kaffee und Gebäck.
Heimatnachmittag „Es war einmal“ in Neunkirchen
21.10.2023, 14:00 -17:00 Uhr, Otto-Reiffenrath-Haus, Bahnhofstraße 1, 57290 Neunkirchen,
5,00 €, Eintrittskarten sind am Empfang im Rathaus erhältlich

„Die Senioren-Service-Stelle veranstaltet gemeinsam mit den örtlichen Heimatvereinen einen Heimatnachmittag im Otto-Reiffenrath-Haus. Der Nachmittag steht unter dem Motto „Es war einmal“ und soll der Geselligkeit und Erinnerungspflege dienen. Es werden Fotografien und Filme aus alten Zeiten päsentiert und die Besucher erwartet ein buntes Programm mit viel Musik, einem kleinen Imbiss und einem spannenden Gewinnspiel.“
Quelle: Gemeinde Neunkirchen, Veranstaltungen
Literaturhinweis: „Goldglanz und Schattenwürfe.
Die Sächsische Staatskapelle Dresden in den Jahren 1923 bis 2023″
Aus Anlass ihres 475-jährigen Jubiläums arbeitet die Sächsische Staatskapelle Dresden in einer umfangreichen Publikation wichtige Aspekte der jüngsten 100 Jahre ihrer Geschichte wissenschaftlich auf. Den Rahmen setzt ein Jubiläum im Jubiläum: Vor 100 Jahren, im Weimarer Krisenjahr 1923, entstanden unter dem damaligen Generalmusikdirektor Fritz Busch die ersten Tonaufnahmen der Staatskapelle. Sie läuteten ein Jahrhundert ein, in dem Glanz und Schatten aufeinandertrafen: technologischer Fortschritt, politische Umbrüche, staatliche Instrumentalisierung, ein massiver Ausbau der internationalen Tourneetätigkeit und viele andere Entwicklungen. Weiterlesen
Vortrag: Die sowjetischen Zwangsarbeiter auf der Verbundgrube Füsseberg-Friedrich Wilhelm, Daaden/Herdorf
19. Oktober 2023, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr), Eintrachtsaal (Siegerlandhalle),Eintritt ist frei!
Referent: Carsten Trojan (Herdorf)

Bildunterschrift Pressefoto:
Lichtbilder der Personalkarten sowjetischer Kriegsgefangener, die in Herdorf zu Tode gekommen sind. Obere Reihe, v.l.n.r.: Alexander Galuschkin, Bagram Ashbajew, Grigori Artjemew,Jakow Laschin, Wassili Beltschenko; untere Reihe, v.l.n.r.: Nuradin Tulebergenow, Mehmet Saliew, Nikita Astachow, Semen Saenko, Sergej Lobanow. (Quelle: www.obd-memorial.ru)
In den Jahren 1942 bis 1945 wurden auf der zu Krupp gehörenden Verbundgrube Füsseberg-Friedrich Wilhelm, zwischen Herdorf und Daaden gelegen, mehr als 1.000 Zwangsarbeiter beschäftigt, darunter über 200 sowjetische Kriegsgefangene. Dutzende Zwangsarbeiter überlebten diese Zeit nicht, sie starben an Krankheiten, bei Unfällen, an Misshandlungen oder durch Hinrichtungen. Im Jahr 1947 wurden die Verantwortlichen, allen voran Dr. Erich Böhne, Direktor der Krupp‘schen Bergverwaltung Betzdorf, bei den Rastatter Kriegsverbrecherprozessen zur Rechenschaft gezogen und zum Teil zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Auswertung der Prozessakten ergibt ein umfassendes Bild des Systems der Ausbeutung und systematischen Misshandlungen.
„Verschleppt. Ausgebeutet. Vergessen?“
Sonderausstellung und gemeinsame Spurensuche zum Thema „Zwangsarbeit im Siegerland“
Zeitraum, Ort: 19.10.2023 (Eröffnung 16 Uhr) bis 27.01.2024 in den Räumen des „Aktiven Museums Südwestfalen“ (Obergraben 10 in Siegen)

Zwangsarbeiter:innen aus der Sowjetunion in Meinerzhagen/Sauerland, 29. April 1944″ – Rechteinhaber: Stadtarchiv Meinerzhagen
Das Thema der Zwangsarbeit im Siegerland 1939-1945
Zwangsarbeit war eines der sichtbarsten und alltäglichsten Verbrechen im Nationalsozialismus. Auch in unserer Region gab es ein dichtes Netz von Lagern. Das Siegerland zählte zu den bedeutenden Rüstungsstandorten des „Dritten Reiches“. Die Unternehmen versuchten, den Arbeitskräftemangel mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen zu decken. Zeitweise bestand die Bevölkerung einer Stadt wie Siegen zu einem Drittel aus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Fast neben jedem größeren Unternehmen lebten sie in scharf bewachten Lagern. Nicht wenige kamen aus besetzten Ländern Westeuropas, doch die größte Gruppe waren oft sehr junge Menschen aus Polen und aus der Sowjetunion, davon viele aus Belarus und der Ukraine. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren insbesondere für osteuropäische Verschleppte meist von Ausbeutung, Rassismus und nicht selten von Vernichtungswillen gekennzeichnet. Auf den Friedhöfen Siegens und des Umlandes befinden sich Gräber von über 1000 Zwangsarbeiter*innen.
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Literaturhinweis: „Alte und neue Kontexte der Erschließung.
Beiträge zum 26. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg“ (2023), Irmgard Christa Becker, Florian Lehrmann, Robert Meier und Karsten Uhde (Hgg.), 978-3-923833-88-7

Vorwort:
„Das 26. Archivwissenschaftliche Kolloquium mit dem Titel „Alte und neue Kontexte der Erschließung“ hatte das Ziel darzustellen, wie sich die archivarische Fachaufgabe Erschließung angesichts der Digitalisierung und neuer Nutzungsanforderungen verändert. Ziel des vorliegenden Bandes ist es, die Beiträge des Kolloquiums zugänglich zu machen. Sie werden in der Reihenfolge abgedruckt, in der die Vorträge gehalten wurden. Die Beiträge zeigen in welchen vielfältigen Formen sich die Erschließung verändert. Die Bandbreite der Themen reicht von grundsätzlichen Überlegungen zum Einfluss digitaler Technologien auf die Erschließung im Eröffnungsvortrag von Jenny Bunn. Sie weist auch darauf hin, dass in einer vollständig digitalen Welt Archivalien und Metadaten aus Daten bestehen, die nur noch definitorisch unterschieden werden und alle maschinell verarbeitet werden können. Den Vortrag von Christian Keitel am Ende des Kolloquiums kann man als ebenso grundsätzliche Darstellung sehen. Er diskutiert den Unterschied zwischen Erschließungsinformation und Metadaten. Dabei beschreibt er, dass Erschließungsinformation zunehmend als Metadaten bezeichnet wird. Metadaten zu digitalen Archivalien können aber viel mehr Angaben, z.B. zur Provenienz enthalten, als Erschließungsinformation. Der Autor kommt zum Schluss, dass noch nicht entschieden ist, ob sich die Archivare die hinter den Begriffen aus der digitalen Archivierung stehenden Konzepte für Metadaten zu eigen machen möchten oder nicht. Weiterlesen
Vortrag: 100 Jahre Radio oder: Der Sound des Hinterlands.
Vortrag von Dr. Hans-Jürgen Krug am 13. Oktober 2023 (19-21 Uhr) im Rahmen der „Herbstabende“ auf Schloss Biedenkopf
Am 29. Oktober 1923 wurde in Berlin die erste Radiosendung ausgestrahlt. Sie war in der Hauptstadt, aber nicht in Biedenkopf oder im Hinterland zu hören. Das Hörfunksystem war noch nicht ausreichend ausgebaut. Es dauerte noch einige Zeit, bis die ersten Radiosendungen auch hier zu hören waren, und es bedurfte besonderer Anstrengungen. Eines Radioclubs etwa, der 1924 in Biedenkopf gegründet wurde. Oder engagierter Lehrer, die mit ihren Schülern nach Frankfurt fuhren und im ganz neuen Medium Rundfunk auftraten.
Der Vortrag skizziert die Geschichte des Radios im Hinterland von den einfachen Anfängen über die Maifeiern 1933 bis zur Einweihung des Senders Biedenkopf auf der Sackpfeife 1953. Auch die vielen neuegegründeten Radiogeschäfte und die Staffelberg-Auseinandersetzungen 1969 werden nicht fehlen. Ein kleiner Höhepunkt: Erstmals werden in der Veranstaltung Originalaufnahmen vom Staffenberg 1969 vorgestellt.
Aber damit ist die Radio-Geschichte des Hinterlands noch nicht beendet … Weiterlesen

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