Reformierte Kirchengemeinden des Siegerlandes leisteten überzeugt Widerstand gegenüber den preußischen Unionsbestrebungen

Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner sprach in der Müsener Kirche

Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner zeichnete in der Müsener Kirche das Bild von selbstbewussten und informierten reformierten Siegerländer Kirchengemeinden, denen das presbyterial-synodale System mit einer sich von der Gemeindebasis her bestimmenden Kirchenstruktur grundlegend war. Foto Karlfried Petri


“ Die preußische Regierung gründete den Kirchenkreis Siegen im Sommer 1818. Genauer, es war das erst 1817 gegründete Ministerium der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten, also des Ministeriums für Kirche und Schule oder des Kultusministeriums, könnte man sagen. Dies erfuhren die interessierten Zuhörer von Prof. Dr. Veronika Albrecht-Birkner, Universität Siegen, Fachbereich Evangelische Theologie, am 2. Dezember 2018 in der etwas spärlich besuchten Müsener Kirche. Der Evangelische Kirchenkreis Siegen hatte zu der Vortragsveranstaltung eingeladen, um dem Werden des Kirchenkreises, der in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden ist, nachzuspüren. Dazu gehört auch die Zusammenführung des reformierten sowie des lutherischen Bekenntnisses zu einer Union, die im Siegerland erheblichen Widerstand erfuhr. Weiterlesen

Jüdisches Leben im Kreis Olpe: „Spurensuche in der Stadt Olpe“ neu aufgelegt

Zur 80. Wiederkehr der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 hat der Kreis Olpe in seiner Reihe „Jüdisches Leben im Kreis Olpe“ ein seit vielen Jahren vergriffenes Buch neu aufgelegt.

Es handelt sich um das Werk von Gretel Kemper „Spurensuche in der Stadt Olpe“, das 1994 als erste Schrift der Reihe erschienen war. In ihrem Buch befasst sich die Autorin mit dem Schicksal der jüdischen Mitbürger in der Stadt Olpe im 19. und 20. Jahrhundert. „Der besondere Charakter des Buches“, so schrieb es Hermann Hundt in seiner Buchbesprechung 1995 in den Heimatstimmen, „liegt im Betroffenmachen. Es ist ein Buch entstanden, das bei aller Sachlichkeit und Quellenakribie unter die Haut geht.“ Bei der Neuauflage handelt es sich um einen unveränderten Nachdruck des Buches von 1994.

„Jetzt können wir endlich wieder das begehrte Buch ausliefern“, freut sich Kreisarchivar Jörg Behrendt. „Selbst aus dem Ausland gibt es eine große Nachfrage.“

Die Buchreihe „Jüdisches Leben im Kreis Olpe“ geht zurück auf eine Anregung des Kreistags im Jahr 1988.

Bisher sind fünf Bände erschienen: Weiterlesen

Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe übernimmt große Datenbank zur Wittgensteiner Familiengeschichte von Jochen Karl Mehldau

von Volker Hirsch und Johannes Burkardt

Jochen Karl Mehldau Quelle: Ralf Kötter

In Familienforscherkreisen nicht nur Südwestfalens ist der Name Jochen Karl Mehldau bestens bekannt. Mit ihm fest verbunden ist eine familiengeschichtliche Datenbank, die ihresgleichen sucht. Die Datenbank umfasst räumlich den kompletten Altkreis Wittgenstein und zeitlich den Zeitraum von Beginn der schriftlichen Aufzeichnungen bis zum Jahr 1875. In einer Zahl ausgedrückt sind das die Datensätze von rund 150.000 Personen. Damit ist für das Wittgensteiner Land eine Quelle von besonderem Wert entstanden.
Nachdem Herr Mehldau seine Arbeiten altersbedingt einstellen musste, hat das Landesarchiv NRW nun diese Datenbank übernommen und möchte sie über das Internet zur Verfügung stellen. In welcher Form dies geschehen kann, wird in der IT-Abteilung derzeit geprüft. Bis es soweit ist, kann die Datenbank im Lesesaal des Landesarchivs kostenfrei benutzt werden. Gerne bearbeitet die Abteilung Ostwestfalen-Lippe auch Anfragen. Damit ist nicht nur die langfristige Erhaltung des Mehldau‘schen Lebenswerkes sichergestellt, sondern auch die Bereitstellung für die Familienforschung. Die Nutzbarmachung der vielen Abfragemöglichkeiten der Datenbank stellt die IT des Landesarchivs noch vor Herausforderungen. Das Ziel ist aber, sämtliche Funktionalitäten zu erhalten und, soweit möglich, jedermann via Internet zugänglich zu machen. Weiterlesen