Einrichtung eines Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“

In der heutigen Sitzung des Rates der Stadt Siegen wird über die Einrichtung des Arbeitskreises über die Strassennamen entschieden werden. Aus der Vorlage gehen folgende Mitglieder hervor (S. 8):

[Anm.: Das Bild wurde am 12.7. ausgetauscht, nachdem es zu Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber Arbeitskreismitglieder gekommen ist]

Die Geschäftsführung liegt bei der städtischen Kulturabteilung. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu anderen ebenfalls heute eingerichteten Gremien keine weiteren externen Mitglieder (z. B. Historiker*innen, Vertreter*innen von Migrat*innen oder für Gleichtstellungsfragen) vorgesehen sind.

Rätsel um den Burggraben bei Netphen

LWL-Altertumskommission veröffentlicht archäologischen Führer zur Wallanlage

Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts weiß man von den wallähnlichen Strukturen in einem Waldstück oberhalb der Stadt Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein). Bergrat Theodor Hundt erkannte 1881, dass es sich um die Reste einer fünfeckigen „Wallburg“ handelte. Wann sie jedoch errichtet wurde, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Dr. Manuel Zeiler und Prof. Dr. Michael Baales, Archäologen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), haben deshalb den Burggraben neu erforscht und bewertet. Dazu hat die LWL-Altertumskommission jetzt einen archäologischen Führer in Form einer Broschüre herausgegeben. Weiterlesen

Siegen: Eiserfelder Friedhofskapelle ist „Denkmal des Monats“


Die Friedhofskapelle Am Gilberg in Eiserfeld ist „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft „Historische Stadtkerne“. Seit 20 Jahren werden ausgewählte Objekte durch die Regionalgruppe Südwestfalen in einem informativen Kalender vorgestellt.
Diese verleiht seit mehreren Jahren den Titel für besondere Denkmäler als besondere Auszeichnung und Qualitätssiegel. Für das Siegener „Denkmal des Monats“ im Monat März hat eine Auswahlkommission der Stadtverwaltung unter anderem mit Stadtbaurat Henrik Schumann und weiteren Fachleuten den Eiserfelder Bau gewählt.

Die Friedhofskapelle Gilbergstraße 90 wurde in den 1910er Jahren für Bestattungsfeierlichkeiten in der damaligen Stadt Eiserfeld errichtet. Das Gebäude bezeugt die über 100-jährige Beerdigungskultur der Gemeinde. Es ist der Ort, an dem die Menschen von ihren Angehörigen Abschied genommen haben und auch heute noch nehmen. „Die Friedhofskapelle am Gilberg ist ein gelungenes Stück Architektur und reiht sich ein in eine große Zahl solcher Bauten, die als Kleinarchitektur meist eigenwillig und immer sehr anspruchsvoll den Zeitgeschmack modellhaft widerspiegeln“, so die Begründung.

Friedhofskapellen im heutigen Sinn entstanden seit dem 18. Jahrhundert allmählich mit der aus hygienischen Gründen vollzogenen Abschaffung der um die Dorfkirche herum gruppierten Grabstätten. Die Bestattungsplätze wurden in entfernter gelegene Friedhöfe verlagert. Das Abhalten von Trauer- und Bestattungszeremonien im Ort bzw. im Wohnhaus ging zurück, so dass sich die Notwendigkeit der Schaffung besonderer zweckbestimmter Räumlichkeiten für die Bestattungsfeierlichkeiten ergab. So entfaltete sich eine Vielfalt von Bauwerken nach dem jeweiligen Stil der Zeit.
Quelle: Stadt Siegen, 27.11.2020

Hilchenbach: Kranzniederlegung am Gedenkstein zur Judenverfolgung

Jährliche Kranzniederlegung am Gedenkstein am 28. Februar. Morgen jährt sich der Tag der Deportation von Elisabetha „Gerti“ Holländer und ihrem 10jährigen Sohn Lothar Holländer.

Kranzniederlegung Gedenkstein 2020

An diesem Jahrestag veranstaltete die Stadt Hilchenbach bisher eine Gedenkstunde, um an das schreckliche Schicksal der Hilchenbacher Jüdinnen und Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland geworden sind, zu erinnern. Dazu wurde am Gedenkstein an der Ecke Marktplatz und Hilchenbacher Straße ein Kranz niedergelegt. Weiterlesen

Raimund Hellwig: Zur Diskussion um die Tafel‐Texte an der Fissmer‐Anlage

Ein Gastbeitrag.

Alfred Fissmer am 16. Oktober 1935. Standbild aus einem Film des Fotostudios H. Schmeck über den Einzug von Soldaten in die neue Garnisonsstadt Siegen (Quelle: KrA SIWI 4.1.5./104)

Die für die Tafel vorgesehene Kurzfassung des Textes enthält Thesen, die belegbedürftig sind und an einigen Stellen mündliche Überlieferungen, die ohne stützende, belastbare Quellen nicht ausreichen.
→ Auf Initiative Fissmers wurde Siegen durch die Ansiedlung mehrerer Kasernen zum Militärstandort.
Auf Siwiarchiv wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass derzeit keine Quellen vorhanden sind, durch die Fissmer als „Anstifter“ des Kasernenprogramms für Siegen erkennbar ist. Dazu müsste man die im Bundesarchiv vielleicht noch erhaltenen Akten sichten. Tatsächlich war Siegen durch die Bahnverbindungen räumlich geradezu ein Idealstandort für Kasernen, deren Personal schnell zu verlegen war und deshalb durch die solitäre Lage für die Reichswehr als Standort unabweisbar. Fissmer hat jedoch die durchaus üppigen Investitionen des Reichs in den Kasernenbau für die Stadt als Konjunkturprogramm genutzt. Durch den Kasernenbau und die dadurch notwendigen Eingemeindungen wuchs die Gesamtfläche der Stadt von 1600 auf 2100 Hektar.
Auch betrieb er ein umfangreiches Luftschutzprogramm zum Schutz der
Zivilbevölkerung. Weiterlesen

„Zeitspuren“-Linktipp: Umzug des Siegener Landrats Albert von Dörnberg in den kurländischen Flügel des Unteren Schlosses


Das Forschungsprojekt zur Geschichte des 19. Jahrhunderts im Gebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein veröffentlicht auf seiner Homepage auch repräsentative Quellen, wie z. B. diese Materialien zum Umzug des Siegener Landrats Albert von Dörnberg in den kurländischen Flügel des Unteren Schlosses.

Kommentare, Meinungen, Informationen und Anregungen zu dieser Präsentation können Sie gerne hier abgeben.
Weitere Einträge auf siwiarchiv zum aktuellen „Zeitspuren“-Projekt finden sich unter diesem Link: https://www.siwiarchiv.de/tag/zeitspuren/.

Online: Sachthematisches Inventar der Quellen zur Stadt Siegen


Seit kurzem ist folgende, weit über 1.000 Seiten starke Publikation online: Mechthild Black-Veldtrup und Cordula Rehr: Sachthematisches Inventar der Quellen zur Stadt Siegen im Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (ab 1816), Münster 2020.

Link zur PDF-Datei: LAV NRW W_Quelleninventar Siegen

Siegen: Jahresberichte des Stadtarchivs und der Denkmalpflege sowie Neues zur Siegener Stadtgeschichte

Die heutige Kulturausschusssitzung des Rates der Stadt Siegen ist nicht nur aus erinnerungspolitischer Sicht interessant (Stichworte: Alfred Fissmer, Therese Giehse), sondern auch, weil das Stadtarchiv und die Denkmalpflege ihre Jahresberichte vorlegen. Zudem erfährt man Neues zum Publikationsprojekt „Stadtgeschichte Siegen“, das aus finanziellen Gründen leider von drei Bänden auf einen Band gekürzt werden muss.

Der Jahresbericht des Stadtarchivs kann auch online als PDF eingesehen werden: Jahresbericht-2020.

Der Denkmalpflegebericht der Stadt Siegen für die Jahre 2019 und 2020 ist der Vorlage zu entnehmen. Gleiches gilt für die umfangreichen Informationen zum Publikationsprojekt „Siegener Stadtgeschichte“.

Quelle: Stadt Siegen, Ratsinformationsystem, Tagesordnung der Kulturausschusssitzung v. 23.2.2021

Heute vor 80 Jahren: Explosion in der Kleiderfabrik 1940 in Siegen-Hammerhütte – ein unbekannter Film.


[Anm.: Weitere Informationen zu diesen Film (4.1.5./184) aus der Filmsammlung des Kreisarchivs liegen leider nicht vor. Der Film liegt lediglich auf digitalen Mini-Video-Kassette vor.]

„In den Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt Siegen lange verschont. Doch 1940 passierte erstmals ein schlimmes Unglück: Am 22. Februar um 7 Uhr morgens ereignete sich in der Kleiderfabrik Walter Sauer in Hammerhütte an der Brückenstraße eine große Explosion. Nicht nur die Fabrik, auch Teile der Nachbargebäude wurden stark beschädigt. Neun Personen kamen zu Tode, neun weitere wurden schwer verletzt von den Einsatzwagen der Feuerwehr in Krankenhäuser gebracht.“

Quelle: Feuerwehr Siegenm, Homepage, Geschichte

Online: Franz Kössler: „Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts.

Berufsbiographien aus Schul-Jahresberichten und Schulprogrammen 1825 – 1918 mit Veröffentlichungsverzeichnissen. Ein Projekt der Giessener Elektronischen Bibliothek.

„Die Zeit von 1825 – 1918 war im deutschsprachigen Raum die Blütezeit der Schulprogramme. Sie enthalten in der Regel einen Jahresbericht über die Schule sowie eine wissenschaftliche Abhandlung. Lange Zeit standen nur die Abhandlungen im Focus. In jüngster Zeit finden auch die Angaben zum Unterrichtsstoff und zu den Prüfungen Interesse. Wenig beachtet wurden bisher die biographischen Angaben zu Lehrern und Schülern.
Der Autor hat bei der Katalogisierung der Programmabhandlungen an der UB Gießen (vgl. Franz Kössler: Verzeichnis von Programm-Abhandlungen deutscher, österreichischer und schweizerischer Schulen der Jahre 1825-1918. München 1987-1991) auf die im Berichtsteil enthaltene Lehrerbiographien geachtet und die entsprechenden Seiten fotokopiert. In der Regel handelt es sich um Berichte über neue Schulleiter, über neu eingestellte Lehrer sowie um Nachrufe. Sie schildern die Herkunft und den beruflichen Werdegang und verzeichnen die Publikationen. Regional erfolgte die Beschränkung auf das Gebiet des Deutschen Reiches vor 1918 ohne Bayern.
Die Informationen zu den Personen wurden vom Autor während seines Ruhestandes über mehrere Jahre mittels Textverarbeitung erfasst und zu dem vorliegenden Werk zusammengestellt. Die Arbeit wurde der UB Gießen zur Veröffentlichung überlassen. Weiterlesen