Lesung aus den Jugenderinnerungen des Lehrers Wilhelm Kühn in Netphen-Dreisbach (1839-1859)

Eine Lesung über Lehrer in Dreisbach findet am Dienstag, den 23. November im Haus Pithan, Im Bruch 4, Netphen, um 18 Uhr statt.

Das Foto zeigt die alte Schule in Bürbach, die Wilhelm Kühn besuchte., aus »Bürbach-Ortsgeschichte eines Siegener Stadtteils« © Heimatverein Alte Burg Dreis-Tiefenbach e.V.

Wilhelm Kühn wurde 1800 in nassau-oranischen Bürbach geboren. Schon in früher Jugend erwuchs in ihm der Wunsch Schulmeister zu werden, der sich 1824 erfüllte. Er ging während der französischen Zeit im Großherzogtum Berg zur Schule und war im Königreich Preußen Schulmeister. Nach Tätigkeiten in Nauholz und Beienbach kam er 1839 an die evangelische Schule Dreisbach, wo er bis 1859 unterrichtete. Keine zwei Monate nach seiner Entlassung starb er.
Wilhelm Kühn hat seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben. Der Dreis-Tiefenbacher Heimatforscher Ferdinand Lutz hat diese in einem Buch veröffentlicht.

Link:
Lutz, F.: Wilhelm Kühn – Schulmeister aus Leidenschaft. Von der „Universität” Nauholz zum „Fegefeuer” Dreisbach

Literatur:
Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon, Siegen 1974, S. 196
Lutz, F./Stötzel, H: Schulmeister Wilhelm Kühn, in: Blick ins Netpherland 49 (2007)

Quelle: Stadt Netphen, Veranstaltungen

„Mit Sonde und Bohrer: Archäologie auf den Spuren früher Eisenleute“

Montanarchäologische Erkundungen der Universität Mainz und des Bergbaumuseums Sassenroth als Sonderausstellung

Im Bild stehend v.l.: Museumsleiter Achim Heinz, Architekt Carsten Trojan, Prof.Dr. Kuhnen, Landrat Dr. Peter Enders, Sponsor Bernd Mudersbach, VG Bürgermeister WolfgangSchneider, Herdorfs 1. Beigeordneter Uwe Geisinger, sowie Michael Franz und Michaela Hoffmann, zwei der beteiligten Studierenden

Landrat Dr. Peter Enders stellte jetzt im Bergbaumuseum des Kreises eine Sonderausstellung der Presse vor, die in ihrer Art eine Premiere darstellt. Sie präsentiert erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das das Institut für Altertumswissenschaften der Universität Mainz zusammen mit dem Bergbaumuseum in den Jahren 2016/2017 unternahm, um auf den (damals noch) bewaldeten Höhenrücken zwischen Herdorf und Daaden Stätten früher Eisengewinnung zu erkunden. Mit einem bodenkundlichen Hohlbohrer und einer geophysikalischen Messsonde lokalisierte das Team bei seinen Begehungen insgesamt 57 montanarchäologische Fundstellen aus der Keltenzeit (5. – 1. Jh. v. Chr.) und dem hohen Mittelalter (12.-13. Jh.), von denen bis dato nur drei der archäologischen Denkmalpflege bekannt waren.

Lange Vorgeschichte
Lange bevor die Wissenschaftler in Herdorf und Daaden mit ihrer Arbeit begannen, hatten bereits die Herdorfer Brüder Otto und Heribert Kipping in den 50er-70er Jahren mit mühsamen Grabungen die alten Verhüttungsplätze entdeckt und Relikte geborgen. Doch öffentliche Wertschätzung erfuhren sie leider kaum und mit den Jahren verschwand auch die Erinnerung an ihre Arbeit. Bis um 2010 der Herdorfer Architekt Carsten Trojan im Bergbaumuseum eine alte Karte von 1954 entdeckte, in der Otto Kipping Fundstellen im Herdorfer Raum eingezeichnet hatte. Trojans Recherchen hierzu trugen schon bald Früchte. Im Depot des Landschaftsmuseums in Hachenburg sowie in Privatbesitz entdeckte er zahlreiche Fundstücke. Nachdem Prof. Dr. Kuhnen vom Institut für Altertumswissenschaften an der Universität Mainz die wissenschaftliche Bedeutung der Scherben und Schlacken bestätigte, erfolgte schon 2012 eine erste gemeinsame Ausstellung im Bergbaumuseum. Weiterlesen

Linktipp: Wahlperiodenregister (1947-1985) des Landtags NRW

– eine Fundgrube für die Regionalgeschichte

Nach einer umfassenden Überarbeitung präsentierte m September dieses Jahres der Landtag NRW seine neue website. Historisch Interessierten sei das Wahlperiodenregister für die Jahre 1947 bis 1985 empfohlen. Dort lässt sich nach Reden, Anfragen und Gesetzesinitiativen einzelner AnAbgeordneten ebenso suchen wie nach Sachbetreffen.

So findet sich im Register zur zweiten Wahlperiode beispielsweise auf S. 61 Folgendes: Weiterlesen

Vortrag: Dr. Christian Henrich-Franke: „Von Besatzern zu Freunden?

– Die belgische Garnison in Siegen.

Belgische Panzerkolonne in der Innenstadt (Vorlage: Foto Horstguenter Simon)

Vom Eintreffen der ersten belgischen Soldaten am 11. November 1946 bis zum finalen Abschließen des letzten Kasernentors auf dem Wellersberg am 22. Dezember 1994 vergingen fast fünf Jahrzehnte, in denen die Krönchenstadt Teil einer umfassenden belgischen Militärpräsenz in Rheinland und Westfalen gewesen war. Die Belgier kamen nach dem Zweiten Weltkrieg als Besatzungsmacht im Rahmen der britischen Besatzungszone in Siegen an und verließen die Stadt nach dem Ende des Kalten Kriegs und der Deutschen Einheit als langjähriger NATO-Partner. Die Jahre ihrer Anwesenheit waren geprägt von den Spannungen des Kalten Kriegs, der Annäherung im Zuge Europäischer Integration aber eben auch vom pragmatischen Neben- und Miteinander einheimischer Bevölkerung und belgischer Soldaten an den vielen Militärstandorten. Immerhin waren alleine in Siegen permanent 4.000 bis 6.000 belgische Soldaten und ihre Angehörigen präsent. Weiterlesen

Nachruf: Gerhard Hufnagel (1939 – 2021)

Prof. Dr. Gerhard Hufnagel beim „Stabwechsel“ von Mittwochsakademie und Forum Siegen im Jahr 2016. Beide Formate hatte Prof. Hufnagel geprägt.

Am 31.10.2021 ist Prof. Dr. Gerhard Hufnagel im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Universität Siegen einen Politikwissenschaftler mit hoher Reputation, einen beliebten Lehrer und einen sehr engagierten, unprätentiösen, empathischen und freundlichen Kollegen.

Geboren wurde Gerhard Hufnagel 1939 in Völklingen an der Saar. Er studierte, gefördert durch die Bischöfliche Studienstiftung Cusanuswerk, Geschichte, Soziologie und Germanistik an den Universitäten Bonn und Tübingen. Nach der Promotion in Zeitgeschichte und Soziologie an der Universität Tübingen lehrte er von 1962 bis 1964 als Lektor für deutsche Literatur am St. John’s College der University of Cambridge (UK) sowie von 1966 bis 1967 an der University of East Anglia in Norwich (UK). Er arbeitete von 1968 bis 1974 als wissenschaftlicher Assistent am Institut der Universität Tübingen. 1974 nahm er den Ruf auf eine C3 Professur für Politikwissenschaft an der Universität Siegen an. Von 1991 bis 2004 war er außerdem Visiting Professor of German Studies am Connecticut College in New London, Connecticut (USA). Von 1993 bis 1995 war er ferner Mitglied der Internationalen Experten-Kommission zur Evaluation des Schwerpunktprogramms der Forschungsförderung der Schweizer Bundesregierung. Weiterlesen

Online-Vortrag: „75 Jahre Justiz NRW – Erinnerungen an den Auschwitz-Prozess am Landgericht Siegen 1986 bis 1991“

Wann: 10. November 2021,17:00 Uhr
Wo: Online übertragen aus dem Schwurgerichtssaal des Landgerichts Siegen

Modell des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau im Aktiven Museum Südwestfalen e.V. Bildvorlage: Klemens Mehrer.

Was: Der Vortrag beleuchtet das auch heute noch bedeutsame Strafverfahren gegen Ernst August König, der wegen einer Vielzahl von Tötungsdelikten in den Jahren 1943/44 im damals sog. „Zigeunerlager“ des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Siegen angeklagt war. Dieser Mammut-Prozess vor dem Landgericht fand von Mai 1987 bis Januar 1991 an insgesamt 179 Verhandlungstagen, 38 davon an auswärtigen Gerichtsorten, statt. 123 Zeugen wurden vernommen. Der Angeklagte wurde schließlich wegen Mordes in drei Fällen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, im Übrigen wegen weiterer Mordvorwürfe freigesprochen. Im Laufe des von ihm angestrengten Revisionsverfahrens beging der Angeklagte Selbstmord.
Referenten: Vorsitzender Richter am Landgericht a.D. Wolfgang Münker – damals beisitzender Richter und Berichterstatter der Schwurgerichtskammer
Oberstaatsanwalt a.D. Klemens Mehrer – damals Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Köln
Um Anmeldung per E-Mail an 75JahreNRW@lg-siegen.nrw.de wird gebeten; ein Betreff oder ein sonstiger Inhalt sind nicht erforderlich. Der Teilnahmelink zur Online-Veranstaltung wird interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschließend automatisch zugesandt. Es wird darauf hingewiesen, dass die Teilnehmerzahl aus technischen Gründen begrenzt ist.
Quelle: Veranstaltungsflyer

s. auch folgende Einträge auf siwiarchiv:
1) Heute vor 28 Jahren: Urteil im Prozess gegen Ernst August König
2) Vortrag: Klemens Mehrer (Siegen): Blick in ein düsteres Kapitel: Erinnerungen an den 1991 beendeten NS-Prozess gegen SS-Rottenführer Ernst-August König in Siegen

Linktipp: Blog der Historischen Kommission für Westfalen-Lippe

„Die Gebiete des heutigen Westfalen und Lippes sind eine alte Kulturlandschaft, die bereits in der Altsteinzeit besiedelt waren. Seit dem hat sich viel getan. Die Varus-Schlacht, der Westfälische Friede & der Boom der Montan- & Schwerindustrie sind nur einige wenige herausragende Ereignisse aus ihrer Geschichte, die sich im kollektiven Gedächtnis eingebrannt haben.

Doch Westfalen und Lippe haben noch einiges mehr zu bieten. Interdisziplinär und epochenübergreifend präsentieren wir historische Schlaglichter aus Lipperland & Eggegebierge, Sauerland & Teutoburger Wald, Ruhrgebiet & Münsterland – mal aus regionalhistorischer Perspektive, mal glokalhistorisch.“

Das Blog ist ein weiteres Projekt des Doktorand:innennetzwerks der Kommission.
Quelle: Startseite des Blogs