Bad Berleburg: Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus durch die Benennung der Odebornbrücke zwischen Poststraße und Ludwigsburgstraße

Sitzungsvorlage 310-XI für den Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und
Kultur am 23.03.2022 und Stadtverordnetenversammlung 28.03.2022:

Adele Krebs, Foto: Privatbesitz

„Sachverhalt:
Bezugnehmend auf den Antrag der SPD Fraktion vom 17.09.2021 zur Benennung einer Straße im Neubaugebiet am Sengelsberg nach Adele Krebs als Opfer des Nationalsozialismus fand am 15.02.2022 nach vorherigen Beratungen im Ausschuss für
Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt eine Ältestenratssitzung statt, um gemeinsam über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Dabei wurden die nachfolgenden Recherchen und eingeholten Informationen der Verwaltung zugrunde gelegt.
In Bad Berleburg sind mit jetzigem Forschungsstand 84 Personen mit jüdischer Herkunft verzeichnet, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. 50 Personen wurden deportiert, zum Teil von anderen Orten aus, davon 46 ermordet. Drei davon starben bereits 1938 in Buchenwald bzw. an den Folgen der Deportation ins KZ Sachsenhausen
und Buchenwald, eine 1937 in Bethel. Nur vier Personen überlebten die Deportation. 32 Personen konnten nach unseren Recherchen ihr Leben durch Auswanderung retten. Adele Krebs wurde am 27.07.1942 deportiert und ist am 25.04.1943 im
Konzentrationslager Theresienstadt ermordet worden.
Für 63 der damals bei uns polizeilich gemeldeten Personen mit jüdischer Herkunft wurden durch den Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage mit Unterstützung der Stadt Bad Berleburg Stolpersteine verlegt. Weiteren 6 Personen jüdischer Herkunft, die in Elsoff gelebt haben, wird im Bereich des historischen Dorfrundgangs gedacht. Da der
Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage in Bad Berleburg nicht mehr besteht, soll die Verlegung der Stolpersteine zukünftig zusammen mit den weiterführenden Schulen der Stadt Bad Berleburg erfolgen. Weiterlesen →

Otto Rippel (1878-1957)

Verleger der Zeitung „Das Volk“ und NRW-Landtagsabgeordneter (CDU) für das Siegerland

Otto Rippel, Quelle: Reichstagshandbuch. II. Wahlperiode 1924, Berlin 1924, S. 577

Otto Rippel, der spätere Verleger und Schriftleiter der seit kurzem online verfügbaren Zeitung „Das Volk“ und der Vertreter des Siegerlandes im ersten direkt gewählten Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, soll im Folgenden kurz vorgestellt werden. Eine sich lohnende intensivere Auseinandersetzung mit Rippel wird durch erste Quellen- und Literaturhinweise angeregt. Ohne eine intensive Nutzung des Stadtarchivs Hagen ist die Erstellung einer Biographie allerdings nur schwer vorstellbar:

Rippel, Otto

* 30.1.1878 Hagen, gest. 18.1.1957[1] in Hagen[2]

Leben und Beruf[3]

– ev.
– Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Rippel eine Buchhändlerlehre, die er mit der Gehilfenprüfung abschloss. In den folgenden Jahren arbeitete er als Verlagsbuchhändler in Hagen. Er wurde 1901 selbständiger Verleger, war Besitzer einer Druckerei und leitete später den Zeitungsverlag Otto Rippel Verlag.
– Verleger, Westdeutsche Verlagsgesellschaft, die 1924 zum Prozess gegen die Führer des Hitler-Ludendorff-Putschs (1923) Adolf Hitler, sein Leben – seine Reden publizierte, Geschf., Alleininh. des Verlags, Mithrsg. Ruhr-Nachrichten

Selbstaussagen:[4] Weiterlesen →

Wikipedia-Artikel zu August Jost (1811 – 1866)

Haus Jost
Wohnhaus der beiden Wittgensteiner Landräte Jost in Berleburg, Dieter Bald, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 via Wikimedia Commons

Dieter Bald hat unlängst einen Wikipedia-Eintrag zu August Jost, einem fürstlichen Kammerrat in Berleburg und von 1854 bis 1855 kommissarischer Landrat des Kreises Wittgenstein verfasst.

Link zu dessen Vater und Landrat Friedrich August Jost

Wikipedia-Artikel zu Eustach Graf von Schlitz gen. Görtz-Wrisberg (1856 – 1914)

Dieter Bald hat unlängst einen Beitrag zu Eustach Graf Görtz-Wrisberg verfasst, der von September 1890 bis März 1891 ein halbes Jahr lang als kommissarischer Landrat im Kreis Wittgenstein fungierte.

Zur intensiveren Beschäftigung mit Görtz-Wrisberg landen folgende Archivalien ein:
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 77, Personalakten Nr. 2423, Schlitz, genannt Görtz und Wrisberg, Eustach Hans Eitel Graf v. , Geheimer Regierungsrat bei der Regierung in Kassel , 1882-1910
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 125, Nr. 1636, Görtz-Wrisberg, Eustach Graf von, Regierungsreferendar, Hildesheim, 1885
– Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand F 23 A(Akten Herrschaft Schlitz), Nr 316/19, Briefwechsel Buchstabe G, Eustach Graf von Görtz-Wrisberg (1856-1914). – 28 Briefe, 6 Telegramme, 1 Nachricht auf Postpaketabschnitt, 1875-1882
– Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nummer 7426, Jahresnachweisungen der persönlichen und dienstlichen Verhältnisse der Mitglieder des Regierungskollegiums, 01.01.1893 – 31.12.1907, enthält u. a.: Schlitz gen. von Görtz u. Wrisberg Gf.v., Eustach (geb. 1856-12-17, Regierungsrat)

Vortrag: „Jesuitische Gefängnisseelsorge und Hexenverfolgung im Sauer- und Siegerland“

PD Dr. Frank Sobiech (Paderborn) in der Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 17. März 2022

Die Geschichte der katholischen Glaubenslehre in unserer Region ist eng verknüpft mit der Einführung der Gegenreformation unter Johann VIII. Graf zu Nassau-Siegen (1583-1638). Der Bruder von Fürst Johann Moritz war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Rom zum Katholizismus konvertiert und hatte im Spannungsfeld der Konfessionen während des Dreißigjährigen Krieges 1626 in Siegen ein Jesuitenkollegium gegründet. In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 17. März 2022 wird ein Überblick über das Wirken der Gesellschaft Jesu im Sauer- und Siegerland vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vermittelt. Wer waren die hier wirkenden Jesuiten als Personen, was taten sie hier, in welchem Kontext kamen sie mit den Hexenprozessen in Berührung und wie stellten sie sich dazu?

Referent ist der 2004 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promovierte Theologe und Kirchenhistoriker PD Dr. Frank Sobiech. Seit 2017 gehört er zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie der Theologischen Fakultät Paderborn. Dr. Sobiech ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Seelsorge in Hexenprozessen, der Geschichte des Jesuitenordens und des Verhältnisses von Medizin und Theologie in der Frühen Neuzeit. Seine Habilitationsschrift „Jesuit Prison Ministry in the Witch Trials of the Holy Roman Empire“ von 2017 erschien zwei Jahre später in der Reihe „Bibliotheca Instituti Historici Societatis Iesu“ in Rom.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 17. März 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter weisen angesichts der aktuellen NRW-Corona-Schutzverordnung darauf hin, dass nur vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen an der Veranstaltung teilnehmen können. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Die 3G-Regelung wird am Eingang kontrolliert. Ein entsprechender Nachweis ist am Vortragsabend beim Einlass zusammen mit einem Ausweisdokument vorzulegen. In der Siegerlandhalle ist ein medizinischer Mund- und Nasenschutz zu tragen, der am Sitzplatz abgenommen werden darf.

Juliane von Stolberg-Wernigerode (1506 – 1580). Links und Literatur

Stedelijk Museum Het Prinsenhof, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1703321

Spätstens mit der Einrichtung des Arbeitskreises zur Überprüfung von Straßennamen in der Stadt Siegen und dem Bürgerantrag: „Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Siegener Stadtbild“ ist eine Debatte entstanden, die auch das mangelnde Vorhandensein von Frauen im Siegener Stadtbild beinhaltet. In dieser Debatte fällt auch immer wieder der Name Juliane von Stolberg-Wernigerode für eine Straßenbenennung.Die Links und die zusammengestellte Literatur sollen zu einer weiteren Beschäftigung mit der nassauischen Gräfin anregen

Links: Weiterlesen →

Ukrainische Opfer des Nationalsozialismus im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein

Das Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein führt 29 in der Ukraine geborene Personen  – 24 Zwangsarbeiter:innen und 5 rassisch Verfolgte – auf, die die Zeit des Nationalsozialismus im Siegerland nicht überlebt haben.

Name Link
Beskorwaina, Ljuba https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/beskorwaina-ljuba/
Borch, Wassily https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/borch-wassily/
Buchmiller, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/buchmiller-peter/
Dewidenko, Waldemar https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/dewidenko-waldemar/
Doliga, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/doliga-peter/
Fedorischen, Mikale https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/fedorischen-mikale/
Filipenko, Feodor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/filipenko-feodor/
Hausmann, Fanny geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-fanny-geb-spiegel/
Hausmann, Saul https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hausmann-saul/
Hochmann, Mathilde geb. Spiegel https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-mathilde-geb-spiegel/
Hochmann, Siegmund https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hochmann-siegmund/
Hryb, Leon https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/hryb-leon/
Iwtschak, Tatjana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschak-tatjana/
Iwtschenko, Warwara https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/iwtschenko-warwara/
Jurzinko, Viktor https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/jurzinko-viktor/
Kogut, David https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/kogut-david/
Melnik, Sergli https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/melnik-sergli/
Muschkawag, Fekla https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/muschkawag-fekla/
Musyka, Sebastian https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/musyka-sebastian/
Papeta, Uljana https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/papeta-uljana/
Pawluk, Peter https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/pawluk-peter/
Potemkina, Nadja https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/potemkina-nadja/
Rewa, Anna https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/rewa-anna/
Schistowskaja, Olga https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schistowskaja-olga/
Schwez, Matya https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/schwez-matya/
Sik, Piotr https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sik-piotr/
Sinowski, Franz https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sinowski-franz/
Sopin, Jakob https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/sopin-jakob/
Zizenko, Roman https://aktives-gedenkbuch.de/opfer/zizenko-roman/

 

Netphen: Schulklassen erstellen Lapbooks über das jüdische Leben

“ …. Fünf Schulklassen der Sekundarschule besuchten gemeinsam mit ihrem evangelischen Religionslehrer Herr Achenbach in den letzten Tagen die Sonderausstellung zum jüdischen Leben im Netpherland im Heimatmuseum Netpherland und entwickeln diese nun, gemeinsam mit dem Museumsteam weiter. Sie erforschen die Exponate, recherchieren zusätzlich im Unterricht über die jüdischen Traditionen und die Geschichte und erarbeiten in Kleingruppen sogenannte Lapbooks.

Schülerinnen und Schüler werfen einen Blick auf Briefe und Zeitungsartikel © L. Reuter

Die ersten Lapbooks wurden in der amerikanischen Homeschooling-Bewegung hergestellt. „Lap“ verweist hier auf die Größe des Endprodukts: Es sollte seinen Platz auf dem Schoß des Betrachters finden. Lapbooks werden auch Entdeckerbuch, Klappbuch oder Expertenbuch genannt. Weiterlesen →

„Fremde.Heimat.Erinnerung“ – Szenische Ausstellung zur Zwangsarbeit im Siegerland

Es werden Infoplakate zur Geschichte der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus im Siegerland gezeigt und 6 Monologe von fiktiven Figuren, die das Jugendensemble nach Recherchen zum Thema entwickelt hat und an mehreren Orten im Kirchenraum vortragen wird.

Im Anschluss findet ein Stadtgespräch statt, Thema „Was geht uns heute und in Zukunft das Schicksal der Zwangsarbeiter*innen im Siegerland an?“
Zugesagt für das Podium haben Björn Eckert (DGB-Jugend), Hannes Wagener und Niklas Kirschey (Jugendensemble Junges Theater), Klaus Th. Vetter (Ehrenpräsiden IHK Siegen), Dr. Jens Aspelmeier (Leiter Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen, Aktives Museum Südwestfalen, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes), Traute Fries (Ehrenvorsitzende Aktives Museum Südwestfalen), Dr. Astrid Grewe (Vorsitzende Gustav Heinemann Friedensgesellschaft), NN (Vertreter*in für den Austausch mit Osteuropa)- Moderation Peer Ball (Vorsitzender Junges Theater Siegen)

Heute vor 160 Jahren: Jakob Henrich geboren

Quelle: Deutscher Reichsanzeiger, 8. Mai 1901

Jakob Henrich, (1862-1961) war Siegerländer Lehrer, Heimatautor und Kommunalpolitiker. Henrich erlangte vor allem unter Pseudonym Bergfrieder Bekanntheit. Seine Kolumne “Ausguck“ in der christlich-sozialen Tageszeitung „Das Volk“  nahm häufig antisemitische Züge an. Dieser Eintrag versteht sich einerseits als erste Information zu Henrich, der von der aktuellen Diskussion um die Umbenennung von Straßennamen in Siegen betroffen ist, andererseits ist diese Zusammenstellung eine Einladung, sich weiter mit Jakob Henrich zu beschäftigen. Denn für diesen Text konnten noch lange nicht alle Quellen ausgewertet werden. Weiterlesen →