Bad Berleburg: Verzicht auf die informelle Ortsbezeichnung „Kriegerplatz“

Antrag der Stadtratsfraktion der Grünen vom 19.11.2020

Für den Festplatz der Kyffhäuser-Kameradschaft e. V., Am Sengelsberg 50 in Bad Berleburg, soll ein geeigneterer Namen gefunden werden. Die Partei betrachtet die „brauchtümliche Ortsbezeichnung – entstammend einer Zeit des Monarchismus, des ausgeprägten Militarismus und des chauvinistischen Nationalismus“ als unangemessen für eine demokratische und friedliche Stadt. Die Grünen schlagen die Bezeichnung „Friedensplatz“ vor.

Der Antrag wurde am 16. März 2021 im Ausschuss für Palnen, Bauen, Wohnen und Umwelt der Stadt Bad Berleburg behandelt.

s. a. Sitzungsniederschrift des Ausschusses für Palnen, Bauen, Wohnen und Umwelt der Stadt Bad Berleburg vom 25. August 2020, S. 8: Weiterlesen

#SIEistSIEGEN im Siegener Haupt- und Finanzausschuss


Im vergangenen September berichtete siwiarchiv bereits über den Bürgerantrag, die Sichtbarbarkeit der Frauen im Siegener Stadtbild zu erhöhen. In seiner Sitzung am 17. März 2021 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Siegen einstimmig:
„….Der durch den Rat der Universitätsstadt Siegen ins Leben gerufene Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“ wird als geeignetes Medium angesehen, sich auch mit der Präsenz von Frauen im Siegener Stadtbild zu befassen.“
Diese Entscheidung wurde in den sozialen Medien und auf der Leserbriefseite der Siegener Zeitung kontrovers diskutiert.

Diskussion zur Umgestaltung des Kriegerdenkmals in Bad Berleburg

Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion
Bad Berleburg Denkmal
Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

Im Dezember 2018 hat der Rat der Stadt Bad Berleburg die Vialiserung des Goetheplatzes mehrheitlich beschlossen. Im Rahmen dieses Projektes soll es auf Vorschlag der evangelischen Kirchengemeinde zu einer das Kriegerehrenmals von Arnold Künne zu einem Friedensdenkmal weiterentwickelt werden.

Zu diesem Zweck reget die Grünen-Stadtaratsfraktion im November 2020 einen Arbeitskreis unter Beteiligung der Stadtgesellschaft (Bürger*innen, Politiker*innen,Vereine Kirche, Schulen und lokale Bildungseinrichtungen) an.

Dieser Vorschlag wurde in diesem Monat durch Leserbriefe in der Siegener Zeitung kontrovers diskutiert.

Einrichtung eines Arbeitskreis „Aufarbeitung der historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen“

In der heutigen Sitzung des Rates der Stadt Siegen wird über die Einrichtung des Arbeitskreises über die Strassennamen entschieden werden. Aus der Vorlagen gehen folgende Mitglieder hervor (S. 8):

Die Geschäftsführung liegt bei der städtischen Kulturabteilung. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu anderen ebenfalls heute eingerichteten Gremien keine weiteren externen Mitglieder (z. B. Historiker*innen, Vertreter*innen von Migrat*innen oder für Gleichtstellungsfragen) vorgesehen sind.

Raimund Hellwig: Zur Diskussion um die Tafel‐Texte an der Fissmer‐Anlage

Ein Gastbeitrag.

Alfred Fissmer am 16. Oktober 1935. Standbild aus einem Film des Fotostudios H. Schmeck über den Einzug von Soldaten in die neue Garnisonsstadt Siegen (Quelle: KrA SIWI 4.1.5./104)

Die für die Tafel vorgesehene Kurzfassung des Textes enthält Thesen, die belegbedürftig sind und an einigen Stellen mündliche Überlieferungen, die ohne stützende, belastbare Quellen nicht ausreichen.
→ Auf Initiative Fissmers wurde Siegen durch die Ansiedlung mehrerer Kasernen zum Militärstandort.
Auf Siwiarchiv wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass derzeit keine Quellen vorhanden sind, durch die Fissmer als „Anstifter“ des Kasernenprogramms für Siegen erkennbar ist. Dazu müsste man die im Bundesarchiv vielleicht noch erhaltenen Akten sichten. Tatsächlich war Siegen durch die Bahnverbindungen räumlich geradezu ein Idealstandort für Kasernen, deren Personal schnell zu verlegen war und deshalb durch die solitäre Lage für die Reichswehr als Standort unabweisbar. Fissmer hat jedoch die durchaus üppigen Investitionen des Reichs in den Kasernenbau für die Stadt als Konjunkturprogramm genutzt. Durch den Kasernenbau und die dadurch notwendigen Eingemeindungen wuchs die Gesamtfläche der Stadt von 1600 auf 2100 Hektar.
Auch betrieb er ein umfangreiches Luftschutzprogramm zum Schutz der
Zivilbevölkerung. Weiterlesen

#Archiverinnerungskultur – eine nicht nur archivische Blogparade

Anlässlich seines 9. Geburtstag startet  siwiarchiv auch in diesem Jahr eine Blogparade
Das Verhältnis von Archiven und Erinnerungskultur ist das Thema dieser Blogparade. Archive verstehen sich auch als zentrale Anlaufstelle für die Geschichte ihres Trägers.  Größere kommunale Archive machen dies dies zum Teil durch die Umbenennung in Institut für Stadtgeschichte deutlich – manchmal erzwungernermaßen. Dieses Selbstverständnis rückt einerseits die Kooperation von Archiven mit anderen erinnerungskulturell tätigen Einrichtungen (Museen, Gedenkstätten, oder im weitesten Sinne historischen Vereinen etc.) in den Fokus der Blogparade. Andererseits sind Archive an der erinnerungskulturellen Arbeit ihrer Träger oftmals alleinverantwortlich tätig, z. B. bei Jubiläen oder gutachterlichen Stellungnahmen bei Benennungen oder zur historischen Bewertung von Persönlichkeiten oder Ereignisse.
Von grundsätzlichen Überlegungen zum Verhältnis erinnerungskultureller und archivischer Arbeit bis hin zu (best/worst-)practise-Beispielen ist im Rahmen der Blogparade alles möglich. Interessant dürfte neben der archivischen Sicht auch der Blick der übrigen in der Erinnerungskultur Tätigen auf die Rolle der Archive in der Erinnerungsarbeit sein.
Zur Teilnahme gebeten sind neben den archivischen Weblogs daher auch die Geschichtsblogosphäre und (geschichts)kulturaffine Bloggende. Beiträge werden bis zum 28. Februar 2021 15. März 2021 angenommen. Wir sind gespannt und freuen uns auf jedes einzelne „Geburtstagsgeschenk“!
Tanja Praske gibt übrigens 10 Tipps für die erfolgreiche Teilnahme an einer Blogparade: Weiterlesen

2 oral-histoy-Videos zur Flucht von Ostreußen bis nach Siegen

Auf dem youtube-Kanal von „Unser Siegen“ finden sich ein Interview mit Dr. Dietmar Gorki zu dessen Flucht sowie dessen Einschätzung des aktuellen Umgangs mit der Geschichte der ehemaligen deutschen Ostgebiete („Geschichtsvergessen! Ein Meinungsbild.“):

Video zum Gedenken an Bruno Kappi

„Am 15. Dezember 1992 wurde der 55-jährige Bruno Kappi auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle im Weidenauer Einkaufszentrum zu Tode getreten. Der oder die Täter griffen den stark sehbehinderten Bruno Kappi an, schlugen und traten brutal auf ihn ein, bis er an diesen Verletzungen starb. Zwei junge Männer aus der rechten Skinhead-Szene wurden später angeklagt, jedoch konnte ihnen die Tat nicht nachgewiesen werden. Die Tat ist bis heute ungesühnt. Weiterlesen

„Notfalls schließen“

Ein Gastkommentar von Karl Heupel zu der Lage des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth

Sollte der Kreis Altenkirchen nicht nur monetär Arm zu sein, sondern auch in seinem historischen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den nachfolgenden Generationen? Wo können Kinder und Jugendliche die Arbeitswelt von früher besser kennen lernen als im Bergbaumuseum in Sassenroth. Außerschulisch lernen (was meistens mehr bringt), praktische Erfahrungen z.B. bei den Mineralexkursionen oder Thementagen sammeln und so ein Verständnis für die Vergangenheit aufbauen. Nachdem der Hüttenwäldchen – Stollen in Dermbach ums „Überleben“ kämpft, soll hier ein weiteres Kleinod der Industriegeschichte geschlossen werden? Danach schließt die Grube Bindweide? Und dann findet das kulturhistorische Lernen oberirdisch statt? Das ist unterirdisch! Wehret den Anfängen! Glück Auf.

Anm: Der Zeitungsbericht und der Kommentar fußen auf die Beschlussvorlage „Umsetzung der Maßnahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes des Landkreises Altenkirchen“ der Kulturellen Einrichtungen des Kreises Altenkirchen für den Kreisausschuss am 26.10.2020