Forum „Archive unter Druck“

„Archive und andere Gedächtnisorganisationen geraten zunehmend unter Druck. Sie müssen ihre Aufgaben und ihre Bedeutung in pluralistischen Demokratien immer häufiger erklären und auch verteidigen. Das zeigt sich unter anderem an Debatten zur finanziellen und personellen Ausstattung oder Standort-Diskussionen. Dazu zählen auch politische Debatten und Erwartungen bezüglich der fachlichen Arbeit, zum Beispiel bei inhaltlichen Fragen, was als bewahrenswertes Archivgut gilt und überliefert wird.
Als Einrichtungen, die zur sachgerechten Sammlung, Aufbewahrung und Bereitstellung von Unterlagen verpflichtet sind, sichern Archive einen unverfälschten Blick auf das Originaldokument. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur Transparenz von Entscheidungen und zur Nachvollziehbarkeit historischen und aktuellen Handelns in demokratischen Gesellschaften. …..“
Auf die diese Veranstaltung in Berlin, an der auch der Arbeitskreis Offene Archive des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare mit seiner „AG Demokratie“ beteiligt ist, weist siwiarchiv sehr gerne. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt.
Alle weiteren Informationen hier: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/archive-unter-druck-einladung-zum-gemeinsamen-forum#no-back

Siegen: Sichtbarmachung von Frauen im Stadtbild mittels eines Kunstwerks.

Abstimmung im morgigen Kulturausschuss über zwei von einer Fachjury ausgewählten Vorschläge im Rahmen des Wettbewerbs (Vorlage 144 /2026)

„Die Stadt Siegen beabsichtigt, zur Würdigung der gesellschaftlichen Leistung von Frauen ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum zu realisieren. Das Vorhaben steht im Kontext der Erinnerungskultur und der kommunalpolitisch diskutierten Frage, wie dieser historisch wenig erforschte und im Bewusstsein der Öffentlichkeit wenig präsente Beitrag sichtbar gemacht werden kann. In einem dauerhaft angelegten Kunstprojekt, realisiert im Innenstadtbereich von Siegen, wird eine Option gesehen. Es sind 50.000 Euro im Haushalt 2026 bereitgestellt.
Bei der Vorgehensweise hat die Kommunalpolitik ExpertInnen zu Rate gezogen, die einen Kriterienkatalog als Grundlage für die Ausschreibung eines geschlossenen Teilnahmewettbewerbs erstellt haben. Dies sind: Weiterlesen

„Damit wir auch zukünftig eine Vergangenheit haben –

Für eine dem digitalen Zeitalter angemessene Ausbildung und Lehre in Archivwesen und Geschichtswissenschaft.“ Positionspapier NFDI4Memory

„Das vorliegende Positionspapier ist im Rahmen der ersten „Linking Data|Linking
Communities“-Summer School am Landesarchiv Baden-Württemberg unter dem Thema „Das Beste aus zwei Welten. Digitale Methoden und Use Cases in Archivwesen und Digital History“ entstanden. Unterzeichnet haben Beteiligte der Summer School und Mitglieder des Steering Committees von NFDI4Memory. Das Papier ist an die Unterhaltsträger auf Landes- und Bundesebene gerichtet. Es soll diese für den großen Handlungsbedarf im Bereich Ausbildung bzw. Lehre in Archivwesen und Geschichtswissenschaft mit Blick auf die Herausforderungen bei der Sicherung wie auch der wissenschaftlichen Auswertung des entstehenden digitalen
Kulturerbes sensibilisieren und auf die zu deren Bewältigung notwendigen Mittelaufwüchse aufmerksam machen.“

„Euthanasie“-Morde: Anerkennung als Verfolgte des Nazi-Regimes auch rechtlich verankern!

Das forderte die Lebenshilfe zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.


Mit einem Kranz am T4-Gedenkort in Berlin erinnerten am 28. Januar Lebenshilfe-Vertreter*innen an die Opfer der NS-„Euthanasie“. Von links: Dagmar Schmidt, MdB und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, Christian Specht, Selbstvertreter und Mitglied im Landesvorstand der Lebenshilfe Berlin, und Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, Bundesministerin a.D. © Lebenshilfe/Peer Brocke


Erst im vergangenen Jahr, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden die Opfer von „Euthanasie“-Morden und Zwangssterilisierungen als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt. Dafür hatte sich die Lebenshilfe jahrelang beharrlich eingesetzt. „Nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages muss die Anerkennung als Verfolgte nun auch rechtlich verankert werden“, fordert Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar. Weiterlesen

Offener Brief: Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen

In den Sozialen Netzwerken tauchen in den letzten Monaten immer mehr massenhaft mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus auf, die keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind. Diese umgangssprachlich als AI-Slop bezeichneten Inhalte zeigen beispielsweise vermeintliche Situationen in nationalsozialistischen Lagern oder bei deren Befreiung. Diese zeichnen ein extrem verzerrtes und falsches Bild. Beispielsweise kursieren KI-generierte Bilder, die ein angebliches Wiedersehen zwischen Gefangenen und Befreiern zeigen, oder erfundene Szenen weinender Kinder hinter Stacheldraht. Mit Künstlicher Intelligenz werden hier Inhalte erstellt, die aus Versatzstücken historischer Fakten und emotionalisierter Fiktion bestehen.
Hinter diesen Inhalten stehen unterschiedliche Motive: Zum einen nutzen sogenannte Content-Farmen die emotionale Wucht des Holocaust, um mit minimalem Aufwand maximale Reichweite zu erzielen. Ein Geschäftsmodell, das auf Klicks und Werbeeinnahmen basiert. Zum anderen werden diese Inhalte gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten. Die Algorithmen der Plattformen begünstigen dabei emotional aufgeladene Inhalte, unabhängig von deren Wahrheitsgehalt. Weiterlesen

Aus für das Olper Stadtmuseum?

„…Allerdings zwingt die Haushaltslage auch zum Handeln, so ist nicht mehr enthalten eine Investition für den Bau eines Stadtmuseums. Nach eingehender hausinterner Abstimmung und Betrachtung der Haushaltslage bin ich gemeinsam mit dem Kämmerer zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bau eines Stadtmuseums derzeit und bis auf weiteres für die Kreisstadt Olpe finanziell nicht darstellbar ist. ….“

Haushaltsrede des Bürgermeister der  Stadt olpe, Tobias Schulte, 19.11.2025

s. auf siwiarchiv: Weiterlesen

Neues Fundament für deutsche Erinnerungspolitik

Kabinettsbeschluss zur Gedenkstättenkonzeption
Link zur PDF: Konzept_Gedenkstätten_05.11.25

„Gedenkstätten halten in ganz Deutschland die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und das SED-Unrecht wach. Eine zentrale Grundlage für ihre Förderung ist die Gedenkstättenkonzeption des Bundes. Angesichts zahlreicher aktueller Herausforderungen hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sie jetzt grundlegend überarbeitet. Am Mittwoch, 12. November 2025, hat das Bundeskabinett die Neufassung verabschiedet.
„Die Bundesrepublik Deutschland trägt eine dauerhafte Verantwortung, die staatlich begangenen Verbrechen des 20. Jahrhunderts aufzuarbeiten und der Opfer zu gedenken“, erklärte der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer im Anschluss an den Kabinettsbeschluss am 12. November 2025. Gedenkstätten und Erinnerungsorte seien dabei zentrale Pfeiler unseres demokratischen Selbstverständnisses, so der Staatsminister. Weiterlesen

Siegen: Gedenkstunde am Platz der Synagoge

Begrüßung und Moderation: Pfr. i. R. Raimar Leng (Ev. Vorsitzender CJZ Siegerland)
Ansprache: Sylvia Löhrmann (Die Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur)
Grußwort: Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Andreas Müller
Kaddisch: Alon Sander (Jüd. Vorsitzender CJZ Siegerland)
Ort: Platz der Synagoge, Obergraben 10, Siegen
Beteiligung von Jugendlichen der diesjährigen vom Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein organisierten deutsch-israelischen Jugendbegegnung in Deutschland
Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e. V.
Im Anschluss an die Gedenkstunde besteht die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Den Holocaust in Bildern erzählen. Eine Ausstellung zu aktuellen Graphic Novels und Bilderbüchern“ im Aktiven Museum Südwestfalen zu besichtigen.

[Nachtrag, 13.11.2025: Fotoeindrücke]

NRW: Land streicht pauschale Denkmalförderung

Freudenbergs Bürgermeisterin fordert Ministerin auf, diese Entscheidung dringend rückgängig zu machen

Mit großem Unverständnis haben Bürgermeisterin Nicole Reschke und der Rat der Stadt Freudenberg die knappe Hiobsbotschaft der Landesregierung aufgenommen: Mit E-Mail vom 03.09.2025 informierte die Bezirksregierung Arnsberg – im Auftrag und in Weiterleitung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen – in einem Satz die Unteren und Oberen Denkmalbehörden darüber, dass die bisherigen Pauschalförderungen aus haushaltsbedingten Einsparungserfordernissen des Landes Nordrhein-Westfalen 2026 eingestellt werden.
Diese Förderungen wurden bislang zu 60 % vom Land und zu 40 % von der jeweiligen Kommune getragen. Für das laufende Jahr standen Fördermittel von insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung (18.000 Euro Landesanteil, 12.000 Euro kommunaler Anteil).
Aktuell erhalten Bürgerinnen und Bürger in Freudenberg eine Förderung in Höhe von 30 % der Kosten ihrer Baumaßnahme. „Der Wegfall der Pauschalförderung gefährdet unmittelbar die Pflege und den Erhalt von Denkmälern. Neben dem Verlust konkreter Maßnahmen drohen mittel- bis langfristig ein genereller Vertrauensverlust in die Förderpolitik des Landes sowie die Funktionsfähigkeit des Denkmalwesens insgesamt“, sagte Bürgermeisterin Nicole Reschke, die unmittelbar ein entsprechendes Schreiben an die zuständige Kommunalministerin Ina Scharrenbach auf den Weg gebracht hat. Der kommunale Anteil bleibe weiterhin erhalten, kündigt Reschke an. Weiterlesen

Kreistagswahl Siegen-Wittgenstein 2025: Archiv- und erinnerungspolitischer Check der Wahlprogramme

In vier Wochen wird der Kreistag Siegen-Wittgenstein neugewählt. Ein Blick in die online vorliegenden Wahlprogramme  – bis gestern lagen keine Kommunalwahlprogramme für die AfD, die UWG und die WerteUnion vor – der antretenden Parteien ergab folgendes:
1) Archivpolitik:

FDP:
“ ….. Aus unserer Sicht bringt auf Arbeitsebene ein Zusammenschluss von Tourismus, Regionalmarketing und Kultur Vorteile und Synergien. Das Kulturhaus Lÿz soll wieder zu einem echten Kulturhaus werden, dem Bruchwerktheater ein neues Dach geben, das Archiv und die VHS integrieren. Hier soll die neue Ideenschmiede für das Lebensraummanagement des Kreises Siegen-Wittgenstein entstehen……“ [s. dazu siwiarchiv v. 16. Juni 2025]

Fehlanzeige für CDU, Die Grünen, Die Linke, Freie Wähler, SPD und Volt
2) Erinnerungspolitik: Weiterlesen