Erzbistumsarchiv Paderborn verfolgt ehrgeiziges Ziel

Bestände-Übersicht des Archivs des Erzbistums Paderborn online. Digitale Präsentation der Archivalien ist langfristiges Ziel des engagierten Archiv-Teams

Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände des Erzbistumsarchivs wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, eine Aufgabe, die das Archiv-Team engagiert angeht. V.v.n.h.: Claudia Seemann-Bartsch, Thomas Welter, Hans Jürgen Rade, Michael Streit, Lisanne Hupe, Martin Streit, Gerrit Eder, Ulrich Renneke.
Foto: © Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Das Erzbistumsarchiv Paderborn geht erstmals mit seiner Bestände-Übersicht online und ermöglicht damit allen Interessierten, sich „von zu Hause aus“ einen Überblick über die gebotenen Informations- und Forschungsmöglichkeiten zu verschaffen. „Langfristig möchten wir selbstverständlich alle Archivalien der ältesten Bestände digital präsentieren und damit allen weltweit zur Verfügung stellen“, bekräftigt Erzbistumsarchivar Domvikar Hans Jürgen Rade. Das sei ein „ehrgeiziges und ambitioniertes Ziel“, ein Zukunfts-Ziel, das durch die engagierten und motivierten Archivmitarbeitenden aber umsetzbar sei, ergänzt Michael Streit als Geschäftsführer des Erzbistumsarchiv. Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die gute Nachricht dabei: Das, was bereits erschlossen und digitalisiert ist, wird kontinuierlich online gestellt und steht damit jetzt schon zur Verfügung. Weiterlesen →

VVN stellt Transkriptionen von Reden Walter Krämers online

„- Am 24. April 1932 wurde Walter Krämer als Abgeordneter der Kommunistischen Partei Deutschlands in den Preußischen Landtag gewählt.
– Am 25. Mai 1932 war Krämer maßgeblich an einer handfesten Auseinandersetzungen mit den Faschisten im Landtag beteiligt. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung. Abgeordnete der NSDAP hatten den Redner der KPD Wilhelm Pieck am Rednerpult angegriffen. Krämer schritt umgehend zu seiner Verteidigung den Faschisten entgegen.
– In der 17. Sitzung der 4. Wahlperiode am 30. August 1932 brachte Krämer einen Antrag für die KPD zur Wahrnehmung der Interesse der Arbeiter*innen des Peiner Walzwerks und der Ilseder Hütte ein, die beide von Stilllegung betroffen waren. (Zum Protokoll in der Originalfassung in Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht… )
– Am 23. September 1932, in der 20. Sitzung der 4. Wahlperiode, beschäftigte beschäftigte sich der Landtag wiederum mit den beiden Unternehmen, die inzwischen tatsächlich stillgelegt waren. Krämer hielt hierzu einen längeren, kämpferischen Redebeitrag. (Zum Protokoll in der Originalfassung in Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht… )“
Beide Redenbeiträge finden sich seit kurzem als Transkript in der Dropbox des VVN. 

Quelle: VVN/BdA Siegerland-Wittgenstein via Facebook

Zukunft des Zugangs gestalten: Wie KI und Urheberrecht die Archivpraxis verändern

93. Deutscher Archivtag 2026 in Hof (Saale) mit Fachmesse
ARCHIVISTICA 2026


Wie gelangen Bürgerinnen, Journalisten und Wissenschaftler heute und in Zukunft an behördliche Unterlagen und historische Quellen? Unter dem Rahmenthema „Zugang zu Archivgut heute und morgen: Erschließung – Bereitstellung – Benutzung“ veranstaltet der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 den 93. Deutschen Archivtag, Europas größten nationalen Archivkongress, in der Freiheitshalle Hof. Mit auf der Agenda: Wer bestimmt die Regeln, wenn die KI erstmal das Archivgut durchleuchtet?

Archivarinnen und Archivare aus dem In- und Ausland diskutieren in Hof an der Saale den Übergang von analogen Beständen zu digitalen Datenströmen, die Modernisierung von Einsichts- und Gebührenordnungen sowie den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Dokumentensuche und machen die oberfränkische Mittelstadt zum Treffpunkt der deutschen Archivwelt. „Das Rahmenthema beschreibt den Kern unserer täglichen Arbeit und zugleich die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre: Wie erschließen wir Archivgut im digitalen Zeitalter? Wie gestalten wir einen rechtssicheren und zugleich offenen Zugang? Und wie verändern sich Erwartungen und Bedürfnisse der Nutzenden?“, so Dr. Michael Ruprecht, Vorsitzender des VdA. Weiterlesen →

TUA Band 43 ist erschienen

Der 43. Band der Texte und Untersuchungen zur Archivpflege (TUA) mit dem Titel „Erschließung, Beauskunftung, Nutzung. Entwicklungspotenziale für Kommunalarchive im digitalen Wandel“ ist erschienen:

Erschließung, Beauskunftung, Nutzung. Entwicklungspotenziale für Kommunalarchive im digitalen Wandel. Beiträge des 33. Fortbildungsseminars der Bundeskonferenz der Kommunalarchive (BKK) vom 26. – 28. November 2025 / hrsg. von Marcus Stumpf und Katharina Tiemann. – Münster 2025. – 129 S. : Abb. – ISBN 978-3-936258-39-4.

Inhaltsverzeichnis: Weiterlesen →

Landesarchiv NRW: Tiefenerschließungsmaske für Personenstandsunterlagen

„Registerübergreifend, online, namensscharf nach Personen suchen und schließlich zum zugehörigen Digitalisat zu wechseln, das war eine Vision, an der das LAV NRW lange gearbeitet hat – nun ist sie Wirklichkeit geworden! Nach zahlreichen Versuchen und Tests geht die Tiefenerschließungsmaske in den Echtbetrieb. Mit ihr können die bisher in verschiedenen Indexierungsprojekten gewonnen Personendaten sicht- und damit suchbar gemacht werden. Diese Möglichkeit ist ein Meilenstein für die Nutzung unserer Register. Die Suche nach den Vorfahren per Klick ist damit tatsächlich nur noch ein paar Klicks entfernt! Nach und nach werden jetzt die Indexdaten in die Maske überführt und online gestellt. Den Anfang machen die Indices zu den Sterbenebenregistern des Standesamts Isselburg. Mehr dazu auf unserer Homepage.
Quelle Landesarchiv NRW, Facebookpostk v. 18.9.26

s.a. compgen, Blog vom 18.9.26

Online: Dr. Christine Roßberg: „Das Leben und Wirken des deutschen Kommunisten Walter Krämer

ein Vorbild für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens in der Deutschen Demokratischen Republik“

Der VVN/BdA Siegerland-Wittgenstein hat unlängst die 1970 erschienene medizinhistorische Dissertation Christine Roßbergs über den aus Siegen stammenden Kommunisten Walter Krämer online verfügbar gemacht.
Quelle: VVN/BdA Siegerland Wittgenstein via Facebook

Online: Niederschlagskarte der mittleren Rheinprovinz und der Nachbargebiete

Ausschnitt aus der Tafel 1 „Jährliche Niederschlagsmenge“

Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf hat kürzlich dieses 1899 erschienene Kartenwerk von Peter Polis online verfügbar gemacht. Die neun Karten zeigen die jährliche Verteilung in den Jahren 1886 bis 1895, die jahreszeitliche Verteilung der Winter- Frühlings-, Sommer- und Herbstregen in Millimeter und im prozentualen Verhältnis zur Jahressumme. Auch drei Messstellen aus dem Kreisgebiet (Kreuztal-Eichen, Freudenberg und Burbach) sind mit ihren Werten abgebildet.

Neue Siegerländer und Wittgensteiner Kirchenbücher bei archion

Folgende Kirchenbücher aus dem ehemaligen Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein können nun – kostenpflichtig – bei archion eingesehen werden:

Kirchenkreis Siegen / Netphen / Taufen für 1892 – 1934, Band 12

Kirchenkreis Siegen / Oberholzklau / Taufen für 1870 – 1932, Band 4

Kirchenkreis Siegen / Olpe / Trauungen für 1888 – 1957, Band 2

Kirchenkreis Siegen / Wilnsdorf / Konfirmationen 1893-1938, Abendmahl 1893-1968 Band 9

Kirchenkreis Siegen / Wilnsdorf / Taufen für 1892 – 1952, Band 6

Kirchenkreis Wittgenstein / Berleburg / Konfirmationen für 1894 – 1969

Kirchenkreis Wittgenstein / Birkelbach / Taufen für 1898 – 1960

Kirchenkreis Wittgenstein / Birkelbach / Trauungen für 1898 – 1952

Kirchenkreis Wittgenstein / Elsoff / Taufen für 1882 – 1956

Kirchenkreis Wittgenstein / Fischelbach / Konfirmationen 1809-1956, Abendmahl 1844-1926

Kirchenkreis Wittgenstein / Girkhausen / Abendmahl für 1893 – 1968

Kirchenkreis Wittgenstein / Girkhausen / Taufen für 1891 – 1966

Kirchenkreis Wittgenstein / Laasphe / Konfirmationen für 1827 – 1953

Kirchenkreis Wittgenstein / Laasphe / Taufen für 1895 – 1949

Kirchenkreis Wittgenstein / Wunderthausen / Konfirmationen für 1892 – 1968

Kirchenkreis Wittgenstein / Wunderthausen / Taufen für 1890 – 1962

Kirchenkreis Wittgenstein / Wunderthausen / Trauungen für 1891 – 1969

Quelle: archion, Neue Digitalisate vom 23. Juli 2026

Vom Asphaltbild zum KI-Fake: 200 Jahre Fotografie und das Mandat des Archivwesens

Zum 200-jährigen Jubiläum der Fotografie blickt der VdA – Verband
deutscher Archivarinnen und Archivare auf einen tiefgreifenden Wandel des
Mediums: Der Sprung vom dokumentarischen Abbild zur fiktiven Pixelkreation
durch KI stellt die Zuverlässigkeit visueller Quellen infrage. Neben dem Schutz vor physischem Verfall übernehmen Archive die entscheidende Aufgabe, die
Authentizität von Fotos zu prüfen und zu belegen.

Ein beabeitetes Bild des Siegener Fotografen Otto Arnold zeigt die restauratorischen Anforderungen an die sachgerechte Lagerung von Fotografien und zugleich die Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung.

Als der französische Chemiker Joseph Nicéphore Niépce vor beinahe 200 Jahren eine mit in Lavendelöl gelöstem Naturasphalt bestrichene Zinnplatte nach acht Stunden
Belichtungszeit betrachtete, zeichneten sich grob die Umrisse der Gebäude des Gutshofes von Le Gras ab: die erste erfolgreich aufgenommene und erhaltene Fotografie der Welt. Mit der Erfindung der Fotografie entstand erstmals die Möglichkeit, Ereignisse, Personen und Orte scheinbar unmittelbar festzuhalten. Fotografien entwickelten sich rasch zu einem zentralen Medium gesellschaftlicher Selbstbeobachtung und historischer Überlieferung. Weiterlesen →

Historische Dokumente digitalisieren und zugänglich machen

Reblog des Blog der Firma bmd, Siegen v. 27. Mai 2026

„Historische Dokumente sind zentrale Quellen für die Forschung. Sie können selbst hunderte Jahre nach Entstehung ein Bild davon geben, was geschah und wie die Menschen zu dieser Zeit lebten. Doch auch für die Zukunft spielen sie eine wichtige Rolle, denn auch in mehreren Jahrzehnten oder Jahrhunderten wird es die Menschen interessieren, wie wir heute leben. Auch unsere heutigen Erzeugnisse werden früher oder später zu wichtigen Quellen.
Wichtig ist – egal in welchem Jahr wir leben –, dass Fragen an die Quellen gestellt werden, um sie zu verstehen. Nur so kann es gelingen, sie zu bewerten und in die jeweilige Zeit einzuordnen – ganz im Sinne der eigenen Forschung. Doch es gibt ein Problem: Papier, Pergament oder ähnliche Materialien, aus denen historische Dokumente häufig bestehen, unterliegen dem Verfall. Papyrus-Dokumente aus der Antike sind nur in einem sehr geringen Maße erhalten – und wenn, dann meist nur in Fragmenten.
Die Überlieferung historischer Dokumente war stets mit Medienwechseln verbunden. Früher wurden sie handschriftlich abgeschrieben, später mit der Erfindung der Buchpresse gedruckt – zumindest die wichtigsten Dokumente. Handschriftliche Tagebücher hingegen sind fast nur als Unikate erhalten. Um sie zu erhalten, steht heute ein weiterer Medienwechsel an: Historische Dokumente sollten digitalisiert werden, um zugänglich zu sein und um für die Nachwelt erhalten zu werden.
Doch bei der Digitalisierung von historischen Dokumenten stehen auch Gefahren an, sofern sie nicht richtig durchgeführt werden. Bereits einfaches Tageslicht kann das Material, aus dem diese Quellen bestehen, in kurzer Zeit stark beschädigen. Wir möchten Ihnen deshalb zeigen, warum es dafür spezielle Technik benötigt. Lernen Sie die Verfahren kennen, mit denen die Dokumente digitalisiert werden und wo der Vorteil in der Digitalisierung liegt.

Warum historische Dokumente digitalisieren?
Weiterlesen →