Das Kirchengebäude von St. Martinus stammt aus dem Jahr 1972 – warum vom Vorgängerbau nur der Turm erhalten blieb.

„Es ist 1973. Gerhard Giese, frischgebackener Referendar im Schuldienst, fährt durch strömenden Regen zu seiner offiziellen Bestellung nach Siegen. „Es hat geschüttet wie aus Kübeln, und trotzdem habe ich gleich ein Gefühl der Beheimatung gespürt“, erzählt der aus Neheim-Hüsten (heute Arnsberg) gebürtige Sauerländer. „Landschaftlich liegen das Siegerland und das Sauerland nicht weit auseinander. Und ich bin halt kein Großstädter.“
Ähnlich erging es ihm, als er erstmals nach Wilnsdorf kam, um sich eine Wohnung anzusehen, sein späteres Zuhause. Auch hier hatte er sofort den Eindruck, angekommen zu sein. „Mein erster Blick galt dem Kirchturm von St. Martinus, den ich von da an die nächsten Jahre und Jahrzehnte eigentlich nur eingerüstet kenne“, erinnert sich Gerhard Giese. „Kurzzeitig war das Gerüst weg und der Turm weiß getüncht, aber bald darauf stand das Baugerüst wieder da.“ Und noch eine Erinnerung hat Gerhard Giese aus dieser Zeit behalten: die dringlichen Bitten des Pfarrers an die Gemeinde, die aus der alten Kirche mitgenommenen Figuren und Buntglasfenster doch zurückzubringen. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Regionalgeschichte
Lese- und Gesprächskreis: „Heinrich Heines erste Liebe“
24.03.2026, 18:30 – 20:00 Uhr, Museum Netpherland

„Heinrich Heines erste Liebe“ –… war die Tochter des Scharfrichters in Goch bei Düsseldorf: Josepha, liebevoll auch „Sephchen“ genannt. Zurückblickend bezeichnete Heinrich Heine in seinen Memoiren diese Jugendliebe als „Präludium“, welches seinen späteren Liebestragödien voranging.
Nach ihrem tiefgründigen Roman Editha widmet sich die 1809 in Netphen geborene Dichterin Katharina Diez erneut großen Fragen des Lebens. In ihrem rund 330-seitigen Werk reflektiert sie mit ungewöhnlicher Intensität über die Todesstrafe und erzählt zugleich von Heinrichs Jugendliebe im Umfeld der französischen Revolution und der Düsseldorfer Glaubenskriege im 19. Jh.. Mit inniger Sprache zeichnet sie die Gefühlstiefe des 16-jährigen Heinrich – ein Beispiel für ihre „vortreffliche, gedankenreiche und zarte“ Dichtkunst.
Bitte zum ersten Kurstermin das Buch mitbringen. Das 2025 neu edierte Werk kann über die vhs (Christiane Seus 0271 333 1521 oder c.seus@siegen-wittgenstein.de) oder über das Heimatmuseum Netphen (Herr Gündisch) bestellt werden. 331 Seiten, 6,- EUR zuzgl. Versandgebühr
Quewlle: Stadt Netphen, Veranstaltungskalender
Online: „Dynamit im Siegerland – Die Siegerländer Kommunisten vor dem Reichsgericht.“
Broschüre der Internationalen Roten Hilfe aus dem Jahr 1925 jetzt online verfügbar.

„Im Jahr 1923 wurden 15 Kommunisten aus dem Siegerland unter dem Verdacht festgenommen, sich zusammen mit anderen Genossen Waffen beschafft zu haben. 1925 wurden sie vor dem Reichsgericht daraufhin im „Siegerländer Kommunistenprozess“ verurteilt. In ihrer Verteidigung verwiesen die Angeklagten darauf, dass sie einen gewaltsamen Rechtsputsch befürchtet hätten und sich darauf hätten vorbereiten wollen. Tatsächlich hatte der bereits in den Kapp-Putsch involvierte Landrat Heinrich Goedecke 1923 durch seinen vormaligen Assessor Otto Ehrensberger Waffen für Rechtsorganisationen im Siegerland besorgen lassen, was nicht unbekannt geblieben war, wie der damalige SPD-Vorsitzende Fritz Fries später mitteilte.“
Quelle: VVN/BdA Siegerland-Wittgenstein, Fachebook-Eintrag vom 11.3.2026
Literatur:
Ulrich F. Opfermann/Kurt Schilde: „Dynamit im Siegerland“. Der Prozess gegen Siegerländer Kommunisten vor dem Reichsgericht 1925, in: Siegener Beiträge 7 (2002), S. 69-104.
Open access: Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe
LWL legt Überblicksband vor

Die neue Publikation „Kirchenbau nach 1945“.
Foto: LWL
Ein neues Buch des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nimmt Kirchenbauten in den Blick, die zwischen 1945 und der Jahrtausendwende entstanden sind. Auf Grundlage eines langjährigen Forschungsprojekts gibt die Publikation einen Überblick über die Entwicklung des Kirchenbaus in Westfalen-Lippe und stellt zahlreiche Beispiele vor.
„Über 1.300 Kirchen entstanden nach 1945 allein in Westfalen-Lippe“, sagt LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens. „Bis heute sind diese Bauten Mittelpunkte des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens. Gleichzeitig geraten sie immer stärker unter Druck.“ Weiterlesen
Open access: Jens Gründler/Katharina Tiemann (Hg.): Kinderkuren in Deutschland 1945 bis 1990
Perspektiven aus archivarischer und historischer Sicht. Forschungen zur Regionalgeschichte, Band 93, Paderborn 2026, Link
Die Autorinnen und Autoren eröffnen ein Panorama unterschiedlicher Dimensionen aus archivischer und historischer Perspektive von Kinderkuren, die in Deutschland zwischen 1945 und 1990 nach Schätzungen bis zu 13 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen haben. Die Archivarinnen und Archivare präsentieren Bestände verschiedener Archive sowie rechtliche und praktische Fragen der Nutzung im Zusammenhang von Aufarbeitungsinteresse und Persönlichkeitsrechten. Die Historikerinnen und Historiker sondieren neue Forschungsfragen – u.a. zur longue durée der Kinderkuren oder der Kinderkurheime als andere Orte (Foucault) –, unternehmen in Fallstudien erste Erkundungen des Feldes in internationaler Perspektive und präsentieren Forschungsergebnisse zu „Medikamentenmissbrauch“ oder der Heimaufsicht. Zudem werden methodische Fragen im Kontext von Oral History und Auftragsforschung thematisiert sowie die museale Vermittlung im Kontext einer ausgewogenen Darstellung der Kinderkuren austariert.
Inhalt: Weiterlesen
Siegerlandmuseum erwirbt einzigartigen Renaissance-Deckelpokal

Deckelpokal des Valentin von und zu der Hees – Nürnberg, um 1581
Ausführung: Hans I. Rappolt; Entwurf: Bernhard Zan Foto: Siegerlandmuseum
Im Oberen Schloss gibt es bald ein weiteres Highlight zu sehen: Das Siegerlandmuseum hat einen einzigartigen Renaissance-Deckelpokal erworben, der ab sofort zur Sammlung gehört. Der prächtige Pokal ist nicht nur kunsthandwerklich herausragend, sondern erzählt auch ein Stück Siegerländer Geschichte – und wird künftig zu den absoluten Blickfängen des Museums zählen. Das Siegerlandmuseum setzt damit einen weiteren Glanzpunkt im Nachhall seines 120-jährigen Jubiläums. Weiterlesen
Vortrag: Johannes Althusius. Wie aus einem Bauernjungen ein so großer Gelehrter werden konnte.
Klaus Homrighausen

Donnerstag, 26. März 2026, Beginn: 19:00 Uhr
Stadtbücherei Bad Berleburg, Dritter Ort – Bücherei der Zukunft, Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg
Eintritt: 3,00 €
s. a.
Karl-Jürgen Reusch: Zwei Texte zu Johannes Althusius – eine Einladung
Literaturhinweis: H. Schmidt-Böcking & J. Frank: „Aus dem Siegerland nach Germanna.
Trupbachs Virginia Auswanderer 1712-1734″, Frankfurt 2023
ISBN 978-3-86983-447-7, 152 Seiten Hardcover, 28,00 Euro; eBook, 1,99 Euro
„Im Jahre 1712 machte sich eine Gruppe Siegerländer Bergleute und Hüttenleute mit ihren Familien auf den Weg, um beim Aufbau der Eisenerzverarbeitung in Nordamerika zu helfen. Insgesamt 42 Menschen, davon 21 aus Trupbach, erreichten im April 1714 die damals englische Provinz Virginia und gründeten die Kolonie Germanna.
Diese Siegerländer Experten in Eisenerzeugung hatten sich zur Auswanderung entschlossen, weil die Lebensbedingungen im Siegerland auf einem historischen Tiefststand waren und die kargen Böden des Siegerlandes die wachsende Bevölkerung kaum ernähren konnten.
Dieses Buch beschreibt die Wurzeln jener ersten Emigranten, welche zugleich deren größte Gruppe stellten. Der Band soll – auch in seiner parallelen englisch-amerikanischen Ausgabe und mit vielen Bildern aus der einstigen Heimat – den heute in den USA lebenden Nachkommen einen Eindruck davon geben, wie die Menschen früher im Siegerland lebten und was sie dazu bewogen haben mag, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Eine Leseprobe finden Sie HIER“
Quelle: Verlagswerbung
Links zu Beiträgen auf siwiarchiv zur Auswanderung aus dem Siegerland nach Amerika
Literaturliste aus dem Jahr 2013 zur Auswanderung aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein nach Amerika
Autoren/Bearbeiter:
Horst Schmidt-Böcking
Joachim Frank
Reinhard Daub
Lars Bohn
Buchpräsentation: „Bin Mensch nicht auch ich?“ Erinnern – Erzählen – Erleben
Aktives Museum Südwestfalen Siegen, Sonntag, 22. März 2026, 17:00 Uhr
Erinnerung braucht neue Formen, um lebendig zu bleiben. Mit der Anthologie „Bin Mensch nicht auch ich? Erinnern. Erzählen. Erleben“ erscheint nun ein außergewöhnliches Buch, das Geschichte in Bildern erzählt: In Form von Graphic Novels, also Comics, werden Lebensgeschichten von NS-Opfern aus Siegen künstlerisch und zugleich historisch fundiert zugänglich gemacht.
Die Anthologie „Bin Mensch nicht auch ich?“ enthält die Lebensgeschichten von Betty Hochmann, Inge Frank, Otto Päulgen, Zina und Johanna und Simon Grünewald, die vor und während des Nationalsozialismus in der Stadt und dem Kreis Siegen lebten. Ihre Erfahrungen von Verfolgung, Deportation, Exil, Zwangsarbeit und NS-Krankenmord wurden über viele Jahre vom Aktiven Museum erforscht und stehen exemplarisch für viele Schicksale in dieser Zeit.und stehen zugleich exemplarisch für die Schicksale vieler Menschen zu dieser Zeit. Die Anthologie präsentiert grafische Erzählungen von den Künstlerinnen Marion Goedelt, Inbal Leitner, Stephanie Lunkewitz, Lisa Rock und Bianca Schaalburg. Weiterlesen
„Der Künstler mit dem schwarzen Hut“:
Sechste Jahresausstellung der Kreuztaler Kunstsammlung nimmt Walter Helsper in den Fokus

Bürgermeister Michael Kolodzig, Kurator Frank W. Frisch und Kulturamtsleiter Holger Glasmachers (v.l.) im „Wintergarten“ vor einigen Bildern des bekannten Siegerländer Künstlers Walter Helsper.
Die nun bereits sechste Jahresausstellung der stetig wachsenden Kunstsammlung Kreuztal konzentriert sich auf einen früheren „Außenseiter“ der Siegerländer Kunstszene: Walter Helsper werden in der historischen Gelben Villa in Dreslers Park gleich zwei Räumen gewidmet, um seine zahlreichen Zeichnungen, Malereien und Typographien der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ab dem 01. März steht die Jahresausstellung immer am ersten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr für Besucherinnen und Besucher offen – einzige Ausnahme ist der Ostersonntag – dann verschiebt sich der Öffnungstag um eine Woche auf den 12. April. Weitere Öffnungstage finden begleitend zum Kulturprogramm „KreuztalSommer“ statt. Der Eintritt ist immer kostenfrei.
Walter Helsper (1927 – 1992), geboren in Herdorf/Sieg, hat Zeit seines Lebens eine enge Verbundenheit zum Siegerland gepflegt – hier besuchte er die Malfachschule, arbeitete als Plakatmaler und Schaufenster-Dekorateur, richtete sich später ein eigenes Atelier in Siegen ein und fand Rückzugsorte in Wilnsdorf-Obersdorf und Netphen-Eschenbach. Die Verbindung zu seiner Heimat und der Natur wird auch in der Ausstellung spürbar: Im „Wintergarten“ der Gelben Villa werden vorwiegend Ölgemälde von Walter Helsper mit naturverbundenen Motiven gezeigt. Im angrenzenden „Atelier“ können Besucherinnen und Besucher eine spannende Auswahl an Grafiken, Zeichnungen und Monotypien des exponierten Künstlers sehen. Hier zeigt sich insbesondere die nachdenkliche, verarbeitende Seite des Künstlers, der sich spürbar in seiner Kunst mit seinen Kriegserlebnissen auseinandersetzt. Diese grotesk anmutenden und das Grauen des Krieges darstellenden Arbeiten waren damals in der Siegerländer Bevölkerung wenig positiv aufgenommen worden. Ein Rezensent unterstelle Helspers Werken anlässlich einer Ausstellung im Haus Seel im Jahr 1967 eine „ekelhafte Scheußlichkeit, die keineswegs mehr originell“ sei. Eine Äußerung, die den Kurator der Kreuztaler Kunstsammlung, Frank W. Frisch, nachhaltig verärgerte. Nun – fast 60 Jahre später – liegt es ihm besonders am Herzen, dem einst missverstandenen Siegerländer Künstler angemessenen Raum zu bieten und Besucherinnen und Besuchern Türen zur Kunst von Helsper zu öffnen – im wortwörtlichen wie im übertragenen Sinn. …. Weiterlesen

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