Ein Turm als Andachtsort in Wilnsdorf

Das Kirchengebäude von St. Martinus stammt aus dem Jahr 1972 – warum vom Vorgängerbau nur der Turm erhalten blieb.

„Es ist 1973. Gerhard Giese, frischgebackener Referendar im Schuldienst, fährt durch strömenden Regen zu seiner offiziellen Bestellung nach Siegen. „Es hat geschüttet wie aus Kübeln, und trotzdem habe ich gleich ein Gefühl der Beheimatung gespürt“, erzählt der aus Neheim-Hüsten (heute Arnsberg) gebürtige Sauerländer. „Landschaftlich liegen das Siegerland und das Sauerland nicht weit auseinander. Und ich bin halt kein Großstädter.“
Ähnlich erging es ihm, als er erstmals nach Wilnsdorf kam, um sich eine Wohnung anzusehen, sein späteres Zuhause. Auch hier hatte er sofort den Eindruck, angekommen zu sein. „Mein erster Blick galt dem Kirchturm von St. Martinus, den ich von da an die nächsten Jahre und Jahrzehnte eigentlich nur eingerüstet kenne“, erinnert sich Gerhard Giese. „Kurzzeitig war das Gerüst weg und der Turm weiß getüncht, aber bald darauf stand das Baugerüst wieder da.“ Und noch eine Erinnerung hat Gerhard Giese aus dieser Zeit behalten: die dringlichen Bitten des Pfarrers an die Gemeinde, die aus der alten Kirche mitgenommenen Figuren und Buntglasfenster doch zurückzubringen. Weiterlesen →

Open access: Kirchenbau nach 1945 in Westfalen-Lippe

LWL legt Überblicksband vor

Die neue Publikation „Kirchenbau nach 1945“.
Foto: LWL

Ein neues Buch des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nimmt Kirchenbauten in den Blick, die zwischen 1945 und der Jahrtausendwende entstanden sind. Auf Grundlage eines langjährigen Forschungsprojekts gibt die Publikation einen Überblick über die Entwicklung des Kirchenbaus in Westfalen-Lippe und stellt zahlreiche Beispiele vor.

„Über 1.300 Kirchen entstanden nach 1945 allein in Westfalen-Lippe“, sagt LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens. „Bis heute sind diese Bauten Mittelpunkte des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens. Gleichzeitig geraten sie immer stärker unter Druck.“ Weiterlesen →

Wikipedia-Eintrag zu Gottfried Herbers (1863 – 1953)


Quelle: Gütersloher Jahrbuch Jg. 6 (1897), S. 117 – 149

Dieter Bald hat unlängst einen Wikipedia-Eintrag zu dem im Berleburg tätigen Pfarrer und Wittgensteiner Heimatforscher Gottfried Herbers vorgelegt.
Herbers´ 1893 in Berleburg erschienenen „Beiträge zur Geschichte Wittgensteins“ sind online verfügbar.

„Wussten Sie, dass der Nikolaus aus Siegen stammt?“

Quelle: Siegener Zeitung, „Heimatland“, 6.12.2025

Mit dieser gewagten Frage in Verbindung mit einem Bild, das den „echten“ Nikolaus zeigte, bewarben die Homepage der Siegener Zeitung und deren Facebook-Präsenz am vergangenen Samstag den Heimatland-Artikel von Christian Hoffmann über Nikolaus von Siegen, der sachlicher betitelt war: „Kein heiliger, aber ein echter Siegener: Der Mönch, der Geschichte schreibt“.

Ein salopper Artikel, der zu weiteren Recherchen einlädt: Weiterlesen →

Protokolle der Provinzialsynoden im Archivportal NRW

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Seit dieser Woche stehen im Archivportal NRW die Digitalisate der Protokolle der westfälischen Provinzialsynoden (1819, 1835-1934), der westfälischen Bekenntnissynoden (1934-1936) und der ersten Landessynoden der Evangelische Kirche von Westfalen (1948-1949) zur Verfügung. Weitere Digitalisate der Landessynoden werden in den nächsten Monaten folgen.

https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=FINDBUCH-Best_10abb9ee-78a3-4d9f-b748-f7c5a912bcb4

In der Verzeichnung zu dem Bestand LkA EKvW 29.3 finden sich neben den Angaben zu Ort und Datum der jeweiligen Synoden auch die alphabetischen Register der Verhandlungen (soweit vorhanden), über die konkrete Sachbetreffe recherchiert werden können.

Die Westfälischen Provinzialsynoden tagten nach Einführung der Rheinisch-Westfälischen Kirchenordnung 1835 in der Regel alle drei Jahre über kirchliche Belange und berieten über Anträge der Kreissynoden. Sie setzte sich zusammen aus den Superintendenten der Provinz und aus geistlichen und nichtgeistlichen Abgeordneten der Kreissynoden.

Hoffnung für Sterbende und Trauernde


EBAP_A2.3_Acta_Specialia_1945-1969_Weidenau_Hl_Kreuz_Gebaeude_0001 © Erzbistumsarchiv Paderborn
Am 27. Oktober 1957 unterzeichnete Erzbischof Lorenz Jaeger die Konsekrationsurkunde.
Quelle: EBAP, A 2.2, Acta Specialia, 1945-1969, Weidenau, Heilig Kreuz, Kirche 1953-1958

In ihrer neuen Funktion als Kolumbariumskirche ist die Heilig-Kreuz-Kirche in Siegen-Weidenau einer der Hoffnungsorte des Erzbistums Paderborn für den November des Heiligen Jahres 2025.

Es ist der 27. Oktober 1957. Mit gestochen scharfer Handschrift setzt Erzbischof Lorenz Jaeger (kein Fehler, Kardinal wird Jaeger erst 1965!) seine Unterschrift Laurentius unter die Konsekrationsurkunde. Damit ist es kirchenamtlich: Mit Heilig Kreuz in Weidenau gibt es eine neue Kirche im Erzbistum Paderborn. Ebenfalls beurkundet sind damit die im Altar eingeschlossenen Reliquien des heiligen Märtyrers Clarus.
Heilig Kreuz ist eine weitere dieser typischen Nachkriegskirchen, die in dieser Zeit vielerorts errichtet werden, weil katholische Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den früheren deutschen Ostgebieten an ihrem neuen Lebensort eine feste Glaubensheimat brauchen. Von barocker Prachtentfaltung ist die Kirche weit entfernt. Die Gläubigen sind dennoch überglücklich. Denn endlich gibt es ein aus Beton und Stein gebildetes Gotteshaus und nicht länger eine Kirche aus Holz und Dachpappe. Mit den Wirtschaftswunderjahren ist die Zeit der Notkirchen endgültig vorbei. Weiterlesen →

Tag des offenen Denkmals an der Wasserburg Hainchen

  • Am Sonntag, 14. September, lädt der Siegerländer Burgenverein von 11 bis 17 Uhr zum Tag des offenen Denkmals auf die Wasserburg Hainchen ein.Unter dem Motto „Heimat fühlen – Lust und Last der alten Steine“ wird die Burg zum lebendigen Erzählort.

    Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielseitiges Programm:

    • Spannende Einblicke in die Geschichte der Burg und ihrer früheren Herren.
    • Vorträge von Volker Bäumer (ehem. Pfarrer) und Paul Breuer (Vorsitzender des Siegerländer Burgenvereins ) über Historie und Wirtschaftsgeschichte
    • Enthüllung eines besonderen Kapitels rund um den radikalen Pietisten und Unternehmer Heinrich Georg Philipp von Fleischbein
    • Einen „Außentermin“ gibt es um 10 Uhr auf der Haincher Höhe, wo der Siegerländer Burgenverein auf drei historische Grenzsteine zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Hessen-Nassau aus 1817 offiziell hinweist, die er wiederhergerichtet, Hinweisschildern versehen und kartographiert hat, da sie während der Borkenkäferkalamität bei den Waldarbeiten von großem Gerät umgefahren worden waren. Auch diese Steine werden beim Denkmaltag thematisiert.
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Tag des offenen Denkmals 2025 in Freudenberg

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Stadt Freudenberg am bundesweiten Aktionstag „Tag des offenen Denkmals“. Unter dem Motto „WERTvoll – Denkmale als Teil unserer Geschichte und Identität“ öffnen am Sonntag, den 14. September 2025, besondere historische Orte ihre Türen für interessierte Besucherinnen und Besucher.

Führung durch die Evangelische Kirche Freudenberg um 11:30 Uhr Weiterlesen →

Tagesexkursion für Frauen: Girkhausen: eine Ort und seine Geschichte

29. August 2025, 08:40 – 17:05 Uhr
„Wir machen uns auf den Weg nach Girkhausen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geht zurück auf das Jahr 1220. Vor Ort wollen wir uns zum einen die alte, ehemalige Wallfahrtskirche anschauen und ihre Geschichte kennenlernen. Zu den Besonderheiten Girkhausens gehört auch die sogenannte Drehkoite, eine über 465 Jahre alte Vorrichtung zur Herstellung gedrechselter Gegenstände wie etwas Holzschüsseln oder Holzlöffel. In der Drehkoite erfahren wir im Rahmen eines geführten Rundgangs alles über dieses alte Handwerk und über den Alltag der Menschen, die in früheren Zeiten hier ihr tägliches Brot verdienten. Die Bewohner von Girkhausen und anderen Orten des Wittgensteiner Oberlandes, mussten früher außergewöhnlich hart arbeiten, insbesondere nach der Reformation. Denn nun flossen die Einnahmen aus der örtlichen Wallfahrtskirche nicht mehr. Die Exkursion bietet einen spannenden Einblick in die regionale Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der regionalen weiblichen Alltagsgeschichte.“

Eine Kooperation mit dem Frauenreferat des Ev. Kirchenkreises Wittgenstein. Anmeldeschluss ist der 22. August 2025. Die Anreise erfolgt mit der Deutschen Bahn (Treffpunkt Hauptbahnhof Siegen – 8:40 Uhr) oder in Eigenregie. Das Programm in Girkhausen startet um 11:50 Uhr an der Kirche in Girkhausen. Die Anmeldung wird wirksam mit der Überweisung der Teilnahmegebühr nach Anmeldebestätigung.
Quelle: Evangelischer Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein, Veranstaltungen

Nachlass des aus Siegen stammenden evangelischen Pfarrers Reinhard Gädeke online recherchierbar

Link zum Bestand

„Der Nachlass besteht zum größten Teil aus Akten, die Gädeke im Laufe seiner Tätigkeiten bei den Westfälischen Schülerbibelkreisen (BK) angelegt hat. Persönliche Dokumente finden sich in weitaus geringerem Ausmaß. Deshalb bietet sich der Nachlass vor allem zur Forschung über die Geschichte der Westfälischen Schülerbibelkreise und der evangelischen Jugendarbeit, schwerpunktmäßig in der Zeit von 1945 bis Mitte der 1970er Jahren an. Weiterlesen →