Neuerscheinung zur Geschichte der Reformation in Westfalen

Ende 2019 ist die Dokumentation der Herbsttagung der Historischen Kommission für Westfalenim Oktober 2017 in Lemgo erschienen. Während es 2015 in Lippstadt um die Voraussetzungen und Vorbedingungen der Reformation ging, wurden 2017 insbesondere die Auswirkungen sowie ausgewählte Sonderfälle der Reformation behandelt.

In einigen Städten und Territorien Westfalens erfolgte die Reformation in kleinen Schritten – den Spezifika dieser „Langzeitreformation“ gehen die Beiträge der ersten Sektion nach, dargestellt werden Dortmund, Rietberg und die adeligen Herrschaften. In der zweiten Sektion wird die lutherische und reformierte Konfessionskultur betrachtet, also der Zusammenhang von Bekenntnis, Gottesdienst und frommem Miteinander im Alltag der Gemeinden. Behandelt werden die Beispiele Lippe und Hamm, die Katechese und der westfälische Anteil an der Ausdifferenzierung des Protestantismus. Die dritte Sektion widmete sich den Gegensätzen: Was passierte in den Teilen Westfalens, in denen sich die Reformation nicht etablieren konnte? Hier geht es um die Täufer im Westmünsterland, um die Städte im Münsterland, das Kloster Herzebrock und die Koexistenz von Lutheranern und Reformierten in Lemgo. Die meist lokal ausgehandelten Kompromisse sicherten ein erträgliches Miteinander.

Als Besonderheit ist dem Band eine Audio-CD beigefügt, die eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Tagung dokumentiert. „Bekenntnis, Trost und Gotteslob – Lieder der Reformationszeit aus Westfalen“ lautete der Titel eines Konzertes am 27. Oktober 2017 in der Kirche St. Marien in Lemgo. Ausführende waren die MarienKantorei Lemgo unter der Leitung von Landeskantor Volker Jänig sowie Prof. Tomasz Adam Nowak an der historischen Schwalbennestorgel der Kirche St. Marien.

Bibliographische Daten: Beiträge zur Geschichte der Reformation in Westfalen. Band 2: Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, herausgegeben von Werner Freitag und Wilfried Reininghaus. Münster: Aschendorff Verlag 2019, 391 Seiten und beigefügte CD (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 47), ISBN 978-3-402-15132-7, Preis: 44 Euro.

Die einzelnen Beiträge des Bandes sind wie immer aufgeführt im Gesamtverzeichnis der HiKo-Veröffentlichungen (Seite 26), die aktuelle Fassung für Januar 2020 steht kostenlos zum Download zur Verfügung unter: https://www.lwl.org/hiko-download/HiKo-Schriftenverzeichnis_2020-01.pdf.

Linktipp: “Unser Siegen – Platz für Deine Geschichte”

Auftaktveranstaltung am 21.01.2020 in Siegen

“Jede Geschichte unserer Stadt hat ihre Zeit, jede Generation ihren eigenen Blick darauf. Und doch: An Momente und Ereignisse zu erinnern, Wissen und Erfahrungen zu teilen, verbindet uns. Das Projekt “Unser Siegen” verdeutlicht dies auf besonders anschauliche Art und Weise. ….
 “Unser Siegen” ist ein Museumsprojekt (des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss), das keine Dinge sammelt, sondern Geschichten, die Geschichten von Menschen unserer Stadt. Je mehr mitmachen, desto lesenswerter wird dieses Zeit-Kaleidoskop.”
Quelle: Stadt Siegen, 17.1.2020

Zwei Festschriften zum 200. Jubiläum des Oberlandesgerichts Hamm

Quelle: www.grafik-werk.de

„Es soll die Verlegung des Ober-Landes-Gerichts von Cleve nach Hamm ohne Verzug, spätestens zum 1. Juli d. J. geschehen…“

Aufgrund dieser Kabinettsorder des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. vom 20. April 1820 wird das Klever Oberlandesgericht nach Hamm verlegt. Der Umzug kann pünktlich zum 1. Juli 1820 vollzogen werden. In bescheidenen, begrenzten Verhältnissen nimmt das Oberlandesgericht im Jahr 1820 in Hamm seine Tätigkeit auf. Im Zuge des industriellen Aufschwungs und des sozialen Fortschritts ist aus dem Oberlandesgericht Hamm das Größte der heute 24 Oberlandesgerichte der Bundesrepublik Deutschland geworden. Weiterlesen

Veranstaltungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Sonntag, 26.01., 15.30 Uhr
Ort: Ratssaal Rathaus Siegen, Markt 2
Mitveranstalter: Aktives Museum Südwestfalen e.V. und Universitätsstadt Siegen

„Jüdische Familien aus Klafeld-Geisweid“
Begrüßung: Hans-Walter Klein
Grußwort: Bürgermeister Steffen Mues
Bildvortrag: Traute Fries
Vorstellung einer Broschüre

Montag, 27.01., 15.30 Uhr
Ort: Fred-Meier-Platz in Kreuztal-Littfeld, Grubenstraße 31
Mitveranstalter: Stadt Kreuztal

Ansprachen: Bürgermeister Walter Kiß und Pfr. Jochen Ahl, Ev.-Ref. Kgm Krombach
Mitwirkung: Jugendtreff Glonk und Schulchor der Grundschule Littfeld

“Notararchiv” der Gerichte im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm in Siegen eingerichtet

Seit 2016 liefern die 77 Gerichte des Hammer OLG-Bezirks Notariatsakten in Siegen an. Abgeliefert wurden bzw. werden noch Akten, die bis zum 31.12.2015 , bei den Gerichten aufbewahrt wurden. 67 Gerichte haben bereits ihre Notariatsurkunden eingelagert. Auf 2.000qm können 16.000 laufende Akten untergebracht werden. Die derzeit älteste Urkunde aus dem Jahr 1844 stammt aus dem Amtsgerichtsbezirk Rheine.

” …. Bei der Suche nach einzelnen Dokumenten sei durchaus “Detektivarbeit” erforderlich, verraten die beiden Archivarinnen, die als Seiteneinsteigerinnen, die schier endlose Menge an Rechtspapieren verwalten. Über 100 Anfragen pro Woche erreichen das Archiv. ….”

Entrauchungsanlage, Luftentfeuchter und eine Monitoring nach Papierfischchen sind technische Maßnahmen zu Schutz des Registraturgutes.

Quelle: Siegener Zeitung, 10.1.2020 (print)

Film “Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft”

24.1.2020, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum


»Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft« ist ein 1971 aufwendig produzierter Farbfilm über das Siegerland. Unter der Regie des bekannten Autors und NDR Mitarbeiters Peter Schier-Gribowsky ließen die Filmemacher kaum eine Gemeinde der Region aus. Neben einem spannenden Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt lassen insbesondere die Landschafts-, Stadt-und Dorfansichten, aber auch die Mode und Fahrzeuge den eigentümlichen Charme der 70er Jahre wieder lebendig werden. Weiterlesen

Vortrag: Wolfram Pyta “Der politische Lebensweg des Paul von Hindenburg”

Paul von Hindenburgs (1847-1934) politischer Lebensweg ist Thema eines Vortrags des Stuttgarter Historikers Professor Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart) im Rahmen der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 23. Januar 2020 im KrönchenCenter im Vortragsraum der VHS statt.

Der als Kriegsheld gefeierte Hindenburg rückte als Reichspräsident der Weimarer Republik erneut in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Die siegreiche Schlacht bei Tannenberg des bereits pensionierten Offiziers gegen das russische Heer während des Ersten Weltkriegs begründete seinen Ruf. Damit war zugleich der Grundstein gelegt, ihn in konservativen Kreisen der Weimarer Republik als Integrationsfigur im zweiten Wahlgang um die Reichspräsidentschaft 1925 ins Rennen zu schicken. Diese Wahl gewann er ebenso wie die von 1932. Seine Amtszeit dauerte insgesamt mehr als acht Jahre, in die auch die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichkanzler am 30. Januar 1933 fiel.
Noch heute ist Hindenburg, 1933 zum Ehrenbürger der Stadt Siegen ernannt, durch die Bezeichnung von Straßen und Plätzen mit seinem Namen allgegenwärtig. Ob ihm diese Auszeichnung und damit eine Vorbildfunktion im öffentlichen Raum zu Recht zusteht, wird kontrovers diskutiert.

[Umbenennungen der Hindenburgstr. auf siwiarchiv:
Als aus der Sandstraße die Adolf-Hitler-Straße wurde
Siegener Straßenbenennungen in der NS-Zeit und in der frühen Bundesrepublik
Online-Datenbank zur NS-Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe freigeschaltet
Namensumbenennung der Hindenburgstraße in Hilchenbach]
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Literaturliste zu Kapellenschulen im Kreis Siegen-Wittgenstein             

 

Kapellenschule Siegen-Trupbach, 1953,
Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Fotoalbum Kienzler

Im Zuge einer Recherche wurde folgende Zusammenstellung erarbeitet, die gerne ergänzt werden kann:

    • Bünau, Adele von: Von der Blechpest zum geschützten Kleinod. Geprägte Decke in der Oberdielfener Kapellenschule, In: Siegerland,  75 (1998) S. 19-20.
    • Forneberg, Helmut: Zur Geschichte der alten Niederscheldener Kapellenschule, In: 100 Jahre Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Niederschelden, Niederschelden 1997, S. 41-53.
    • Henkel, Ellen: Die Kapellenschule, Einzelführer des LWL-Freilichtmuseums Detmold, Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde, Detmold 2005.
    • Kiessling, Hans: Kapellenschulen im Siegerland. Typologie eines Bautypes, Dortmund Uni Diss 1984.

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Siegen: “Welsche Haube” im Oberen Schloss wieder begehbar

Nahmen die sanierte “Welsche Haube” in Augenschein: (v.l.) Kulturdezernent Arne Fries, Museumsleiterin Prof. Ursula Blanchebarbe, Bürgermeister Steffen Mues und Stefan Schönstein von der Technischen Gebäudewirtschaft der Stadt Siegen. (Foto: Stadt Siegen)

Ein museales Kleinod auf dem Siegberg hoch über der Stadt Siegen ist für Besucherinnen und Besucher des Oberen Schlosses begehbar: Die sogenannte “Welsche Haube” ist nach ihrer Sanierung und musealen Herrichtung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Jahrelang war der Zugang bis zum höchsten Punkt im Wohnturm aus dem 17. Jahrhundert verschlossen, jetzt ist die sogenannte “Laterne” direkt unter dem Turm mit ihrer Rundum-Fenstersicht für Besichtigungen geöffnet.

Museumsleiterin Prof. Ursula Blanchebarbe und Stefan Schönstein, verantwortlicher Architekt bei der Technischen Gebäudewirtschaft der Stadt Siegen, stellten die ausgebaute Welsche Haube mit neuem Beleuchtungskonzept und neu konzipierter Dauerausstellung jetzt Bürgermeister Steffen Mues und Arne Fries als zuständigem Kulturdezernenten vor.

„Die Welsche Haube mit ihrem beeindruckenden Dachstuhl, der Zugang zur Laterne mit einer fantastischen Fernsicht und die neu konzipierte Ausstellung in der Rotunde sind auf jeden Fall eine Besichtigung und einen Besuch im Oberen Schloss wert“, lobte Mues die Sanierung des Dachstuhls im Zuge des laufenden Städtebauprojekts “Rund um den Siegberg”. Mues weiter: „Die Sanierung der Welschen Haube ist ein weiterer wichtiger Baustein, um die Identität des Oberen Schlosses zu stärken und es als Regionalmuseum attraktiv zu machen.“ Weiterlesen