Westfälischer Archivtag 2017 in Hamm beschäftigte sich mit Fotos und Filmen

Fotos und Filme gehören zu den meistgenutzten Archivalien.
Foto: Stadt Hamm

Fotografien und Filme gehören zu den meistgenutzten Archivalien. Umso wichtiger ist es, sie auch für spätere Generationen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Fotos und Filme in Archiven“ war gestern und vorgestern zentrales Thema des Westfälischen Archivtags. Mit rund 300 Teilnehmern aus ganz Deutschland ist die Veranstaltung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Hamm das größte Treffen von Archivaren in Nordrhein-Westfalen.

Was für Bilder: Menschen, die 1989 auf die Berliner Mauer klettern, ein Fußballspiel vor kohleschwarzer Ruhrgebiets-Kulisse aber auch das im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Köln oder die brennenden Türme des World Trade Centers in New York: Bilder und Filme bleiben im Gedächtnis, wie es schriftliche Aufzeichnungen nie könnten. Wie können auch kleine Archive ihre Datenschätze erhalten und den Verfall des empfindlichen Materials verhindern? Welche Urheber- und Nutzungsrechte gilt es zu klären? Diesen und weiteren Fragen gehen die Experten im Rahmen des Westfälischen Archivtags nach. Weiterlesen

Digitalisierung historischer Adressbücher

wohnungsbuch1925„Das Stadtarchiv Siegen unternimmt seit 2008 verstärkte Anstrengungen, um dem drohenden Papierzerfall bei Akten des 19. und 20. Jahrhunderts entgegenzuwirken. Das dafür angewandte Verfahren der Massenentsäuerung von Archivgut verfährt dabei nach dem Prinzip des Eingriffs in die chemische Zusammensetzung der Papiersubstanz mit dem Ziel, papierimmanente Zerfallsprozesse aufzuhalten und günstige Ausgangsbedingungen für die zukünftige Erhaltung durch eine Neutralisierung zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde auf Beschluss des Kulturausschusses im Jahr 2009 erstmals die genannte Haushaltsstelle eingerichtet.
Die konservatorische Strategie, die auf der Nutzbarerhaltung von Informationen durch Bewahrung des ursprünglichen Trägermaterials beruht, lässt sich allerdings nicht uneingeschränkt auf alle subsidiären Quellen übertragen: Ergänzendes Dokumentations- und Sammlungsgut muss nicht aus Rechtsgründen unabdingbar in seiner originären Form aufbewahrt werden, soll aber unter dem Gesichtspunkt der Bereitstellung ergänzender Daten vorrangig in seinem Informationsgehalt erhalten bleiben. Dies gilt insbesondere für regionale Adressbücher in ihrer Eigenschaft als Bibliotheksgut und die Bestände regionaler Zeitungen als wesentlichem Bestandteil der sekundären Überlieferung stadtgeschichtlicher Informationen im Stadtarchiv. Weiterlesen

Entscheidung für DiPS.kommunal in Südwestfalen

Archivarbeitskreis bei der KDVZ Citkomm

Schon viele Jahre bestehen in Südwestfalen Kontakte zwischen Archivaren und dem Rechenzentrum KDVZ Citkomm. 2010 gründete sich innerhalb des Arbeitskreises „IT-Strategie“ ein „Unterarbeitskreis Archiv“, dem Archivare aus dem Verbandsgebiet der KDVZ, aber darüber hinaus auch aus dem Bereich der KDZ Westfalen-Süd angehören. Die Gremien des Rechenzentrums beauftragten den Arbeitskreis, die in den Kommunalverwaltungen in Südwestfalen entstandenen und künftig entstehenden archivwürdigen digitalen Unterlagen („born digitals“) zu identifizieren und deren Langzeitarchivierung organisatorisch und technisch zu ermöglichen. Im Arbeitskreis, der seit 2015 als Fachbeirat Digitale Langzeitarchivierung firmiert, arbeiten 14 Archivarinnen und Archivare aus den fünf südwestfälischen Kreisen Soest, Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe und Siegen-Wittgenstein sowie weitere Kunden der Citkomm mit, zudem je ein Vertreter der beiden Rechenzentren und Vertreter des LWL-Archivamtes für Westfalen. Sprecherin des Arbeitskreises ist die Kreisarchivarin des Kreises Soest.
Der Arbeitskreis befasste sich vorwiegend mit der Bewertung von verschiedenen Fachverfahren. Hier sind insbesondere in der letzten Zeit die Themenfelder Ratsinformationssysteme (die Vorarbeiten in Südwestfalen führten 2015 zur BKK-Empfehlung „Handreichung zur Archivierung von Ratsinformationssystemen“ ((Handreichung zur Archivierung aus Ratsinformationssystemen (RIS). Beschluss der Bundeskonferenz Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag vom 29.09.2015 in Karlsruhe. Link: http://www.bundeskonferenz-kommunalarchive.de/empfehlungen/Handreichung%20Ratsinformationssysteme.pdf))) und Gewerberegister bearbeitet worden.

Als zunehmend dringlicher erwies sich aber die Notwendigkeit, in den Kommunen in Südwestfalen für diese archivwürdigen und archivreifen Daten die Langzeitarchivierung in einem Digitalen Langzeitarchiv zu ermöglichen. Im Gegensatz zur Gründungszeit des Arbeitskreises sind nun auch verschiedene Produkte auf dem Markt, die nach eigener Aussage eine „OAIS-konforme Langzeitarchivierung“ ermöglichen.

Anforderungskatalog Elektronisches Langzeitarchiv Weiterlesen

„Schrift. Gut. Schützen“ – 188 Modellprojekte online

Die erfolgreich abgeschlossenen Modellprojekte der Pilotphase der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) sind online – damit werden erstmals diese insgesamt 188 Modellprojekte aus der Förderzeit von 2010 bis 2015 vollständig präsentiert und an zentraler Stelle recherchierbar: http://schriftgutschuetzen.kek-spk.de.
Eines der Modellprojekte wurde auch im Kreis Siegen-Wittgenstein realisiert:
kekmodell
Weiterlesen

Bestandserhaltung und e-learning. Ein Erasmus+-Projekt

elearningbestandserhaltungIn einem zweijährigen EU-Projekt des Förderprogramms Erasmus+ haben Archivkolleginnen und -kollegen des Landschaftsverbandes Rheinland (AFZ) in Kooperation mit Archives nationales de Luxembourg, Algemeen Rijksarchief en Rijksarchief in de Provinciën (Belgien), Regionaal Historisch Centrum Limburg (Niederlande) und dem Landesarchiv Saarland untersucht, in welchen Bereichen der beruflichen Fortbildung von Archivarinnen und Archivaren der Einsatz von E-Learning-Komponenten möglich und sinnvoll ist.

Als konkretes Ziel wurde ein Lern-Modul aus dem Bereich der präventiven Bestandspflege beim Übergang von Akten aus den Dienststellen in das Archiv erarbeitet. Die didaktische und gestalterische Umsetzung erfolgte durch die Open Universiteit Heerlen in den Niederlanden. Derzeit ist der Kurs unter bestandserhaltung.eu im Netz zu finden.

Die Katholische Universität Leuven (Belgien) stellte die E-Learning-Plattform Toledo zur Verfügung und übernimmt das Hosting der Inhalte.
Quelle: Newsletter des LVR-AFZ, 20.7.2016 und Forum für Archive katholischer Organisationen Deutschlands (Eintrag 1.9.2016)

Workshop: „Vorbei und vergessen? Die Lösung: Das Vereinsarchiv!“

Donnerstag, 08. September 2016, 19:00 – 20:30 Uhr
Referent: Thomas Wolf, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreisarchiv
Zielgruppe: Ehrenamtlich tätige Vereine und Gruppen
Ort: Kreis Siegen-Wittgenstein, Außenstelle Bad Berleburg, 2. Etage, Raum 201, Am Breitenbach 1, 57319 Bad Berleburg

Die Veranstaltung richtet sich an Vereinsarchivare sowie an Vereinsverantwortliche, die ein Archiv aufbauen möchten. Das Vereinsarchiv soll die rechtlich wichtigen und geschichtlich relevanten Unterlagen eines Vereins sichern und nutzbar machen. Das Archiv dokumentiert dauerhaft das Vereinsleben für die Nachwelt. Nach einer kurzen Einführung werden die Möglichkeiten, das Archivgut zu erfassen und zu erschließen, dargestellt. Einfache Tipps zur Behandlung von geschädigtem Archivgut fehlen ebenso wenig wie Angaben zu den erforderlichen Raum- und Klimabedingungen. Die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Archivierung werden diskutiert, Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt.

Briefe des Siegener Reichstagsabgeordneten Louis Ernst im Kreisarchiv


Ende letzten Jahres gelang es dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Originalbriefe des Siegener Reichstagsmitglieds Louis Ernst im Antiquariatshandel zu erwerben. Die über 60 Schriftstücke dokumentieren die Korrespondenz Ernsts mit seiner Familie während des Deutschen Krieges 1866; etwa jeden zweiten Tag schreibt Louis Ernst seinen Eltern in Siegen einen Brief. Sie bilden eine seltene individuelle Chronik der Kriegshandlungen vor 150 Jahren, eine wichtige sozial- und militärhistorische Quelle. Die Schrecken der Schlachtgeschehnisse, aber auch die Annehmlichkeiten nach dem Sieg gegen Österreich finden sich in den Briefen. Weiterlesen

Linktipp: Don´t throw film away!

filmdokumenteretten

Die Internetseite „Filmdokumente retten“ des Historikers Dirk Alt hat folgendes, berechtigtes und unterstützenswerte Anliegen:
„Das Filmerbe ist nicht nur eine Angelegenheit bildungsbürgerlicher oder cineastischer Kreise. Es ist Teil eines identitätsstiftenden kulturellen Gedächtnisses: Gemeinsame Identität aber ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung eines Gemeinwesens – auch in Zeiten wirtschaftlicher Not, politischer Zerrissenheit und sozialer Zersplitterung.
Somit ist das Filmerbe ein Politikum.
Weiterlesen

Film- und Tondokumente im Archiv

Filmsammlung Apelt. 6.2.2015: Erste Sichtung

Filmsammlung Apelt. 6.2.2015: Erste Sichtung

76. Südwestdeutscher Archivtag in Bad Mergentheim, heute und morgen

Der 76. Südwestdeutsche Archivtag findet 2016 in Bad Mergentheim statt und beschäftigt sich mit Fragen rund um die Archivierung, Erhaltung, Zugänglichmachung und Vermittlung von Film- und Tondokumenten. Mit dem Umstieg von analogen auf digitale Aufnahmetechniken werden immer häufiger ältere Sammlungen mit audiovisuellen Zeugnissen den Archiven angeboten; gleichzeitig steigen Zahl und Umfang neuer audiovisueller Zeugnisse. Sie finden sich genauso als Beilagen in klassischen Behördenakten, entstehen bei der Öffentlichkeitsarbeit, werden aber auch von Privatleuten immer wieder Archiven angeboten.

Moderiert von dem Schweizer Kurt Deggeller, einem der ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Film- und Tonarchivierung, werden Kolleginnen und Kollegen aus Südwestdeutschland und der Schweiz Projekte und Verfahren der digitalen Archivierung vorstellen. Darüber hinaus wird ein Journalist über die Herausforderungen bei der Vermittlung audiovisueller Quellen aus Archiven berichten. In einem Workshop besteht zudem Gelegenheit, sich intensiver mit Fragen der Bestandserhaltung audiovisueller Dokumente zu beschäftigen.

Das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein stellt die kooperative Rettung der Filmsammlung Herbert Apelt vor.

Programm mit Abstracts
Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Veranstaltungen