Von wilden Mädchen, Paul McCartney und viel Kultur

Buch zum Lÿz erschienen
Reblog von siwikultur, 27.6.2017

v.l.n.r. Landrat Andreas Müller, Cornelia Sauer, Wolfgang Suttner

Am Anfang stand der Besuch von Lyzeum-Schülerinnen aus Anlass Ihres Abiturjubiläums: Ehemals „höhere Töchter“ besuchten ihre historische Wirkungsstätte – das heutige Kulturhaus Lÿz – und Kulturreferent Wolfgang Suttner war begeistert von ihren Geschichten über das Haus. Unter diesen Schülerinnen war die Autorin Cornelia Sauer, Journalistin aus München und Zeitzeugin des legendären Lÿz-Schülerinnenstreiks von 1969, die anbot, dieses wichtige gesellschaftspolitische Geschehen Siegens zu beschreiben.
Herausgekommen ist nun ein aufwändig gestaltetes und illustriertes Buch, das neben Cornelia Sauers Aufarbeitung des Schülerinnenstreiks viele weitere Geschichten rund ums Lÿz enthält. So hat der Siegener Journalist Raimund Hellwig mit vielen Zeitzeugen gesprochen und untersucht in seinem Beitrag die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Umstände, die zur Gründung des Technologiezentrums und später des Lÿz führten. Oder Herausgeber Wolfgang Suttner beschreibt rückblickend, wie der Ex-Beatle Paul McCartney das ehemalige Mädchengymnasium besuchte. Darüber hinaus enthält das Buch eine Chronologie, die die Geschichte des Hauses von 1819 bis heute zusammenfasst.

„Von wilden Mädchen, Paul McCartney und viel Kultur – Das Lyzeum in Siegen“ ist ab morgen in den Buchhandlungen im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein unter ÍSBN 978-3-944157-29-0 zum Preis von 15,- € inkl. MwSt. erhältlich.

Juden in Westfalen und Lippe (JuWeL): ein Online-Projekt, bei dem Mitmachen erwünscht ist!


„JuWeL”: Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein großangelegtes Online-Projekt zur Familiengeschichte der Juden in Westfalen und Lippe. Das Landesarchiv NRW, der Verein für Computergenealogie (CompGen) und die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) haben eine Plattform geschaffen, auf der familien- und ortsgeschichtlich Interessierte die jüdischen Personenstandsregister des 19. Jahrhunderts vom heimischen Schreibtisch aus erschließen können. Auf dem 7. Westfälischen Genealogentag in Altenberge bei Münster startete das Projekt im März 2017. Nach drei Monaten haben die freiwilligen Teilnehmer bereits die  Erfassung der Geburten, Heiraten und Todesfälle der Register aus dem Regierungsbezirk Münster abgeschlossen und insgesamt 18.809 Personendatensätze angelegt, die online recherchierbar sind (s. http://juwel.genealogy.net).

Freigeschaltet sind nun auch die Register aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die nächste Etappe ist somit gestartet. Jeder Interessierte kann sich auf der Projektseite anmelden und beteiligen, wobei er entweder einen bestimmten Ort ansteuern oder sich vom System einfach die nächste noch unbearbeitete Seite vorlegen lassen kann. Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Erfahrung mit dem Lesen alter Handschriften, die für Familien- und Heimatforscher aber ohnehin unabdingbar ist. Unterstützt werden die Teilnehmer von den Administratoren Thomas Dickel und David Merschjohann.

Die Juden- und Dissidentenregister, in denen von 1815 bis zur Einführung der Standesämter 1874 die Geburten, Heiraten und Sterbefälle jener Einwohner Westfalens und Lippes registriert wurden, die nicht den Amtskirchen angehörten, sind fast vollständig und flächendeckend am Standort Detmold des Landesarchivs NRW erhalten. Das ist deutschlandweit eine Besonderheit. Bereits im vergangenen Jahr hat das Landesarchiv digitale Kopien der Register ins Netz gestellt und damit die Grundvoraussetzung für das Projekt geschaffen (www.lav.nrw.de).

Quelle: Landesarchiv NRW, Pressemitteilung v. 22.06.2017

Vortrag „Orte-Personen-Themen: 200 Jahre Geschichte des Altkreises Siegen“


Gymnasium Wilnsdorf, Raum A011, Hoheroth 94, 06.07.2017, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Der Vortrag rückt am Beispiel ausgewählter Themen die Wirkungsstätten der Kreisverwaltung und ihre leitenden Personen (Landräte) in den Blickpunkt des Jubliläums „200 Jahre Kreise Siegen und Wittgenstein“. Der Historiker Dr. Bernd Plaum skizziert damit nicht nur ein Geschichte der Kreisverwaltung, sondern zugleich auch eine Geschichte des Altkreises Siegen.

Vortrag „Der Freudenberger Uhrmacher Johann Peter Stahlschmidt“

5. Juli 2017, 19:30 Uhr, im 4FACHWERK-Mittendrin-Museum mit Ian D. Fowler

Foto: Bernd Brandemann


Im Juli 2017 wird das Haus „Oranienstraße 31“ in der Freudenberger Altstadt als „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft Historischer Stadt- und Ortskerne vorgestellt. In diesem Hause lebte und arbeitete einst Johann Peter Stahlschmidt (18. Juli 1751- 6. Oktober 1833), der so maßgeblich die Siegerländer Uhrentradition mit beeinflusste.
Vor diesem Hintergrund wird sich am 5. Juli 2017, 19:30 Uhr, im 4FACHWERK-Mittendrin-Museum der renommierte Uhrenhistoriker Ian D. Fowler mit dem Lebensweg und der handwerklichen Tätigkeit von Johann Peter Stahlschmidt beschäftigen.
Der Referent gilt als ausgewiesener Experte und hat sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit der Thematik befasst. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Film- und Tondokumente im Archiv

Vorträge des 76. Südwestdeutschen Archivtags am 16. und 17. Juni 2016 in Bad Mergentheim“

„Die Archivierung von Film- und Tondokumenten gewinnt angesichts des Übergangs von analogen zu digitalen Speichermedien und dem damit einhergehenden Anwachsen von AV-Materialien aller Art für Archive, Bibliotheken und Museen an Bedeutung. Auf dem Südwestdeutschen Archivtag in Bad Mergentheim 2016 haben sich Praktiker aus verschiedenen Archiven und Experten für die Erhaltung von analogen und digitalen Film- und Tondokumenten über Probleme bei der Erhaltung, Digitalisierung und Zugänglichmachung von audiovisuellem Kulturgut ausgetauscht.

Bearbeiter
Kurt Deggeller war Leiter der Schweizer Nationalphonotek und Direktor von MEMORIAV, dem Schweizer Netzwerk zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes und ist heute selbstständig tätiger Berater für audiovisuelle Archive.
Dr. Peter Müller ist Geschäftsführender Präsident des Südwestdeutschen Archivtags und leitet im Landesarchiv Baden-Württemberg die Abteilung Staatsarchiv Ludwigsburg.“

Die Publikation enthält einen Beitrag zur Rettung der Filmsammlung Apelt.
Verlag W. Kohlhammer 2017, 91 Seiten, 10,– Euro
Aus der Reihe Sonderveröffentlichungen des Landesarchivs Baden–Württemberg
Eine Publikation des Landesarchivs Baden–Württemberg.
Zu beziehen über den Buchhandel

Quelle: Landesarchiv Baden-Württmeberg, Publikationen

Bundesarchiv fordert Nachlass von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl

via Archivalia, 26.6.2017

„Der Nachlass des verstorbenen Altkanzlers Kohl ist begehrt. Laut Testament soll sich seine Witwe um in Oggersheim verbliebene Dokumente kümmern. Per Brief schaltete sich nun der Leiter des Bundesarchivs ein und forderte die Herausgabe von Akten. […]

Hollmann stelle Kohl-Richter die Herausgabe privater Unterlagen in dem Brief anheim, berichtete die „WamS“. In klaren Worten fordere er aber die „Weiterleitung“ des staatlichen Schriftgutes.“ (Tagesschau.de)

Siehe auch
Rita Lauter, Was wird aus Helmut Kohls Nachlass?, Die Zeit, 22.6.2017
Klaus Wiegrefe, Wettlauf um die Kohl Akten, Der Spiegel, 26.6.2017 mit weiteren Links