Vortrag „Der Eisenwald – Die Entstehungsgeschichte des Siegerländer Heimatfilms“

Mit einer Kombination von Vortrag und anschließender Filmpräsentation wird die Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 17. September 2015, im KrönchenCenter fortgesetzt. Prof. Dr. Manfred Rasch wird dann die Vorgeschichte des 1953 gedrehten Films „Der Eisenwald“ erläutern.

So genannte „Dreispänner“ beim Zerschlagen von Roheisenmasseln. Standbild aus dem Film „Der Eisenwald“.

So genannte „Dreispänner“ beim Zerschlagen von Roheisenmasseln. Standbild aus dem Film „Der Eisenwald“.

Die Produktion stellt die Montanindustrie des Siegerlands mit ihren Haubergen, Erzbergwerken und Hüttenwerken in den Vordergrund. Dabei hat sie den Anspruch, die Geschichte des Siegerlands und seiner Bevölkerung über die Jahrhunderte darzustellen, präsentiert dabei aber eine Agrar- und Industrieromantik, wie sie nie existierte. So ist der Film in der Tradition des deutschen Heimatfilms der Nachkriegszeit zu verstehen, der das Bedürfnis nach einer Idylle befriedigen sollte, nach der sich viele Deutsche nach Ende des Zweiten Weltkriegs sehnten. Trotz seiner nachkriegstypischen Verklärung der Wirklichkeit ist der Film bis heute nicht nur wegen seiner handwerklich guten Qualität sehenswert. Weiterlesen

Vortrag „Die Geschichte des Kreuztaler Bahnhofes“

Referent: Heinz Bub
13.09.2015 (14.00 Uhr bis 15.00 Uhr)
Veranstaltungsort: Vortragsraum der Stadtbibliothek Kreuztal, Marburger Str. 10, Stadtmitte

Der Bahnhof Kreuztal wurde mit der Bahnstrecke Hagen-Siegen 1861 eröffnet und durch den Bau der Strecke Kreuztal-Hilchenbach 1884 zu einem wichtigen Knotenpunkt mit Rangierbahnhof. Die große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung durch die Belieferung der Industrie mit Rohstoffen und den Transport der Güter in die weite Welt wird besonders thematisiert. Während die große Blütezeit als Güterbahnhof für den Stückgutverkehr lange vorbei ist, dient der Bahnhof seit den 1960er-Jahren als Containerumschlagplatz und ist nach wie vor auch wichtig für den Regionalverkehr.
Im Zuge der Sanierung zum „Kulturbahnhof“ hat die Bildende Kunst in der neu gestalteten Empfangshalle ein würdiges Domizil im öffentlichen Raum erhalten.
Die Veranstaltung findet am „Tag des Denkmals“ statt.
Quelle: Stadt Kreuztal, Veranstaltungen

Online-Publikation „Friedenlandschaft Sauerland –

Beiträge zur Geschichte von Pazifismus unSauerlandFriedend Antimilitarismus in einer katholischen Region. (= daunlots. internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. nr. 77). Eslohe 2015.

Die Publikation verweist auch auf Personen aus den Altkreisen Siegen (z. B. Pfarrer Wilhelm Ochse) und  Wittgenstein (Rechtanwalt Karl Wurm)

Link zur PDF-Datei (525 S.)

Dissertationsprojekt zur Orgelbaugeschichte in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe

Die Orgellandschaft Südwestfalens kann in ihrer historischen Bedeutung nicht mit anderen Regionen Deutschlands, z. B. der norddeutschen Orgellandschaft mit so bedeutenden Orgelbauerpersönlichkeiten wie Arp Schnitger, mithalten. Aber auch abseits der großen Zentren der Orgelbaugeschichte wurde nicht minder Bedeutendes geleistet, das über Generationen prägend im kultur- und musikgeschichlichen Kontext war. Dass Westfalen schon lange eine ausgeprägte Orgelbautradition hatte, hat bereits Rudolf Reuter mit seinen Forschungen in den 1950er und 1960er Jahren gezeigt. Der Schwerpunkt seiner geschichtlichen Forschungen endete jedoch spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts. Doch gerade die beginnende Industrialisierung und eine rege Kirchenbautätigkeit um die Wende zum 20. Jahrhundert brachten einen durchgreifenden Wandel der westfälischen Orgelbaulandschaft mit sich, der bis heute für diesen Landstrich kaum umfassend erforscht ist. Individuelle westfälische Eigenheiten wurden zurückgedrängt, Firmen aus anderen Gegenden gewannen Einfluss. Während im katholisch geprägten Kreis Olpe nach wie vor vorwiegend westfälische Firmen bauten, lieferten im Siegerland z. B. auch mehrere Orgelbaubetriebe aus Thüringen, der hessische Einfluss im Orgelbau des Wittgensteiner Landes wurde allmählich zurückgedrängt. Nicht ohne Einfluss waren auch musikalische Strömungen und vor allem liturgische Anforderungen auf die Gestaltung der Orgeln. Durch Kriegszerstörung, aber vor allem durch auch musikideologisch geprägten Modernisierungswillen in den Nachkriegsjahren sind heute nur noch wenige Beispiele der im weitesten Sinne als „romantischen“ Orgelbau zu bezeichnenden Epoche des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erhalten. Die ältesten weitgehend unveränderten Beispiele sind die Orgeln in den evangelischen Kirchen in Oberfischbach und Elsoff. Weiterlesen

Tag der Westfälischen Kirchengeschichte in Freudenberg

EvKG15Der Tag der Westfälischen Kirchengeschichte findet dieses Jahr am 11. und 12. September in Freudenberg statt. Im Flyer finden sie alle Veranstaltungen und Termine. Vorträge zu kirchengeschichtlichen Themen des Siegerlandes und Wittgensteins bilden die Programmschwerpunkte. Die Vorträge sind öffentlich.

Ausstellung „Unser Volk betet wieder – wenigstens am Anfang des Krieges“ in Freudenberg

11947494_1871368846422321_9146136322008501397_n„Unser Volk betet wieder – wenigstens am Anfang des Krieges“. So lautet der Titel einer Ausstellung über die Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein im Ersten Weltkrieg, die vom 5. bis 27. September im Museum 4FACHWERK mitten in der Freudenberger Altstadt zu sehen ist. Jeweils mittwochs, samstags und sonntags ist das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt drei Euro.

Am Freitag, den 4. September um 20.00 Uhr wird in einer Vernissage durch zwei Vorträge in das Thema eingeführt: Dr. Johannes Burkardt vom Landesarchiv NRW Münster spricht unter dem Titel „Mit Gott für König und Vaterland“ über die beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein im Krieg. Im Anschluss macht sich die Siegener Theologieprofessorin Dr. Veronika Albrecht-Birkner auf lokale Spurensuche zum Thema „Erster Weltkrieg, Kirche und Alltag in Freudenberg“. Weiterlesen

AG „Zeitzeugen“ zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Gründung

Aufruf an alle älteren Damen und Herren, die sich aufgrund eigener Erinnerungen noch an das Kriegsende 1945 im Siegerland und die Zeit kurz davor und kurz danach erinnern können, und die gewillt und in der Lage sind, diese Erinnerungen zu Papier zu bringen:

Der 8. Mai 2015 ist vorüber gegangen. Alle Gedenkreden zum 70. Jahrestag des Kriegsendes sind gehalten, alle Kränze sind niedergelegt, alle Mahnwachen sind abgezogen. Die Gedanken der Menschen bewegen sich wieder in normalen Bahnen. Die schrecklichen Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg und insbesondere an die letzten Monate und an das Ende des Krieges verblassen wieder, weil sie ja nicht fast täglich durch Berichte in allen Medien und auf allen Ebenen wieder aufgerufen werden.

Das ist einerseits gut und richtig und durchaus positiv, da wir Menschen uns von Natur aus ja viel lieber und intensiver an Angenehmes und Schönes erinnern, als an Krieg, an Not, an Hunger und an Elend.

Das ist andererseits aber auch durchaus gefährlich, da das Bewusstsein und die Gedanken über Kriegszustände im weitesten Sinne mehr und mehr abflachen und aus den Köpfen der Menschen verschwinden. Dazu kommt, dass ja von Jahr zu Jahr immer weniger Personen zur Verfügung stehen, die in der Lage sind, aus eigener Erinnerung zu berichten. Voraussetzung für eigene Erinnerungen ist mindestens das Geburtsjahr 1940; das wiederum bedeutet heute ein Lebensalter von 75 Jahren.
Somit kann sich jeder ausrechnen, dass die Zahl der Zeitzeugen von Jahr zu Jahr abnimmt und damit die eigenen Erinnerungen an diese schreckliche Zeit mehr und mehr schwinden.

Diese Entwicklung ist selbstverständlich nicht aufzuhalten. Um aber die Erinnerungen der Zeitzeugen über deren Tod hinweg zu erhalten, gibt es eine Initiative aus Kreuztal. Weiterlesen

„Der Krieg, er schlägt Wunden, so schwer, so tief […]“:

„Klick in die Vergangenheit“: Siegen 1915 – Szenen aus der Provinz

Klick
In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse oder bislang unbekannte Aspekte sollen durch Onlineartikel veranschaulicht werden.
Auf der Website www.stadtarchiv-siegen.de werden in der neuen Ausgabe des „Klicks in die Vergangenheit“ ausgewählte Episoden des Alltagslebens vor einhundert Jahren unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs präsentiert. Weiterlesen

Der „Do-it-yourself“ Zebrastreifen in Freudenberg.

Heute vor 50 Jahren dürften die meisten Bürger von Freudenberg nicht schlecht gestaunt haben, als sie morgens auf dem Weg zur Schule und Arbeit einen neuen Zebrastreifen an ungewohnter Stelle vorfanden.
Denn in einer Nachtaktion vom 30. auf den 31.8.1965 nahm sich die Bürgerinitiative „Bürgerversammlung Ost“ dem Projekt „Fußgängerüberweg in der Bahnhofsstraße“ selber an. Seit geraumer Zeit herrschte bei der Freudenberger Bevölkerung der Wunsch nach einem Übergang an dieser Stelle, der einen ungefährlichen Straßenwechsel, vor allem für die Kinder, ermöglichen sollte. Bereits 1961 ging von dem Kaufmann Flender erstmals ein Antrag ein, der für besagte Stelle einen Zebrastreifen forderte. Nach einer stattgefunden Verkehrszählung stand jedoch fest, dass mit 250 Fahrzeugen und 24 Personen in der Stunde genügend Lücken in der Verkehrsfolge entstehen, um ein gefahrenloses Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen und die Notwenigkeit eines Fußgängerüberwegs daher nicht gegeben ist. In Folge eines weiteren Antrages wurde eine erneute Verkehrszählung, die als Grundlage für einen Entscheid dienen sollte, von der Stadt Freudenberg erst einmal am 01.03.1965 abgelehnt. Als dann jedoch am 13.8.1965 in der Nähe dieser Stelle ein Junge tödlich verunglückte, griff die Bürgerinitiative mit besagter Aktion in die Straßenplanung mit ein. Nach nur 48 Stunden wurden die Markierungen auf der Fahrbahn durch das Landesstraßenbauamt in Siegen wieder beseitigt und ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen eingeleitet.
Dennoch hatte die Aktion ihre Wirkung. Nicht nur der Widerhall in den Medien war groß, sondern auch die vorher abgelehnte Verkehrszählung wurde in der Woche vom 7.- 12.10.1965 in der Stadt Freudenberg durchgeführt. Dass ein erneuter Verkehrsunfall in der Nähe des beseitigten Übergangs noch während der Zählwoche wieder für Unruhe sorgte, wundert an dieser Stelle nicht. Der Unmut manch eines Bürgers ging sogar soweit, dass Kreisdirektor Krämer, der in vertretender Funktion für Oberkreisdirektor Kuhbier, die Markierungen hatte entfernen lassen, von einem anonymen Anrufer Mordandrohungen erhielt. Nach Auswertung der sechstägigen Zählung wurde, obwohl die ermittelten Zahlen von 440 Fahrzeuggen und 96 Fußgängern pro Stunde (Meßzahl von 42.240) unter dem eigentlichen Sollwert von 45.00 lagen, die Anbringung eines legalen Zebrastreifen beschlossen- nur nicht auf der Höhe des Geschäftes vom Kaufmann Flender, sondern vor der Volksbank.ZebraFreudenberg

Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein Abg. Straßenverkehrsamt Nr. 56, Fußgängerüberweg, Az.:151-22-8 von 1965-1967