Körperhygiene, Badespaß und Schwimmsport:

Stadtarchiv Siegen erinnert an historische Badekultur (nicht nur) unter dem „Krönchen“

Innenaufnahme der 1902 eröffneten städtischen Badeanstalt in der Sandstraße im „Führer durch Siegen“ (Siegen 1924).

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Stücke aus den Archivbeständen sollen dabei der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Im Fokus der neuen Ausgabe stehen von August bis Jahresende ausgewählte Aspekte der historischen Badekultur in Siegen. Weiterlesen

Vorlesenachmittag: Wie Frida ihre Erinnerungen aufbewahren will

„Erinnerungen aufbewahren. Einfach so – Deckel drauf, das war’s. Diese Idee hat Frida. Denn sie ist traurig. Sie hat viele köstliche Blaubeeren gepflückt, kann sie aber gar nicht alle essen. Dann erinnert ihre Oma sie daran, dass man aus den kleinen Früchten auch in einem Glas Marmelade einmachen kann – und so sehr lange haltbar macht. Das bringt Frida auf eine Idee. „Deckel drauf und aufbewahrt – Wie Frida ihre schönsten Erinnerungen bewahren wollte“ von Autorin Vera Brosgol heißt das Buch, das die Lesepaten das nächste Mal vorlesen. Der Vorlesenachmittag findet am Donnerstag, 10.08.2023, von 15.30 bis 16 Uhr im „Dritten Ort – Bücherei der Zukunft“ in Bad Berleburg statt. Eine Anmeldung für die Aktion in der Stadtbücherei ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.“
Quelle: Stadt Bad Berleburg, Aktuelles, 3.8.2023

Online: „ARCHIV. theorie & praxis“, Heft 2-2023

Die Ausgabe beschäftigte sich mit dem Schwerpunktthema „Archive und Klimaschutz“. Unter anderem widmen sich Beiträge den Herausforderungen für Archive im Zeitalter des Anthropozän, dem Archivbau und dem Klimawandel sowie Rettungskonzepten für Archivgut nach Naturkatastrophen im Rahmen des Projekts „KulturGutRetter“.

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Hat das Kreisarchiv Wieprecht von Kropff (1909 – 1978) auf dem Schirm?

Aufgrund der DVD-Produktion „Streifzüge durch das Siegerland“ war bekannt, dass von Kropff in den frühen sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer in Siegen war. Weitere Anfragen haben das Kreisarchiv bisher nicht erreicht, so dass diese saloppe Online-Anfrage der Auslöser für eine erste Zusammenstellung von Informationen zu Dr. Wieprecht von Kropff war. Als erstes Ergebnis lässt sich feststellen, dass man im Internet recht umfangreiche Hinweise auf die Lebensgeschichte von Kropffs vor 1945 findet. Seine Zeit als Hauptgeschäftsführer jedoch noch nicht das das Netz erreicht zu haben scheint. Es folgen nun die ersten Ergebnisse der Suche des Kreisarchivs, die zu einer weiteren Forschung geradezu einlädt:

Lippstädter Zeitung, 23. September 1940

Wieprecht Florenz Kurd Georg Karl Adolf von Kropff

* 16. Juli 1908 in Germershausen (Kreis Marburg); † 19781 Weiterlesen

Eine Milchbar für die „Plüschetage“ des Siegener Landratsamtes

Das Milchtrinken in der Öffentlichkeit gehörte in den 1950er Jahren zum guten Ton. Durch den amerikanischen Einfluss eröffneten in Deutschland eine Vielzahl von Milchbars, die in den 1960er Jahren wieder aus dem Stadtbild verschwanden. Auch die Bonner Politiker griffen in der Milchbar des Bundeshauses gerne zum Milchshake. Auch an Siegen ging dieser Trend nicht vorbei:

Im Kreisarchiv konnte in einer Niederschrift der Kreis-Ausschusssitzung vom 9. September 1955 gefunden werden, in der die „Einrichtung eines Erfrischungsraumes (Milchbar)“ auf der Tagesordnung stand. Somit hatten also auch die Kreistagsabgeordneten des Kreises Siegen den Wunsch nach dem kühlen gesunden Getränk.

Ein kleiner Raum (Zimmer 12) sollte auf der Etage von Landrat Karl Roth, Oberkreisdirektor Dr. Moning und Kreisdirektor Kuhbier im ersten Obergeschoss der alten Landratsvilla eingerichtet werden. Auf dieser Etage befand sich auch ein Sitzungsraum.

Auf der Einkaufsliste standen: eine Theke mit Schrankeinbauten und Durchgang (750,00 DM), eine Glasvitrine auf der Theke stehend (250,00 DM), ein Kühlschrank (800,00 DM), eine Kaffeemaschine (500,00 DM) und eine „bessere“ Ausstattung mit Geschirr (510,00).

Einige der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises, die Anfang 60er Jahren bei der Kreisverwaltung ihren Dienst aufgenommen hatten erinnern sich noch an diesen Raum.

Lesetipp: Christian Heinrich-Franke: Innovationsmotor Medientechnik – Von der Schreibmaschine zur

«Mittleren Datentechnik» bei der Siemag Feinmechanische Werke (1950 bis 1969),
Zeitschrift für Unternehmensgeschichte (2021), S. 93 – 117

Schreib- und Buchungsmaschine „SIEMAG Meisterin“, Foto: Deutsches Museum / Johann Detter, CC BY-SA 4.0

Abstract:
„Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt gemeinhin als eine Zeit, in der deutsche Unternehmen an Innovationskraft verloren, während vielversprechende neue Technologien in den USA ein enormes Innovationspotenzial boten. Dass deutsche Unternehmen in der Produktion mittlerer Datentechnik durchaus erfolgreich waren und erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitung hatten, wurde von Wirtschafts- und Medienhistorikern bisher gleichermaßen vernachlässigt. Der Artikel analysiert die Siemag Feinmechanische Werke (Eiserfeld) als einen der bedeutendsten Hersteller der Vorläufer dieser Medium-Data-Technologien in den 1950er und 1960er Jahren. Besonders hervorgehoben werden zwei Transformationsprozesse der Medien – von der Mechanik zur Halbleitertechnik und von der Halbleitertechnik zur vollelektronischen Technologie. Es stellt sich die Frage, wie und warum ein mittelständisches Familienunternehmen wie Siemag trotz fehlender Fachkenntnisse im Bereich Elektrotechnik und schwierigen Standortbedingungen zum führenden Anbieter für Bürocomputer der mittleren Datenverarbeitung aufsteigen konnte. Weiterlesen

Online: „Das Protokoll“

„Protokolle stehen im Zentrum unterschiedlichster (interaktiver, papierener oder auch elektronischer) Verwaltungsoperationen: Sie halten ebenso fest, was gesagt und beschlossen wurde, wie sie festlegen, was wie zu tun ist. Sie strukturieren, regulieren und dokumentieren Sprech- und Handlungsabläufe von ministeriellen Zusammenkünften, Gerichtsterminen und anderen komplexen Arbeitsprozessen. Seit Jahrhunderten schreiben Protokolle auf und vor, was zu tun und was zu lassen ist, was als notwendig gilt oder als unwichtig und marginal. Sie filtern aus komplexen Interaktionen das heraus, was jene Vergangenheit gewesen sein wird, auf die man sich künftig bezieht. Dabei arbeiten Protokolle letztlich ein und demselben Zweck zu: dass – auf begründete und regelgeleitete Weise – überhaupt etwas entschieden wird. Vor diesem Hintergrund und mit verwaltungshistorischen und soziologischen ebenso wie medien-, kultur- und literaturwissenschaftlichen Perspektiven greift der zweite Open Access-Band der AdminiStudies drei Hauptformen dieses Verwaltungsmediums auf: Gesprächs- bzw. Verlaufsprotokolle, diplomatische und technische Protokolle.“
Link zur Online-Version

Literaturhinweis: Archivheft 53 zum Rheinischen Archivtag 2022 ist erschienen

„Das neue Archivheft zum Rheinischen Archivtag 2022 in Erkelenz ist ab sofort verfügbar und kann beim Habelt-Verlag in Bonn erworben werden.

Das Thema des vergangenen Archivtages – „Katastrophen- und Krisenmanagement“ – griff insbesondere die Ereignisse des Hochwassers 2021 und die aus diesen Ereignissen gewonnenen Erkenntnisse sowie Erfahrungen auf und nahm sie zum Anlass, den Schutz und den Umgang mit unvorhersehbaren Katastrophen auf kulturelle Einrichtungen wie z.B. Archive und Museen besser koordinieren und bestehen zu können. Dem Notfallmanagement wurde eine eigene Sektion gewidmet. Auch die Corona-Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine wurden aufgegriffen und in mehreren interessanten Beiträgen, die im aktuellen Archivheft nachgelesen werden können, beleuchtet.“
Quelle: AFZ-LVR, News, 14.6.2023