Per Flaschenzug in die Siegener Fürstengruft

Quelle: Hessisches Landesarchiv

Das Hessische Landesarchiv zeigte am 22. November auf seiner Facebook-Seite eine Zeichnung aus dem Jahr 1669, aus der ersichtlich wird, wie die Särge in die Siegener Fürstengruft eingebracht wurden. In einem umfangreichen Schreiben des Architekten Maurits Post an Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen in Kleve erläuterte er den Bau der Gruft. Dabei wird auch dargelegt, dass im Gewölbescheitel Ringe angebracht wurden, um per Flaschenzug die Särge in die dafür vorgesehenen Grabkammern zu heben.

Video: Peter Paul Rubens „Selbstbildnis im Kreise der Mantuaner Freunde“ (1602–04)


Den Auftakt zum digitalen Kunstspäti von job&kunstfreunde und jungekunstfreunde macht heute ein Bild von Peter Paul Rubens (1577–1640). Das Wallraf darf sich glücklich schätzen, solch ein seltenes Exemplar aus dem Frühwerk des flämischen Malers zeigen zu können. Rubens, der sich zu Lebzeiten in Künstlerkreisen genauso bewegte wie auf dem politischen Parkett, zeigt sich in dem Werk „Selbstbildnis im Kreise der Mantuaner Freunde“ (1602–04) in einer illustren Männergesellschaft. Dr. Anja Sevcik. die Leiterin der Barockabteilung des Wallraf, weiht uns heute in die Geheimnisse des Bildes ein und verrät, welche Persönlichkeiten neben Rubens, sonst noch auf diesem barocken „Gruppenfoto“ zu sehen sind.

Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens beruft Siegener Historikerin

Regionalhistorikerin Prof. Dr. Angela Schwarz

Prof. Dr. Angela Schwarz erforscht die Regionalgeschichte des Siegerlandes, des Rheinlandes und des Ruhrgebiets an der Universität Siegen.

Die Siegener Historikerin für Neuere und Neueste Geschichte, Prof. Dr. Angela Schwarz, ist als eine von 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den wissenschaftlichen Beirat des neu gegründeten Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens berufen worden.

Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens ist ein zeithistorisches Museum mit Sitz in Düsseldorf, dessen Ziel es ist, die Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen, seine Vergangenheit, seine Entstehung und seine Entwicklung darzustellen und anschaulich werden zu lassen. Dazu wird gerade eine Dauerausstellung sowie eine erste Wechselausstellung anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen erstellt.

Zweck des wissenschaftlichen Beirats ist es, die wissenschaftliche Qualität und Unabhängigkeit des Museums zu garantieren. Als erfahrene Regionalhistorikerin sowohl für das Siegerland als auch für das Rheinland und das Ruhrgebiet freut sich Prof. Schwarz sehr darauf, die Grundsätze dieses jungen Museums mitgestalten zu können.

Prof. Schwarz ist bereits Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.

Quelle: Universität Siegen, Pressemitteilung, 20.11.20

Literaturhinweis: »Zuckerbrot und Peitsche«: Untersuchungen zur nationalsozialistischen »Machtergreifung« im Kreis Altenkirchen

Eine regionalgeschichtliche Studie von Gerhard R. Bender – Aufschlussreiche Neuerscheinung und spannende Lektüre – Der Betzdorfer Historiker Dr. Thomas A. Bartolosch gibt Arbeit seines ehemaligen Kommilitonen posthum heraus

Ulrike Orthen-Bender und Dr. Thomas Bartolosch (von links) präsentierten Landrat Dr. Peter Enders die druckfrischen Exemplare von »Zuckerbrot und Peitsche«. (Foto: Kreisverwaltung Altenkirchen)


Eine spannende und zugleich aufschlussreiche regionalgeschichtliche Studie ist erschienen – zur nationalsozialistischen „Machtergreifung“ im Kreis Altenkirchen. Sie trägt den Titel „Zuckerbrot und Peitsche“. Damit wird auf die Politik der Nationalsozialisten abgehoben, die auch hierzulande ab 1933 versuchten, die Menschen einerseits mit Druck gefügig zu machen und sie andererseits mit Festen und Feiern, Umzügen und Aufmärschen für sich zu vereinnahmen. Die Untersuchung stammt von Gerhard R. Bender (1957-2018), der vor knapp drei Jahren einer heimtückischen Krankheit erlag. Er hatte seine Arbeit im Jahre 1983 am Ende seines Lehramtsstudiums an der Gesamthochschule Siegen – der heutigen Universität Siegen – im Rahmen der Ersten Staatsprüfung als Staatsarbeit vorgelegt. Betreuer und Erstgutachter war damals Professor Dr. Wolfgang Birkenfeld (1932-2011), ein namhafter deutscher Zeithistoriker und Schulbuchautor, der in Siegen Geschichte lehrte. Der Betzdorfer Historiker Dr. Thomas A. Bartolosch, damals Kommilitone Benders und später wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Birkenfeld, hat die Schrift in leicht modifizierter Fassung im Selbstverlag herausgegeben, ergänzt durch ein ausführliches Editorial als Vorwort sowie einen Bildteil mit Bildunterschriften und Kommentaren am Ende der Publikation. Sie ist trotz ihres wissenschaftlichen Anspruchs flüssig lesbar niedergeschrieben worden und daher gut wahrnehmbar. Weiterlesen

„Notfalls schließen“

Ein Gastkommentar von Karl Heupel zu der Lage des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth

Sollte der Kreis Altenkirchen nicht nur monetär Arm zu sein, sondern auch in seinem historischen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den nachfolgenden Generationen? Wo können Kinder und Jugendliche die Arbeitswelt von früher besser kennen lernen als im Bergbaumuseum in Sassenroth. Außerschulisch lernen (was meistens mehr bringt), praktische Erfahrungen z.B. bei den Mineralexkursionen oder Thementagen sammeln und so ein Verständnis für die Vergangenheit aufbauen. Nachdem der Hüttenwäldchen – Stollen in Dermbach ums „Überleben“ kämpft, soll hier ein weiteres Kleinod der Industriegeschichte geschlossen werden? Danach schließt die Grube Bindweide? Und dann findet das kulturhistorische Lernen oberirdisch statt? Das ist unterirdisch! Wehret den Anfängen! Glück Auf.

Anm: Der Zeitungsbericht und der Kommentar fußen auf die Beschlussvorlage „Umsetzung der Maßnahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes des Landkreises Altenkirchen“ der Kulturellen Einrichtungen des Kreises Altenkirchen für den Kreisausschuss am 26.10.2020

„Das Siegerland ist eine Welt für sich“

Dr. Matthias Plaga-Verse sprach über den Siegerländer Pietismus

„Das Siegerland ist eine Welt für sich!“, mit diesem Zitat von Georg Michaelis, dem ehemaligen Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten eröffnete Matthias Plaga-Verse seinen Vortrag zum Siegerländer Pietismus. Über 50 Zuhörer hatten sich kürzlich, noch vor dem Teil-Lockdown, im Evangelischen Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Obersdorf-Rödgen eingefunden, um – coronabedingt warm eingepackt – mehr über die Wurzeln der besonderen Frömmigkeit im Siegerland zu erfahren. Eingeladen hatte die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises Siegen. Sich mit der Geschichte des Pietismus im Siegerland zu befassen, sei nicht nur lohnend für Menschen mit einem heimatgeschichtlichen Interesse, so Heike Dreisbach, Leiterin der Erwachsenenbildung. Immerhin sei die persönliche Glaubenshaltung bei vielen hierzulande nach wie vor von der speziellen Spielart des Siegerländer Pietismus geprägt. Dies sowohl im positiven, als auch im negativen, im Extremfall sogar krankmachenden Sinne. Umso wichtiger sei es, die Hintergründe dieser Frömmigkeitstradition besser verstehen und reflektieren zu können. Weiterlesen

Video (ita.): Schacholympiade Siegen 1970

Standbild

Das Medieninteresse an der sportlichen Großereignis vor 50 Jahren war enorm. Der kurze Ausschnitt aus der italienischen Wochenschau belegt dies und gibt einen Eindruck von der Veranstaltung in der Siegerlandhalle.
Das Video kann auf der Seite der europäischen Kulturgutsuchmaschine Europeana angesehen werden – Link.

Beilschmiede, Kuhschelleschmiede und Schmiedemuseum im LWL-Freilichtmuseum Hagen

3 Blogeinträge mit regionalem Hintergrund zum 60. Geburtstags des Museums.

1) Das Schmiedemuseum des Museums ist im alten Rathaus der Gemeinde Neunkirchen untergebracht. Der Blogeintrag stellt das Gebäude vor.
2) Die Beilschmiede des Museum befindet sich der ehemamlgen Hilchenbacher Beilschmiede Kleeb. Auch hier stellt ein Blogeintrag das Gebäude kurz vor.
3) Die Kuhschellenschmiede aus dem Hilchenbach Ortsteil Grund wird ebenfalls in einem Eintrag beschrieben.

Stasi-Unterlagen-Archiv der Zukunft

Bundestag verabschiedet Gesetz zur Integration des Stasi-Unterlagen-Archivs in das Bundesarchiv und richtet einen SED-Opferbeauftragten ein


Mit der heutigen Verabschiedung des gemeinsamen Gesetzentwurfs von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen „zur Änderung des Bundesarchivgesetzes, des Stasiunterlagen-Gesetzes und zur Einrichtung einer oder eines SED-Opferbeauftragten“ ist die Zukunft des Stasi-Unterlagen-Archivs langfristig gesichert. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn sagte nach der Debatte:

„Ich freue mich, dass der Gesamtbestand des Stasi-Unterlagen-Archivs jetzt als Teil des „Gedächtnisses der Nation“ im Bundesarchiv dauerhaft gesichert ist.“

Roland Jahn

Die Öffnung des Stasi-Unterlagen-Archivs ist eine Errungenschaft der Friedlichen Revolution und war ein weltweit erstmaliger Akt. Die Nutzung der Akten einer Geheimpolizei zur Aufklärung über die Mechanismen der SED-Diktatur und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fand und findet eine hohe internationale Beachtung. Weiterlesen

Online: Lukas Heck: „Inklusion in Archiven.

Möglichkeiten und Grenzen in der Archivbenutzung“, Bachelorarbeit FH Potsdam,(2020)

„Archive und Inklusion“ ist ein herausforderndes Thema. Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich für Menschen mit Behinderungen in Deutschland schon viel getan. Aber kann man mit dem heutigen Stand der Umsetzung zufrieden sein? Und wie sieht die Situation in Bezug auf die Archivlandschaft aus?

Konzepte und Projekte in Archiven bieten viele interessante und spannende Möglichkeiten in der historischen Bildungsarbeit und damit der Wissensvermittlung. In der Gesamtbetrachtung der historischen Bildungsarbeit wurde jedoch festgestellt, dass die Teilnahme für Menschen mit Behinderungen nicht ausreichend ermöglicht wird. Fehlende Literatur und nur wenige Leuchtturmprojekte sorgen dafür, dass Archivarbeit zu wenig Aufmerksamkeit erhält.

Konzepte und Projekte in der historischen Bildungsarbeit für Menschen mit Behinderungen bieten großes Potenzial. Dabei ist es gar nicht nötig, jedes Projekt immer wieder neu zu definieren. Vielmehr sollten bestehende Konzepte adaptiert und mit der Zielsetzung „Einbeziehung von behinderten Menschen“ erweitert werden. Beispiele dafür werden in der vorliegenden Arbeit aufgeführt.
via Archivalia