In seiner heutigen Sitzung berät der Schul- und Kulturausschuss der Gemeinde Neunkrichen, die Verwaltung mit der Ausschreibung und Vergabe der Anschaffung der Einrichtung eines Regalsystems für das neu einzurichtende Kommunalarchiv zu beauftragen.
Mit Ratsbeschluss vom 10.04.2025 wurde die Verwaltung beauftragt, die Planungen zur Einrichtung eines Archivs in den Räumen in der ehemaligen AOK-Geschäftsstelle aufzunehmen und die entsprechenden Haushaltsmittel zur Realisierung zu budgetieren (SCHKA-7-2025). Weiterlesen
Schlagwort-Archiv: Archivpolitik
Heute: 1. Lesung des Gesetzes zur Änderung des Archivgesetzes NRW

Der Gesetzentwurf der Landesregierung (Drucksache 18/18113) wird heute in erster Lesung in den Landtag eingebracht. Vorgesehen ist die Überweisung an den federführend enAusschuss für Kultur und Medien sowie an den Innenausschuss. Da die Einbringung laut Tagesordnung nach 22 Uhr erfolgt, können Reden zu Protokoll gegeben werden.
Der Optimismus des Verfassers des ersten Entwurfs aus dem Jahr 2018, der anlässlich der Tagung der nordrhein-westfälischen Kreisarchive am 10. März 2026 davon ausging, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden wird, scheint sich zu bestätigen. Allerdings darf die insgesamt lange Dauer des Verfahrens als Ausdruck der Geringschätzung von Archiven und Archivierenden durch die Landespolitik gewertet werden.
s. dazu:
1) Sachstand: Evaluierung des Archivgesetzes NRW (2018 – 2026)
2) Archivvgesetz NRW: Unerwartete Wende
3) Archivgesetz NRW – ja, ist denn schon Weihnachten?
77. Westfälischer Archivtag in Castrop-Rauxel
Der 77. Westfälische Archivtag findet am 17. und 18. März 2026 in Castrop-Rauxel statt.
„Für die Eröffnungssitzung ist eine Diskussion vorgesehen, die sich mit der Lage und dem Selbstverständnis der Archive in Zeiten auseinandersetzen soll, in der die Demokratie und ihre Grundwerte nicht mehr so unverrückbar und unumstritten scheinen, wie es viele Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg der Fall war. Gegenstand der Diskussion werden die Felder Überlieferungsbildung und historische Bildungsarbeit sein, in denen kommunale Archive zwischen Politik, Verwaltung sowie Nutzerinnen und Nutzern agieren und als Hüter authentischer Quellen und Vermittler gefordert sind. Weiterlesen
KRITIS-Dachgesetz ignoriert Kulturgüter: „Historisches Gedächtnis bleibt ungeschützt“
Der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare kritisiert eine gravierende Lücke im neuen Gesetz zur Sicherung kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Dachgesetz). Archive und andere Einrichtungen des kulturellen Gedächtnisses bleiben im Gesetz vollständig unberücksichtigt.
„Der Staat schützt Stromnetze, Wasserwerke und Verkehrssysteme – aber sein eigenes historisches Gedächtnis lässt er ungeschützt“, erklärt der VdA-Vorsitzende Dr. Michael Ruprecht. „Dass Archive im neuen KRITIS-Gesetz keinerlei Rolle spielen, ist kaum
nachvollziehbar.“ Weiterlesen
Forum „Archive unter Druck“

„Archive und andere Gedächtnisorganisationen geraten zunehmend unter Druck. Sie müssen ihre Aufgaben und ihre Bedeutung in pluralistischen Demokratien immer häufiger erklären und auch verteidigen. Das zeigt sich unter anderem an Debatten zur finanziellen und personellen Ausstattung oder Standort-Diskussionen. Dazu zählen auch politische Debatten und Erwartungen bezüglich der fachlichen Arbeit, zum Beispiel bei inhaltlichen Fragen, was als bewahrenswertes Archivgut gilt und überliefert wird.
Als Einrichtungen, die zur sachgerechten Sammlung, Aufbewahrung und Bereitstellung von Unterlagen verpflichtet sind, sichern Archive einen unverfälschten Blick auf das Originaldokument. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur Transparenz von Entscheidungen und zur Nachvollziehbarkeit historischen und aktuellen Handelns in demokratischen Gesellschaften. …..“
Auf die diese Veranstaltung in Berlin, an der auch der Arbeitskreis Offene Archive des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare mit seiner „AG Demokratie“ beteiligt ist, weist siwiarchiv sehr gerne. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt.
Alle weiteren Informationen hier: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/archive-unter-druck-einladung-zum-gemeinsamen-forum#no-back
„Damit wir auch zukünftig eine Vergangenheit haben –
Für eine dem digitalen Zeitalter angemessene Ausbildung und Lehre in Archivwesen und Geschichtswissenschaft.“ Positionspapier NFDI4Memory

„Das vorliegende Positionspapier ist im Rahmen der ersten „Linking Data|Linking
Communities“-Summer School am Landesarchiv Baden-Württemberg unter dem Thema „Das Beste aus zwei Welten. Digitale Methoden und Use Cases in Archivwesen und Digital History“ entstanden. Unterzeichnet haben Beteiligte der Summer School und Mitglieder des Steering Committees von NFDI4Memory. Das Papier ist an die Unterhaltsträger auf Landes- und Bundesebene gerichtet. Es soll diese für den großen Handlungsbedarf im Bereich Ausbildung bzw. Lehre in Archivwesen und Geschichtswissenschaft mit Blick auf die Herausforderungen bei der Sicherung wie auch der wissenschaftlichen Auswertung des entstehenden digitalen
Kulturerbes sensibilisieren und auf die zu deren Bewältigung notwendigen Mittelaufwüchse aufmerksam machen.“
Archivgesetz NRW – ja, ist denn schon Weihnachten?

Vorgestern hat die Landesregierung den Entwurf einer Novellierung des Archivgesetzes vorgelegt und dem Landtag zur Information zugeleitet. Dieses geht nun in eine Verbändeanhörung.
Link zur Vorlage 18/4663: MMV18-4663
Zur Geschichte der Novellierung s. https://www.siwiarchiv.de/sachstand-evaluierung-des-archivgesetzes-nrw/#comment-190898
NRW: Thomas Henne: „Die archivrechtliche Anbietungspflicht“
Emails, Chatverläufe sind anzubieten vs „Vielleicht sollte man mal die Historiker fragen, was sie für nötig halten, nicht die Juristen!“. Beginn einer Debatte.
„Bei mehreren aktuell arbeitenden Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen des Landtages NRW ist aus Sicht der sozialdemokratischen Abgeordneten der Zugang zur relevanten Behördenunterlagen unzureichend, weil die Unterlagen teilweise gelöscht wurden. Daraus entstand auch die Frage, ob die archivrechtliche Anbietungspflicht in diesen Fällen unterlaufen wird.
In einer Besprechung mit den SPD-Mitgliedern der Untersuchungsausschüsse konnte Prof. Thomas Henne am Montag [13.10] die Rechtsgrundlagen des Landesarchivgesetzes erläutern. Zentral waren dabei der
● weite Unterlagenbegriff des Gesetzes (auch „elektronische Aufzeichnungen“ sind erfasst) und das im Gesetz erfreulicherweise verankerte
● archivrechtliche Löschungssurrogat (die Anbietung an das Archiv ist ein Surrogat für die vom Fachgesetz vorgeschriebene Löschung).
Ausgehend von dem eindeutigen Wortlaut des Landesarchivgesetzes zeigte sich, dass die von den NRW-Ministerien vertretene Rechtsauffassung, eine Veraktung sei Voraussetzung für das Entstehen der archivrechtlichen Anbietungspflicht, nicht haltbar ist. Auch eine „Löschroutine“ bei Messengerdiensten, die zur Datensicherheit eingeführt wird, kann die archivrechtliche Anbietungspflicht nicht aufheben.
Die weitergehende Frage, ab wann die Nichtvorlage von Unterlagen an einen Untersuchungsausschuss strafrechtlich relevant wird (§ 274 StGB – Urkundenunterdrückung), führte dann über das Archivrecht hinaus, da jedenfalls die Nichtanbietung an Archive keinen Straftatbestand erfüllt. Weiterlesen
Podcast: Wissenschaft und Demokratie. Ein neues Netzwerk für Historiker:innen

Kerstin Wolff: „Es ist eines der ganz großen Pluspunkte für dieses Netzwerks, dass wir uns dezidiert nicht nur an Historiker*innen an Universitäten wenden, sondern uns breit aufstellen. Ganz wichtig sind Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Verknüpfung zu Archiven.“
Staffel 3, Episode 5 des H-Soz-Kult Podcasts „Vergangenheitsformen“, 22. August 2025
Welche Konjunkturen einer „engagierten Wissenschaft“ sehen wir derzeit? Über ein neues Netzwerk „Historiker:innen für eine demokratische Gesellschaft“, kurz hist4dem, spricht Claudia Prinz in dieser Folge mit drei der Sprecher:innen.
hist4dem ist ein unabhängiges Netzwerk von Historiker:innen und historisch arbeitenden Personen in Universitäten, Schulen, Einrichtungen der kulturellen und historisch-politischen Bildung, Museen, Archiven und Gedenkstätten sowie von freien Historiker:innen, Autor:innen und Kulturschaffenden. Das Netzwerk gründete sich im März 2025 anlässlich der Zunahme rechtsextremer und demokratiefeindlicher Bewegungen in Deutschland und weltweit. Sein Ziel ist die Förderung, Bewahrung und Verteidigung demokratischer Strukturen und Prinzipien durch Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.
Zu den Personen
Jürgen Martschukat ist Professor für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt und bei H-Soz-Kult langjähriger Fachredakteur.
Astrid Windus ist Lateinamerika-Historikerin an der Universität zu Köln.
Kerstin Wolff lehrt und forscht zu Geschlechtergeschichte in Kassel, wo sie am Archiv der deutschen Frauenbewegung arbeitet.
Weiterführende Informationen Weiterlesen
Kreistagswahl Siegen-Wittgenstein 2025: Archiv- und erinnerungspolitischer Check der Wahlprogramme
In vier Wochen wird der Kreistag Siegen-Wittgenstein neugewählt. Ein Blick in die online vorliegenden Wahlprogramme – bis gestern lagen keine Kommunalwahlprogramme für die AfD, die UWG und die WerteUnion vor – der antretenden Parteien ergab folgendes:
1) Archivpolitik:
– FDP:
“ ….. Aus unserer Sicht bringt auf Arbeitsebene ein Zusammenschluss von Tourismus, Regionalmarketing und Kultur Vorteile und Synergien. Das Kulturhaus Lÿz soll wieder zu einem echten Kulturhaus werden, dem Bruchwerktheater ein neues Dach geben, das Archiv und die VHS integrieren. Hier soll die neue Ideenschmiede für das Lebensraummanagement des Kreises Siegen-Wittgenstein entstehen……“ [s. dazu siwiarchiv v. 16. Juni 2025]
Fehlanzeige für CDU, Die Grünen, Die Linke, Freie Wähler, SPD und Volt
2) Erinnerungspolitik: Weiterlesen

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