Archive – Fehlanzeige!

In seiner Regierungserklärung erwähnte der neue Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU) gestern mit keinem Wort die Archive. Ist dies ein schlechtes Zeichen für den Substanzerhalt des kulturellen Erbes, für die Herausforderungen der digitalen Langzeitachiverung oder für die Bildungspartnerschaften von Archiven und Schulen?

Bundestagswahl 2017 – „Archiv“ in den Wahlprogrammen der Parteien

Am 24. September wird der neue Bundestag gewählt. Siwiarchiv wirft einen Blick in die Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2017 der Parteien auf der Suche nach Archivischem:
1) Fehlanzeige: CDU/CSU, AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz, Bürgerrechtsbewegung Solidarität, Deutsche Mitte, Die Grauen, Die Urbane. Ein HipHopPartei, Die Violetten, Die Partei, Partei für Gesundheitsforschung, Partei Mensch, Umwelt, Tierschutz, Sozialistische Gleichheitspartei Weiterlesen

Vom Werden des Gemeindearchivs Neunkirchen

Die Siegener Zeitung meldet heute kurz:
„Einstimmig beschloss der Neunkirchener Rat in seiner jüngsten Sitzung, dass die Einrichtung eines Gemeindearchivs vorbereitet werden soll. Die Gebäudefrage ist noch nicht geklärt, in Sachen Personal will man möglicherweise mit der Nachbargemeinde Burbach kooperieren. Die ursprüngliche Beschlussempfehlung, das Archiv im Jahr 2018 einzurichten, hatte der Schulausschuss allerdings gestrichen. Auch im Rat blieb es jetzt bei einem Beschluss ohne zeitliche Festlegung.“
Die Frage sei erlaubt, warum man sich nicht festgelegt hat …..

Zur Thema s.:
1) Archivierung in der Gemeinde Neunkirchen – SPD fragt nach, siwiarchiv, 30.11.2016
2) Kulturausschuss berät heute die Archivarbeit in der Gemeinde Neunkirchen, siwiarchiv, 25.4.2017

Bundesarchiv fordert Nachlass von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl

via Archivalia, 26.6.2017

„Der Nachlass des verstorbenen Altkanzlers Kohl ist begehrt. Laut Testament soll sich seine Witwe um in Oggersheim verbliebene Dokumente kümmern. Per Brief schaltete sich nun der Leiter des Bundesarchivs ein und forderte die Herausgabe von Akten. […]

Hollmann stelle Kohl-Richter die Herausgabe privater Unterlagen in dem Brief anheim, berichtete die „WamS“. In klaren Worten fordere er aber die „Weiterleitung“ des staatlichen Schriftgutes.“ (Tagesschau.de)

Siehe auch
Rita Lauter, Was wird aus Helmut Kohls Nachlass?, Die Zeit, 22.6.2017
Klaus Wiegrefe, Wettlauf um die Kohl Akten, Der Spiegel, 26.6.2017 mit weiteren Links

Archive im Koalitionsvertrag NRW – Fehlanzeige!

Wer die Auswertung der Wahlprogramme zur vergangenen nordrhein-westfälischen Landtagswahl noch in Erinnerung hat, die/der wird sich kaum wundern, dass das Themenfeld „Archive/Archivierung“ keine Erwähnung im Koaltionsvertrag von CDU und FDP in NRW gefunden hat.
Bleibt wenigstens zu hoffen, dass das Thema „(Langzeit-)Archivierung“ bei den im Vertrag beschriebenen Bemühungen um die Digitalisierung konkludent mitgedacht wurde. Bedauerlich ist weiterhin, dass das nordrhein-westfälische, archivische Erfolgsmodell – die „Landesinitiative Substanzerhalt“ – nicht explizit erwähnt wurde. Schließlich  wäre eine Wort zu den erfolgreichen Bildungspartnerschaften „Archiv und Schule“ bei den Archiven – und Schulen – gerne gehört worden.

Link zum Koalitionsvertrag (PDF)

Landtagswahl in NRW – „Archiv“ in den Wahlprogrammen der Parteien

Morgen ist Landtagswahl in NRW. Eine Suche in Wahlprogrammen nach dem Stichwort „Archiv“ verlief bei SPD, CDU, FDP und AfD ergebnislos. Im Wahlprogramm der Grünen werden die Bildungspartnerschaft „Schule und Archiv“ erwähnt sowie ein Archiv zum Thema „Rechtsextremismus in NRW“ gefordert. Im Wahlprogramm der Linken findet sich die Forderung nach dem Aufbau eines Archivs queerer Lebenswelten in NRW. Im Wahlprogramm der PIRATEN finden sich folgenden Aussagen „Die Digitalisierung ist für die Archivierung und Bereitstellung des bereits gemeinfreien kulturellen Erbes zur Rezeption und zur Weiterverwendung und damit auch zum Remix unabdingbar.“ und “
Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten produzieren TV- und Radio-Angebote sowie interaktive Medieninhalte, die von der Allgemeinheit bezahlt werden. Das Internet ermöglicht eine nachhaltige Archivierung und Publikation dieser Inhalte, dennoch stehen jene in der Praxis nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung.
Wir wollen daher, dass Produktionen, die von der Allgemeinheit finanziert wurden, auch permanent der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.
Zu diesem Zweck setzen wir uns für eine Rücknahme der im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag eingeführten Depublikation öffentlich-rechtlicher Medieninhalte im Internet ein. Darüber hinaus sollen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihre Inhalte unter freier Lizenz zur Verfügung stellen. „

Kulturausschuss berät heute die Archivarbeit in der Gemeinde Neunkirchen

Auf den Antrag der SPD-Fraktion vom 15.11.2016 berät heute ab 17:30 Uhr der Schul- und Kulturausschuss der Gemeinde Neunkirchen über die Einrichtung eines Archivs. Die umfangreiche Sitzungsvorlage enthält folgenden begrüßenswerten Beschlussvorschlag: „Der Rat beschließt grundsätzlich die Einrichtung eines Gemeindearchivs im Jahr 2018 und beauftragt die Verwaltung, ein Konzept für die Implementierung eines Archives zu erarbeiten.“

s.a. Westfälische Rundschau, 22.4.2017

Bundesarchivgesetz in 2. und 3. Lesung morgen im Bundestag

Konträre Stellungnahmen von Bundesregierung und Journalistenverbänden

„Der Deutsche Bundestag wird am morgigen Donnerstag nach zweiter und dritter Lesung über den Gesetzentwurf zur Neuregelung des Bundesarchivrechts abstimmen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Durch die Neuregelungen erleichtern wir Wissenschaftlern und Journalisten, aber auch Privatpersonen den Zugang zu dem ungeheuren Fundus an Wissen, der in den Dokumenten und Unterlagen des Bundesarchivs gesichert ist. Gleichzeitig machen wir dieses Gedächtnis unseres Staates stark für die Erfordernisse des digitalen Zeitalters – etwa durch die Einrichtung eines digitalen Zwischenarchivs, das die Bundesbehörden entlastet und das Bundesarchiv in die Lage versetzt, frühzeitig und fachgerecht für eine digitale Langzeitarchivierung zu sorgen. Damit ist das Bundesarchiv gut aufgestellt, um auch in Zukunft seiner Kernaufgabe gerecht zu werden: Transparenz und Überprüfbarkeit staatlichen Handelns sicherzustellen.“ Weiterlesen

Grünes Licht für Bundesarchivgesetz (?)

Unterlagen und Akten öffentlicher Stellen des Bundes sollen zukünftig deutlich früher im Bundesarchiv archiviert und die Schutzfristen für das Archivgut verkürzt werden. Der Kulturausschuss billigte am Mittwoch den entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung (18/9633) in der durch den Ausschuss geänderten Fassung mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen das Votum von Bündnis 90/Die Grünen. Die Linke enthielt sich der Stimme. Ziel der Gesetzesnovelle ist es, das Bundesarchivgesetz insgesamt nutzer- und wissenschaftsfreundlicher zu gestalten und an die Anforderung der digitalen Informationsgesellschaft anzupassen. Weiterlesen