Online: Milan Weber: Bilder der Vergangenheit

Inszenierung und Popularisierung von Geschichte in digitalen Spielen

„Geschichte ist heute so populär wie nie. Sie nimmt eine zunehmende Präsenz in populären Medien ein und wird gehört, gelesen, gesehen, erzählt, nachgestellt, erlebt und gespielt. Mitverantwortlich an der stetig zunehmenden Popularität sind digitale Spiele. Sie formulieren nicht nur die Vorstellungen aus, die Millionen von Menschen weltweit von der Vergangenheit besitzen – sie verändern sie auch. Das macht eine systematische Untersuchung der im Medium inszenierten Geschichte unbedingt erforderlich. Neben Büchern und Filmen bildet das digitale Spiel heute eines der wichtigsten Verbreitungsmedien, um Geschichte zu popularisieren – unabhängig von Alter, Geschlecht oder nationaler Zugehörigkeit der Rezipierenden. Digitale Spiele nehmen eine zentrale Rolle ein, wenn wir wissenschaftlich verstehen möchten, wie Geschichte gesamtgesellschaftlich dargestellt, inszeniert, verhandelt und mit Bedeutung ausgestattet wird. Welches Bild von Geschichte wird in digitalen Spielen vermittelt? Welche Auswirkungen haben ihre medialen Besonderheiten auf Geschichtspopularisierungen? Und vor allem: Wie verändert das Medium unsere Geschichtskultur? Dieser und weiterer Fragen nimmt sich Milan Weber in seiner Studie an und geht den vielgestaltigen Transformationen populärer Geschichte in einem der reichweitenstärksten Medien unserer Zeit nach.
Dr. Milan Weber ist Historiker mit den Forschungsschwerpunkten mediale Geschichtspopularisierung, Historical Game Studies sowie transnationale Geschichts- und Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Siegen.“
Quelle: Verlagswerbung + Link zur PDF

Historische Bildung und Forschung in Gefahr

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) unterstützt die jüngste Stellungnahme der Konferenz für Geschichtsdidaktik und zeigt sich besorgt um die universitäre Geschichtswissenschaft

Die Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) warnt in einer aktuellen Stellungnahme vor den Gefahren für die historische Bildung – vor allem in der Schule – durch das Regierungsprogramm der AfD und setzt sich für Wissenschaftlichkeit als Fundament historischen Lernens ein. Der Vorstand des VHD unterstützt diese Stellungnahme.

Mit großer Sorge sehen wir als Fachgesellschaft zudem die geplanten Eingriffe in die universitäre Wissenschaft, wie sie sich im Regierungsprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt darstellen:

  • Eingriffe in die Lehre: Geplant ist die Streichung von als unwissenschaftlich diffamierten Studiengängen („Gender-Studien abschaffen!“, „Postkolonialismus ist keine Wissenschaft!“).
  • Rückschritt im System: Angestrebt wird eine Rückkehr zur der alten„Universität, deren Geschicke von der Professorenschaft gelenkt wurden,“ bei gleichzeitiger Beschneidung der Mitspracherechte von Studierenden und Mitarbeitenden.
  • Gefahr für die Wissenschaftsfreiheit: Das Programm sieht eine direkte staatliche Lenkung von Haushaltsstellen, Professuren und Lehrstühlen vor, um gezielt in Forschungsschwerpunkte einzugreifen.

Diese Pläne greifen die grundgesetzlich geschützte Wissenschaftsfreiheit und die Hochschulautonomie im Kern an. Der VHD stellt sich entschieden gegen diese Forderungen und steht für Freiheit von Forschung und Lehre sowie für eine wissenschaftlich fundierte Geschichtsvermittlung.
Quelle: VHD, Aktuelles v. 15.7.2026

Literaturhinweis: I. Behnken/U.Buchmann (Hrsg.): Jugendverwahrlager Litzmannstadt 1942,

Forschungsexkursion nach Krakau und Lodz 2025 – ein Logbuch (2026)

Das vorliegende „Logbuch“ ist die Dokumentation eines Projektes, das sich Forschungen zur Geschichte des „Jugendverwahrlagers Litzmannstadt 1942“ widmet. Die historischen Zusammenhänge rund um das Jugendverwahrlager Litzmannstadt fungieren als Lehrstück zu den Reproduktionsmechanismen des Autoritären und zur Bedeutung historischer Forschung im Hinblick auf gegenwärtige Entwicklungen. Weiterlesen →

Uni Siegen an neuer DFG-Forschungsgruppe beteiligt

Die Universität Siegen ist an einer neuen Forschungsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. Unter dem Titel „Machbarkeiten des Selbst“ untersucht ein interdisziplinäres Team, wie sich Prozesse der Selbstformung von der Antike bis in die Gegenwart verändert haben. Weiterlesen →

Universität Siegen: Historikerpreis der Dirlmeier-Stiftung

Preisverleihung an Dr. des. Milan Weber

Dr. des. Milan Weber wurde im Rahmen des Tages des Nachwuchses 2025 für seine Dissertation mit dem Thema: „Leap into History“: Historische Inszenierungen und die Popularisierung von Geschichte in digitalen Spielen (Gutachterin: Prof. Dr. Angela Schwarz, Laudator: Prof. Dr. Noyan Dinçkal) mit dem Historikerpreis der Dirlmeier-Stiftung ausgezeichnet. © Universität Siegen

Quelle: Universität Siegen, News, 19.01.2026

Berufswunsch Historiker*in. Ein Videofilm der Uni Siegen


Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit haben Dr. Jürgen Strothmann und Studierende aus dem Historischen Seminar einen Film zum Studium der Geschichte und dem Beruf „Historiker*in“ u. a. auch im Stadtarchiv Siegen gedreht.

Weiterführende Links:

Video in der Mediathek der Agentur für Arbeit

Quelle: Uni Siegen, News, 29.10.2025

Online: Der 9. November: Aufbrüche, Abgründe und die Fragilität der Demokratie

Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft, Link: https://hist4dem.de/

Sonntag, 9. November 2025, 16.00-18.15 Uhr

Am 9. November jähren sich mehrere Schlüsselereignisse der deutschen Geschichte. Er steht für den Aufbruch in die Demokratie, aber auch für deren Fragilität. Anlässlich dieses zentralen Datums lädt hist4dem vier Expert:innen zu einer gemeinsamen Diskussion ein: über den 9. November als Chiffre einer komplexen Geschichte, über die Zerbrechlichkeit demokratischer Ordnungen und darüber, dass Demokratie nur bestehen kann, wenn Bürger:innen sich aktiv für sie engagieren. In Zeiten, in denen die Demokratie unter Druck steht, ist ein fundierter Blick auf ihre Geschichte wichtiger denn je.
Line-up:
– Der 9. November 1918: Kipppunkt der deutschen Demokratiegeschichte? (Kirsten Heinsohn, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg)
– Der 9. November 1923 und der Hitlerputsch: Größenwahn oder Machtstrategie? Wie ein gescheiterter Putsch Hitler bekannt machte (Nadine Rossol, University of Essex)
– Der 9. November 1938: Die Novemberpogrome (Michael Wildt, HU Berlin)
– Der 9. November 1989: Der Mauerdurchbruch und die Freiheitsrevolution (Ilko-Sascha Kowalczuk, Berlin)
Zuschalten können Sie sich auf Zoom unter https://uni-koeln.zoom.us/j/99979537933?pwd=hGC2szPv31HkasIOesBED3VtaBuFQ1.1

Quelle: Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft, Aktionen

Videotipp: Die Reichskrone: Mythos, Rätsel, Machtsymbol (ARTEDoku HD 2025)

„Die Dokumentation begleitet ein internationales Forschungsteam bei der Untersuchung des ikonischen Herrschaftssymbols des Heiligen Römischen Reichs. Sie folgt den Wissenschaftler*innen quer über den Kontinent – von Wien nach Nürnberg, von Aachen bis nach Paris. Dabei enthüllt sie die Schönheit des Objekts und zeigt mithilfe innovativer Aufnahmetechniken bisher unbekannte Details.
Über 800 Jahre lang bestimmte das Heilige Römische Reich als verbindende Klammer die Geschicke von halb Europa – quer über die Grenzen von Sprachen, Konfessionen und Kulturen hinweg. Das Symbol dieser integrativen Herrschaft war die „Reichskrone“. Die Geschichte dieses ikonisch verehrten Herrschaftszeichens ist ebenso reich an Mythen wie die europäische Geschichte selbst.
In einer bisher einzigartigen interdisziplinären Zusammenarbeit erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa nun die verborgenen Geheimnisse der Reichskrone – auf Initiative des Kunsthistorischen Museums Wien, wo das wertvolle Objekt im Hochsicherheitstrakt der berühmten „Schatzkammer“ aufbewahrt wird.
Während die unterschiedlichsten Aspekte der Reichskrone mit modernsten Methoden untersucht wurden, folgte die Dokumentation den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern quer über den Kontinent – von Wien nach Nürnberg, von Aachen bis nach Paris. So nimmt sie das Publikum mit auf eine Reise durch die europäische Geschichte, enthüllt die ganze Schönheit des Objekts und zeigt mithilfe innovativer Aufnahmetechniken neue Details, die dem Auge bisher verborgen blieben.
Dokumentation von Klaus T. Steindl (Frankreich/Österreich 2025, 52 Min)
Video verfügbar bis zum 19/12/2025

Die Dokumentation wirft ab 47:50 auch einen Blick in den Hainer Stollen in Siegen, wo die Kopie der Reichskrone mit dem Aachener Domschatz seit Dezember 1944 untergebracht war.

Online: Geschichte auf Instagram und TikTok (2025)

Perspektiven auf Quellen und Praktiken. Herausgegeben von: Mia Berg, Andrea Lorenz und Kristin Oswald

Instagram und TikTok zählen zu den populärsten Social-Media-Plattformen – auch für geschichtsbezogene Inhalte. Der Band bietet erstmals einen umfassenden Einblick in die Darstellung, Produktion und Erforschung von Geschichte auf den beiden Plattformen.
Ausgehend von dem Citizen-Science-Projekt „SocialMediaHistory“ vereint er Perspektiven aus Forschung und Praxis auf Inhalte, Medienspezifika, Praktiken sowie Nutzung- und Arbeitsweisen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erforschbarkeit der Geschichtsdarstellungen, die interdisziplinär auf theoretischer, forschungspraktischer und exemplarischer Ebene diskutiert wird. Hinzu kommen Interviews und Beiträge, in denen die Creator*innen hinter geschichtsbezogenen Accounts ihre Ansätze und Erfahrungen reflektieren. Der Band schafft eine Grundlage für eine methodisch breite Annäherung an das Spektrum geschichtsbezogener Auseinandersetzungen auf Instagram und TikTok. Damit trägt er zur Etablierung eines fundierten Verständnisses dieser Social-Media-Plattformen in Geschichtswissenschaft und Public History bei.
Information zu Autoren / Herausgebern
Mia Berg, Ruhr Universität Bochum; Andrea Lorenz, Universität Hamburg; Kristin Oswald, Universität Hamburg, Deutschland.

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Podcast: Wissenschaft und Demokratie. Ein neues Netzwerk für Historiker:innen

Kerstin Wolff: „Es ist eines der ganz großen Pluspunkte für dieses Netzwerks, dass wir uns dezidiert nicht nur an Historiker*innen an Universitäten wenden, sondern uns breit aufstellen. Ganz wichtig sind Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Verknüpfung zu Archiven.“

Staffel 3, Episode 5 des H-Soz-Kult Podcasts „Vergangenheitsformen“, 22. August 2025

Welche Konjunkturen einer „engagierten Wissenschaft“ sehen wir derzeit? Über ein neues Netzwerk „Historiker:innen für eine demokratische Gesellschaft“, kurz hist4dem, spricht Claudia Prinz in dieser Folge mit drei der Sprecher:innen.

hist4dem ist ein unabhängiges Netzwerk von Historiker:innen und historisch arbeitenden Personen in Universitäten, Schulen, Einrichtungen der kulturellen und historisch-politischen Bildung, Museen, Archiven und Gedenkstätten sowie von freien Historiker:innen, Autor:innen und Kulturschaffenden. Das Netzwerk gründete sich im März 2025 anlässlich der Zunahme rechtsextremer und demokratiefeindlicher Bewegungen in Deutschland und weltweit. Sein Ziel ist die Förderung, Bewahrung und Verteidigung demokratischer Strukturen und Prinzipien durch Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.

Zu den Personen
Jürgen Martschukat ist Professor für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt und bei H-Soz-Kult langjähriger Fachredakteur.
Astrid Windus ist Lateinamerika-Historikerin an der Universität zu Köln.
Kerstin Wolff lehrt und forscht zu Geschlechtergeschichte in Kassel, wo sie am Archiv der deutschen Frauenbewegung arbeitet.

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