Bad Berleburg: SPD-Fraktion beantragt „Adele-Krebs-Weg“ im Baugebiet Sengelsberg

„Die SPD-Fraktion Bad Berleburg beantragt, eine Anwohnerstraße im zweiten Bauabschnitt des Baugebietes Sengelsberg nach unserer ehemaligen Berleburger Mitbürgerin Adele Krebs zu benennen, stellvertretend für alle Berleburger Bürgerinnen und Bürger, deren Lebensweg und Lebensplanung durch die nationalsozialistische Hass- und Ausgrenzungsideologie zerstört wurden.

Adele Krebs, Foto: Privatbesitz

Leben und Schicksal von Adele Krebs sind leider beispielhaft dafür, was Menschen einander antun können, wenn Vorurteile, blinder Hass, rassistisches Gedankengut und Ausgrenzung in einer Gesellschaft die Oberhand gewinnen. Ihr Schicksal ist nur eines von vielen gewesen – auch in Berleburg.
Wir möchten mit dieser Namensgebung all diesen Schicksalen stellvertretend gedenken und damit im „Festjahr 2021 – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung und Mahnung setzen.

Adele Krebs, Tochter von Levi und Johanna Krebs, kommt 1895 in Berleburg zur Welt. Sie besucht die Mittelschule und lässt sich anschließend zur Buchhalterin ausbilden. Als ledige junge Frau macht sie in der Kleinstadt Berleburg beruflich ihren Weg, wird Mitbegründerin und später sogar Geschäftsführerin eines genossenschaftlichen Einkaufsverbundes des lokalen Einzelhandels. Noch ungewöhnlich und sehr modern für die damalige Zeit, gestaltet sie als Frau ihr Leben selbstständig. Sie ist finanziell unabhängig, geht gerne auf Reisen und steht schon in jungen Jahren in einer verantwortungsvollen Position am Anfang einer kleinen Karriere. Zeitzeugen beschreiben sie als lebenslustige und willensstarke Persönlichkeit. Weiterlesen

Ausstellungshinweis: Anna Boghiguian „Manchmal trifft die Gegenwart unerwartet auf die Vergangenheit“

Museum für Gegenwartskunst, Siegen, bis zum 9.1.22

Das Museum für Gegenwartskunst Siegen präsentiert die erste monografische Museumsausstellung von Anna Boghiguian (*1946 Kairo, EG) in Deutschland. Die ägyptisch-kanadische Künstlerin armenischer Herkunft untersucht in ihren Arbeiten die Auswirkungen von historischen, ökonomischen und politischen Ereignissen. Aus einer sehr persönlichen Perspektive und tief verwurzelt in der Literatur beschäftigt sich die vielreisende Künstlerin mit Menschen, Kulturen, Orten und großen Verbindungslinien der Welt. Ihre nomadischen Erfahrungen übersetzt Boghiguian in Künstlerbücher, Zeichnungen, Malereien, Collagen und Installationen. Weiterlesen

Wittgenstein Heft 2 / 2021 erschienen

Inhalt:

Paul Riedesel: „Der Tod ist Gast im Haus”: Sterblichkeit im Altkreis Wittgenstein
Marco Hofheinz: Denk-mal! Stellungnahme zur Idee einer „Doppel-Skulptur” für Caspar Olevian und Johannes Althusius auf dem Bad Berleburger Olevianplatz.
Friedrich Opes: Das Rezeptbuch von Georg Wagner
Heinrich Imhof: 500 Jahre Berleburger „Höferlinge” Balde, Melbach und Rohrbach
Wolfram Martin: Jäger, Spinnen – Jagdspinnen
Roland Scholz: Wittgensteins Türen und Tore – (Teil I)

Rezension:
Andreas Krüger: Heimat- und Verkehrsverein Schameder e.V. (Hg.), Die wackere Gemeinde Schameder, Dorfchronik zum 700-jährigen Jubiläum, Schmallenberg 2020

Bezug über Wittgensteiner Heimatverein

Straßennamen im Fokus einer veränderten Wertediskussion

Hilfestellung des Deutschen Städtetages zur Aufstellung eines Kriterienkataloges zur Straßenbenennung. Link zur Handreichung (PDF)

Straßennamen stellen über Jahrhunderte hinweg ein „kollektives Gedächtnis“ dar. Sie sind ein Teil der Erinnerungskultur. Die Straßenbenennung spiegelt stets die aktuellen Verhältnisse, die Weltanschauung und Kultur bis hin zu den Herrschaftsverhältnissen der entsprechenden Zeit wider. Historische Personen, Orte und Ereignisse werden zu unterschiedlichen Zeiten verschieden bewertet, im Speziellen unterliegt die Straßenbenennung nach Personen einem Wandel.

Straßenbenennungen dienen in erster Linie der Orientierung und im Zusammenhang mit der Hausnummerierung der Auffindbarkeit aller Liegenschaften sowie der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Darüber hinaus stellt die Benennung nach einer Person eine hohe Form der Ehrung durch die jeweilige Stadt dar. Deshalb ist es wichtig, dass für die Auswahl der Straßennamen in jedem Fall, auch bei sachlichen Benennungen, höchste und kritische Maßstäbe angesetzt werden. Weiterlesen

Brüder-Busch-Figuren gehen auf Reisen

Rund 350 Kilogramm wiegt die Figur des Dirigenten Fritz Busch, die aus einem Betonkern besteht. (Foto: Stadt Siegen)

Die seit 2017 oberhalb der Treppenanlage am Siegufer beheimateten Figuren der in Siegen geborenen Musiker-Brüder Fritz und Adolf Busch sind mit Hilfe der städtischen Grünflächenabteilung demontiert und zur fachgerechten Restaurierung nach Witten gebracht worden.

Dort sollen sie im Auftrag von KulturSiegen im Lechnerhof, dem Atelier der Künstlerin Christel Lechner, von Verschmutzungen, vor allem dem von Unbekannten aufgebrachten silbrigen Farbüberzug an der Figur des Geigers Adolf Busch (1891-1952), befreit und farblich restauriert werden. Weiterlesen

Stadtrundgang entlang politischer Denkmäler in Siegen

So., 12.9., 15.30 Uhr
Entlang politischer Denkmäler, der Geschäfte ehemaliger jüdischer Eigentümer und der Stolpersteine werden auch historische Fotos gezeigt. Themen sind Diskriminierung, Verfolgung bis hin zur Ermordung sowie Widerstand und Flucht.

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich.

Video: „Botschafter*in für Zivilcourage“


Ein Projekt des Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein e.V.
„Im Oktober 2020 ist unser Projekt „Botschafter*in für Zivilcourage“ gestartet. Jugendliche aus dem Kreisgebiet kamen zusammen, um sich gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen. Nach dem ersten gemeinsamen Wochenende machte Corona die Weiterarbeit schwierig. Ziel des Projekts war die Erstellung von verschiedenen Touren im Kreisgebiet die Orte des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus aufsuchen. Leider war die Durchführung der Touren im Frühjahr 2021 unmöglich und stattdessen haben die Jugendlichen ein Video erarbeitet was wir euch jetzt endlich präsentieren können. Wir freuen uns über jeden Like und noch mehr wenn ihr es teilt.“
Gefördert durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und den Kreis Siegen Wittgenstein.

Besonderer Dank Loris TV für die tolle Zusammenarbeit, sowie an die Stadt Siegen, die Stadt Kreuztal, die Stadt Hilchenbach und die Stadt Netphen für die Unterstützung.

Stadtrundgang in Siegen: »Heimat im Blick!“

Der 1686/87 errichtete Pavillonturm des Oberen Schlosses. Vorlage: Dr. Jens Friedhoff, 2014.

So., 29.8., 15.00 Uhr

„Die Führung folgt zentralen Erinnerungsorten aus allen Epochen der lokalen Geschichte im Stadtbild Siegens. Ausgehend vom Oberen Schloß bis zum Siegener Bahnhof erkunden wir gemeinsam bekannte und weniger bekannte Denkmäler zur Stadtgeschichte. Orte, an denen man täglich vorbeiläuft, sollen im Lichte der regionalen Erinnerungskultur vorgestellt und diskutiert werden. Allen gemeinsam ist, dass sie Teil dessen sind, was Heimatgeschichte auszeichnet. Der Spaziergang lädt auch ein, eigene Erinnerungen zu den Orten zu teilen.

Anmeldung erforderlich! (Teilnehmer*innenzahl begrenzt)
Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de

oder persönlich.

Wikipedia-Eintrag zu Jacob Nolde (1859 – 1916)

Jacob Nolde.jpgUnlängst hat Dieter Bald einen Wikipedia-Eintrag zum in Berleburg geborenen Nolde erstellt. Er war ein deutscher Arbeiter, der nach seiner Auswanderung in die USA zu einem bedeutenden Industriellen und Umweltschützer aufstieg und mit seinem Vermögen eine Vielzahl sozialer Projekte förderte. In Bad Berleburg ist eine Straße nach ihm benannt