Es waren Bilder, die niemand sehen wollte – und doch waren sie Realität. Gleich zwei Mal kam es in den vergangenen Monaten auf dem alten jüdischen Friedhof in Bad Berleburg zu Grabschändungen. Zudem haben ein oder mehrere Täter den Davidstern des jüdischen Mahnmals im Berlebach gewaltsam demontiert. „Nie wieder ist jetzt. Das ist für uns nicht nur eine Worthülse, das wollen und müssen wir leben. Wir können und werden diese Schändungen deshalb nicht akzeptieren. Dafür gibt es null Toleranz! Ein solches Vorgehen hat in unserer friedlichen, freien und demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Unsere Stadt der Dörfer steht für Zusammenhalt und Gemeinschaft“, erklärte Volker Sonneborn. Der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg hat deshalb eine Mahnwache initiiert. Dieser Initiative haben sich direkt zahlreiche Akteure angeschlossen. Die Mahnwache findet am Mittwoch, 28.10.2026, um 18.00 Uhr am jüdischen Mahnmal in Bad Berleburg statt.
„Bei uns sind alle Menschen willkommen“ Weiterlesen
Schlagwortarchiv: Erinnerungskultur
Film: Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf
Mittwoch, 21.Oktober 2026, 19:30 Uhr im Residenztheater Bad Laasphe

Burbach/Neunkirchen: Gemeinschaftsschule feiert Festakt zum neuen »Zweitnamen«
GMS trägt nun den Namenszusatz Margot Friedländer Schule.

Die Schülerinnen und Schüler beider Standorte hatten einige kreative Darstellungen vorbereitet, um das Leben und Wirken Margot Friedländers zu würdigen.
Die Gemeinschaftliche Sekundarschule Burbach-Neunkirchen (GMS) trägt einen neuen Namenszusatz. Ab sofort darf sie sich auch Margot Friedländer Schule nennen. Mit einem Festakt hat die Schulgemeinschaft die Erweiterung des Namens in der Aula am Standort Burbach gefeiert und ehrte in respektvoller und angemessener Weise Leben und Wirken der neuen Namensgeberin, die am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben war. Im hohen Alter von 88 Jahren kehrte die Holocaust-Überlebende nach Deutschland zurück, um vor allem jungen Menschen ihre Geschichte zu erzählen immer mit dem Ziel, dass sie hinsehen, einander zuhören und sich einander mit Respekt begegnen.
Unter den rund 300 Gästen befanden sich unter anderem der heimische Bundestagsabgeordnete Benedikt Büdenbender, die ehemalige GMS-Schulleiterin Mechthild Ermert-Heinz, der ehemalige Schulleiter der Realschule Ludger Gruß, der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V., Alon Sander, der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde in Neunkirchen, sowie Neunkirchens Bürgermeister Marco Schwunk und Burbachs stellvertretende Bürgermeisterin Heide Heinecke-Henrich, die den im Urlaub weilenden Bürgermeister Jonas Becker vertrat. Nicht wenige unter den Gästen hatten einen Kloß im Hals, als zum Auftakt ein Film der Margot Friedländer Stiftung über ihre Gründerin und deren Geschichte eingespielt wurde. Geprägt von ihren Erlebnissen während der Shoah und ihrer rund einjährigen Internierung im Konzentrationslager Theresienstadt (1944-1945) hat sie nie zugelassen, dass aus ihren schrecklichen Erfahrungen Hass erwuchs. Im Gegenteil: Ihre Antwort auf die menschenverachtenden Gräuel der Nazizeit war stets eine Botschaft der Menschlichkeit. „Ich bin gekommen, um Euch die Hände zu reichen. Ich tue es für euch. Seid Menschen!“, lautete eine ihrer bekanntesten Aussagen, die an diesem Abend mehr als einmal zitiert wurde. Weiterlesen
Alte Synagoge Bad Laasphe: Baustellenimpressionen
Rundgang durch die neue Dauerausstellung des Aktiven Museums Südwestfalens
Do., 15.10.2026, um 17:00 Uhr, Thomas Wolf, In Zusammenarbeit mit der vhs Siegen-Wittgenstein
Der Titel – «Bin Mensch nicht auch ich?» zugehörig – ausgegrenzt – verfolgt –
fokussiert die zentrale Frage der Ausstellung nach dem Menschsein, der Menschenwürde, die gerade im 20. Jahrhundert mit dem «Zivilisationsbruch» Holocaust bis heute kaum verstehbar ist. Entlang exemplarischer Leitbiografien thematisiert die Ausstellung den Umgang der «deutschen» Mehrheitsgesellschaft mit der jüdischen Minderheit und weiterer gesellschaftlicher Randgruppen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur.
Die Geschichte des authentischen Ortes der ehemaligen Synagoge in Siegen bildet dabei die Grundstruktur der Ausstellung, die ganz bewusst nach Handlungsspielräumen aller in der Zeit des Nationalsozialismus fragt. Die Ausstellung dokumentiert am Beispiel Siegens die stetige Radikalisierung der nationalsozialistischen Ausgrenzungspraktiken aus der Bevölkerung und aus lebensweltlichen Strukturen.
Eintritt und Führung sind Entgelt frei, es wird aber um eine Spende für die Arbeit des Museums gebeten.
Treffpunkt: Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10, 57072 Siegen
Anmeldung erforderlich!
Quelle: vhs Siegen, Programm
Das vormalige Zwangsarbeiter-Krankenhaus in der Fludersbach in Siegen –
studentische Vorschläge für einen Gedenkort am zukünftigen EDEKA-Markt
„Studierende am Fachgebiet Architekturgeschichte der Universität Siegen haben im Sommersemester 2026 im Rahmen eines Semesterprojektes (betreut von Eva v. Engelberg und Lilian Kraft) einen Gedenkort konzipiert. Vier Vorschläge setzen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte des Gedenkens am authentischen Ort. Weiterlesen
R.I.P. Lidija Klimischena (1926 – 2026)

Quelle: Siegener Zeitung, 12. September 2026
Internetseite zur Zwangsarbeit zwischen 1939 und 1945 im Siegerland
Anmerkungen bzw. Wünsche

“ …. Unser Projekt soll stetig wachsen. Wir sind auf Kritik, Verbesserungen, Korrekturen, Mitwirken und Mitarbeit angewiesen. Darum bitten wir Sie! ….“
aus: Projektseite
Der VVN BdA Siegerland-Wittgenstein betreibt das empfehlenswerte Onlineangebot, das die Informationen zur Zwangsarbeit während des Dritten Reiches im Siegerland seit nunmehr fast dreizehn Jahren bündelt. Nachdem sich siwiarchiv den VVN-Angeboten zum Widerstand und zu den Tätern gewidmet hat, hat die VVN via Facebook gebeten sich auch den beiden anderen Angeboten zu widmen; dies sei hiermit für das Zwangsarbeitprojekt gerne getan. Weiterlesen
Null Toleranz: Erneut Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Bad Berleburg geschändet
Auf dem alten jüdischen Friedhof in Bad Berleburg ist es am Wochenende erneut zu Schändungen mehrerer Gräber gekommen. „Die erneuten Schändungen auf dem Friedhof lassen uns fassungslos zurück. Wir verurteilen die Zerstörung und Beschädigung dieses Ortes der Erinnerung, des Gedenkens und des Mahnens für den Frieden auf das Schärfste“, erklärte Volker Sonneborn. Nach Bekanntwerden des neuerlichen Vorfalls waren der Bürgermeister von Bad Berleburg sowie Polizei und Staatschutz am Samstag vor Ort und haben gemeinsam das Ausmaß der Zerstörung aufgenommen. Der Staatsschutz hat zugleich die Ermittlungen übernommen. Dies war schon nach den ersten Vorfällen vor wenigen Wochen erfolgt, als ein oder mehrere Täter Gräber auf dem jüdischen Friedhof geschändet und das jüdische Mahnmal im Berlebach in Bad Berleburg zerstört hatten.
„Unvereinbar mit unseren Werten“
„In den vergangenen Wochen haben wir in Abstimmung mit allen Beteiligten – insbesondere der jüdischen Gemeinde und dem LWL – die notwendigen Abstimmungen getroffen, um die Schäden nach der ersten Schändung zu beheben. Gleichzeitig haben wir in der vergangenen Woche das jüdische Mahnmal im Berlebach repariert und den Davidstern auf dem Mahnmal wieder installiert“, berichtete Volker Sonneborn. Der jüdische Friedhof selbst stand seit Bekanntwerden der ersten Grabschändungen unter engmaschiger polizeilicher Überwachung, zuletzt noch am Freitagabend – und damit unmittelbar vor dem erneuten Vorfall. „Klar ist, dass wir diese Schändung generell und solche Taten im Allgemeinen in keiner Weise tolerieren können und werden. Dies ist unvereinbar mit unseren Werten der Gemeinschaft, Solidarität und Toleranz, für die unsere Stadt der Dörfer in der Vergangenheit stand und auch in Zukunft immer stehen wird“, erklärte der Bürgermeister.
Quelle: Stadt Bad Berleburg, Aktuelles, 7.9.2026

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