Literaturhinweis: R. Fuchs „Gott hat viele Fahrräder“

buchfuchsRichard Fuchs: Gott hat viele Fahrräder. Kindheit in einer evangelikalen Familie im Dritten Reich und danach
ISBN-13: 978-3-95744-303-8
1. Auflage 2014, Engelsdorfer Verlag
Paperback, Format: 21×15, 264 Seiten, zahlr. sw. Abb
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„Richard Fuchs, Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Bücher, enthüllt in seiner Autobiografie Erziehungsmethoden einer strenggläubigen Familie und gewährt damit Einblicke in eine Welt, die der Öffentlichkeit allgemein verborgen bleibt. Als Sohn eines Predigers der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden beschreibt er einerseits die ethisch-moralischen Werte, die dort vermittelt wurden, andererseits auch die Schattenseiten des Dogmas, das da heißt: »Man muss die Bibel wörtlich nehmen.« Zum Beispiel: Züchtigung mit der Rute – Prügelstrafe – in Deutschland per Gesetz verboten; »seid untertan der Obrigkeit« – unter Umständen ein Freibrief für Kriegsverbrecher; Redeverbot für die Frau im Gottesdienst und Unterordnung unter dem Mann; nein zur Gleichstellung und Emanzipation. Obwohl nicht nur in evangelikalen Kreisen Sex als Synonym für Sünde gilt, hat gerade die Bibel in Sachen »Sex and Crime« dennoch viel zu bieten. Das Buch »Gott hat viele Fahrräder« – ein ambivalentes Originalzitat seines Vaters – bietet aber nicht nur einen Aspekt spezieller Religionsgeschichte, sondern auch ein breites Spektrum an Kindheitsgeschichten, Regionalgeschichte, Zeitgeschichte und Kulturgeschichte. Schließlich beschreibt das Buch den langen, aber gelungenen Weg einer Emanzipation zu einem selbstbestimmten, glücklichen und erfolgreichen Leben.“
Quelle: Verlagswerbung
Ergänzend ist die Buchvorstellung von Jens Plaum in der Westfälischen Rundschau vom 11.4.2015 zu lesen.

Fernsehhinweis „Geheimnis Burg Vogelsang“

WDR, Freitag, 17. April 2015, 20:15 – 21:00 Uhr (Wdh. am 18.04.2015 um 16:05 Uhr)
Ein Film von Judith Voelker, Redaktion: Thomas Kamp, Gudrun Wolter

„Sie beherrscht die Landschaft der Nordeifel, ist wie eine Schaubühne in die
Naturkulisse hineingebaut: Die Ordensburg Vogelsang, absichtsvoll inszeniert für die Ewigkeit. Viele Menschen kennen sie als Ausflugsziel inmitten des Nationalparks Eifel. Noch heute ranken sich viele Mythen um diesen Ort und darum, was sich hier abspielte. Eine Burg ist die Anlage jedenfalls nicht. Die Bruchsteinfassade verkleidet einen modernen Zweckbau aus Stahlbeton, geplant als Kaderschmiede für den Führungsnachwuchs der Nationalsozialisten: In der Abgeschiedenheit der Eifel sollte die neue völkische Elite herangezogen werden. Doch am Ende diente das Gelände als Truppenübungsplatz erst für britische und dann für belgische Truppen. Seltene historische Aufnahmen und Zeitzeugenerzählungen machen den Wandel auf der Burg bis heute zu einem Stück erlebnisreichen Geschichtsfernsehens.“
Der Siegerländer Nationalsozialist Richard Manderbach war von 1935 bis 1939 „Burgkommandant“.
Quelle: WDR Fernsehen Newsletter Dokumentation
Link zur Internetseite der Sendung

Historische Führung im Buchhellertal

Biologische Station Siegen-Wittgenstein sowie die Heimatvereine Wahlbach und Burbach laden ein

Im Buchhellertal bei Burbach gibt es viele, heute größtenteils verfallene oder überwachsene Zeugen der historischen Wasserkraftnutzung. Der Wahlbacher Heimatkundler Gerhard Gläser stellt diese im Rahmen einer Führung am Samstag, 18. April, von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr vor. Hierzu laden die Heimatvereine Wahlbach und Burbach sowie die Biologische Station Siegen-Wittgenstein gemeinsam ein.

Die Teilnehmer treffen sich am Parkplatz rechts hinter der Buchhellerbrücke im Eicher Weg in Burbach (Schreibers Werk). Zahlreiche technische und soziale Innovationen, wie sie in fast allen Hochkulturen festzustellen sind, waren erst dann möglich, als die Kraft des Wassers gezähmt und genutzt werden konnte. Am ältesten sind die Wassermühlen zum Getreidemahlen. Weiterlesen

Ausstellung „Migration und Esskultur“

Eröffnung: 20. April 2015 um 17 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek Siegen
MigrationEsskultur
Pizza, Döner, Paella, Gyros – diese Gerichte erscheinen uns heutzutage kaum mehr als fremd. Doch sie wurden erst in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland heimisch, ebenso wie die Menschen, die sie mitbrachten. Diesen Prozess haben Studierende des Historischen Seminars der Universität Siegen im Rahmen einer Lehrveranstaltung unter der Leitung von Dr. des. Daniela Fleiß untersucht. Die Ergebnisse ihrer Forschung über „Migration und Esskultur“ präsentieren sie ab dem 20. April in einer Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek. Weiterlesen

Ausstellung „Geraubte Jahre. Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen“

LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen und Projektleiter Hauke-Hendrik Kutscher (v. l.) in der Sonderausstellung „Geraubte Jahre“. Foto: LWL/Jähne

LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen und Projektleiter Hauke-Hendrik Kutscher (v. l.) in der Sonderausstellung „Geraubte Jahre“. Foto: LWL/Jähne

„Den Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen stellt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unter dem Titel „Geraubte Jahre“ mit einer Sonderausstellung und über 20 Geländestationen ab dem 1. April in den Mittelpunkt der Saison in seinem LWL-Freilichtmuseum Detmold. Während des Zweiten Weltkrieges mussten über 13 Millionen Menschen in Deutschland Zwangsarbeit leisten. In Städten, aber auch auf dem Land arbeiteten Männer, Frauen und Kinder. Ihr Alltag unterlag immer dem Zwang und nicht selten der Willkür. Für die meisten Zwangsarbeiter waren es „Geraubte Jahre“. Das ist auch der Titel des Themenjahres 2015 im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Weiterlesen

Ausstellung „Rubens privat. Der Meister porträtiert seine Familie“

28.03. – 28.06.2015, Rubenshaus, Antwerpen

Ausschnitt aus: Peter Paul Rubens, Selbstbildnis im Kreis der Mantuaner Freunde, um 1604, Öl auf Leinwand, 77,5 x 101 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Dep. 248
Quelle: Flickr-Album des Rubenshauses mit den Topstücke der Ausstellung

Die Porträtmalerei genoss im 17. Jahrhundert kein besonders hohes Ansehen und Rubens mochte sie eigentlicnh auch nicht, wie er selber verlauten ließ. Trotzdem war Rubens einer der besten Porträtmaler seiner Zeit. Zu seinen schönsten und intimsten Porträts gehören zweifellos die Bildnisse seiner Familie: seiner beiden Ehefrauen – der jung verstorbenen Isabella und der bildschönen Helena – und seiner Kinder. Clara-Serenas Lausbubengesicht hat er ebenso beeindruckend dargestellt wie die lebensgroßen Porträts seiner halbwüchsigen Söhne Nicolaas und Albert. Außerdem malte er seine Schwägerinnen und Schwäger. Rubens porträtierte natürlich auch sich selber: als jungen Mann zusammen mit seinem Bruder auf einer Italienreise und später als Herrn von hohem Stand, der schon den Tod vor Augen hatte. Die Porträts, die Rubens von seinen Familienmitgliedern anfertigte, entstanden nicht als Auftragsarbeit, sondern aus Liebe und dienten der Erinnerung. Diese verblüffenden Kunstwerke werden jetzt zum ersten Mal zusammen gezeigt.

Quelle: Link

Literaturhinweis: Stephan Scholz „Vertriebenendenkmäler. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft“

ScholzVertriebenendenkmälerPaderborn 1. Aufl. 2015,
440 S., Festeinband
ISBN: 978-3-506-77264-0

„War die Erinnerung an Flucht und Vertreibung in der »alten« Bundesrepublik ein Tabu?
Keineswegs! Das zeigt die Untersuchung von über 1.500 Vertriebenendenkmälern und ihrer vielfältigen Funktionszusammenhänge. In der deutschen Denkmallandschaft hatte und hat die Erinnerung an Flucht und Vertreibung einen festen Platz. Zahlreiche Gedenkorte verschaffen ihr eine dauerhafte Präsenz im öffentlichen Raum. Stephan Scholz analysiert die räumliche Verteilung und zeitlichen Konjunkturen, die gewählten Standorte, Formen, Motive und Inschriften der deutschen Vertriebenendenkmäler. Im Zentrum stehen dabei ihre beabsichtigten und die tatsächlich realisierten Funktionen im Zusammenhang von Verlustbewältigung, Integration, Deutschlandpolitik und Geschichtskultur. Aus dem Panorama einer Denkmallandschaft kristallisiert sich die Struktur einer dezentralisierten deutschen Erinnerungskultur heraus, die eines zentralen Gedenkortes nicht bedurfte.“
Quelle: Verlagstext [dort auch Inhaltsverzeichnis und Leseprobe als PDF]
Homepage des Autors bei der Universität Oldenburg

Zur Diskussion vor Ort s. a. siwiarchiv v. 24.1.2014