Musiktipp: Fritz Busch dirigiert Mozart, Weber, Bach in Kopenhagen

Mit dem Statsradiofoniens Symfoniorkester nahm Fritz Busch zwischen 1933 und 1951 folgende Werke auf:
MOZART Symphonie Nr. 36 ‘Linz’
MOZART Eine Kleine Nachtmusik
MOZART Deutsche Tänze & Kontratänze
MOZART Klavierkonzert Nr. 21 (Fragmente) [Rudolf Serkin-Klavier]
WEBER Die Freischutz Ouvertüre
BACH Violinkonzert 3. Satz [Adolf Busch-Geige]
DVOŘÁK Karneval Ouvertüre
Eine weitere Veröffentlichung aus der Zusammenarbeit des Brüder Busch Archivs und des Label Pristine Classical.

Bad Berleburg: Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus durch die Benennung der Odebornbrücke zwischen Poststraße und Ludwigsburgstraße

Sitzungsvorlage 310-XI für den Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und
Kultur am 23.03.2022 und Stadtverordnetenversammlung 28.03.2022:

Adele Krebs, Foto: Privatbesitz

„Sachverhalt:
Bezugnehmend auf den Antrag der SPD Fraktion vom 17.09.2021 zur Benennung einer Straße im Neubaugebiet am Sengelsberg nach Adele Krebs als Opfer des Nationalsozialismus fand am 15.02.2022 nach vorherigen Beratungen im Ausschuss für
Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt eine Ältestenratssitzung statt, um gemeinsam über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Dabei wurden die nachfolgenden Recherchen und eingeholten Informationen der Verwaltung zugrunde gelegt.
In Bad Berleburg sind mit jetzigem Forschungsstand 84 Personen mit jüdischer Herkunft verzeichnet, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. 50 Personen wurden deportiert, zum Teil von anderen Orten aus, davon 46 ermordet. Drei davon starben bereits 1938 in Buchenwald bzw. an den Folgen der Deportation ins KZ Sachsenhausen
und Buchenwald, eine 1937 in Bethel. Nur vier Personen überlebten die Deportation. 32 Personen konnten nach unseren Recherchen ihr Leben durch Auswanderung retten. Adele Krebs wurde am 27.07.1942 deportiert und ist am 25.04.1943 im
Konzentrationslager Theresienstadt ermordet worden.
Für 63 der damals bei uns polizeilich gemeldeten Personen mit jüdischer Herkunft wurden durch den Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage mit Unterstützung der Stadt Bad Berleburg Stolpersteine verlegt. Weiteren 6 Personen jüdischer Herkunft, die in Elsoff gelebt haben, wird im Bereich des historischen Dorfrundgangs gedacht. Da der
Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage in Bad Berleburg nicht mehr besteht, soll die Verlegung der Stolpersteine zukünftig zusammen mit den weiterführenden Schulen der Stadt Bad Berleburg erfolgen. Weiterlesen →

Otto Rippel (1878-1957)

Verleger der Zeitung „Das Volk“ und NRW-Landtagsabgeordneter (CDU) für das Siegerland

Otto Rippel, Quelle: Reichstagshandbuch. II. Wahlperiode 1924, Berlin 1924, S. 577

Otto Rippel, der spätere Verleger und Schriftleiter der seit kurzem online verfügbaren Zeitung „Das Volk“ und der Vertreter des Siegerlandes im ersten direkt gewählten Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, soll im Folgenden kurz vorgestellt werden. Eine sich lohnende intensivere Auseinandersetzung mit Rippel wird durch erste Quellen- und Literaturhinweise angeregt. Ohne eine intensive Nutzung des Stadtarchivs Hagen ist die Erstellung einer Biographie allerdings nur schwer vorstellbar:

Rippel, Otto

* 30.1.1878 Hagen, gest. 18.1.1957[1] in Hagen[2]

Leben und Beruf[3]

– ev.
– Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Rippel eine Buchhändlerlehre, die er mit der Gehilfenprüfung abschloss. In den folgenden Jahren arbeitete er als Verlagsbuchhändler in Hagen. Er wurde 1901 selbständiger Verleger, war Besitzer einer Druckerei und leitete später den Zeitungsverlag Otto Rippel Verlag.
– Verleger, Westdeutsche Verlagsgesellschaft, die 1924 zum Prozess gegen die Führer des Hitler-Ludendorff-Putschs (1923) Adolf Hitler, sein Leben – seine Reden publizierte, Geschf., Alleininh. des Verlags, Mithrsg. Ruhr-Nachrichten

Selbstaussagen:[4] Weiterlesen →

Wikipedia-Artikel zu August Jost (1811 – 1866)

Haus Jost
Wohnhaus der beiden Wittgensteiner Landräte Jost in Berleburg, Dieter Bald, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 via Wikimedia Commons

Dieter Bald hat unlängst einen Wikipedia-Eintrag zu August Jost, einem fürstlichen Kammerrat in Berleburg und von 1854 bis 1855 kommissarischer Landrat des Kreises Wittgenstein verfasst.

Link zu dessen Vater und Landrat Friedrich August Jost

Industriemuseum im Kreis Siegen-Wittgenstein?

Mission incomplete?, Quelle: FDP Kreisverband Siegen-Wittgenstein, Homepage

Beschlussvorlage 78/2022 für die heutige Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Ehrenamt des Kreistags Siegen-Wittgenstein

„Sachdarstellung
Auf Antrag der FDP-Fraktion (Drucksache 149/2021) hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 30.04.2021 die Kreisverwaltung um die Aufnahme von Gesprächen zur Auslotung der Chancen für die Planung und Realisierung eines Industriemuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zur frühindustriellen Geschichte im Siegerland gebeten.
In der Folge wurden hierzu intensive Gespräch mit Herrn Matthias Löb, Direktor des LWL, und der für die LWL-Kulturabteilung zuständigen Landesrätin, Frau Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, geführt. Seitens der Verwaltungsspitze des LWL wurde vermittelt, dass aufgrund der von den Gremien des LWL für dessen Kulturarbeit beschlossenen Strategien und Zielsetzungen auf absehbare Zeit kein Raum für die Entwicklung eines neuen Museumsstandorts des LWL gesehen wird. Dem LWL gehe es in seiner derzeitigen Ausrichtung darum, die von ihm in der Vergangenheit erfolgreich entwickelten und betriebenen Standorte zu stärken und auszubauen. Neben einer in diesem Sinne angelegten Weiterentwicklung der eigenen Einrichtungen wolle man vorrangig dezentrale Ansätze und Aktivitäten in Westfalen-Lippe mit einem dazu bewährten System von zielgerichteter Förderung und fachlicher Beratung und Begleitung sowie mit dem Ausbau von Netzwerken und regionaler Zusammenarbeit unterstützen. Die Inanspruchnahme dieser Leistungen und Angebote sei insbesondere an den Bedürfnissen von Museen und Kulturangeboten in kommunaler und ehrenamtlicher Trägerschaft orientiert. In diesem Kontext wurde auf das grundlegende „Kulturpolitische Konzept“ des LWL (siehe unter LWL | Kulturpolitisches Konzept – LWL- Kultur) hingewiesen. Weiterlesen →

Heimatverein Erndtebrück e.V. gewinnt 1. Platz beim Heimatpreis

Bürgermeister Henning Gronau überreicht den 1. Platz des Heimatpreises an den Heimatverein Erndtebrück e.V..Die Modellbauer konnten mit ihrer Sonderausstellung »Eisenbahn in Erndtebrück« die Jury überzeugen. Der Modellbau ist im Heimatmuseum Erndtebrück zu bewundern. © Gemeinde Erndtebrück

Mit ihrer Sonderausstellung „Eisenbahn in Erndtebrück“ im Maßstab 1:87 in den Räumlichkeiten des Heimatmuseums konnte der Heimatverein Erndtebrück e.V. die Jury überzeugen – Platz 1 beim Heimatpreis 2021. Der Modellnachbau mit der Darstellung des Bahnhofsareals im Jahr 1912 zeigt fahrende Modellzüge und die originalgetreue Nachbildung des Bereiches um den Bahnhof Erndtebrück mit Bauwerken wie dem alten Wasserturm und dem alten Lokschuppen.

In mühevoller Kleinstarbeit haben die ehrenamtlichen Modellbauer die Sonderausstellung erbaut – die ersten Ergebnisse konnten bereits zum 750. Jubiläum Erndtebrücks bewundert werden. „Gleise zu verlegen und anschließend zu verkabeln, ist die eine Seite der Medaille. Aber das wichtigste ist die Ausgestaltung der Anlage mit der typischen Landschaft, mit Häusern, Straßen, Wegen, Wiesen und Wäldern. Dass das eine langfristige Aufgabe wird, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Die Prämisse lautete von Beginn an: Der Wiedererkennungswert soll möglichst hoch sein“, heißt es von den Modellbauern des Heimatvereins. Diesen Wiedererkennungswert haben sie bis heute eingehalten und das Modell immer mehr erweitert.

Mit dieser Sonderausstellung im obersten Stock des Heimatmuseums hat der Heimatverein Erndtebrück etwas Besonderes geschaffen, was die Erndtebrücker*innen noch lange an die Bedeutung und Geschichte Erndtebrücks als Eisenbahnerdorf erinnert. Daher ist der 1. Platz des Heimatpreises auch völlig verdient, findet Bürgermeister Henning Gronau, der den Heimatpreis nun persönlich überreichte: „Ich bin immer wieder fasziniert von dieser Anlage. Diese Details: ob der Fuchs, der der Gans im Garten auflauert oder die spielenden Kinder in der Bahnhofstraße. Hier wurde Geschichte eindrucksvoll nachgebaut. Und ich hoffe, dass die Pandemie es bald wieder zulässt, dass möglichst viele Menschen dieses Modell bewundern können und in die Zeit von 1912 eintauchen können.“ Weiterlesen →

Wikipedia-Artikel zu Eustach Graf von Schlitz gen. Görtz-Wrisberg (1856 – 1914)

Dieter Bald hat unlängst einen Beitrag zu Eustach Graf Görtz-Wrisberg verfasst, der von September 1890 bis März 1891 ein halbes Jahr lang als kommissarischer Landrat im Kreis Wittgenstein fungierte.

Zur intensiveren Beschäftigung mit Görtz-Wrisberg landen folgende Archivalien ein:
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 77, Personalakten Nr. 2423, Schlitz, genannt Görtz und Wrisberg, Eustach Hans Eitel Graf v. , Geheimer Regierungsrat bei der Regierung in Kassel , 1882-1910
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 125, Nr. 1636, Görtz-Wrisberg, Eustach Graf von, Regierungsreferendar, Hildesheim, 1885
– Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Bestand F 23 A(Akten Herrschaft Schlitz), Nr 316/19, Briefwechsel Buchstabe G, Eustach Graf von Görtz-Wrisberg (1856-1914). – 28 Briefe, 6 Telegramme, 1 Nachricht auf Postpaketabschnitt, 1875-1882
– Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nummer 7426, Jahresnachweisungen der persönlichen und dienstlichen Verhältnisse der Mitglieder des Regierungskollegiums, 01.01.1893 – 31.12.1907, enthält u. a.: Schlitz gen. von Görtz u. Wrisberg Gf.v., Eustach (geb. 1856-12-17, Regierungsrat)

Vortrag: „Jesuitische Gefängnisseelsorge und Hexenverfolgung im Sauer- und Siegerland“

PD Dr. Frank Sobiech (Paderborn) in der Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 17. März 2022

Die Geschichte der katholischen Glaubenslehre in unserer Region ist eng verknüpft mit der Einführung der Gegenreformation unter Johann VIII. Graf zu Nassau-Siegen (1583-1638). Der Bruder von Fürst Johann Moritz war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Rom zum Katholizismus konvertiert und hatte im Spannungsfeld der Konfessionen während des Dreißigjährigen Krieges 1626 in Siegen ein Jesuitenkollegium gegründet. In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am 17. März 2022 wird ein Überblick über das Wirken der Gesellschaft Jesu im Sauer- und Siegerland vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vermittelt. Wer waren die hier wirkenden Jesuiten als Personen, was taten sie hier, in welchem Kontext kamen sie mit den Hexenprozessen in Berührung und wie stellten sie sich dazu?

Referent ist der 2004 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promovierte Theologe und Kirchenhistoriker PD Dr. Frank Sobiech. Seit 2017 gehört er zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie der Theologischen Fakultät Paderborn. Dr. Sobiech ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Seelsorge in Hexenprozessen, der Geschichte des Jesuitenordens und des Verhältnisses von Medizin und Theologie in der Frühen Neuzeit. Seine Habilitationsschrift „Jesuit Prison Ministry in the Witch Trials of the Holy Roman Empire“ von 2017 erschien zwei Jahre später in der Reihe „Bibliotheca Instituti Historici Societatis Iesu“ in Rom.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 17. März 2022, um 18.30 Uhr im Eintrachtsaal der Siegerlandhalle (Einlass ab 18.00 Uhr). Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter weisen angesichts der aktuellen NRW-Corona-Schutzverordnung darauf hin, dass nur vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen an der Veranstaltung teilnehmen können. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Die 3G-Regelung wird am Eingang kontrolliert. Ein entsprechender Nachweis ist am Vortragsabend beim Einlass zusammen mit einem Ausweisdokument vorzulegen. In der Siegerlandhalle ist ein medizinischer Mund- und Nasenschutz zu tragen, der am Sitzplatz abgenommen werden darf.

Ein Schiff läuft im Siegerlandmuseum ein

„Dank der großzügigen Unterstützung durch den Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. ist es gelungen, ein detailgetreues Modell eines Handelsschiffes des 17. Jahrhunderts von einem US-amerikanischen Hersteller historischer Schiffsmodelle zu erwerben.

Das detailgetreue Modell eines Handelsschiffes des 17. Jahrhunderts hat das Siegerlandmuseum von einem US-amerikanischen Hersteller historischer Schiffsmodelle erworben. (Foto: Siegerlandmuseum)

Das Modell zeigt den typischen niederländischen Ost- bzw. Westindienfahrer, das heißt den Segelschifftyp, der von der niederländischen Ostindien- sowie der Westindien-Kompanie als Handelsschiff zwischen Europa und den überseeischen Kolonien eingesetzt wurde. Charakteristisch für diese Handelsschiffe sind die drei Masten, eine Bewaffnung mit mehreren Geschützen und ein hohes Schanzkleid zum Erschweren von Enterversuchen.

Auf einem solchen Segelschiff stach der 32-jährige Johann Moritz von Nassau-Siegen im Oktober 1636 von der Nordseeinsel Texel aus in See. Ziel der Reise war das im heutigen Brasilien gelegene Recife. Erst einige Jahre zuvor hatten die Vereinigten Niederlande im Zuge ihrer kolonialen Bestrebungen in Südamerika die Stadt und Region erobert und versuchten nun, ihren Einfluss zu festigen. Johann Moritz wurde zu diesem Zweck als Generalgouverneur nach Niederländisch-Brasilien entsandt.“

Quelle: Stadt Siegen, Pressemitteilung, 25.02.2022

Juliane von Stolberg-Wernigerode (1506 – 1580). Links und Literatur

Stedelijk Museum Het Prinsenhof, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1703321

Spätstens mit der Einrichtung des Arbeitskreises zur Überprüfung von Straßennamen in der Stadt Siegen und dem Bürgerantrag: „Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Siegener Stadtbild“ ist eine Debatte entstanden, die auch das mangelnde Vorhandensein von Frauen im Siegener Stadtbild beinhaltet. In dieser Debatte fällt auch immer wieder der Name Juliane von Stolberg-Wernigerode für eine Straßenbenennung.Die Links und die zusammengestellte Literatur sollen zu einer weiteren Beschäftigung mit der nassauischen Gräfin anregen

Links: Weiterlesen →