Film: »Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft«

8.11.2019, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

»Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft« ist ein 1971 aufwendig produzierter Farbfilm über das Siegerland. Unter der Regie des bekannten Autors und NDR Mitarbeiters Peter Schier-Gribowsky ließen die Filmemacher kaum eine Gemeinde der Region aus. Neben einem spannenden Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt lassen insbesondere die Landschafts-, Stadt-und Dorfansichten, aber auch die Mode und Fahrzeuge den eigentümlichen Charme der 70er Jahre wieder lebendig werden. Weiterlesen

Literaturhinweis: Dörte Schmithals/Kathrin Spemberg (Hg.): „Walter Schmithals. Pfarrer in Raumland 1953-1963. Erinnerungen“

„Ein autobiografischer Text von Walter Schmithals (1923-2009) bildet die Grundlage dieses Buches. Der spätere Professor für Neues Testament in Berlin schrieb diesen Text im Jahr 1998. Er erinnert sich darin an seine zehn Jahre Pfarrdienst (1953-1963) in Raumland, einem Dorf in Wittgenstein, heute zu Bad Berleburg gehörend.
Ergänzt wird der autobiografische Text durch eine Auswahl an Kurzandachten („Sonntagsbetrachtungen“), die er ab 1957 wöchentlich für eine Lokalzeitung schrieb. Sie sind von außergewöhnlicher geistlicher Tiefe. Manche der Betrachtungen zeichnen sich auch durch ihre politische Schärfe aus, mit der sich Walter Schmithals gegen Blockbildung, Atomrüstung und die Politik der „angeblich christlichen“ Parteien wendet. Diese Äußerungen sind in einer Weise herausfordernd, dass es zu heftigen Konflikten mit der Kirchenleitung kommt. Weiterlesen

Historiker Gerhard Menk (1946-2019) gestorben

Archivalia verwies auf den vor kurzem verstorbenen Archivar und Historiker Gerhard Menk, dessen historischer Wirkungskreis sich auch auf das gesamte (!) Kreisgebiet erstreckte, wie die nachfolgend zusammengestellten Publikationen (Auswahl) zeigen:

  • Der doppelte Johannes Althusius – eine ramistische Dichotomie?, in: Nassauische Annalen 87 (1976), S. 135-142
  • Kalvinismus und Pädagogik. Matthias Martinius (1572-1630) und der Einfluß der Hohen Schule Herborn auf Johann Amos Comenius, in: Nassauische Annalen 91 (1980), S. 77-104
  • Die Hohe Schule Herborn in ihrer Frühzeit (1584-1660). Ein Beitrag zum Hochschulwesen des deutschen Kalvinismus im Zeitalter der Gegenreformation, Wiesbaden 1981 (Veröffentlichung der Historischen Kommission für Nassau, 30)
  • Weiterlesen

„Zeitzeugen auf Zelluloid“: Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft (1971)

Vortrag zur Entstehung des Films mit Ausschnitten
30.10.2019, 19:00, Siegen LYZ

Der seinerzeit von Friedrich Flick zur Imageaufbesserung in Auftrag gegebene Film entwirft ein breit angelegtes Panorama Siegerländer Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Bei dieser Produktion des NDR-Redakteurs Peter Schier-Gribowsky handelt es sich um ein ausgesprochen modernes filmisches Porträt des Kreises Siegen. Der Historiker Dieter Pfau erläutert den Entstehungszusammenhang des Films und lässt anhand ausgewählter Filmsequenzen die Zeit um 1970 wieder lebendig werden.

Veranstalter: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein
Keine nummerierten Plätze! Einlass ab 18:30 Uhr.
Eintritt frei! Um eine Spende für die Erhaltung des regionalen audiovisuellen Archivguts wird gebeten.

Quelle: LYZ, Programm

„Lebensgeschichte aus dem Koffer“

Frauen in Kreuztals Stadtgeschichte – Geschichtswerkstatt rund um die Geschichte der Frauen in Kreuztal


Die Stadt Kreuztal hat vor einiger Zeit Hinweise zu Frauen gesucht, die in früherer Zeit in den Berufsfeldern „Tabakwarengroßhandlung oder Tabakarbeiterin“ tätig gewesen waren.

So ist Erna Steffen im Einwohnerbuch von 1937 in Langenau mit dem Eintrag „Tabakwarengroßhandlung“ genannt. Zudem wurde gefragt, was die Tabakarbeiterinnen in Kreuztal gemacht haben? Eine davon hat in Burgholdinghausen, eine in Littfeld und eine in Eichen gelebt. Gibt es darüber noch Erinnerungen, Dokumente, Bilder?

Ja, und tatsächlich meldete sich vor einigen Wochen Ingrid Stähler, die Enkeltochter von Erna Steffen, um dem Stadtarchiv in Kreuztal einen Koffer voller Erinnerungen zu übergeben. Im Beisein der Archivmitarbeiterinnen Christa Vogel und Ria Siewert konnten Rosemarie Weickenmeier und Monika Molkentin-Syring den inhaltsreichen Koffer öffnen und einen ersten Eindruck gewinnen: Weiterlesen

Musikhinweis: Fritz Busch conducts Brahms Symphonies Nos. 1, 2, 4, Tragic Overture, Nänie, 1942-50

Zum Beginn einer Zusammenarbeit des Max-Reger-Instituts mit dem Label Pristine Audio erschien eine Sammlung mit fast sämtlichen Aufnahmen von Werken Johannes Brahms’ unter dem Dirigenten Fritz Busch. Busch dirigiert die New Yorker Philharmoniker, das Dänisches Rundfunksinfonieorchester & Chor und die Wiener Symphoniker.
Fritz Busch war ein Schüler des als Brahms- wie als Reger-Dirigent profilierten Fritz Steinbach und selber auch ein bedeutender Exponent der Musik Regers (zusammen mit dem Komponisten spielte er bei dessen letzten Konzert am 4. April 1916 in Aachen u.a. dessen Mozart- und Beethoven-Variationen auf zwei Klavieren).
Quellen:
1) Max-Reger Institut, Aktuelles
2) Pristine Audio

Bilder des LYZ 15 – Aus den Beständen des Aktiven Museums Südwestfalen

Inge Frank (vordere Reihe 3. v.l. [mit Handtasche]) im Winter 1937/Frühjahr 1938 (?) mit ihren Klassenkameradinnen am Staatlichen Mädchengymnasium, Quelle: Archiv Aktives Museum Südwestfalen


“ … Die Lage der jüdischinnen Schülerinnen am Lyzeum verschlechterte sich im Laufe der Jahre zusehends. In einem Artikel in der Siegerländer National-Zeitung wurde über eine eigene jüdische Schule spekuliert. Hintergrund dafür war eine Schulreform auf rassischer Grundlage. Die Ausführungen des nationalsozialistischen Erziehungsministers waren eindeutig:
„Der rassefremde Schüler bildet daher in der Klassengemeinschaft der arischen Schüler und Lehrer einen Fremdkörper, der sich als außerordentliches Hindernis im deutschbewußten nationalsozialistischen Unterricht bemerkbar macht. Derartige Zustände sind für die Durchführung eines ordnungsgemäßen Unterrichts unhaltbar.“
Der Erlass sah vor, dass für Juden eine eigene Schule einzurichten sei, wenn die Mindestzahl von 20 Schülern erreicht werde. Da dies in Siegen und Umgebung nicht der Fall war, durften jüdische Kinder weiter am Unterricht teilnehmen. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde der Schulbesuch verboten. ….“ (Quelle: Gerhardus, Tobias: „Die zeitgemäße Ausbildung des weiblichen Geschlechts“ Zur Geschichte des Siegener Mädchengymnasiums, Siegen 2015, S. 103 – 104)

Biographische Informationen zu Inge Frank finden sich im Aktiven Gedenkbuch.
Weitere LYZ-Bilder

Fürstengruft im Unteren Schloss wird zum „musealen Ort“

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW überlässt der Stadt Siegen die Fürstengruft im Unteren Schloss für öffentliche und touristische Zwecke.

v. l.n.r.: Astrid Schneider, Leiterin der städtischen Kulturabteilung, Stadtrat Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, Helmut Heitkamp, Niederlassungsleiter des BLB NRW Dortmund und Markus Walk, Objektmanager des BLB NRW Dortmund, Foto: Jörg Fallmeier, BLB

Am Mittwoch, 9. Oktober 2019, unterzeichneten Stadtrat Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, und Helmut Heitkamp, Leiter der zuständigen Dortmunder Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW), einen entsprechenden Nutzungsvertrag.

Helmut Heitkamp freut sich: „Sehr gerne unterstützen wir als Eigentümer der Fürstengruft das Ziel, die Ruhestätte als Teil der Stadtgeschichte für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher und die Grabstätte zu einem musealen Ort zu machen.“

Mit der Vertragsunterzeichnung wurden die notwendigen vertraglichen Regelungen zwischen der Stadt Siegen und dem BLB NRW getroffen, um zunächst mit der Sanierung des Denkmals beginnen zu können – Voraussetzung für die künftige museale Nutzung.

Die Grabstätte von Fürst Johann Moritz (1604 – 1697), einer herausragenden Persönlichkeit der nassauischen Dynastie, ist Teil des Unteren Schlosses, das sich im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen befindet. Nach der Unterschrift bedankte sich Stadtrat Arne Fries für die Aufgeschlossenheit und die gute Kooperation mit dem BLB NRW im Vorfeld: „Wir wissen das Vertrauen sehr zu schätzen, uns als Stadt Siegen dieses kulturhistorische Denkmal zur Nutzung zu überlassen.“

Sanierung beginnt im Frühjahr 2020
Mit der Sanierung der Gruft soll im Frühjahr 2020 begonnen werden, die Kosten werden mit rund 150.000 Euro kalkuliert. Der BLB hat sich bereit erklärt, einen Anteil zu übernehmen. Die Priorität liegt auf der Sanierung von Wand- und Gewölbeflächen. Weiterlesen

Rubens-Medici-Zyklus beim Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci: Westfalen-Ruhrgebiet“

1.600 Gigabyte Daten haben 24 Kulturinstitutionen aus der Region für den ersten Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci“ in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt. Jetzt sind Programmierer, Designerinnen, Spieleentwickler und Grafikerinnen aufgefordert, daraus Spiele, Apps und andere Softwareprodukte zu entwickeln. Beim Auftakt-Workshop zu „Coding da Vinci“ – so der Titel des Formats – am 12. und 13. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern preisen Vertreter von Museen und Archiven in sogenannten „One-Minute-Madness“-Vorträgen den kreativen Köpfen ihre digitalen Schätze an. Das Spektrum reicht von Fotoserien und Filmen über Volkslieder und Industrieklänge bis hin zu Landkarten und digitalisierten Bibeln. In Arbeitsgruppen werden danach vertiefende Gespräche geführt und erste Ideen entwickelt.

Den Programmablauf finden Sie im anhängenden PDF. Weitere Informationen zum Projekt unter https://codingdavinci.de/events/westfalen-ruhrgebiet/.

Auch das Siegerlandmuseum nimmt teil und stellt den Medici-Zyklus zur Verfügung.

Zwischen 1622 und 1625 führte Peter Paul Rubens im Auftrag von Maria de Medici (1573-1642) den sogenannten Medici-Zyklus aus. Es entstanden 24 großformatige Gemälde für die westliche Galerie ihres Pariser Witwensitzes den Palais du Luxembourg. Heute befinden sich die Gemälde im Louvre, Paris.

Das Siegerlandmuseum stellt Digitalisate (JPEG) von 21 Grafiken bereit, die nach dem Vorbild der Gemälde entstanden sind und die Lebensgeschichte der Maria de Medici zeigen. Diese Grafiken entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts unter Beteiligung verschiedener Kupferstecher. Jedes Blatt zeigt seitenvertauscht eines der Gemälde und ist im Original mit einer Erläuterung des Inhaltes versehen. Solche Grafiken wurden damals als Sammler- und Studienobjekte angefertigt.

Maria de Medici war die Gattin Heinrich IV. von Navarra, König von Frankreich und die Mutter von Ludwig XIII. In chronologischer Folge werden in der Serie Begebenheiten aus ihrem Leben geschildert.