VHS-Kurs „Geschichte schreiben – eine biografische Werkstatt“

Netphen, Rathaus Netphen, Raum 2206, Amtsstr. 6
Di. 30.10.2018 – Di. 27.11.2018, 10:00 Uhr – 12:00 Uhr, Kosten: 44,00 €, Leitung: Adele von Bünau

„Das Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen. Unsere Geschichte machen wir selbst daraus. „Schreibend meine Welt (er)finden“, mich in meinem Lebensganzen verstehen lernen, darum soll es in dieser Werkstatt gehen.
An fünf Vormittagen nähern wir uns mit Mitteln des Kreativen Schreibens verschiedenen biografischen Themen, finden unseren eigenen sprachlichen Ausdruck und lassen uns von der Resonanz beflügeln, die unsere Texte bei den anderen Gruppenmitgliedern finden. Am Ende des Kurses wird jeder Teilnehmende sich selbst auf neue Weise begegnet sein und über eine Reihe von autobiografischen Texten verfügen, die eine farbenfrohe Grundlage für die weitere Gestaltung der eigenen Lebensgeschichte bilden.
Bringen Sie bitte Schreibzeug mit, das nicht nur zweckmäßig ist, sondern Sie im Ganzen anspricht – ein schönes Buch vielleicht, einen guten Füller.“
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm

Gesucht werden: Standorte von Siegener Gebäuden die von Peter Weller

vor über 100 Jahren fotografiert wurden.
Ein Gastbeitrag von Günter Dick, St. Augustin

Wo stand dieses Haus? Quelle: Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein, Archiv Peter Weller, Nr. 1.01, „Haus in Siegen“

Peter Weller (1868-1940) hat als einer der ersten Fotografen im Siegerland Anfang des 20. Jahrh. nicht nur Hüttenwerke und Gruben, Menschen in Feld und Flur, sondern auch viele Siegener Privathäuser aufgenommen. Die Auswahl der Objekte traf er offensichtlich meist nach Gesichtspunkten der damals zeitgemäßen Architektur, die er in der sog. Gründerzeit als besonders gut gelungen ansah.

Für die Siegener Privathausfotos lag aber offensichtlich bisher leider kaum ein öffentliches Interesse vor, so dass die über 100 Jahre alten Fotos (alle vor 1920 aufgenommen) aus dem Archiv des Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein.e.V. (SHGV) unveröffentlicht blieben und so weitgehend in Vergessenheit geraten sind, obwohl sie doch auch ein kleiner Teil der „heimatlichen“ Stadtgeschichte sind. Die Vermerke des damaligen SHGV-Archivars, der die Weller´sche Fotosammlung nach dessem Tod 1940 übernahm, sind leider äußerst mangelhaft, was die Suche nach dem (ehemaligen) Standort recht erschwert, zumal ja auch viele der abgelichteten Häuser im Krieg vernichtet oder in der Nachkriegszeit den heutigen Neubauten weichen mußten.

Personen die sich u.U. selbst noch an die alten Gebäude erinnern könnten, sind leider kaum noch vorhanden. Auf den zahlreichen alten Siegener Ansichtspostkarten, wie sie u.a. auch im Stadtarchiv Siegen aufbewahrt werden, konnten die bisher unbekannt gebliebenen Gebäude auch nicht mehr lokalisiert werden. Hier half auch nicht die intensive Nutzung der Satellitenaufnahmen, die vom Siegener Stadtgebiet im Netz bei Google Earth in 3D- zur Verfügung stehen. Diese waren allerdings beim Auffinden der heute noch bestehenden Gebäude eine unersetzliche Hilfe.

Von den insgesamt 43 Gebäudeaufnahmen aus dem heutigen Stadtgebiet (inkl. Niederschelden, Eiserfeld und Weidenau) sind nun noch immer acht Fotos unaufgeklärt geblieben.

Es wäre daher begrüßenswert, wenn hier via siwiarchiv diese letzten Rätsel mit Hilfe heimatbewußter Personen doch auch noch gelöst werden könnten.

Systeminterne Langzeitspeicherung ist keine Archivierung!

„Viele Anbieter von Fachverfahren (z. B. Gewerbe-, Melderegister, Sozialhilfe, Ausländerbereich,Bauwesen etc.) haben in letzter Zeit sogenannte Archivierungsangebote entwickelt. Hierbei handelt es sich in der Regel aber nicht um eine digitale Langzeitarchivierung nach archivfachlichen Standards, sondern um eine fachverfahrensinterne Langzeitspeicherung. ….“
In der Publikation (PDF)werden die Argumente angeführt, die gegen derartige Lösungsansätze sprechen. Die Handreichung der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag wurde am 25.09.2018 in Rostock beschlossen.

Forum Archivrecht der Archivschule Marburg zu amtlichen Unterlagen in Parteiarchiven


Teils seit vielen Jahrzehnten befinden sich wesentliche Teile von Politikernachlässen in Archiven parteinaher Stiftungen oder auch in privater Obhut, und zwar auch dann, wenn es sich um Unterlagen aus amtlicher Tätigkeit handelt. Viel diskutiert wird zum Beispiel über die Nachlässe der Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl, doch die gleichen Fragestellungen treten auch auf kommunaler und auf Landesebene auf. Und weil es sich um Problem des Verhältnisses von Staat und Parteien handelt, ist auch das Selbstverständnis des demokratischen Rechtsstaats betroffen.

Nach der Eröffnung durch die Leiterin der Archivschule, Dr. Irmgard Christa Becker, widmete sich der Archivrechtler Prof. Dr. Thomas Henne einem aktuellen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Thema der Tagung. Prof. Dr. Ewald Grothe vertrat die Friedrich-Naumann-Stiftung und bejahte die im Tagungstitel gestellte Frage, weil eine Trennung zwischen amtlich/nicht-amtlich kaum durchführbar sei, und diese Archivierung sei auch zulässig. Beiden Thesen widersprach der Präsident des Bundesarchivs, Dr. Michael Hollmann: Es gäbe zwar einen „Graubereich“ zwischen amtlichen und nichtamtlichen Unterlagen, über den verhandelt werden müsse. Im Übrigen seien aufgrund der Anbietungspflicht für amtliche Unterlagen staatliche Archive zuständig.

Birgit Krüger-Penski präsentierte eine archivübergreifende, kooperative Lösung der Helmut-Schmidt-Stiftung für den Nachlass des Altkanzlers. Anschließend beschrieb Prof. Dr. Frank Bösch als Vertreter des Verbandes der Historikerinnen und Historiker seine Erfahrungen als recherchierender Archivnutzer. Er machte deutlich, dass für die Historiker die Zugänglichkeit der Unterlagen und die Gleichbehandlung beim Zugang im Vordergrund stehen. Dr. Marc Steinert von der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag brachte die Position der Kommunalarchive ein. Hier wurde deutlich, dass Nachlässe von kommunalen Amtsträgern in den parteinahen Stiftungsarchiven selten sind. Die Historikerin und Journalistin Dr. Gabriele Weber berichtete zusammen mit ihrem Rechtsanwalt Raphael Thomas über das aktuelle Gerichtsverfahren gegen das Bundeskanzleramt, das die von Frau Weber gewünschten Unterlagen in den 1960er Jahren an das Archiv einer parteinahen Stiftung abgegeben hatte. Dr. Jost Müller-Neuhof, rechtspolitischer Korrespondent des Tagesspiegels, informierte über ein paralleles Gerichtsverfahren, in dem er vom Bundeskanzleramt Auskunft darüber verlangt, welche amtlichen Unterlagen in den letzten Jahren und Jahrzehnten an Private und Archive der parteinahen Stiftungen abgegeben wurden. Weiterlesen

Archivierungsmodell „Natur, Umwelt und Verbraucher“ des Landesarchivs NRW

Das Landesarchiv NRW hat unlängst den Abschlussbericht der Projektgruppe Archivierungsmodell Natur, Umwelt und Verbraucher. Der 416 Seiten starke Bericht liegt als PDF-Datei vor. Er dokumentiert die Bewertungsentscheidungen des Landesarchivs für die Behördenunterlagen aus den drei Aufgabengruppen.

50 Jahre Stadt Kreuztal (1969- 2019)

Fotowettbewerb zum runden Geburtstag der Stadt Kreuztal

Kreuztal hat viele schöne Geschichten zu erzählen. Und wer könnte diese Geschichten besser in Bildern ausdrücken und festhalten, als die Menschen, die in Kreuztal leben und deren Heimat die Stadt am Kindelberg ist?

Bürgermeister Walter Kiß: „Die Stadt Kreuztal feiert im nächsten Jahr ihren 50. Geburtstag und wir wollen von den Bürgerinnen und Bürgern die schönsten fotografischen Eindrücke und Blickwinkel des vergangenen halben Jahrhunderts unserer Stadt bekommen. Ob Altbekanntes oder Neuentdecktes, Lieblingswinkel oder Panoramen. Teilen Sie mit uns ihre persönliche Kreuztaler Stadtgeschichte, zeigen Sie uns Ihren Blickwinkel auf den Wandel der Stadt in den vergangenen Jahren.“

Wie sah Dreslers Park vor der Öffnung zum Stadtpark aus?
Welche Mode bevorzugten die Kreuztalerinnen und Kreuztaler in den 60er-und 70er-Jahren?
Welche Kinderspiele waren und sind die schönsten?
Welches Lebensgefühl herrschte in der Stadt?
Was war und ist für Kreuztal unverwechselbar? Weiterlesen

Rückblick: 88. Deutscher Archivtag in Rostock

Tagungsort: Stadthalle Rostock

Verlässlich, richtig, echt, unabhängig (!)
Rund 700 Archivarinnen und Archivare trafen sich in der vergangenen Woche um sich unter dem Motto „Demokratie braucht Archive – Verlässlich, richtig, echt“ auszutauschen. In seinem Eröffnungsvortrag erweiterte Hans-Christian Ströbele das Archivtagsmotto – und es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass das Motto sinnvollerweise erweitert wurde. In seiner engagierten Rede stellte Ströbele die Unabhängigkeit der Archive heraus. Archive müssten außerhalb der Verwaltungshierarchien als eigenständige Körperschaft oder Stiftung existieren (vgl. den Rechnungsprüfungsinstitution). Nur so können Archive ihrer Kontrollfunktion für das Herrschaftswissen  gerecht werden und bspw. auf die problematischen Aktenvernichtungen reagieren.  Weiterlesen

„Zeitzeugen auf Zelluloid“: 1968 in der Region

Siegen, LYZ, 10.10.2018, 19:00

„Das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein präsentiert historische Filme:
Gemeinsam mit dem Siegener Historiker Dieter Pfau nähert sich das Kreis­­­archiv mit einem Wechsel von Filmvorführung(en) und Podiumsgespräch dem fünfzigsten Jubiläum der Revolution von 1968 in der Region. Von der Etablierung der Beat-Musik in der Siegerlandhalle über die Demonstrationen gegen den NPD-Parteitag im November 1968 bis zum Streik der Schülerinnen des Staatlichen Mädchengymnasiums zeigen sie die Bandbreite des Bewusstseinswandels in der Region.“
Eintritt frei! Um eine Spende für die Erhaltung des regionalen audiovisuellen Archivguts wird gebeten.
Quelle: LYZ, Programm

Grütters: Bund erhöht Mittel für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, stellt in diesem Jahr im Rahmen des Sonderprogramms zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts erneut zusätzliche Mittel bereit. Die Gelder für das diesjährige Sonderprogramm sind von 1 Million Euro in 2017 auf 2,5 Millionen Euro deutlich aufgestockt worden.

Kulturstaatsministern Grütters erklärt: „Viele historische Handschriften, Bücher und Urkunden in unseren Archiven und Bibliotheken sind durch Säurefraß, Feuchtigkeit und Schimmel in ihrer Substanz akut gefährdet. Es liegt in unserer Verantwortung, dieses Erbe als kulturellen Schatz und Quelle für die Wissenschaft vor dem schleichenden Verfall zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten. Es freut mich sehr, dass es im Bundeshaushalt 2018 gelungen ist, die Mittel für das Sonderprogramm signifikant zu erhöhen. Dies macht deutlich, welch große Bedeutung der Bund der Rettung unseres schriftlichen Kulturerbes beimisst.“ Weiterlesen