Literaturhinweis: Unbekannte Quellen: „Massenakten“ des 20. Jahrhunderts

Untersuchungen seriellen Schriftguts aus normierten Verwaltungsverfahren, Band 4, hrsg. im Auftrag des Landesarchivs NRW von Jens Heckl

Nachdem 2010, 2012 und 2015 die ersten drei Bände der „Massenakten“ erschienen sind, möchte der vorliegende vierte Band nahtlos daran anschließen. Dargelegt werden die Geschichte des jeweiligen Verwaltungsverfahrens sowie der formale und inhaltliche Aufbau der Akten. Darüber hinaus werden die Forschungslage der jeweiligen Quellengattung erläutert und Angaben zu den Auswertungsmöglichkeiten, zur Überlieferungslage und zur Benutzung gemacht. Die Autoren sind Archivarinnen und Archivareaus mehreren Archivsparten, die sich in ihrem beruflichen Alltag mit Massenakten beschäftigen. Im vierten Band werden nunmehr 13 serielle Aktengattungen aus verschiedensten Bereichen vorgestellt: nicht nur Akten der Landes- und Kommunalverwaltung, sondern auch von Körperschaften wie Hochschulen und Kliniken, darüber hinaus von Versicherungsträgern und Kammern der gewerblichen Wirtschaft. Folgende Aktengruppen wurden analysiert:

1. Ablösung, Auflösung von Gemeinheiten, Umlegungen, Siedlung – Akten der Behörden der Agrarordnung (Gerald Kreucher)
2. Entschädigungsakten der Bezirksregierungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) (Cordula Rehr)
3. Zeitungsberichte der preußischen Verwaltung (Bastian Gillner)
4. Todeserklärungen der Amtsgerichte (Sabine Eibl)
5. Prozessakten der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Nordrhein-Westfalen (Kira Knappkötter)
6. Verfügungen von Todes wegen –Testamente und Erbverträge im 19. Und 20. Jahrhundert (Kathrin Mileta)
7. Bergwerkseigentum –Berggrundbücher und Berggrundakten in Westfalen (Jens Heckl)
8. Einwohnermeldekarteien – das Beispiel Paderborn (Wilhelm Grabe)
9. Personenbezogene Akten zur Statusfeststellung der Flüchtlings-und Vertriebeneneigenschaft im Rahmen des Bundesvertriebenengesetzes (Thomas Hacker)
10. Promotionsakten der Georg-August-Universität Göttingen (Holger Berwinkel)
11. Fallakten der Unfallversicherungsträger (Tatjana Doberstein/Gerhilt Dietrich)
12. Patientenakten der Fachrichtung Psychiatrie (Hans-Jürgen Höötmann)
13. Firmenakten der Industrie-und Handelskammern (Kathrin Baas/Ilka Minneker)

Das Buch ist zu einem Preis von 5 Euro über den Buchhandel oder über das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen (Bohlweg 2, 48147 Münster, westfalen@lav.nrw.de) zu beziehen.

Unbekannte Quellen: „Massenakten“ des 20. Jahrhunderts Untersuchungen seriellen Schriftguts aus normierten Verwaltungsverfahren, Band 4. Im Auftrag des Landesarchivs hrsg. von Jens HecklDuisburg: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen 2019(Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen; 75)212 S., 44farb. Abb., kart.ISBN 978-3-927502-13-0Preis: 5,00 Euro

„Archivpflege in Westfalen-Lippe“ 91 (2019) online

Die neue Archivpflege für Westfalen und Lippe (Heft 91/2019) ist online verfügbar. Zentral sind die Beiträge zum 71. Westfälischen Archivtag in Herford.
Eine unbedingte Leseempfehlung ist der Artikel von Mario Glauert über Erschließung „Müssen wir anders verzeichnen?“. Der Beitrag des Arbeitskreises Bewertung kommunalen Schriftgutes in NRW, diesmal über die Bewertung von Unterlagen der Ordnungsverwaltung, hier: Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz, ist ebenfalls lesenswert. Regionalgeschichtliche Relevanz hat der Beitrag von Wilfried Reininghaus zur Kommunalwahl im März 1919.

Film: „Heimatabend Siegen“

Fr. 22.11.2019, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

Im »Heimatabend Siegen« erzählen die Siegener selbst die Geschichte ihrer Stadt – eine Stadt, die Vorurteilen stoisch trotzt und umso mehr Überraschungen zu bieten hat. Dabei war ihr Los oft hart. 1944 trafen die Bombardements der Briten die Stadt besonders schwer, doch der Wiederaufbau ging schnell voran. Ein Angriff ganz anderer Art hat die Stadt ähnlich erschüttert. Es waren Worte, die 1996 Siegen völlig unvorbereitet trafen. Hanjo Seißler konfrontierte in seinem Artikel »Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!« im Magazin der Süddeutschen Zeitung die Stadt seiner Kinderferien mit ihren dunklen Seiten. »Heimatabend Siegen« – eine berührende Dokumentation mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial und Amateuraufnahmen, gesprochen von der Siegener Kabarettistin Christa Weigand. Ein historisches Stadtportrait, das seines gleichen sucht.
(Text: mundus.tv)

Um Reservierung wird gebeten
(Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich)

Einlass ab 18.30 Uhr, die Reservierungen werden bis 20 Min. vor Veranstaltungsbeginn zurückgehalten.
Quelle: VHS Siegen, Programm

Vortrag: Herbert Bäumer: „Der 16. Dezember 1944 – Bomben auf Siegen“

Vortragsreihe „Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte“ am 21. November 2019

Am 16. Dezember 2019 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Stadt Siegen am Ende des Zweiten Weltkriegs in nur wenigen Minuten zu mehr als 80 Prozent zerstört wurde. Die Ereignisse bilden heute den Kernpunkt des städtischen Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. Aus diesem Anlass wird Herbert Bäumer am Donnerstag, den 21. November 2019, um 18.30 Uhr in der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ im KrönchenCenter (Vortragsraum) wesentliche Hintergründe des alliierten Luftangriffs, die Bedeutung von Hörfunk und Luftaufklärung für die Zivilbevölkerung, Details über den Ablauf des Bombardements sowie die Folgen für die Stadt Siegen und ihre Bewohnerinnen und Bewohner beleuchten.

Herbert Bäumer (geboren 1940) ist Autor des 2001 veröffentlichten Buches „Von der Wehrmacht zur belgischen Garnison“ über den Militärstandort Siegen. Er ist darüber hinaus Inhaber des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Gold sowie der Rettungsmedaille des Landes Niedersachsen. Für seinen Vortrag hat er umfangreiche Schriftquellen und Bildmaterialien ausgewertet.

Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ ist eine Kooperation von Volkshochschule und Stadtarchiv Siegen, Geschichtswerkstatt Siegen e.V., Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. und Aktivem Museum Südwestfalen e.V.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 21. November 2019, um 18.30 Uhr im Vortragsraum des KrönchenCenters, Markt 25, 57072 Siegen. Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro.

Haste Töne? Regionale Klangarchivierung – eine Aufgabe für (Kommunal-)Archive?

Neben der intensiven Nutzung von Fotos und Filmen in Archiven tritt die Nutzung des Audio-Archivgutes (bspw. Sammlung zur lokalen Musikszene, Sitzungsmitschnitte der kommunalen Parlamente) in der Regel zurück. Die Welt der soundscapes und soundmaps hat die deutschen Archive noch nicht erfasst. Ebensfalls scheinen die Bedürfnisse der geschichtswissenschaftlichen Soundhistory noch nicht an die Archive herangetragen worden zu sein. Im April 2018 hielt bspw. der Siegener Historiker Heiner Stahl den Vortrag „Stadt hören. Wie lassen sich städtische Geräuschkulissen im 20. Jahrhundert historisch untersuchen?“ vor dem  Forschungskolloquium zur Geschichte nach 1800 des Historischen Instituts der Universität Bern.

Aber: ist die Archivierung von Klanglandschaften überhaupt eine Aufgabe für ‚(Kommunal-)Archive? Ist die Soundüberlieferung überhaupt archivwürdig? Wenn ja, wie könnte Nutzungsszenarien aussehen? Diese Fragen wurden auf dem Archivcamp in Berlin im Kolleg*innenkreis diskutiert. Weiterlesen

Film „Revier hinter den Bergen“

So., 17. Nov. UM 17:00, Weiße Villa, Dreslers Park, Kreuztal

Quelle: mundus.tv

„Alexander Fischbach (Mundus TV Filmproduktion) aus Siegen zeigt einen Film der großen Siegerland Filmedition 2018/2019.
Wir schreiben das Jahr 1965. Das deutsche Wirtschaftswunder läuft auf vollen Touren und sorgt nicht nur im Siegerland für Wohlstand und Aufbruchstimmung. Die Siegerländer Industrieunternehmen haben weltweit einen hervorragenden Ruf und bringen Produkte besonders im Maschinenbau von außerordentlicher Güte hervor. Der Film „Revier hinter den Bergen“ schaut hinter die Kulissen der Siegerländer Industrie und geht auch auf die Mentalität und Lebensart der Siegerländer ein die maßgeblichen Einfluss auf die industrielle Entwicklung dieser Region genommen haben. Von den Anfängen der Eisengewinnung bis hin zu modernen Industrieunternehmen. Dabei verschweigt der Film die infrastruckturellen Probleme der Region nicht. Die A-45 befindet sich gerade erst im Bau und die für das Siegerland, ja den Siegerländer arttypische Eigenbrötelei sind den Filmemachern nicht verborgen geblieben. Ein sehenswertes Stück Zeitgeschichte.“
Dieser und weitere Filme können im Anschluss käuflich erworben werden.
Quelle: Facebook-Seite „WasserEisenLand – Industirekultur in Südwestfalen“, 19.3.19

Video: „1630 – Theologische Ästhetik“ an der Hohen Schule in Herborn


In der youtube-Reihe „Streiflichter der Geschichte“ des Hessischen Landesarchivs erschien unlängst ein Beitrag zur der Geschichte der Hohen Schule Herborn: „Ästhetisch besonders eindrücklich gestaltet sind einige reformatorische Gutachten des 16. Jahrhunderts. Die „Tabulae complectentes delineationem tractatus de Ecclesia aedificatione et gubernatione“ stammen von einem anonymen Theologen und sollen für die Vielzahl an theologischen Schriftstücken und Traktaten der Reformationszeit stehen, die es noch zu entdecken gilt. Durch den regen Austausch theologischer Schriften zwischen den Reformatoren und Kirchenpolitikern stecken die Texte einen weiten inhaltlichen Radius ab, der Kirchenhistorikern noch zahlreiche Entdeckungen ermöglichen wird. Weiterlesen

Zum Stand des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen

Mündlicher Bericht zum Stand des „Hauses der Geschichte“ durch Herrn Dr. Guido Hitze, Leiter der Planungsgruppe „Geschichte, Politik und Demokratie NRW“ im Landtag NRW vor dem Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 18.9.2019:

“ …. Herr Dr. Hitze berichtet anhand eines Imagefilms sowie einer Power Point Präsentation über die Stationen auf dem Weg zum Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen.

Aktuell geplant sei die Überführung der Arbeit zum Haus der Geschichte in eine Stiftung, in welcher die Landschaftsverbände ebenfalls mit Stimmrecht beteiligt seien. Der Entwurf einer Stiftungssatzung wurde in der Kuratoriumssitzung am 17.09.2019 vorgestellt. Die bisherigen Planungen seien von Anfang an in einem transparenten Verfahren mit kooperativem Vorgehen unter Beteiligung der Landschaftsverbände und der kommunalen Ebene erfolgt. Das Haus der Geschichte sei eine Ergänzung zu anderen Museen und Projekten der Landschaftsverbände, wobei der Schwerpunkt des geplanten Museums auf der politischen Geschichte NRWs liege. Weiterlesen

Film: »Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft«

8.11.2019, 19:00, Markt 25, 57072 Siegen, KrönchenCenter, Vortragsraum

»Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft« ist ein 1971 aufwendig produzierter Farbfilm über das Siegerland. Unter der Regie des bekannten Autors und NDR Mitarbeiters Peter Schier-Gribowsky ließen die Filmemacher kaum eine Gemeinde der Region aus. Neben einem spannenden Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt lassen insbesondere die Landschafts-, Stadt-und Dorfansichten, aber auch die Mode und Fahrzeuge den eigentümlichen Charme der 70er Jahre wieder lebendig werden. Weiterlesen

„In den cristhelligen dagen“

Frohe Weihnachten! Die historische Postkarte aus dem Jahr 1913 verdeutlicht die Bescheidenheit und Beschaulichkeit früherer Tage.

Stadtarchiv Siegen erinnert an historisches Advents- und Weihnachtsbrauchtum im Siegerland

In seinem ‚Klick in die Vergangenheit‘ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivalien in den Beständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die neue Ausgabe dokumentiert ausgewählte Bestandteile des historischen Advents- und Weihnachtsbrauchtums unserer Region vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Wenn in Siegen alljährlich ab Mitte November der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln zahlreiche Menschen in die Innenstadt zwischen Winterzauber und Weihnachtsmarkt lockt, ist die Adventszeit eingeläutet. Kritische Stimmen bemängeln, dass von der ursprünglichen Bedeutung des Advents (lat. adventus = Ankunft) im Sinne einer andachtsvollen Vorbereitungszeit auf die Geburt Christi nicht mehr viel übrig geblieben zu sein scheint. In ihren Augen mündet die Profanierung, das heißt die Entweihung des eigentlichen Anlasses, vielfach in Kitsch und Konsum. Dabei gehen die Adventsfeierlichkeiten bereits auf das sechste nachchristliche Jahrhundert zurück und stellten früher eine Zeit der Enthaltsamkeit oder der Buße dar. „Auch Stadt und Kreis Siegen können auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Quellen in den Archivbeständen erwähnen beispielsweise Nikolausumzüge im späten Mittelalter. Weiterlesen