Kreistagswahl Siegen-Wittgenstein 2020: Archivpolitischer Check der Wahlprogramme

In vier Wochen wird der Kreistag Siegen-Wittgenstein neugewählt. Ein Blick in die Wahlprogramme der antretenden Parteien ergab folgendes:

Im Wahlprogramm der CDU findet unter Überschrift „Kultur bringt Leben in unsere Heimat. Kulturvielfalt stärken.“ (S. 3) findet sich folgende Aussage:
“ ….. Kommunale Archive bündeln nicht nur historisches Wissen aus der Region, sondern ermöglichen gezielte Forschung durch Ehrenamt und Experten vor Ort. Sie bilden mit die Grundlage für neue Möglichkeiten der geschichtlichen Schwarm-forschung. Ein besonderes Augenmerk muss darauf liegen, digital gespeicherte Archivalien ebenso dauerhaft lesbar und damit nutzbar zu halten. Archivarbeit ist auch kommunale Daseinsvorsorge. Das Wissen um die Vergangenheit lehrt Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten. …..“

Ansonsten: Fehlanzeige!

Archive im kulturellen Leitbild des Kreises Siegen-Wittgenstein

Der Kreistag Siegen-Wittgenstein hat in seiner Sitzung vom 19.6.2020 einstimmig ein kulturelles Leitbild beschlossen: Kulturelles_Leitbild_02-2020_7 . Es folgen die Passagen mit Archivbezug:
“ …. Gleichfalls zeichnet sich die ‚Archivlandschaft‘ im Kreisgebiet durch ihre Vielfalt aus: Elf öffentlich-rechtlichen Archiven stehen einige Privatarchive, zwei Adelsarchive, drei Kirchenarchive und ein zugängliches Firmenarchiv zur Seite. ….“ (S. 7)
“ …. Kreisarchiv
– Sicherung der historischen Überlieferungen der Kreisverwaltung und des Kreistages
– Unterstützung bei der Erforschung der Kreisgeschichte …. (S. 8. Anm.: Aufstellung der Produkte des Kreisarchivs)
„…. Hinsichtlich der Pflege des kulturellen Erbes der Region ist …. die digitale Langzeitarchivierung durch das Kreisarchiv entsprechend dem Gesetz über die Sicherung und Nutzung öffentlichen Archivguts NRW zu intensivieren. Eine umfassende Katalogisierung des Bestandes und seiner fortlaufenden Erweiterung, kombiniert mit einer benutzerfreundlichen Softwarelösung zur Nutzbarmachung des Archivguts für die Bevölkerung in Siegerland und Wittgenstein sind in diesen Bereichen die Zielsetzungen innerhalb der nächsten Jahre. Darüber hinaus soll die Präsentation der Wirtschaftsgeschichte des Kreises Siegen-Wittgenstein weiter vorangetrieben werden. Die Einrichtung einer Dokumentationsstelle, gegebenenfalls im geplanten Erweiterungsbau des Siegerlandmuseums im ehemaligen Hochbunker Burgstraße, steht dabei im Vordergrund. …“ (S. 11)

Durbridge-Serie macht VHS Sorge

Ein Fund in den archivierten Pressemitteilungen der Landkreises Siegen aus dem Jahr 1968

Gemeint ist offensicht der Krimidreiteiler „Ein Mann namens Harry Brent“ des britischen Autoren Francis Durbridge.
Am Rande sei bemerkt, dass in diesem Dreiteiler Joost Siedhoff mitspielt, Sohn der in Kreuztal geborenen Bauhaus-Designerin Alma Siedhoff-Buscher.

Summer lectures zur digitalen Langzeitarchivierung

Das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrumveranstaltet  demnächst sogenannte Summer Lectures rund um das Thema Digitale Langzeitarchivierung:

– 20. August 2020, Grundlagen der digitalen Langzeitarchivierung
– 27. August 2020, Sind alle Daten gleich wichtig? Möglichkeiten der Priorisierung
– 3. September 2020,  Vom digitalen Objekt zum SIP – der Umgang mit digitalen Daten und ihre Überführung in die elektronische Langzeitarchivierung
– 10. September 2020, Werkstattbericht: Implementierung eines digitalen Langzeitarchivs in einer Kommune mittlerer Größe

Die Anmeldungsmöglichkeiten zu den Online-Seminaren finden sich ab sofort auf der Internetseite des LVR-AFZ unter: https://afz.lvr.de/de/fortbildungen___tagungen/veranstaltungsprogramm/veranstaltungsprogramm_1.html

Video: Blick ins Erzbistums-Archiv Paderborn mit Dr. Arnold Otto

„Das Gedächtnis des Erzbistums Paderborn ist rund 2,3 Kilometer lang – zumindest dann, wenn man alle Ordner des Bistums-Archivs Rücken an Rücken nebeneinander aufstellt. Darin zu finden sind zahlreiche Schriften, Überlieferungen, Bücher und Zeichnungen aus den vergangenen Jahrhunderten. Das älteste Stück dabei stammt aus dem Jahr 964 und ist eine historische Urkunde Ottos I.. Es ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob diese auch echt ist, ganz im Gegensatz zu Stücken aus dem 12. Jahrhundert. Was es im Archiv zum heiligen Liborius zu entdecken gibt, zeigt uns Bistums-Archivar Dr. Arnold Otto. Er nimmt uns mit in sein Reich und zeigt historische Libori-Darstellungen und spricht zur Geschichte des Festes.“ Weiterlesen

Wiedereröffnung des Stadtarchivs Siegen nach der Sommerschließung

 Hinweise zu veränderten Abläufen

Der Lesesaal des Stadtarchivs Siegen ist ab dem 11. August 2020 wieder geöffnet. Während der diesjährigen Sommerschließung konnten abgesehen von magazintechnischen Arbeiten wieder mehrere Bestände und Ablieferungen aufgearbeitet werden. Im Bestand A (Stadtverwaltung Siegen bis 1815) wurden größere Teile der bislang unverzeichneten Akten erschlossen, die nunmehr recherchierbar sind. Zur Erleichterung der Recherche wurde der Bestand E (Stadtverwaltung Siegen 1945-1974) grob klassifiziert. Darüber hinaus konnten Wahlunterlagen sowie Akten zu den Städtepartnerschaften der Stadt Siegen aufbereitet werden. Aus der Fotosammlung des Stadtarchivs stehen neue Aufnahmen zur Siegener Wirtschaftsgeschichte zur Recherche bereit. Weiterlesen

„Neuer Alltag“ mit Corona in einem südwestfälischen Kreisarchiv

Ein Beitrag zur Blogparade #KulturAlltagCorona von Thomas Wolf

Mit dem Lockdown in Nordrhein-Westfalen Mitte März war auch das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein unmittelbar von der Pandemie „betroffen“. Alle Funktionseinheiten der Kreisverwaltung wurden aufgefordert Mitarbeitende zu benennen, um u. a. die sogenannte Corona-Hotline des Kreises zu unterstützen. Aus diversen Gründen habe ich mich für diese Aufgabe gemeldet und komme dieser bis heute nach. Neben der Hilfe für die Anrufenden (hoffentlich?) kristallisierte sich ein Mehrwert für die zukünftige Archivarbeit heraus: das Kennenlernen der vielfältigen Aspekte der Pandemie wird in die zukünftige Überlieferungsbildung des Archivs einfließen – nicht nur durch einen Aufruf zur Dokumentation der Pandemie im Kreisgebiet, sondern auch durch die Berücksichtigung der am Telefon gemachten Erfahrungen bei der Bewertung des behördlichen Schriftgutes auf dessen Archivwürdigkeit hin.
Bald bestand für zwei Mitarbeitende des Kreisarchivs eine unkomplizierte Möglichkeit des tageweisen home office. Die Neustrukturierung der Archivarbeit muss sich zwar noch einspielen, stellt sich aber bisher als praktikabel heraus. Eine signifikante Serviceeinschränkung ist jedenfalls nicht erkennbar. Weiterlesen