Online: Paul Klimpel: „Handreichung Kulturelles Erbe digital – Eine kleine Rechtsfibel“

„Kunst- und Kulturinstitutionen beschäftigen sich zunehmend mit der Digitalisierung ihrer Sammlungen, auch und gerade im Angesicht der Pandemie 2020. Dabei spielen nicht nur technische und organisatorische Fragen eine Rolle, vor allem rechtliche Aspekte führen oft zu Unsicherheit bei der digitalen Zugänglichmachung der Daten.

Um diesen Unsicherheiten kompakt zu begegnen, gibt digiS die “Rechtsfibel” in Zusammenarbeit mit iRights und Paul Klimpel als Autor heraus. Darin werden unter anderem konkrete Fragen des Urheberrechts zu verschiedenen Objektgattungen, Lizenzfragen, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz, die Online-Präsenation von Digitalisaten und zur Archivierung behandelt.

Die Handreichung soll Mitarbeiter*innen in Kultur(-erbe)einrichtungen ermutigen, sich mit den rechtlichen Fragen bei der Digitalisierung auseinanderzusetzen, indem sie die vielen Facetten dieses Bereichs verständlich darstellt.

Sie können die Handreichung in der aktuellen Fassung hier herunterladen unter: Rechtfibel 2020

Falls Sie die Handreichung zitieren wollen, verlinken Sie bitte nicht direkt auf das Dokument, sondern mittels DOI auf diese Seite: https://doi.org/10.12752/2.0.004.0

Eine Printversion können Sie bei epubli bestellen unter: https://www.epubli.de/shop/buch/Kulturelles-Erbe-digital—Eine-kleine-Rechtsfibel-Paul-Klimpel-9783752987645/102449

Quelle: Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS), Wissenwertes

Sachstand: Evaluierung des Archivgesetzes NRW (2018 – 2026)

Auf eine unverbindliche Anfrage zum Stand der Evaluierung des Archivgesetzes NRW erhielt siwiarchiv folgende Antwort:


Kommentar: § 13 ArchivG NRW: beinhaltet seit der Neufassung des Gesetzes im Jahr 2014 folgende Bestimmung: “ …. Die Landesregierung berichtet dem Landtag bis zum 31.12.2019…..“ .

In der Parlamentsdatenbank des Landtages NRW lässt sich eine solche Berichterstattung nicht nachweisen. Lediglich in der „Arbeitsplanung der Landesregierung für das Jahr 2018 im Bereich Kultur“ findet sich folgender Hinweis: “ ….Archivgesetz
Unter anderem veranlasst durch das Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung ist für 2018 eine Novellierung des Archivgesetzes geplant.“. Die Planungen wurden am 8. März 2018 dem Kulturausschuss vorgestellt – s. Sitzungsniederschrift.

Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 1402 vom 30. August 2018 des Abgeordneten Matthi Bolte-Richter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) stellt am 8. Oktober 2018 fest (s. 5):“ …. Folgende Gesetze werden zurzeit überarbeitet: …. Archivgesetz NRW ….“

In Mark Steinert: „Datenschutz-Grundverordnung und öffentliche Archive“, in: Städte- und Gemeinderat 11(2019) findet sich folgende Sachstandsschilderung (S. 6): “ …. Ein entsprechendes Verfahren zur Änderung des Archivgesetzes Nordrhein-Westfalen (ArchivG NRW) läuft derzeit. Nach Abschluss der Ressortabstimmung waren unter anderem die kommunalen Spitzenverbände und die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe im Rahmen der Verbändeanhörung zur Abgabe einer Stellungnahme bis zum 2. Oktober 2019 aufgerufen. ….“

Literaturhinweis: Sina Steglich: „Zeitort Archiv:

Etablierung und Vermittlung geschichtlicher Zeitlichkeit im 19. Jahrhundert“

„Zeit, Geschichtlichkeit und Moderne stehen in einem unauflöslichen Zusammenhang. Doch die Frage, wie man Zeit in der Moderne verstehen kann, bleibt oft abstrakt. Diese Studie konkretisiert das Beziehungsgeflecht zwischen Zeit und Geschichtlichkeit am Beispiel staatlicher Archive in Deutschland, Frankreich und Großbritannien im »langen« 19. Jahrhundert. Mit der Öffnung für Forschung und Öffentlichkeit, aber auch mit theoretischer Begründung und Verwissenschaftlichung durchliefen Archive damals eine entscheidende Transformation. Aus dieser Perspektive lässt sich die Arbeit in und mit Archiven als Beitrag zur Vermittlung von Zeit als Geschichte begreifen, die bis heute von grundlegender Bedeutung ist.“

Bibliographische Angaben:
Frankfurt/Main 2020, , ISBN 9783593512341, 434 Seiten

Quelle: Verlagswerbung

via [gab_log] Geisteswissenschaften als Berunf, 26.8.2020 [Kurzinterview mit der Autorin]

Kommunalwahl 2020: Archivpolitischer Check der Wahlprogramme für Netphen und Neunkirchen

In zwei Kommunen des Kreises Siegen-Wittgenstein wurde in der nun zu Ende gehenden Wahlperiode intensiver über die grundlegende Verbesserung der Archivarbeit bzw. über die Errichtung eines Kommunalarchivs diskutiert. Seit Januar 2019 berät der Rat der Stadt Netphen über die Verbesserung der Stadtarchivarbeit – s. hierzu zuletzt auf siwiarchiv: „Es geht weiter mit der Archivierung in Netphen …..“. In den aktuell online greifbaren Wahlprogrammen wird diese Diskussion allerdings nicht aufgegriffen, soweit ich sehe.

Anders verhält es sich in Neunkirchen. Seit Ende 2016 wird über die Archivarbeit in Neunkirchen diskutiert, nachdem bereits zwischen 2007 und 2010 die Errichtung eines Archivs mit der Nachbargemeinde Burbach realisiert werden sollte. In den aktuell online greifbaren Wahlprogrammen greift, wenn ich richtig geschaut habe, nur eine Partei die langwierigen Beratungen auf: Weiterlesen

Von A bis Z: Die „Geschichte der Schrift“ im Museum Wilnsdorf

Besucher der Ausstellung können selbst aktiv werden und sich in der Kunst der Schriftsysteme ausprobieren.

Das Museum Wilnsdorf ist ein toller und spannender Erlebnisort für alle Altersklassen. Im Untergeschoss des kulturgeschichtlichen Bereichs wartet auf die Besucher seit einigen Wochen ein ganz besonderes Highlight: eine neue Dauerausstellung, die sich von A bis Z einer der ältesten Kulturtechniken der Menschheit widmet – der Schrift. Die Ausstellung „Die Geschichte der Schrift“ lädt zum Entdecken und Staunen ein und wird Jung und Alt gleichermaßen begeistern.

„Heutzutage ist die Schrift aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Auf Wegweisern und Hinweisschildern, in Büchern und Zeitungen – als wichtigstes Kommunikationsmittel begegnet sie uns immer und überall“, weiß Museumsleiterin Dr. Corinna Nauck zu berichten. Aber woher kommt die Schrift und wie entstand sie? Dieser Frage können Besucher im Museum ganz genau auf den Grund gehen. Weiterlesen

ARCHIVAR Heft 3-2020 ist online

Das Heft 3-2020 der Fachzeitschrift ARCHIVAR (73. Jahrgang) ist online.

Der Schwerpunkt des neuen Heftes ist das Thema „Kommunikation – Daten im Dialog und Dissens“: U.a. enthält das Heft Beiträge über die Sicherung von Studierendendaten in NRW, über die kirchliche Archivpflege und über die aktuellen Herausforderungen archivischer Vorfeldarbeit. Eine Lesetipp ist auch der Eröffnungsvortrag beim Berliner Archivtag “ Geschichtswissenschaft und Archive im digitalen Zeitalter: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“ von Mareike König, Deutsches Historisches Institut Paris.

Quelle: VdA, Aktuelles, 28.7.2020

Literaturhinweis: „Öffentliche Archive und staatliches Wissen.

Die Modernisierung des deutschen Archivrechts“
„Das deutsche Archivrecht wird reformiert. In der letzten Dekade wird das Ziel verfolgt, die Archivgesetze an die modernen Rahmenbedingungen – Europäisierung, Digitalisierung und Informationsgesellschaft – anzupassen.
Der vorliegende Band untersucht erstmals in systematischer Weise die umfassenden Veränderungen des deutschen Archivwesens zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Schwerpunkte sind dabei die Datenschutz-Grundverordnung, die digitale Bestandserhaltung und der Rechtsanspruch der Bürger auf Zugang zu Archivinformationen.“

Marburg: Tectum Verlag 2019, 582 S. (ca. 90 €).

In der Zeitschrift für Landesverfassungsrecht und Landesverwaltungsrecht !/2016 findet sich der Aufsatz „Das deutsche Archivrecht im Wandel“ (S. 12-22) von Hannes Berger, der einen Überblick auf die vorgestewllte Monographie erlaubt: ZLVR – Ausgabe 1 2016-online-3

via Fachebook-Gruppe „Archivfragen“

LWL plant Forschungsprojekt zu privaten bäuerlichen Familienfotoalben

Im Zeitalter der digitalen Fotografie will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das kulturelle Erbe „Fotoalbum“ erforschen und sichern. Dazu startet die LWL-Kommission Alltagskulturforschung ein Projekt zu Fotoalben aus dem dörflichen und bäuerlichen Umfeld. Die LWL-Alltagskulturforscherinnen bitten Eigentümer von Familienalben aus dem bäuerlichen Umfeld, ihnen die Alben zu leihen, um sie zu digitalisieren, zu erforschen und für die Nachwelt zu erhalten.

Die LWL-Alltagskulturforscher wollen Fotoalben aus dem dörflichen und bäuerlichen Umfeld sichern, aus einem solchen Album stammt dieses Foto der Familie Arndt, das 1912 in Plettenberg (Märkischer Kreis) entstanden ist.
Foto: LWL-Alltagskultur-Archiv

Wer klebt heute noch Abzüge in ein Fotoalbum, um mit diesem ein Stück Familiengeschichte zu überliefern? Mit der Digitalfotografie ist diese früher weit verbreitete Praxis weitgehend verschwunden. Und doch existieren sie noch in vielen Regalen, Schränken und Kisten: Die oft liebevoll gestalteten, mit kurzen oder längeren Texten teils auch mit Dekorelementen ergänzten Alben, die vom Anwachsen der Familie, vom Hausbau, von gemeinsamer Arbeit und teils auch von Menschen erzählen, die schon Jahrzehnte tot sind. Weiterlesen