„Lechtstonn“ über alte Flurnamen

Erzählabend am 19. April, 18:00 Uhr, im Museum 4Fachwerk

Die „Leechtston“ war im Flecken die gängige Bezeichnung für die Abenddämmerung. Diese Zeit nach der Arbeit wurde gerne genutzt, sich zu treffen, um sich über die Neuigkeiten des Tages auszutauschen oder einfach Geschichten zu erzählen.
Nun verschiebt die aktuelle Sommerzeit die „Dämmerstunde“ zwar in den späteren Abend, doch Dieter Siebel und Bodo Hoffmann laden am 19. April 2018 wieder um 18:00 Uhr zu einer „Lechtstonn“ ins Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum ein. Die Gäste des letzten Erzählabends hatten sich die baldige Fortsetzung ausdrücklich gewünscht.
Diesmal sollen alte Flurnamen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. „..on wer hörlt de Knütze usem Paffensiefen“ heißt es entsprechend im „Flecker Platt“ einführend in der Einladung.

Bevor im perfekten Verwaltungshandeln jede Bereich des Ortes eine präzise Flurbezeichnung eben durch Nummern erhielt, bezeichneten die Bewohner entsprechende Grundstücke mit teils sehr blumigen und bildhaften Bezeichnungen, die oft Hinweise auf ursprüngliche Nutzungen, Begebenheiten oder geschichtliche Ereignisse vermitteln. Daher sind die alten Flurnamen für die Regionalgeschichte durchaus von besonderer Bedeutung. Bei der „Lechtstonn“ werden sie in Erinnerung gerufen mit lustigen Anekdoten oder kleinen Geschichten, die oft mit den Orten verbunden sind. Dieter Siebel und Bodo Hoffmann, beide mit Flecker Geschichte(n) gut vertraut, werden den Abend gestalten.

Der Eintritt beträgt 3 Euro, zugleich kann die aktuelle Piet-Mondrian-Ausstellung im Museum (Mittelstraße 4-6, im Alten Flecken) besichtigt werden.

Quelle: 4Fachwerk-Pressemitteilung

Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist neue Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen beim LWL

Der bisherige Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und seine Nachfolgerin Dr. Mechthild Black-Veldtrup.
Foto: LWL/Beyer

Die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragene Historische Kommission für Westfalen hat eine neue erste Vorsitzende: Dr. Mechthild Black-Veldtrup ist von der Mitgliederversammlung der Kommission heute in Beckum zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus gewählt worden. Reininghaus hatte nach 15 Jahren an der Spitze der Kommission nicht wieder für den Vorsitz kandidiert. Der zweite Vorsitzende, Prof. Dr. Werner Freitag, wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Thomas Tippach, Dr. Stefan Pätzold und Dr. Andreas Neuwöhner.

Traditionell arbeitet die Kommission eng mit den beiden Abteilungen des „Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen“ und dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen (früher Staatsarchiv Münster) zusammen. In beiden Bereichen ist die neue Vorsitzende sehr erfahren: Seit 2004 ist sie Leiterin des Landesarchivs NRW in Münster, seit 2008 zudem Vorsitzende des Altertumsvereins (Abteilung Münster). Black-Veldtrup ist seit der Gründung der Kommission 1896 die erste Frau an der Spitze der Historischen Kommission. Die 1960 in Freiburg im Breisgau geborene Historikerin studierte in Freiburg, Münster und Canterbury Geschichte, Anglistik, Politologie und Pädagogik. 1993 wurde sie in Münster bei Joachim Wollasch promoviert, anschließend besuchte sie die Archivschule in Marburg. 1998 trat sie ihren Archivdienst im damaligen Staatsarchiv in Düsseldorf an, 2002 wechselte sie nach Münster. Weiterlesen

Vortrag: Jens Christian Schmidt „Ärzte im Nationalsozialismus –

wie die Medizin ihre Unschuld verlor und Ärzte zu Tätern und Opfern wurden
Dienstag, 17. April, 19 Uhr
Ort: Büro der CJZ, Häutebachweg 6, Siegen

Jens Christian Schmidt, Facharzt für Radiologie, beschäftigt sich seit langem mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Verbrechen im Zusammenhang mit Holocaust und Euthanasie-Programm, wo Ärzte maßgeblich involviert waren. Mit seinem Vortrag möchte er aufzeigen, wie die Medizin vom Aufschwung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Deutschland zu einem menschenverachtenden und menschenvernichtenden Instrument des Hitler-Regimes verkam und wie die damit verbundenen Greueltaten bis heute Einfluss auf das Wirken der Mediziner haben. Hierbei werden sowohl Opfer als auch Täter in den Reihen der Mediziner vorgestellt und deren Schicksal beleuchtet.
Quelle: CJZ, Rundbrief April/Mai 2018

Vortrag: Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas: „Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Torsten Thomas ein Internetprojekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Der Vortrag widmet sich in zum Teil sehr detaillierten Kurzbiografien den Frauen und Männern in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Widerspruch und/oder im Widerstand zum Nationalsozialismus standen. Viele von ihnen waren Verfolgung, Misshandlung und Haft ausgesetzt. Die Verfolgung konnte im Tod enden. Jede Biografie wird durch präzise Quellenangaben ergänzt. Im Vortrag werden das Projekt als Ganzes und einige Biografien exemplarisch vorgestellt. Weiterlesen

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) begründet neue Publikationsreihe

Im Arbeitsalltag des LVR-AFZ, im Rahmen der archivischen Fachausbildung sowie in Kooperationsprojekten mit verschiedenen Partnern entstehen immer wieder kleinere Abhandlungen, Qualifikations- und Projektarbeiten, die als Beiträge zu aktuellen Themen archivischer Arbeit auch für einen breiteren Kreis von Rezipientinnen und Rezipienten von Interesse sind. Um solche Arbeiten adäquat publizieren und präsentieren zu können, hat die Archivberatung eine neue Reihe begründet: „Archivistik digital“.
Als elektronische Publikationen sind die Bände von „Archivistik digital“ ab sofort das Medium der Wahl, um zeitnah Arbeitsergebnisse zu präsentieren, die an Umfang und Bedeutung über einfache Handreichungen, Mitteilungen oder Empfehlungen hinausgehen. Die Reihe tritt ergänzend neben die Archivhefte, in denen das LVR-AFZ weiterhin Tagungsdokumentationen und monographische Arbeiten präsentieren wird.
Der erste Band präsentiert einen Leitfaden zum Urheberrecht, den die Juristin Alexandra Zilles im Rahmen des LVR-Trainee-Programms für das Archiv des LVR erarbeitet hat. Beim zweiten Band handelt es sich um ein von Riccarda Henkel, Angelika Neugebauer, Gregor Patt und Peter K. Weber, LVR-AFZ, erstelltes Dokumentationsprofil zum Umgang mit Schulunterlagen.
Quelle: LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ), Aktuelles

Austausch zur Zukunft der historischen Stadt- und Ortskerne

Historische Stadt- und Ortskerne Frühstück

Erhalt und Weiterentwicklung historischer Stadt- und Ortskerne war Thema beim Parlamentarischen Frühstück in Düsseldorf, an dem auch Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann teilnahm.

Als „kulturelle und identitätsstiftende Zentren im ländlichen Raum“ und „Heimatstifter im besten Sinn“ würdigte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen die Mitgliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft „Historische Stadt- und Ortskerne“. Bad Berleburg ist mit der Kernstadt und mit Elsoff sogar doppeltes Mitglied in der AG, Bürgermeister Bernd Fuhrmann traf sich jetzt mit rund 80 weiteren Vertretern in Düsseldorf. Weiterlesen

Fachtagung zur Grube Landeskrone, Wilnsdorf

Grube Landeskrone Stollen Bild 2
Stollenportal des Landeskroner Erbstollens bei Wilden / Siegerland By Dbawwsnrw [GFDL or CC BY 3.0], from Wikimedia Commons

Am kommenden Samstag (14.4.) findet im Museum Wilnsdorf eine Tagung zu mittelalterlichem Bergbau statt. In einer mehrjährigen Forschungskooperation haben LWL-Archäologen die Grube Landeskrone und das Montanareal Ratzenscheid untersucht. Unter anderem konnten sie erstmals die Maschinenhalle der frühesten untertägigen Dampfmaschine des Siegerlandes dokumentieren. Am Samstag werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit in Vorträgen und Exkursionen präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Hier geht’s zur Anmeldung: http://eveeno.com/278920817

s.a. § Beiträge zur Geschichte der Grube Landeskrone auf siwiarchiv

Stadtrundgang für Kinder

Bilder einer Veranstaltung in Freudenberg zur Erinnerung an den Beginn des 80- jährigen Kriegs vor 450 Jahren

Foto: Bernd Brandemann

Die „Backhauswärterin“ erklärt den Kindern den „Siegerländer Riewekoache“ vor dem heutigen Freudenberger „Kultourbackes“. Das Backhaus in Freudenberg war das größte kommunaleigene Backhaus des Siegerlandes. Es wurde nach dem Krieg zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Heute ist dort die Bücherei, der Jugendtreffpunkt und das Touristik-Büro untergebracht.
Der Siegerländer Riewekoche ist ein traditionelles Gebäck (Brot) des Siegerlandes, welches seit dem 18. Jahrhundert zur Hälfte aus Kartoffeln hergestellt wird. Das Originalrezept steht in den „Dillenburger Intelligenz-Nachrichten“ (dem damaligen Regierungs-Amtsblatt).

Ganz rechts im Bild ist Cindy Peplinski, die neue Touristikmanagerin der Stadt Freudenberg. (Foto: Bernd Brandemann)

Die Kinder binden kleine „Haubergs-Schanzen“. Solche Schanzen wurden aus Reisig-Zweigen gefertigt, welche für die Verwendung im Backhaus benutzt wurden. Weiterlesen

Literaturhinweis: Heinrich Imhof: „Hoffnung auf ein besseres Leben

Die Auswanderung aus Wittgenstein nach Amerika im 18. und 19. Jahrhundert“

Der Autor dokumentiert in seinem Werk wie unendlich schwierig und mühsam die überwiegend
aus der großen wirtschaftlichen Not heraus geplanten und durchgeführten Auswanderungen aus Wittgenstein nach Amerika im 18. und 19. Jahrhundert abliefen. Dabei schildert er in vielen Beispielen die mit einem solchen tiefgreifenden Entschluss und dessen Umsetzung verbundenen
Schicksale und Erlebnisse.
Das Buch wird im Format von 17,0 x 24,0 cm erscheinen, reich bebildert sein und einen Umfang
von 560 Seiten haben. Davon werden auf 98 Seiten die Namen von Familienauswanderungen und Einzelemigrationen der über 5.400 ermittelten Auswanderern aus allen Orten des Altkreises Wittgenstein aufgeführt. Der Preis des Buches beträgt 38,00 Euro pro Exemplar.

Aus dem Inhaltsverzeichnis: Weiterlesen

Linktipp: Experiment zur keltische Verhüttungstechnologie des Siegerlandes geht weiter

Das Team der Forschungskooperation beim Bau eines Schutzmantels um den Rennofen (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/M. Zeiler)

Das Blog der LWL-Archäologie berichtete jüngst von den wieder aufgenommenen Arbeiten am Rennofen im LWL-Freilichtmuseum in Hagen.

Zur den Arbeiten im vergangenen Jahr s. http://www.siwiarchiv.de/?p=15915