Digitales Archiv NRW: Betriebliche Restrukturierung eröffnet neue Anbindungsmöglichkeit

Nach mittlerweile zehnjährigem Bestehen der Arbeitsgemeinschaft DA NRW haben die Partner der AG zu Ende letzten Jahres die Überführung in eine neue Betriebsstruktur beschlossen. Den zentralen Baustein dafür bildet eine erweiterte Beauftragung an die d-NRW AöR durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Zu den bisher durch die d-NRW wahrgenommenen Aufgaben zur Führung der Geschäftsstelle DA NRW tritt fortan die Beauftragung zur Organisation des Gesamtbetriebs DA NRW hinzu.

Im Rahmen ihrer bestehenden interöffentlichen Zusammenarbeit insbesondere zur Umsetzung des E-Government-Gesetzes NRW (EGovG NRW) und des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in Nordrhein-Westfalen kooperieren die d-NRW und der Zweckverband KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister nun auch bei der Aufgabenwahrnehmung und der Leistungserbringung für das DA NRW. Weiterlesen

Linktipp: Markus Beckedahl: „Wer archiviert, gestaltet die Zukunft“

Link zur Keynote Beckedahls auf der Tagung „Offene Archive 2026 – Transparenz, Beteiligung, Vielfalt – Bürger*innenarchive in demokratischen Gesellschaften“ in Köln

Warum es sich lohnt den Text ganz zu lesen:
“ …. Antifaschistische Archivarbeit …. Diese Arbeit verlangt keine bestimmte Parteizugehörigkeit. Sie verlangt keine geteilte private Meinung. Sie verlangt nur, dass man den eigenen Beruf ernst nimmt: Vollständigkeit, Integrität, Zugänglichkeit, Schutz. Genau deshalb können sich auch Menschen darauf verständigen, die politisch sonst wenig teilen. Es ist Berufsethik und keine Gesinnung. …. Archivarbeit ist nicht antifaschistisch, weil Archivarinnen privat die richtigen Meinungen haben. Sie ist antifaschistisch, wenn sie verhindert, dass Macht die Vergangenheit säubert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie marginalisierte Perspektiven nicht wieder aus der Überlieferung fallen lässt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Gewalt dokumentiert. Sie ist antifaschistisch, wenn sie Löschung nicht mit Aktualisierung verwechselt. Sie ist antifaschistisch, wenn sie sagt: Nein, das verschwindet nicht einfach.
Archive werden die Demokratie nicht allein retten. Das wäre eine Überforderung. Aber ohne Archive wird es sehr viel leichter, Demokratie umzuschreiben. ….“ Weiterlesen

Online: ARCHIV. theorie & praxis Heft 1/2026

Das Heft 1/2026 von ARCHIV. theorie & praxis ist online. Unter dem Titel „Erschließung von Audio- und Bewegtbildmaterial“ finden sich Beiträge des LWL-Medienzentrums für Westfalen, des Schweizerischen Literaturarchivs, des Bundesarchivs, der Freien Universität Berlin und auch aus dem Landesarchiv NRW.

Daneben gibt es Einblicke in das Datenqualitätsmanagement im Montanhistorischen Dokumentationszentrum und den Einsatz eines Saugroboters im Magazin.

Literaturhinweis: Handbuch Oral History (2026)

„Was ist Oral History? Wie und wozu führt man Interviews? Wie geht man wissenschaftlich mit Erinnerungserzählungen um?

Dieses Buch stellt Studierenden und Interessierten, die in Gedächtnisinstitutionen tätig sind, zentrale Begriffe, Projekte und Institutionen vor und vermittelt ihnen grundlegende Kenntnisse im Umgang mit mündlichen Quellen – von der Interviewvorbereitung über die Durchführung und Auswertung bis zur Archivierung. Es enthält praktische Handreichungen, skizziert methodische und forschungsethische Debatten und liefert aktuelle Informationen über den Umgang mit Oral History auch in anderen Ländern.

Die Autor:innen verfügen über langjährige und vielfältige Erfahrungen. Viele von ihnen stammen aus dem Kreis der Teilnehmenden des im Jahr 2014 ins Leben gerufenen Netzwerks Oral History.“

Aus archivischer Sicht ist besonders auf folgende Beiträge hinzuweisen:
Almut Leh: Oral-History-Archive, S. 62 – 75
Hannah K. Ruff/Alexander J. Schwitanski: Oral History archivieren, S. 76 – 91

Quelle: Verlagswerbung

Pfarrarchive bewahren kulturelles Erbe vor Ort

Kirchengemeinde St. Philippus und Jakobus Herdecke Gastgeberin für 9. Tag der Pfarrarchive im Erzbistum Paderborn

Der Tag der Pfarrarchive ermöglicht jedes Jahr einen wertvollen Austausch und Wissenstransfer. (c) Privat


Zum mittlerweile 9. Mal fand in diesem Jahr der Tag der Pfarrarchive im Erzbistum Paderborn statt. Gastgeberin war die Kirchengemeinde St. Philippus und Jakobus in Herdecke. Das Treffen wurde für alle Beteiligten zu einer rundum gelungenen Veranstaltung. Zahlreiche Gäste aus dem Bereich der kirchlichen Archivarbeit kamen kürzlich zusammen, um sich auszutauschen, neue Impulse mitzunehmen und die Bedeutung der Pfarrarchive für Kirche und Gesellschaft zu würdigen. Weiterlesen

Online: Archivpflege in Westfalen-Lippe (104/2026)

Themen in diesem Heft (PDF):

Was ist Erschließungsrückstand?
Daten- und KI-Kompetenzen in Kommunalarchiven
Die Gefahr der Sekundären Traumatisierung im Archiv
Bildungsarbeit effizient ausbauen
Der Klimawandel im Büro. Schäden an Archivalien
Schiedsamtsakten als Quelle der Orts-, Rechts- und Sozialgeschichte
Die Fotosammlung des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn

Projekt „Juden und Westfalen und Lippe“ abgeschlossen


Das Projekt Juden und Westfalen und Lippe (JuWeL), eine Kooperation vom Verein für Computergenealogie, der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) und dem Landesarchiv NRW Abt. OWL zur Erfassung aller in den Juden- und Dissidentenregistern genannten Personen ist abgeschlossen. Die Freiwilligen bearbeiteten 12.843 Seiten und erstellten 142.093 Personendatensätze, die über die Projektseite recherchierbar sind (s. http://juwel.genealogy.net). Wir danken allen für ihr eindrucksvolles ehrenamtliches Engagement! Weiterlesen

Landesarchiv NRW: Fragen und Anworten zur Entnazifizierung

Hugo Stinnes vor dem Sonderausschuss des Entnazifizierungshauptausschusses des Regierungsbezirks Düsseldorf, Quelle: LAV NRW R, RWB, Nr. 1290 / Carl August Stachelscheid

Für den ersten Einstieg in die Recherche nach Entnazifizierungsakten gibt es seit kurzem eine neue Anlaufstelle. Auf „Fragen und Antworten zur Entnazifizierung“ finden Sie Anhaltspunkte für die Suche nach Ihren Vorfahren. Mehr Informationen zu den Entnazifizierungsakten und dem Vorgang der Entnazifizierung sind auf der Seite „Entnazifizierungsakten“ gebündelt.

Quelle: Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, 22. Mai 2026

s. a. https://www.siwiarchiv.de/nrw-entnazifizierungsakten-online/

Gewalttaten als Gefahr für Kultureinrichtungen

Neues Kapitel im SicherheitsLeitfaden Kulturgut (SiLK)

In Anbetracht der zunehmenden weltweiten Auseinandersetzungen, kriegerischen Konflikte und gesellschaftlichen Spannungen zählen „Gewalttaten“ zu den potentiellen Bedrohungen für kulturelle Einrichtungen und damit auch für Archive. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, werden in kriegerischen Konflikten oder auch bei Sabotagen immer wieder bewusst Kulturgüter ins Visier genommen und vernichtet. Die Kultureinrichtungen in Deutschland sind daher aufgefordert, bei ihrer Notfallplanung neben z. B. Gefahren durch Umwelteinflüsse auch diese Aspekte künftig mit zu bedenken. Weiterlesen